bloggerie, leben mit kindern
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my day in status ::: wie alles begann, bevor es begann

Ich habe gerade beim „aufräumen“ meiner Facebook-Chronik eine Notiz gefunden, die vom April diesen Jahres stammt und sehr schön dokumentiert, wie ich eigentlich tatsächlich zum Bloggen gekommen bin: aus purer Verzweiflung. Ich hatte es fast vergessen. Und der schönen Ordnung halber sei das hier mal wiedergegeben.

 

::: eigentlich geht es unter der dusche los:

das kleinste kommt rein und verlangt, sein ballettkleid anziehen zu dürfen. schreit laut, um genau zu sein, damit ich es auch höre. ich verneine. lautes geheul („papaaaaaa! die mama hat neiiiiiin gesagt…!“). tür auf, tür zu. tür auf, das große kommt rein und ruft: „7, 14, 21, 28, 35, 42, 49, 56, 63, 70!“ und hüpft wieder raus.
beim frühstück alles ruhig, bis auf die tatsache, dass kurz gestritten wird, wer das letzte gelbe ei zum eiertitschen kriegt. schwiegereltern verlassen das haus gen flughafen, der mann gen büro. eigentlich alles ruhig. telefon: zuerst der heizungsmann, er käme gegen 14h, vielleicht auch erst 15h, er wisse es noch nicht. dann der mann mit der bewässerungsanlage: er käme gerne sofort, nein, lieber gegen 12. okay. der bub weigert sich beharrlich, zähne zu putzen und wälzt sich deshalb heulend an der erde. die mädchen haben sich im bad eingeschlossen und rufen durchs schlüsselloch fiese sachen raus. kurz habe ich verständnis, dass der bub da nicht rein will. woanders will er aber auch nicht putzen. uff.
telefon: der fotograf, ja, er hat meine email bekommen, ja, wir machen einen neuen termin aus. in der leitung klopft es an, mein bruder, er hat geburtstag und will sich für die geschenke bedanken. bis ich rangehen kann, hat er bereits aufgelegt. der bub wälzt sich immer noch, das große hat dem kleinen mädchen geholfen, das ballettkleid anzuziehen und die beiden haben das playmobil mitnehm-puppenhaus aufgebaut. mitten im flur. yay. drei emails vom mann: ich möchte doch bitte das nachsehen, dieses beantworten, jenes bestätigen und außerdem noch…. wer hat eigentlich emails erfunden? und die so schnell gemacht? das minimädchen ist vom sessel gefallen, bei dem versuch, am bücherregal im kinderzimmer hochzuklettern, um eine cd anzumachen. dabei lampe vom regal gerissen und auf den kopf gekriegt. das telefon klingelt. mein vater. sie kommen später mal vorbei. der bub hat inzwischen zähne geputzt, danach aber gleich den schokohasen aufgegessen und sich dabei sein shirt eingesaut. geheule, weil ich sage, dass er sich jetzt wohl wird umziehen müssen. er wälzt sich wieder. es klingelt an der tür. das große rennt runter und ruft mir zu, dass der mensch mit der beregnungsanlage nun doch schon da sei. uff.
ich rufe meinen bruder an und wir sprechen endlich. nur so lange, bis der bub im unterhemd vor mir steht und mir mitteilt, er möchte sein deutschlandtrikot anziehen. und die dazu passende „fußballhose“. über seinen jeans. sofort. telefon: der heizungsmann, es wird nun doch halb drei. wahrscheinlich.
das große mädchen kommt und sagt: “ 6, 12, 18, 24, 30, 36, 42, 48, 54, 60! kann ich jetzt heute abend avatar gucken?!“ der bub wieder. er hat hunger und durst und will spaghetti. und tee. kräutertee. sofort. das große mädchen arrangiert osterhasen, eier und abgeblühte magnolienreste auf dem tisch zu einem fragwürdigen arrangement, krümelei inklusive. der mann mit der beregnungsanlage klopft, er würde gerne auf das angebot meiner tochter zurückkommen, die ihm einen kaffee in aussicht gestellt habe. ich mache kaffee und muss mich unterhalten. zwischendurch kommt der dhl-mann und nutzt meine hilflose lage aus, um mir drei pakete für bekanntermaßen verreiste nachbarn aufzuschwätzen.
das kleinste tanzt im ballettkleid und mit beule die treppe runter. in der hand eine bastelschere, auf den schultern verdächtige büschel…. ich entwinde ihr die schere, checke die zöpfe, die offensichtlich intakt zu sein scheinen und führe im kinderzimmer einen kontrollgang durch: zu der durchdringenden musik von volker rosin mache ich die entdeckung von mehreren zu konfetti zerschnittenen bögen miffy-briefpapier und den frisch „frisierten“ kleinen schwestern von barbie, skipper und shelley, die offensichtlich den eifrigen versuchen von „rosanna mit den scherenhänden“ zum opfer gefallen sind, ihre haare überalle im zimmer verteilt.

kurz vor meinem zusammenbruch sehe ich aus dem augenwinkel, wie sich bub und ballettkind unterhaken, um spontan vor ort dornröschen-war-ein-schönes-kind aufzuführen.
es war gerade 12:30.

ich glaub, ich brauch dringend n blog. :::

Das wäre also eigentlich der erste aller Blog-Artikel auf berlinmittemom.com gewesen. Hätte ich den Blog nicht erst im Mai aufgesetzt. Die Facebook-Statusupdates, von meinen FreundInnen (vor allem den Müttern unter ihnen!) immer belustigt, begeistert, verständnisvoll aufgenommen und kommentiert, reichten mir längst nicht mehr, um auszudrücken, was in meinem Leben alles gleichzeitig passierte! Und immer noch passiert. Inzwischen hat sich das Bloggen verselbständigt. Und nicht etwa meine FB-Updates ersetzt! Im Gegenteil. Zusätzlich zu meinem privaten Profil gibt’s ja auch eine Berlinmittemom-Facebook-Seite, die ich auch regelmäßig frequentiere, update, bespaße usw.

Herrje. Ein Output ist das! Gibt’s dafür einen Fachbegriff? In jedem Fall geht mir der Stoff nicht aus. Gerade machen meine Kinder wieder…. ach, lassen wir das jetzt. Ausnahmsweise.

 

2 Kommentare

  1. Mama Mia sagt

    Oh mein Gott! Mir ist schwindelig vom Lesen! Das lässt meinen heutigen Tag wie Urlaub erscheinen!

    • Ich sach dir: seit heute sind hier Ferien, das bedeutet, mein großes Mädchen ist 24/7 um mich und das Kleinvolk dann ab übermorgen… da wird mir schon vorher schwindelig. Allerdings muss man fairerweise sagen, es sind nicht alle Tage so. Sonst wäre auch Bloggen keine Lösung. Dann bräuchte ich Drogen. Oder regelmäßige Erholungsaufenthalte in der Psychiatrie… 😉

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