herz & seele
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ein erdbeermarmeladebrot mit honig ::: bye, bye, dirk bach.

Dirk Bach ist gestorben. Heute, am 01. Oktober 2012 in Berlin. Unerwartet und verdammt früh.

Ich hab’s durch eine Meldung von Beate Wedekind in Facebook erfahren. Dann gingen die Tweets herum, von einfachen R.I.P – tweets bis zu regelrechten Nachrufen. Und Christine Finke von Mama arbeitet twitterte, was mir fast als Erstes in den Sinn kam, als ich an Dirk Bach dachte und an all das, was nun fehlen wird in der Medienlandschaft. Ohne ihn. Es war nicht das Dschungelcamp oder Lukas oder die Schillerstraße oder Frei Schnauze. Es war Tom. Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig. Wer spricht jetzt das Erdbeermarmeladebrot mit Honig?

Ich las die Meldung, während ich eigentlich gerade dabei war, Abendbrot für die Kinder zu machen und eins nach dem anderen trudelte bei mir in der Küche ein. „Mama, was ist denn? Was liest du denn da?“, fragte mich der Bub. Und das Große schaute mir über die Schulter und fragte: „Wer ist Dirk Bach?“ Ich erklärte ihnen, das sei ein Schauspieler, der gestorben sei. Sie fragten, ob sie ihn kennen würden und ich begann, aufzuzählen: Pepe aus der Sesamstraße. Die Urmel-Stimme von den CDs. Und Tom. Der Müller. Die Erdbeermaus. Das Krokodil. ALLE vom Erdbeermarmeldabrot mit Honig.
Wir lernten „Das Erdbeermarmeladebrot mit Honig“ recht spät kennen. Wir sind späte Tom-Frequentierer. Dafür waren wir dann, als wir es mal gesehen hatten, gleich Fans. Im letzten schrecklich verregneten Ostsee-Sommer, im ohnehin schrecklichen Sommer 2011, als ich immer zwischen Mann und Kindern und unterstützenden Schwiegereltern an der Ostsee und dem Sterbebett meiner Mutter im Rheinland hin- und herfuhr, waren Tom und sein Erdbeermarmeladebrot mit Honig ein Miniatur-Heile-Welt-Augenblick an den Regenmorgen, an denen wir nicht gleich hinaus in den Tag konnten oder wollten, weil die Traurigkeit uns immer begleitete: wir kuschelten uns im großen Bett zusammen, tranken Kaffee und Kakao und sahen uns auf Kika Tom an. Wir sangen die ulkigen Lieder nach, wenn wir später mit den Rädern durch den Wald fuhren und waren am nächsten Morgen nicht ganz so enttäuscht über den neuerlichen Regenhimmel: es erwarteten uns Tom und seine Freunde in unserem Bett.

Natürlich ist Dirk Bach viel mehr als nur die Stimme hinter dieser Trickfilmserie. Er war ein begnadeter und vielseitiger Schauspieler, Comedian, Kabarettist, Entertainer, zu Hause auf Theaterbühnen wie in Werbespots, im Fernsehen wie im Kino, zuletzt auch auf Musicalbühnen. In Berlin erwartete man ihn für die Premiere von „Der kleine König Dezember“ am 05.10. im Schlosspark-Theater auf der Bühne. Er war immer zwischen großem Gag und Grusel, dort, wo sich nicht viele lange glücklich aufhalten können. Er war immer „up front“: dick und schwul, beides immer volle Breitseite, nie mit dem Versuch, irgend etwas davon zu verstecken. Und dazu schrill und unüberhörbar. Ich kenne einige Leute, die das nervig fanden. Ich mochte es immer.

Lieber Dirk Bach, wie der kleine König Dezember weiß, wird jeder, der stirbt, ein Stern. Deinen speziellen Stern stelle ich mir schön vor: er ist funkelnd rund und voller Farben, er strahlt und blitzt und dreht sich im Tanz. Hier werden wir dein Licht vermissen. Woanders, ich bin mir sicher, flackert es schon wieder auf und du hast schon den ersten Gag gelandet.

Bye-bye, Dirk Bach.

Dirk Bach in „Der kleine König Dezember“

4 Kommentare

    • Das wird er. Ich find’s auch unglaublich traurig. Was für eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Fernseh- und Unterhaltungslandschaft, oder? So einen gibt’s nicht nochmal. 🙁

  1. Das Erdbeermarmeladebrot war auch eines unserer Favorits. Ich fand ihn auch Klasse,wenn auch das Dschungelcamp nicht so meins war

  2. Claudi Ott sagt

    Ist noch nicht zu Ende!Es gibt jetzt eine neue App von den Machern, Tom Filme 2. Aber auch die alten find ich ganz witzig Toms Welt z.B. da redet der Dirk auch viel und lustig 🙂

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