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hätte, hätte, fahrradkette ::: mein leben im lazarett.

Eigentlich möchte ich über die erste Discoparty in meinem Leben als Mutter eines Pre-Teens berichten, die hier am Sonntag stattfand und die mich von vorne bis hinten sehr amüsiert hat. Eigentlich wollte ich heute mit den Kindern backen, dabei alles sehr schön für euch fotografieren und meine Weihnachtssereie fortsetzen. Eigentlich habe ich auch noch einen Blogbeitrag über Weihnachtsmusik in der Warteschleife, einen über Weihnachtsbücher und einen mit sehr aufregenden News. Eigentlich hätte ich heute einen vorweihnachtlichen Raubzug durch Westberliner Läden machen wollen und die letzten Kleinigkeiten besorgen sollen. Und ich hätte in meinem Wochenplan bleiben und meine von mir festgelegten Schreibaufgaben erledigen wollen.

Alles Essig. Denn…
…die Kranke-Kinder-Saison hat begonnen.

Wir sind inzwischen in Woche 3 mit kranken Kids: in Woche 1 blieb der Lieblingsbub zu Hause mit Husten und Schnupfen, und da er, wie alle meine Kinder, ein Bronchitiskind mit Lungenentzündungsneigung ist, hockte ich mindestens dreimal am Tag mit gezücktem Inhalator vor ihm und sorgte dafür, dass die kleinen Alveolen nicht zukleistern mit Schleim. Lecker. In Woche 2 klatschte das Goldkind den großen Bruder ab, mit selber Symptomatik. Einen Tag hatte ich sie sogar beide zu Hause. Also zweimal Alveolen-Rettung per vernebeltem Nacl via Ultraschall-Inhalator.
Dann, am Wochenende, sah es aus, als hätte sich alles beruhigt (außer meinen eigenen Nebenhöhlen, die von der Virenattacke nicht verschont geblieben waren) und frohen Mutes ignorierte ich am Sonntag, dass mein rechts Ohr immer tauber wurde und schickte gestern morgen alle drei Kinder in die Schule/Kita. Obwohl das Herzensmädchen blechern hustete und schwor, es würde gleich vor Schwäche zusammenbrechen. Obwohl der Bub, wie er sich ausdrückte, einen „feuchten Pups“ in seine Schlafanzughose appliziert hatte und immer noch ein bisschen blass um die Nase wirkte. Obwohl das Goldkind wieder begonnen hatte, krampfig und hysterisch zu husten.

Um 8:03 schloss sich die Tür hinter den Kindern, ich räumte blitzschnell auf, machte mir eine Tasse Lieblingstee und setzte mich erst zum Frühstücken (mit Zeitung! Luxus!) und dann voller Tatendrang an die Arbeit… Es hielt bis 10:11. Da klingelte das Telefon und die Preschool-Lehrerin vom Lieblingsbub rief an: „He’s had a little accident in the bathroom. We’d like you to come and pick him up.“ Im Klartext: der Knabe hat es bei akutem Durchfalldruck nicht rechtzeitig aufs Klo geschafft. Herrlich.
Aus der Durchfallsache ist nichts weiter geworden, keine Ahnung, was das war. Aber als ich ihn gut zu Hause, aus der Dusche und frisch gewandet auf der Couch platziert hatte, ging die Husterei wieder los. Seit heute nacht hat er auch Fieber und ist ein ganz armes Männlein, das kaum essen oder trinken mag und ganz viel schläft.

Außerdem hat sich mein Ohren-Ding entwickelt und ich habe seit gestern abend zum ersten Mal in meinem Leben echte Ohrenschmerzen. Es knackt, knistert und kracht in meinem rechten Ohr, das sich ohnehin so gut wie taub anfühlt. Also beschäftige ich mich den ganzen Tag über abwechselnd mit dem Inhalator vom Lieblingsbub, einer Rotlichtlampe für mein Ohr, dampfenden Schüsseln voller Inhalat für mich und dampfenden Tassen voller Hustentee mit Honig für den Lieblingsbub, Nasentropfen, Globuli und Nurofensaft/Ibuprofen, zwischendurch noch schnell Plätzchenteig gemacht und die Kinderärztin angerufen, die Abholung der Mädchen umorganisiert, weil meine arme Babysitterin ebenfalls krank geworden ist, Wunsch-Essen für das kranke Männlein gekocht und immer wieder versucht, zu schreiben, Sachen abzuarbeiten, zu irgend was zu kommen – letzteres ein aussichtsloses Unterfangen.

Jetzt habe ich zum Äußersten gegriffen und den inzwischen wieder vollzähligen Kindern eine DVD gestattet. Pocahontas. Und da ich es wohl kaum schaffen werde, selbst zum Arzt zu gehen, hoffe ich, dass die Kinderärztin, wenn sie nachher kommt, um den Bub zu untersuchen, einen Blick in mein Ohr werfen kann. Und wenn da was im Busch ist, will ich mir sofort eine dicke, fette Antibiose reinziehen. Sowieso wäre ich im augenblicklichen Zustand und ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten allerhand Drogen nicht abgeneigt.

Klinge ich ungehalten? Genervt? Gereizt? Ich bin es. Zum Glück habe ich liebe Nachbarinnen, die mich mit den Zutaten für des Sohnes Wunschessen versorgt und liebe Kita-Mit-Mütter, die mir meine Mädchen eingesammelt und durch Eis und Schnee nach Hause gebracht haben. Dafür bin ich auch sehr, sehr dankbar. Trotzdem hab ich jetzt schon, Mitte Dezember die Schnauze voll von der Kranke-Kinder-Saison.

Und es fängt gerade erst an. Uff.

2 Kommentare

  1. Für den ganzen Mist, den du da um die Ohren hast (Achtung, Wortspiel!), klingst du ruhig wie ein Buddha! Gute Besserung wünsche ich allen, vor allem aber dir. Wenn die Mama schwächelt, ist Holland in Not. Herzlichen Gruss voller guter Wünsche, Christine

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