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winterferienglück im paralleluniversum ::: robinson club amadé

Kinderschutzsoftware, Mediennutzung, Medienerziehung mit Kindern, Fernsehen, Bildschirmzeit, Watchever, iPad

Liebe Leute, es ist nicht zu ändern: wir sind in den Skiferien und es ist herrlich.

Da nämlich Berlin zu den Bundesländern mit einer Luxuswoche Winterferien im Februar gehört, sind wir zum zweiten Mal mit Kindern und Gepäck vollgestopft bis unters Dach nach Österreich zum Skifahren gefahren. Heute scheint erstmalig die Sonne und macht unser Ferienerlebnis perfekt, denn, seid gewarnt, dies ist ein vor Ferienglück triefender Blogbeitrag!

Wir sind im Robinson Club Amadé, einem wunderbaren Ort für Skiferien mit Kindern. Und ich sage das aus vollem Herzen, auch wenn oder vielleicht gerade weil ich eine Spätbekehrte in Sachen Cluburlaub bin. Für mich gibt’s eigentlich bezüglich unserer Familienferien keine grausigere Vorstellung, als die eines Clubaufenthaltes, in dem wir daueranimiert werden und permanent zwischen Aquafitness, Clubtanz und Cocktails mit wildfremden Miturlaubern hin und her taumeln. Ich bin definitiv der Typ Ferienhaus oder Ferienwohnung, bloß nicht zu dicht auf anderen Leuten hocken, selber kochen, schlafen und essen wann es mir (ähhm, naja: und den Kindern!) gefällt und mir vor allem selber aussuchen, mit wem ich wie eng meine Ferientage verbringen möchte. Cluburlaub? Nüscht für mich!

Aber im letzten Jahr haben gute Freunde uns überredet, mit ihnen hierher zu fahren und die Winterferien hier zu verbringen. Sie führen schon seit Jahren (tatsächlich sind es, glaube ich, inzwischen 7) nach Kleinarl in den Club Amadé und es sei wundervoll, entspannt und erholsam für alle. Nun gut. Ich als Nicht(mehr)-Skifahrerin ließ mich überzeugen, zumal der Mann seit Jahren auf seine Skiferien verzichtet hatte und die Kinder Lust bekamen. Und so landeten wir im Februar 2012 erstmalig hier. Und was soll ich sagen? Wir sind nach einer Woche mit einer Träne im Knopfloch abgereist und haben gleich „unsere“ Zimmer fürs nächste Jahr reserviert.

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Jetzt sind wir also seit Samstag hier, die Kinder stecken in ihren Skikursen mit den Freunden vom letzten Jahr und jeder Menge neuer Freunde, der Mann ist glücklich mit seinen Leuten aufm Berg, und ich habe das Goldkind erfolgreich in den örtlichen Skikindergarten eingewöhnt, so dass ich heute erstmalig wieder in meinen „Schreibzustand-mit-Blick-in-den-Schnee“ eintauchen konnte.

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Der Lieblingsbub, ein Draufgänger vor dem Herrn, der letztes Jahr von seiner Skilehrerin den Pistennamen „Freestyler aka Racer X“ erhielt (unter anderem auch wegen unbotmäßigen Rückwärtsfahrens), stürzte nicht nur gestern abend nach dem ersten vollen Ferientag in die Untiefen seiner Erschöpfung und wusste vor Müdigkeit und Hunger kaum noch seinen eigenen Namen, er schwor auch heute früh, er habe „eine Verletzung an beiden Beinen, hier hinten Mama, an BEIDEN Oberschenkeln, das tut schweineweh“ und könne nicht skifahren. Mit der Erklärung, das sei Muskelkater und einer kleinen Gabe Arnika ging er dann natürlich doch wieder auf die Bretter. Und danach noch zum Schwimmen und zum Fußballspielen mit den großen Jungs und und und… Die Vergnügungen kennen kein Ende.

Das Herzensmädchen fiel gestern abend nach Skikurs, Proben für die Kindershow am Mittwoch, einer Runde Schwimmen mit den neuen Freundinnen und einem Streifzug durch die Kletterhalle nach dem Abendessen mit den Worten ins Bett: „Es war ein wunderschöner Tag, Mama, aber ich komm gar nicht zum Lesen und ich muss noch das neue Kapitel fertig…“ Und schon schlief sie. Für sie ist eigentlich alles Drumherum wichtig, das Skifahren ist Nebensache. Aber die ganzen anderen Kinder hier (wieder) zu treffen, sich im geschützten Rahmen des Clubs frei zu bewegen, alleine mit den Freundinnen schwimmen zu gehen und nicht immer mit Mama, Papa und den 2 Kleinen zusammen zu kleben, das genießt sie sehr und kommt dann umso lieber zum Kuscheln und Erzählen wieder zu uns. Außerdem hat sie eine Rolle in der Kindershow morgen abend ergattert und ist in ihrem Element: sie lernt Text, rennt wichtig durch die Gegend und hat dauernd zwischen dem Skifahren Proben auf der großen Bühne. Herrlichkeiten.

Mein Goldkind wiederum ist ein Fall für sich. Mit 3 Jahren noch zu klein für die clubinternen Skikurse und darob bitter enttäuscht, haben wir sie auf eigenen Wunsch im örtlichen Skikindergarten angemeldet, wo sie seit Sonntag zum ersten Mal in ihrem Leben auf minikleinen niedlichen Atomics durch den Schnee rutscht. Und ich habe noch nie gesehen, dass irgend etwas anderes, das sie vollkommen neu ausprobiert, ihr spontan den Ausdruck puren Glücks in die Augen gezaubert hat. (Naja, außer beim Tanzen, da war es ähnlich.) Es ist wunderbar, zu sehen, wie sie in dieser neuen Erfahrung aufgeht, völlig angstfrei los fährt und dabei strahlt. Ihr letzter Satz vor dem Einschlafen nach dem ersten Tag war: „Darf ich da morgen wieder hingehen, Mama? Jeden Tag?“

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Meine Kinder sind also im Paradies: viele interessante andere Kinder, mit denen man alles gemeinsam tun kann, schwimmen, theater- oder fußballspielen, beim Essen zusammen sitzen, durch die Flure räubern und im Robyclub ins Bällebad hüpfen – oder im Fall vom Herzensmädchen: cool an der Bar abhängen, blaue Getränke mit Schirmchen drin trinken und dabei die Jungs alle saudooooof finden.

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Und all das verschafft den urlaubenden Eltern natürlich jede Menge Bewegungsfreiheit. Und wenn die Kinder, müde entertaint, endlich schlafen, genießen wir die wunderbaren hausinternen Babyfone, mit denen in der Hand wir getrost zu leckeren Kaltgetränken an die Bar verschwinden… Es ist ziemlich großartig. Den Teil würde ich sofort fürs Alltagsleben adaptieren wollen.

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Wie versprochen: ein vor Ferienglück triefender Blogeintrag. Und die Kinder schlafen jetzt. Ich leg also noch meinen Sicherheitszettel auf mein Kopfkissen, bewaffne mich mit Babyfon und Mann und gehe an die Bar. Prost.

 

sicherheitszettel fürs herzensmädchen

 

3 Kommentare

  1. Boah, das will ich auch. Ich habe Tränen in den Augen (vom Mitfreuen!). Als Kind bin ich viel skigefahren, ich komme ja aus einem Dorf im Schwarzwald, das einen eigenen „Hausberg“ hatte, auf dem wir für fast kein Geld als Eingeborene den Lift benutzen durften.
    Mein letzter Skiurlaub ist 10 Jahre her, und wenn ich mal wieder Geld habe, dann mache ich sowas auch mit den Kindern. Wobei – für so einen Club müsste es wohl schon eine sattte Erbschaft sein. 😉

    Lieben Gruss, Christine

  2. Pingback: winterferien, schneeglück und krankenlager ::: wochenende in bildern

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