herz & seele
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lieblingssätze 2013 ::: jahresrueckblick einer wortsammlerin

if you want to sing out, sing out, Lieblingssätze

Ich bin ja Wortsammlerin und kann mich mit Hingabe in schöne Wörter, Sätze und Texte verlieben und versenken. Als ich im Studium war, hatte ich eine Zeit lang keine Bilder an der Wand in meinem WG-Zimmer, sondern auf große Plakate geschriebene Zitate. Da gab es Songtexte, Gedichte und Zitate, die mir etwas bedeuteten und wahrscheinlich hat das Sammeln meiner Lieblingssätze in dieser Phase seinen ersten Höhepunkt gehabt.

Besonders innig verliebe ich mich in Sätze, die mir von Menschen gesagt werden, die mir etwas bedeuten und die mir in irgend einer Weise wichtig sind. Das können auch Momentaufnahmen sein, kurze Begegnungen, aus denen sich nichts weiter ergibt – aber die Sätze vergesse ich nicht mehr.

2013 war ein Jahr voller Begegnungen. Ich hatte die Chance, einige schöne Lieblingssätze zu sammeln, die ich hier mal zusammen stellen möchte. Eigentlich vor allem, damit ich sie nicht vergessen. Außerdem natürlich, um mich bei den Menschen zu bedanken, die sie gesagt haben. Und selbstverständlich, um sie mit euch zu teilen. Lieblingssätze 2013, here we go!

Lieblings“komplimente“

1. Bei unserem zweiten Real-Life-Treffen sagte die liebe und von mir so geschätzte Mama Mia mir: „Ich finde, du bist ein interessanter Mensch.“ Das hat mich umso mehr gefreut, weil wir uns ja noch gar nicht so gut kennen im analogen Leben, sondern vor allem durchs Bloggen/Schreiben einen Bezug zueinander aufgebaut hatten. Außerdem finde ich es nicht selbstverständlich, dass Menschen einander einfach so solche Dinge sagen. Das hat mich berührt. Danke!

2. Das Second-Hand „Du bist mir sympathisch“, das mir Patricia von dasnuf bei unserem zweiten Real Life-Treffen sagte (wieso sind es immer die zweiten Treffen? Ist das ein Muster?) und das sie an meinen Kindern festmachte: „Es gibt keine gelungenen Kinder von doofen Eltern.“ Eigentlich also ein doppeltes Kompliment: wir finden uns gegenseitig sympathisch, aber deine Kinder sind außerdem auch super. Besser kann ein Mensch mir eigentlich gar nicht das Kinn kraulen!

3. Die erste Begegnung mit Anja von Das Tuten der Schiffe bei der Blogst-Konferenz in Essen hat mich umgehauen: da kommt diese wunderbare Frau auf mich zu, erkennt mich und sagt mir, wie sehr meine Blogparade „Gemeinsam für starke Mädchen“ sie berührt hat. Ihre genauen Worte waren: „Ich habe 15 Jahre feministische Mädchenarbeit gemacht und ich habe geweint, als ich deinen Post gelesen habe!“ Danke, liebe Anja, für deine offene, umwerfende Art. Das war ein ganz besonderer Moment für mich und eine Lieblingssätze-Begegnung.

Lieblingssätze – Glaubenssätze

1. Den liebsten Glaubenssatz hat mir mein Mann geschenkt. Es geht um mein (Kinder-)Buchprojekt und meine Zweifel daran, die mich immer wieder anfallen, wenn ich grade nicht so im Flow bin. Und ich bin ganz oft nicht im Flow, das ist mal sicher. Und gerade in so einem Moment sagte er zu mir: „Ich sehe dein Talent dein fertiges Buch in den Händen halten.“ Für mich unbegreiflich, dass er davon tatsächlich überzeugt ist, auch und gerade dann, wenn ich es nicht sein kann. Ein wunderbares Geschenk und ein Lieblingssatz, nicht nur für 2013, der mich nicht nur über ein Schreibtief im neuen Jahr hinweg retten wird. Danke, mein Herz.

2.Wenn ich mich als kleiner Löffel in deinem Arm einrolle und du liegst um mich drum rum im Bett, Mama, dann ist alles auf der Welt gut!“ Mein Goldkind schenkte mir den Satz gerade in den letzten Tagen des alten Jahres und hat mich daran erinnert, dass es manchmal ganz einfach ist, glücklich zu sein. Ich erinnere mich an das Kleiner-Löffel-Gefühl aus meiner Kindheit so genau, ich kann fast die Arme meiner Eltern um mich spüren, wenn ich daran denke. Diese Sicherheit, dass die Mama-Umarmung die ganze kleine, große Welt in Ordnung bringt, ist wunderbar. Ich wünsche meinen Kindern, dass sie diesen meiner Lieblingssätze noch ganz lange als Anker in sich tragen dürfen.

3. Egal, wohin du gehst, mit wem, wie und wo du lebst – wenn ich zu dir komme, sieht es immer aus wie bei dir zu Hause.“ Eine Freundin, die ich lange nicht gesehen hatte, hat mich nach Jahren hier besucht und das war ihr Kommentar, als sie ein paar Minuten in meinem Haus war. Irgendwie schön zu wissen, dass ich in ihren Augen etwas dabei habe, das sich auf die Räume überträgt, in denen ich lebe. Und ich hoffe, das bleibt hier auch so: zu Hause.

Lieblingsherausforderungen

1. Im Sommer auf dem Darß sind meine Kinder jeden Tag geritten. Sehnsüchtig habe ich zugeschaut und mich an meine Kindheit erinnert, als ich genauso war: voller Selbstvertrauen, rauf aufs Pferd jeden Tag, dieses herrliche Gefühl genießen, von dieser wunderbaren Kreatur getragen zu werden… Aber ich habe das seit Jahren nicht getan. Die Herausforderung formulierten meine Kinder ganz selbstverständlich: „Wir reiten morgen aus, Mama. Kommst du mit uns in den Wald?“ Die Selbstverständlichkeit, mit der sie diesen Wunsch formulierten und das Vertrauen, das sie in mich setzten, dass ich das ja wohl könnte, haben mich tatsächlich überzeugt und ich habe es getan: nach über 20 Jahren bin ich geritten. Mit Mann und Kindern. Durch den Prerower Wald. Herrlich. Danke, Kinder, für einen der einfachsten Lieblingssätze im letzten Jahr.

2. Nach über 10 Jahren des Nicht-aktiv-Musizierens erreichte mich ein Satz per Mail, der mich herausforderte und mich dazu brachte, mich für ein Konzertprojekt zu verpflichten: „Musik spricht in uns eine Seite an, die kein Messgerät festmachen kann, eine Dimension des Seins, die mit einem Sender und einem Empfänger ausgerüstet ist und die uns erfüllen, traurig, lustig, gelöst oder auch gehemmt machen kann. Und das Tolle daran ist: das geschieht unwillkürlich und natürlich kann man das als schutzloses Ausgeliefertsein empfinden – aber positiv betrachtet ist das ein Geschenk! Nimmst du es an?“ Wer mir da schrieb und einen der Lieblingssätze 2013 für mich formulierte, war Michael Reif, ein Musiker, Chorleiter, Dirigent, Freund, unter dessen Leitung ich in einem anderen Leben jahrelang gesungen hatte und der mich zu seinem Chorprojekt einlud. Tatsächlich war das die ausgestreckte Hand, die ich brauchte, um nach dieser langen Pause wieder anzufangen – und wunderbares Musizieren in einem großartigen Chor erleben zu dürfen. Danke, Euka, ich komme 2014 wieder, wenn ich darf.

3. Es hört sich vielleicht komisch an, aber meine dritte Lieblingsherausforderung 2013 war der Schritt, mich selbst und das, was ich tue, zutiefst ernst zu nehmen, im Sinne von: das ist „was Richtiges“, ich erkläre mich nicht mehr, ich rechtfertige nichts – das bin ich. Insofern gehört mein eigener Satz: „Ich schreibe on- und offline, ich bin Schreibende und Bloggerin.“ zu meinen Lieblingssätzen 2013. Took me quite a while to get there.

Ich fürchte, das war noch nicht mein letzter Jahresrückblick. Irgendwie fallen mir Rückblicke (auch im Zusammenhang mit Dankbarkeit) gerade leichter als Ausblicke. Dabei gibt es jede Menge für 2014, auf das ich mich freue, auch und vor allem hier auf Berlinmittemom und in der Blogosphäre. Als erster schöner „Termin“ im neuen Jahr wartet am 10. Januar hier in Berlin der Mütter-Workshop auf mich, den ich mit ein paar der Bloggerinnen aus der Blogparade zu Mehr Mut zum Ich und mit einigen unserer Leserinnen machen darf. Unter anderem treffe ich also in einer Woche schon Mama Notes und Nathalie von Kitchencloud und werde Indre von M i Ma und Béa von der Tollabox wiedersehen. Große Freude!

Für heute aber bleibt es bei den Lieblingssätzen. Habt ihr welche aus dem frisch vergangenen Jahr? Oder mögt ihr welche von meinen? Ich wünsche euch allen ein wunderbares 2014 mit vielen Lieblingssätzen zum Sammeln, Aufheben und Teilen!

signatur

 

4 Kommentare

  1. Besonders gut gefällt mir der Mutmachsatz zu deinem Buchprojekt – solche Sätze sind sehr wichtig, das weiß ich aus Erfahrung.

    Mein Lieblingssatz 2013 war eine abgewandelte Zeile aus „Schlaf, Kindlein, schlaf“, das mein Liebster dem Kleinen abends immer vorsingt: „Die Mama war im Krankenhaus, jetzt ist sie Gott sei Dank wieder zu Haus“. 🙂

  2. Ach, Du Liebe, jetzt freu ich mich aber 🙂 Und-was soll ich sagen: Du BIST ein interessanter Mensch und hätte ich einen Jahresrückblick verfasst, dann dürftest Du darin auch nicht fehlen! Es scheint, als hättest Du zu jedem Thema, das mich beschäftigt, eine Antwort- eine gute Antwort und immer mit ganz viel Herz! Mit Dir könnte ich ewig quatschen! Darauf freue ich mich auch in 2014!
    Allerliebste Grüße. Mia

  3. Gabi sagt

    Bei mir ist es auch so: Worte, die mich direkt meinen, wo ich merke, mein Gegenüber hat sich wirklich Gedanken gemacht, sind mir unendlich wertvoll. Das darf dann auch Kritik sein. Ich hüte solche Sätze auch wie einen kostbaren Schatz.
    Und du hast mir meinen vierten Leitsatz für das Jahr 2014 und darüber hinaus geschenkt: “ Ich erkläre mich nicht mehr, ich rechtfertige nichts- das bin ich!“ Auf diese Formulierung habe ich gewartet, vielen Dank!
    Ich hoffe, ich tue dir auch etwas Gutes wenn ich schreibe und meine: Ich lese sehr gern in deinem blog. Dein Tiefsinn und deine Art zu Denken regen mich immer zum Mitdenken an!“
    Lieben Gruß
    Gabi

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