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lieblingsbub-talk ::: der gewissenswurm

Eigentlich wollte ich heute gar nicht bloggen. Nicht hier jedenfalls.
Aber da hatte ich die Rechnung ohne meinen einfallsreichen Sohn gemacht, der mich in ein interessantes und folgenschweres Gespräch verwickelt hat.

Lieblingsbub: „Mama, kann eine Katze auch ins Gefängnis müssen?“

Ich: „Nein, natürlich nicht. Eine Katze kann nicht ins Gefängnis kommen, nur Menschen, wenn sie etwas ganz Schlimmes gemacht haben.“
(Daraufhin dachte er einen Moment nach.)

Lieblingsbub: „Wie kann man eine Katze werden, Mama?“
(Jetzt musste ich lachen. Was geht ihm nur manchmal im Kopf herum?)

Ich: „Aber Kerlchen, du kannst keine Katze werden, du bist ein kleiner Junge. Wir sind Menschen, das können wir nicht ändern.“
(Er wird langsam ungeduldig mit mir, das kann ich sehen.)

Lieblingsbub: „Aber wenn wir noch nicht geboren wären, wie könnte man dann machen, dass man eine Katze wird?“
(Jetzt werde ich stutzig, weil er so hartnäckig ist…)

Ich: „Schatz, was ist denn los? Warum willst du denn unbedingt eine Katze sein?“

Lieblingsbub (leicht verzweifelt): „Weil ich auf keinen Fall ins Gefängnis will!“

Beim Nachfragen (und mit der investigativen Unterstützung vom Herzensmädchen) kam heraus, dass irgend ein großes Kind in der Schule ihm gesagt habe, wenn man nicht anständig seine Zähne putze, müsse man ins Zahnputz-Gefängnis. Und mein kleiner Held ist im Augenblick sehr ausdauernd in seinen Versuchen, das morgendliche Zähneputzen zu umgehen, hinauszuzögern, nur so zu tun als ob undsoweiter. Alles, was wir vom Herzensmädchen schon kennen und was sich das Goldkind bereits abzuschauen beginnt. Daher wehte also der Wind: der Gewissenswurm trieb ihn um und irgend jemand Doofes hat dann da voll ins Schwarze getroffen. Lieber wollte er eine Katze sein als wegen Zahnputzregelverletzung ins Gefängnis zu müssen. Mein armes Kerlchen!

Ich konnte ihn beruhigen. Erstens hinsichtlich des Zahnputz-Gefängnisses. Zweitens konnte ich ihn mit seiner menschlichen Existenz aussöhnen, wenigstens für den Moment. Und  habe ihm versichert, dass er ein wunderbarer kleiner Junge ist und ich ihn furchtbar vermissen würde, wenn er eine Katze würde. Schließlich wäre ich ja auch keine Katze und hätte nicht vor eine zu werden und da wäre es doch viel besser, wenn er auch ein Mensch bleiben und wir weiterhin so gut zueinander passen würden.

Heute abend haben wir zusammen Zähne geputzt. Besonders gründlich. Und als ich ihm aus „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ vorgelesen hatte und wir noch kurz kuschelten, brummte er schläfrig: „Mama, ich bin ja so froh, dass ich keine Katze werden muss.“

Und ich erst.

1 Kommentare

  1. Immer wieder erstaunlich, was den Kindern so im Kopf schwirrt und sie sich so zu Herzen nehmen.
    Gut, dass er nun doch keine Katzen mehr werden möchte 😉

    LG Mel

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