liebeskummer | berlinmittekids

Monate: April 2012

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liebeskummer

Eine meiner längsten und liebsten Freundinnen hat drei Kinder, so wie ich. Die Große ist mein Patenkind und steckt mit elfeinhalb mit beiden Füßen in der Pubertät – für mich immer sehr interessantes Anschauungsmaterial, weil ich meine 9jährige unaufhaltsam  denselben Weg einschlagen sehe. Ein tolles Kind, fleißig, klug und vielseitig begabt. Der mittlere Bub ist 8 und extrem cool, ein Rabauke und ein Charmeur, der Held meines 5jährigen Sohnes. Und der Kleinste, Matti, ist exakt so alt wie meine Kleinste, nämlich 3 und ist in Wirklichkeit wahrscheinlich Michel aus Lönneberga. Nur in hübsch. Er ist ebenso weißblond, ebenso lausbübisch und ebenso energisch. Nur Holzmännchen schnitzen kann er noch nicht. Aber obwohl dieser Michel und mein Rosannchen (auch nicht eben zartbesaitet) regelmäßig Zoff kriegen über sich wiederholende Dinge („Nein, das ist mein Rucksack, den darfst du nur anSCHAUEN!“ „Ich will jetzt auch mal aufs Laufrad (den Roller/die Rutsche/random)!“ oder „Neiiiiin, Matti, das soll man gar nicht schmeißen!“) ist die Liebe seit frühester Kindheit ungebrochen. Und so gibt es für mein Töchterchen fast keine schönere Aussicht, als …

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else kling rulez

Meine Kinder spielen im Moment jeden Nachmittag draußen wie wahnsinnig. So als hätte man sie monatelang eingesperrt und sie hätten niemals auch nur die Nase rausstrecken dürfen. Was ja irgendwie auch stimmt, wenn man bedenkt, wie es im langen, kalten Winter so war. Jetzt jedenfalls holen sie alles nach und sind abends kaum ins Haus zu kriegen. Und allen Nachbarskindern geht es genau so. Also beziehe ich allnachmittäglich meinen Posten auf der sonnigen Bank vorm Haus, von wo ich sehen kann, was die Gören so treiben und von wo ich auch schnell herbei eilen kann, wenn eins von meinen hinfällt, was kaputtmacht, sich zankt, zum Eismann ausbüxen will oder in fremden Gärten verschwindet. Und natürlich sehe ich dabei alles. Auch Dinge, die ich lieber nicht sehen würde. Ich liege, bildlich gesprochen, im Fenster, mit Kissen unter den Armen, rauche, saufe Kaffee und glotze. In Wirklichkeit sitze ich gesittet auf meiner Bank, trinke Latte und verstecke mich hinter Laptop und Sonnenbrille, das Ergebnis ist aber absolut dasselbe. So muss sich Else Kling gefühlt haben, damals in …

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Der Feldwebel und ich

Ich bin eine liberale Mutter. Soll heißen, ich bin keine anti-autoritäre Mutter, im Gegenteil, davon bin ich Lichtjahre entfernt; aber ich bin immer dafür, dass meine Kinder Spaß haben sollen, sich ausprobieren dürfen, Fernsehen und Süßigkeiten in Maßen genießen können und ab und zu auch mal frech sein. Und eigentlich fahre ich mit dieser Haltung ziemlich gut. Mein Sohn, der mich ja bisher vor allem als „süße Mama“, bezeichnet hat, ließ sich auch bis vor ganz kurzem mit der liberalen ich-erklär-dir-warum-ich-das-verbiete-Methode und der ergänzenden es-gibt-Regeln-und-die-halten-wir-ein-Parole gut lenken. Das scheint jetzt nicht mehr auszureichen. Und ich muss die Figur aus meinem Erziehungsrepertoire bemühen, die ich schon vor einigen Jahren im Umgang mit meiner großen Tochter in mir entdeckt habe und die bei ihr auch des Öfteren zum Einsatz kommt: den Feldwebel. Mein Sohn kannte bisher den Feldwebel nur aus Sicht des Beobachters, nämlich wenn er bei seiner großen Schwester zum Einsatz kam. Da er aber von „süße Mama“ in der letzten Zeit öfter mal zu „du blöde alte Mama“ (alternativ gerne auch: blöde alte Kuh) umgeschwenkt …

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flashback sonntag

Es ist Sonntag in Berlin. Ein (zunächst) sonniger Aprilsonntag, der gut beginnt, weil die Kinder wider ihre Gewohnheiten lange schlafen und die Eltern somit den Rausch der letzten Nacht ein bisschen besser verkraften können, bevor der Tag mit Kickstart beginnt: „Mama, ich möchte einen Kakao. Mit Sssstrohhalm!“ Und: „Mama, wusstest du, dass der Saturn viele hunderttausend Ringe hat, die aus kleinen Teilchen bestehen? Und nur von weitem sieht das aus wie ein paar große!“ Gefolgt von: „Mama, ich habe eben gespielt, dass ich Obi Wan Knobi bin und mein Esel wäre Han Solo. Und Darth Mauel, den gab’s gar nicht. Und ich muss Pipi!“ Spätestens in diesem Moment ist der nette Crémentrausch, der eigentlich erst 7 Stunden her ist, unendliche Weiten weit weg. Und dann plätschert der Sonntag so vor sich hin mit Dingen, die man immer schon mal machen wollte und die auf der zigsten To-Do-Liste stehen, wie die Schränke der Kinder durchsehen und aussortieren, die zu kleinen Schuhe im Keller weggeben, die Sachen für Ebay endlich fotografieren und einstellen, die arme Hortensie in …

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getting started…

Seit Tagen, nein, seit Wochen denke ich übers Bloggen nach. Also nicht übers Bloggen an sich, sondern darüber, selbst zu bloggen. Eigentlich ist es ohnehin so, dass ich ständig in „posts“ denke, bei fast allem, was mir täglich so begegnet: im Alltag mit drei Kindern und allem, was dazu gehört, SchuleKitaSpielplatz, einem (großen) Haus mit (kleinem) Garten mitten in Berlin, einem beruflich sehr engagierten Mann und meinem Schreibtisch, ganz oben im Haus, der manchmal so unendlich weit weg von mir zu sein scheint und wo mein Buchprojekt auf mich wartet. Tag und Nacht. Und während ich versuche, meinem Mutter-Alltag mit meinen einfallsreichen Kindern gelassen zu meistern, schreibt es in meinem Kopf beständig. Es gibt Tage, da erreiche ich meinen Schreibtisch gar nicht erst. Ich komme gar nicht bis oben hin im Haus, weil auf dem Weg dorthin meine Kinder wohnen. Und diese Kinder stellen mir Fallen in mannigfaltiger Form. Sie zanken oder bauen Höhlen und haben im Bad mit Wasserfarbe eine Riesensauerei angerichtet, sie haben eine alte Dose Penatencreme gefunden und damit Schminken gespielt, sie …