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mothers & daughters

Ich liebe meine Töchter. Meine Mädchen.

Ich liebe auch meinen Sohn (ich habe darüber ja bereits geschrieben, wie es ist, als Mädchenmama einen Jungen zu bekommen!), aber die Mädchen sind in vielerlei Hinsicht näher an mir dran. Sicher ist es auch in manchen Aspekten deshalb schwieriger mit ihnen: das Ähnliche macht vieles leichter, aber es knallt natürlich auch schön aufeinander, wenn man sich so spiegelt.
Mit dem Bub ist das Verschiedene das Schwierige oder Herausfordernde. Aber dazu schreibe ich ein anderes Mal noch etwas, vielleicht gehört das sogar auch schon in die Kategorie Männer…?

Wie dem auch sei. Mütter und Töchter. Ein weites Feld. Ich denke oft darüber nach, wie sehr mich meine Mutter geprägt hat, wie sehr ich selbst die Mutter bin, die ich bin, weil ich auch die Tochter meiner Mutter bin. Und das gilt im Guten wie im Schlechten.
Ich schaue meine jüngere Schwester an, eine Tochter derselben Mutter und doch wiederganz anders. Ich bin gespannt, zu sehen, was für eine Mutter sie sein wird, wenn sie mal ein Kind haben wird. Eine Tochter?
Ich schaue meine große Tochter an, was alles in ihr ist, wie sie in so vielen Dingen Bezug auf mich nimmt, mich kopiert, um in anderen Dingen eine Art Anti-Haltung zu mir einzunehmen. Wenn wir nebeneinander in den Spiegel schauen, ist das ein unbeschreibliches Gefühl von Einheit und Dualität, von Ähnlichkeit und Unterschied, von Gemeinsamkeit und Getrennt-Sein – alles eingefasst in die große, fraglose Liebe zwischen uns.
Ich schaue meine kleine Tochter an, so zart in ihrer dreijährigen Existenz, optisch wie ein Negativ zu mir: sie so blond und ich so dunkel, ihre Augen blau und klar, meine braun, ihre Locken, mein glattes Haar. Wie erstaunlich das ist. Und in vielen anderen Dingen sehe ich wieder viel von mir, und zu ihrer Geburt sah sie mir am ähnlichsten von allen meinen Kindern. Wie ihre kleine Persönlichkeit sich entwickeln wird, wird sich noch zeigen. Und wie wir uns fühlen werden, wenn wir gemeinsam in den Spiegel schauen…?

Natürlich haben die Mädchen einen Vater. Den besten. So wie ich einen habe. Den besten! Aber Jungs, das hier ist berlinmittemom, wenn schon geht’s hier um Mütter. Wir lieben euch natürlich sowieso. Und die Kategorie Väter kann ja noch kommen.

Ich fange heute mal mit einem berührenden Bild an, das ich im Netz gefunden habe und das eine junge Vanessa Redgrave mit ihrer Tochter Natasha zeigt. In vielen Aspekten berührt mich das Bild zutiefst, sehe ich doch hier nicht nur die klassische schöne Versunkenheit zwischen Mutter und Kind, sondern auch eine Mutter, die zu diesem Zeitpunkt nicht ahnte, dass sie ihre Tochter mal überleben würde…

Auf meiner Herbst-Wunschliste stehen ja schon die Fotobücher für meine Kinder. Ich sollte mir allerdings wahrscheinlich angewöhnen, regelmäßiger Bilder zu machen, auf denen auch ich mit den Kindern zu sehen bin und nicht immer automatisch diejenige sein, die die Bilder aufnimmt. Solche Fotos sind wichtig. Egal, was uns im Leben mal passiert, egal, ob man sich vielleicht nachhaltig streitet (unvorstellbar), ob man sich lange nicht sieht (schrecklich) oder einander für immer loslassen muss (…) – das sind die Zeugnisse dessen, was in unseren Beziehungen entscheidend ist: wir sind Mutter und Tochter. Oder umgekehrt.

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