wir wachsen aus der erde und sind luft ::: kleines philosophenwissen
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wir wachsen aus der erde und sind luft ::: kleines philosophenwissen

Kleine Philosophen, Kinder reden über Gott und die Welt

Die Kinder heutzutage wissen so viel! Eigentlich wissen sie alles. Ich bin immer wieder überrascht und berührt, was sie sich so alles in ihren kleinen Köpfen zurecht zimmern. Davon wie die Welt so funktioniert, wie alles zusammen hängt und warum die Dinge so sind, wie sie sind. Kleine Philosophen sind sie, nichts weniger als das. Am Wochenende gab es im Hause Berlinmittemom schon beim Frühstück kleine Philosophen: der Lieblingsbub und das Goldkind erörterten die Seinsfragen zwischen weich gekochtem Ei und Obstsalat. Kleine Philosophen, Kinder reden über Gott und die Welt

Bub: „Rosanna, weißt du eigentlich noch, wo wir waren, du und ich, bevor wir in Mamas Bauch waren?“

Goldkind: „Klar, wir waren Eierchen. Irgendwo da drin. “ (zeigt auf meinen Bauch)

Bub: „Neiiiin, ich meine noch vorher. Bevor wir eins von den Eierchen geworden sind. Weißt du das? Kannst du dich daran erinnern? Ich weiß es noch.“

Goldkind: „Nee, weiß ich nich. Sag mal.“

Bub (wichtig): „Du weißt doch, wie Pflanzen wachsen, oder? Gott hat sich die Welt doch ausgedacht und da hat er es so gemacht: er hat die Samen in die Erde gelegt und da sind dann Bäume und Blumen und Gras und alles andere draus gewachsen.“

Goldkind: „Ist klar. Das weiß ich.“

Bub: „Und so war das mit uns auch. Gott hat uns in die Erde gelegt als winzige Dingerchen und dann sind wir da rausgewachsen.“

Goldkind reißt die Augen auf: „Du bist ja verrückt! Ich bin doch nicht wie ein Baum aus der Erde gewachsen!“

Bub: „Nein, nicht wie ein Baum: wir kamen rausgewachsen aus der Erde und dann waren wir Luft. Wie ein Geist. Verstehst du? Und dann sind wir so rumgeflogen und konnten alles sehen, die ganze Welt und alle Menschen. Und als Gott uns gerufen hat sind wir gekommen, haben uns Mama und Papa angeguckt, weil, die wollten uns ja unbedingt haben, und dann fanden wir sie gut als Eltern und dann sind wir erst Eierchen geworden.“

Herzensmädchen (als Advocatus Diaboli): „Und wie seid ihr in Mamas Bauch reingekommen? Als Eierchen?“

Bub (überlegen): „Wir waren doch Luft, ne. Hab ich ja grade erklärt. Und als Luft kann man überall rein. Was meinst du, wie viel Luft in so ’nem Körper ist? Jede Menge! Und da sind wir einfach rein und sind Eierchen geworden. Zack.“

Goldkind: „Pfff, Luft geht ja auch wieder raus aus dem Körper, weißte auch als was? Als Pups! Bahahahaaa!“

Ich habe ganz offensichtlich wahnsinniges Glück gehabt, dass ich diese Kinder bekommen habe. Schließlich war ihr Weg zu mir einigermaßen lang, so von Luft zu Eierchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie als Püpse (und nicht als kleine Philosophen) wieder aus mir rausgekommen wären, scheint mir nach dieser Erklärung nicht so gering gewesen zu sein. Zack!

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7 Kommentare

  1. Tanja sagt

    Genial! Was wären wir ohne Kinder…
    Mein Dreijähriger wollte heute auf dem Weg zum Kindergarten den Wasserkreislauf erklärt bekommen. Ich mir also Mühe gegeben, kindgerechte, erklärende Worte zu finden. Und er schließt unseren Ausflug in die Physik mit den Worten: „Mama, ich versteh das echt nicht. Warum macht die Sonne das nur?“

  2. Pingback: Gespräche mit einer Vierjährigen Nr. 9 | Geborgen Wachsen

  3. Oh, wie wunderbar schön! 🙂
    Hast schlaue Kinder. Und wie gut, dass du die unsichtbare Elternbewerbungsprüfung bestanden hast. Man ist ja anscheinend völlig ahnungslos, wenn es soweit ist 🙂
    Liebe Grüße!
    Steffi

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