Monate: Januar 2014

Zahnfee, Über Kinderglaube und Elternpein

mama, kommt dann jetzt die zahnfee? ::: über kinderglaube und elternpein

Kennt wer die Zahnfee? Ich kenne sie erst seit gestern, denn der Bub verliert Zahn um Zahn. Dabei offenbarte er mir gestern seinen festen Glauben an die Zahnfee, eine Figur, die bisher in unserem Leben überhaupt noch nie in Erscheinung trat. Damit brachte er mich außerdem blitzschnell in Not, denn die Zahnfee bringt ja bekanntlich was. Aber von vorne. Eigentlich bin ich, was den Zahnwechsel bei Kindern angeht, voll der Profi. Ich habe schließlich schon ein Herzensmädchen durch die Phase des Milchgebissverlustes begleitet und dabei diverse Stadien mit durchlitten, die ich hier mal auflisten möchte. Ich bin sicher, alle Eltern, die den Zahnwechsel ihrer Kinder mitgemacht haben, erkennen sie wieder. Oder? 1. Die Zähne wackeln, oh mein Gott! Es ist ja nicht so, als würden die Zähne einfach ausfallen, nein. Es geht die mitunter laaaange Wackelphase voran, in der die Eltern ständig den aktuellen Stand des Wackelns überprüfen müssen. Es wird getestet, wie weit die Zähne sich bewegen lassen und überhaupt ist das Ganze ein permanentes Thema, so wie eine Hintergrundmusik mit immer derselben Melodie. …

Umgang mit Geburt und Tod, make room for happiness

embrace the change ::: geburt und tod gehören zusammen – und mitten ins leben

Diese Woche habe ich mal wieder fremd-gebloggt. Bei Stadt Land Mama erschien mein Artikel in der Blogger*innen-Serie „Wir lieben Elternsein!“, in der es um die positiven Aspekte von Elternschaft gehen sollte. Ich habe mich mit Glücksentwürfen und Muttergefühlen beschäftigt. Und während ich das tat, kamen mir noch ganz andere Gedanken rund um das Thema (Mutter)gefühle, die ich heute teilen möchte. Ich kann nie wieder werden, wie vorher! Als meine große Tochter, mein Herzensmädchen zur Welt kam, war ich nicht auf die Gefühle gefasst, die mich überrollten. Ich hatte ein Menschenkind geboren,  eine vollkommene kleine Person, ausgestattet mit allem, was sie zum Leben brauchte. Ich war überwältigt! Aber die Gefühle waren nicht nur Glücksgefühle. Ich erinnere mich so gut an dieses leise, fremde Empfinden, das Bewusstsein, dass sich etwas in mir unwiderruflich verändert hatte und die Angst, nicht mehr zurück zu finden, zu dem Menschen, der ich vorher gewesen war. Da war plötzlich diese Unsicherheit in mir, die bange Frage: „Wann fühle ich mich wieder wie vorher? Wann bin ich wieder ich selbst?“ Die Antwort war schnell klar: …

textrecycling im test ::: literarische miniaturen I

Eigentlich schreibe ich ja. Also nicht nur im Sinne von Bloggen sondern überhaupt. Und ich fragte mich gerade beim Durchsehen älterer Texte, warum ich nicht längst mal etwas davon hier eingestellt habe: Kurzes, Ausschnitthaftes, Miniaturen. Einiges davon finde ich nach wie vor gut, einiges mag ich, auch wenn es nicht so sauber gemacht ist, und einiges ist, nun ja, eher dünn. Aber sei’s drum. Ich starte heute eine Versuchsreihe auf dem Blog: Textrecycling in Miniaturen. Ich werde also in unregelmäßigen Abständen ein paar meiner kürzeren Texte hier posten und bin gespannt, wie ihr das findet. Ich starte mit einem älteren Text, der mir wieder in die Hände fiel, ich nenne ihn … Heimkehr Die kalte Hand meiner Schwester liegt in meiner, sie geht genau einen kleinen Schritt hinter mir, und ich sehe, wie sie die Augen schließt. Seitdem wir aus dem Auto gestiegen sind, haben wir nicht mehr gesprochen. Mit jedem Atemzug steigen neue Bilder in mir auf, meine Schwester seufzt. Auf einem Tonband die Stimmen der Familie, meine eigene, ein Lied. Das Kratzen von …

Babysprache, Babytalk, mit Kindern richtig sprechen

wauwau, gackgack & schlüppi ::: über babysprache und echte sprache

Gestern war Weltknuddeltag. Und Tag der Joggingbuxe. Und Eichhörnchengedenktag oder so. Heiliger Bimbam. Eichhörnchen liebe ich, Joggingbuxen sind mir Stulle, aber beim Knuddeln, da hört’s auf! Nicht, dass ich nicht gerne mir liebe Menschen umarme oder mit meinen Kindern kuschele oder jemanden fest drücke, um auszudrücken, dass ich ihn mag, ihn trösten möchte, was auch immer. Aber das Wort knuddeln ist in meinen Ohren …. Murks! Ich weiß, das ist höchst subjektiv und ich möchte niemandem auf den Schlips treten, der diese Vokabel gerne benutzt – dennoch. Knuddeln gehört für mich in die Zusammenhang von süßlicher Sprache, wie sie vor allem oft mit Kindern gesprochen wird, und das ist etwas, das ich verabscheue. Ich, persönlich. Bei uns heißt das wirklich umarmen, kuscheln oder, Lieblingswort vom Goldkind: liebhalten. Knuddeln erinnert mich an Babysprache und Babysprache gibt’s hier nicht. Mit meinen Kindern versuche ich nämlich von jeher richtig zu sprechen, wie mit vernünftigen Menschen, nicht wie mit kleinen Deppchen, die richtige Sprache nicht verstehen können. Einst besuchte ich die Kölner Ikea-Filiale mit meinem damals vielleicht sechs Monate alten …

Gut Klostermühle, Madlitzer See, Wochenende, Hotel und Spa, Wellness

auszeit für mama ::: entschleunigung in der waldeinsamkeit

Woran merkt ihr, wenn ihr so richtig entspannt seid? Bei mir ist die Antwort ganz klar: wenn ich einfach so einschlafen kann, ohne mich herum zu wälzen oder noch fünf mal aufzustehen. Im Alltag ist das oft nicht der Fall, es sei denn ich schlafe am hellichten Tag vor Erschöpfung ein, obwohl ich eigentlich gerade mit den Kindern spielen wollte, aber das zählt nicht zu Entspannung, sondern fällt viel eher in die Sparte Ohnmacht. An diesem Wochenende konnte ich prima schlafen, denn ich bin mit einer lieben Freundin von ganz früher „abgehauen“, raus aus der Stadt, rein in den Wald und in die Blitz-Auszeit für Mama. Es war herrlich! Wir waren mitten in der Natur, die Nacht war eine stockfinstere Nacht, wie ich sie in Berlin oder überhaupt in irgend einer Stadt nicht kenne, wir hatten keine Kinder dabei und wir waren meistenteils ohne Netz. Der letzte Punkt hat mir mitunter Schwierigkeiten gemacht, das gebe ich zu, aber unterm Strich war dieses einfach mal WEG-SEIN ein großartiges Gefühl. Eichendorff, der alte Waldromantiker, fiel mir dazu …

Unter Müttern, Momtalk Workshop, Mütter Workshop, gemeinsam für starke Mädchen

meine familie ist meine geheimwaffe! ::: pubertätsgespräche unter müttern

Mütter und ihre Kinder sind mein Thema, das weiß jede, die hier liest. Und ich bin überzeugt davon, dass eine starke Beziehung zu unseren Kindern diese ebenfalls stark macht, Söhne wie Töchter. Das heißt nicht, dass in dieser Beziehung alles immer eitel Sonnenschein sein müsste, im Gegenteil: auch durch ein Sturmtief gemeinsam hindurch zu gehen und sich dabei nicht zu verlieren, macht eine Bindung stärker. Mütter, die sich mit ihren Kindern auseinandersetzen sind starke Mütter. Es geht darum, Position zu beziehen, zu zeigen wer man ist und die Kinder, die Töchter, die Menschen sein zu lassen, die sie sind. Oder die, die sie werden möchten. Unter Müttern und Mütterbloggerinnen reden wir viel darüber, wie wir unsere Kinder in die Welt schicken, was uns wichtig ist im Umgang mit ihnen und was wir versuchen, ihnen mitzugeben. Kinder großzuziehen und die Fragen danach, was dabei alles schief gehen kann ist unser gemeinsames Thema, und auch die Ängste und Sorgen haben wir gemein, wenn wir darüber nachdenken, wie wir mit neuen Herausforderungen umgehen sollen, vor die die Entwicklung …

Kleine Philosophen, Kinder reden über Gott und die Welt

wir wachsen aus der erde und sind luft ::: kleines philosophenwissen

Die Kinder heutzutage wissen so viel! Eigentlich wissen sie alles. Ich bin immer wieder überrascht und berührt, was sie sich so alles in ihren kleinen Köpfen zurecht zimmern. Davon wie die Welt so funktioniert, wie alles zusammen hängt und warum die Dinge so sind, wie sie sind. Kleine Philosophen sind sie, nichts weniger als das. Am Wochenende gab es im Hause Berlinmittemom schon beim Frühstück kleine Philosophen: der Lieblingsbub und das Goldkind erörterten die Seinsfragen zwischen weich gekochtem Ei und Obstsalat. Bub: „Rosanna, weißt du eigentlich noch, wo wir waren, du und ich, bevor wir in Mamas Bauch waren?“ Goldkind: „Klar, wir waren Eierchen. Irgendwo da drin. “ (zeigt auf meinen Bauch) Bub: „Neiiiin, ich meine noch vorher. Bevor wir eins von den Eierchen geworden sind. Weißt du das? Kannst du dich daran erinnern? Ich weiß es noch.“ Goldkind: „Nee, weiß ich nich. Sag mal.“ Bub (wichtig): „Du weißt doch, wie Pflanzen wachsen, oder? Gott hat sich die Welt doch ausgedacht und da hat er es so gemacht: er hat die Samen in die Erde …

Trennungsangst bei Kindern

geh nicht weg, mama! ::: 5 tipps zum umgang mit trennungsangst bei kindern

Verbrieftermaßen bin ich eine erprobte Mutter, habe mein Mütchen bereits an zwei Kindern im Kindergartenalter gekühlt und sie glücklich eingeschult, habe zig Kinderkrankheiten, Erziehungsexperimente und Verzweiflungstaten hinter mich gebracht und sehe mich dennoch gerade zum dritten Mal beim Goldkind mit der klassischen Trennungsangst bei Kindern konfrontiert. Ach ja. All meine Dreifach-Mama-Erfahrung hat mich nicht davor bewahrt, es musste auch bei ihr so kommen, und wie bei der großen Schwester scheint es das klassische Kita-Alter zu sein,  in dem es auch das Kleine erwischt hat. Sie möchte sich in der Kita nicht verabschieden, obwohl sie offensichtlich sehr gerne dort ist. Sie möchte nicht mit den Geschwistern und den Großeltern alleine Pizza essen gehen, obwohl sie sie alle liebt und ihnen zutiefst vertraut. Sie möchte nicht mit der heißgeliebten Patentante (und den Geschwistern) in den Zirkus gehen, obwohl das zu ihren Lieblingsabenteuern gehört und die Patentante außerdem noch eine Lieblingsperson in ihrer kleinen Welt ist. Jedes Mal bedarf es einer Art ritualisiertem Gespräch, in dem sie sich absichert, ein bisschen weint, sich wieder beruhigt und sich an …