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„lecker-schmecker-seratti“ ::: pilz-risotto fürs fieberkind

Eigentlich sollte es ja heute die berühmten Reistässchen geben, das Lieblings-Reisgericht meiner Kinder, denn heute ist wieder Kinder-Wunschessen angesagt.

Das Erste, was mir dazwischen kam, war meine eigene Blödheit oder Blindheit, wie man will, ich hatte nämlich beim Einkaufen statt Basmati oder gewöhnlichem Langkorn, den ich üblicherweise dafür nehme, nach dem Risotto gegriffen und stand nun mit allen wichtigen Zutaten da, Huhn, Lauch, Champignons – aber mit dem falschen Reis. Ich musste also ohnehin umdisponieren.

Als mein fiebriges Goldkind von seinem Krankenlager außerdem noch rief, es sei sehr für Reis, aber auf keinen Fall für Fleisch, es täten nämlich im Kopf auch die Zähne weh, da war es beschlossene Sache: das Reistässchen ist aufgeschoben, Risotto war dran.

Reis, Champignons, Parmesan

Reis, Champignons, Parmesan: bereit!

Ich scheuchte also das Huhn zurück in die Kühlung, stapelte den Porree zurück ins Gemüsefach und wandte mich einem weiteren Lieblingsgericht aller Berlinmittemomkids zu: dem „lecker-schmecker-Seratti“, wie das Goldkind sagte, bevor es sich jemals das Wort „Risotto“ gemerkt hatte.

Risotto mache ich gerne mit jedem Gemüse, das sich anbietet: für meine Babys pflegte ich es früher abzuspecken um Wein, Butter und Parmesan und statt der Champignons eher Möhrchen und Zucchini zu nehmen, für mein spargelliebendes Herzensmädchen mache ich in der entsprechenden Jahreszeit gerne leicht karamellisierten grünen Spargel dazu in der Pfanne, für Gäste nehme ich auch mal Scampi und Safran herbei. Kurz, Risotto ist in jeder Variante hier allzeit beliebt.

Heute sollte es das Standard-Risotto sein, schlotzig (eins meiner liebsten Tim-Mälzer-Worte für Risotto) und cremig, mit Champignons und einem Hauch Knoblauch, mit Brühe, Wein und frisch geriebenem Parmesan. Das Goldkind hörte sich auf dem Sofa den zigsten Durchgang der neuen Heidi-CD an und kuschelte mit ihrer Meerjungfrau und ich legte los.

Die Zutaten sind simpel und man hat sie fast immer im Haus. Das macht das Berlinmittemom-„Seratti“ vor allem bei mir so beliebt.

Man braucht (für drei Kleine und zwei Große und ein bisschen was zum Übrigbleiben):

500g Risotto-Reis, z.B. von Oryza
1 kleine Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe (ich nehme immer nur ein Häuchlein)
250-300g frische Champignons (ich habe es auch schon mit getrockneten Pilzen gemacht, ist ebenfalls sehr lecker)
200g geriebenen Parmesan oder Grana Padano (ich reibe gerne frisch, fertig geriebener geht aber auch prima)
3/4 l heiße Gemüsebrühe
1/4l trockener Weißwein
50g Butter
Olivenöl, Meersalz, Pfeffer

Fertig zum Loslegen: alle Zutaten in Reih und Glied.

Fertig zum Loslegen: alle Zutaten in Reih und Glied.

Und so geht’s:

1. Die Zwiebel in feine Würfel schneiden, den Knoblauch schälen. Die Pilze mit einem feuchten Tuch abreiben, putzen und in Scheiben schneiden. Bei größeren Exemplaren halbiere ich die Pilze vorher. Wer möchte: Parmesan bzw. Grana Padano reiben.

2. Wasser im Wasserkocher zum Kochen bringen, in einem Maßbecher/Topf/Krug mit der entsprechenden Menge gekörnter Gemüsebrühe vermischen, bereitstellen.

3. Olivenöl in einem Topf erhitzen, die Zwiebelwürfel darin unter Rühren glasig dünsten, nicht bräunen. Wer möchte, kann dem Öl einen Stich von der Butter zugeben, dann nehmen Reis und Gemüse das Aroma intensiver an.

4. Sobald die Zwiebeln glasig sind, Reis dazugeben und unter Rühren 2-3 Minuten braten. Dann die Champignons zum Reis geben und ebenfalls 1-2 Minuten mit braten. Den Knoblauch durchpressen und unterrühren, das Ganze mit der Hälfte der heißen Brühe angießen und immer weiter rühren. Die Flamme jetzt unbedingt runter drehen, sonst kocht es zu schnell hoch und backt an.

Der Risottoreis kommt zu den angedünsteten Zwiebeln - und die Champignons gleich hinterher. Und jetzt: rühren!

Der Risottoreis kommt zu den angedünsteten Zwiebeln – und die Champignons gleich hinterher. Und jetzt: rühren!

Jetzt ist alles eine Frage des Timings und letztlich des eigenen Geschmacks. Ich persönlich mag es lieber, wenn das Risotto nicht zu flüssig ist, viele andere haben es gerne genau anders herum. Beim Risotto gilt: je länger man es gart, umso fester wird es. Dementsprechend ergibt sich eine Gar- und Rührzeit von ca. 18-22 Minuten, je nach Konsistenzvorliebe.

5. Sobald der Reis die Flüssigkeit aufgenommen hat, die andere Hälfte der Brühe angießen und fleißig weiter rühren. Nach ca. 15 Minuten den Wein angießen und das Ganze weiter rühren.

6. Ganz kurz vor Schluss den Parmesan und die Butter ins Risotto einrühren, bis sich eine cremige Konsistenz ergibt. Das Ganze dann mit Pfeffer und gegebenenfalls mit Salz abschmecken.

Ich lasse das fertige Risotto immer noch einige Minuten bei fast ausgeschalteter Flamme stehen und sozusagen ziehen – ich weiß, das macht man in Italien anders. Aber das Lecker-Schmecker-Seratti geht so. 😉

Die Kinder streuen sich über ihr Risotto am liebsten noch eine Extra-Portion Parmesan, ich mag dazu außerdem sehr gerne noch ein bisschen was Knackiges. Heute fand ich im Kühlschrank ein bisschen Rucola und Radicchio…. mmmhh, eine perfekte Kombi mit dem sahnigen Risotto.

Fertig! Ich mag gerne was Knackiges auf dem cremigen Risotto. Heute fand ich im Kühlschrank ein bisschen Radicchio und Rucola. Ein bisschen Parmesan darüber gerieben: bon appétit!

Fertig! Ich mag gerne was Knackiges auf dem cremigen Risotto. Heute gab’s Radicchio und Rucola. Ein bisschen Parmesan darüber gerieben: bon appétit!

Das war’s für heute mit dem Kinder-Wunschessen aus Berlinmittemom’s Küche. Und wenn das nächste Mal ein Reisgericht dran ist, reiche ich das Reistässchen nach, versprochen!

Und was gibt’s bei euch heute so?

3 Kommentare

  1. Pingback: » zeit für pasta ::: vollkornfarfalle mit sellerie-möhren-bolo berlinmittemom

  2. twinmom sagt

    seit ich das rezept gelesen habe, habe ich bereits 3 x risotto gegessen – so dermaßen hat es mich angelacht :)…danke dafür!

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