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auszeit für mama ::: entschleunigung in der waldeinsamkeit

Gut Klostermühle, Madlitzer See, Wochenende, Hotel und Spa, Wellness

Woran merkt ihr, wenn ihr so richtig entspannt seid? Bei mir ist die Antwort ganz klar: wenn ich einfach so einschlafen kann, ohne mich herum zu wälzen oder noch fünf mal aufzustehen. Im Alltag ist das oft nicht der Fall, es sei denn ich schlafe am hellichten Tag vor Erschöpfung ein, obwohl ich eigentlich gerade mit den Kindern spielen wollte, aber das zählt nicht zu Entspannung, sondern fällt viel eher in die Sparte Ohnmacht.

An diesem Wochenende konnte ich prima schlafen, denn ich bin mit einer lieben Freundin von ganz früher „abgehauen“, raus aus der Stadt, rein in den Wald und in die Blitz-Auszeit für Mama. Es war herrlich! Wir waren mitten in der Natur, die Nacht war eine stockfinstere Nacht, wie ich sie in Berlin oder überhaupt in irgend einer Stadt nicht kenne, wir hatten keine Kinder dabei und wir waren meistenteils ohne Netz. Der letzte Punkt hat mir mitunter Schwierigkeiten gemacht, das gebe ich zu, aber unterm Strich war dieses einfach mal WEG-SEIN ein großartiges Gefühl.

Eichendorff, der alte Waldromantiker, fiel mir dazu ein. Der kannte das.

Waldeinsamkeit,
Du grünes Revier,
Wie liegt so weit
Die Welt von hier!
Schlaf nur, wie bald
Kommt der Abend schön,
Durch den stillen Wald
Die Quellen gehn,
Die Mutter Gottes wacht,
Mit ihrem Sternenkleid
Bedeckt sie dich sacht
In der Waldeinsamkeit,
Gute Nacht, gute Nacht! — (Joseph Freiherr v. Eichendorff)

Auszeit für Mama, Waldeinsamkeit, ein Wochenende am See

 

Auszeit für Mama, Gut Klostermühle, Wochenende, Waldeinsamkeit

Das Ziel unseres Projektes Auszeit für Mama war ein Hotel mitten in der Märkischen Seenlandschaft, Gut Klostermühle, direkt gelegen am Madlitzer See. Meine Freundin kam schon donnerstags nach Berlin und nachdem ich Freitag schnell noch eine Monsterportion Bolognese für Papa und die Kids gekocht hatte, setzten wir uns ins Auto und fuhren los. So nah an Berlin und doch wie in einem Paralleluniversum erschienen uns Wald, Hotel und See, als wir ankamen. Es war neblig und kühl, alles still bis auf ein paar schnatternde Enten und insgesamt herrschte eine wunderbare Ruhe. Schon am Freitag Abend setzte die viel beschworene Entschleunigung ein, und als wir am Samstag in kuschelige Bademäntel gehüllt nebeneinander im Spabereich am Kaminfeuer lagen und Tee tranken, waren wir wirklich und wahrhaftig … weg.

Auszeit für Mama, Gut Klostermühle, Madlitzer See, Hotel und Spa

 

Gut Klostermühle, Auszeit für Mama, Wellness, Hotel und Spa

 

Der 5 km-Gang um den See war ein Erlebnis für sich, da lasse ich gern die Bilder sprechen, die wir machen konnten, während wir den See umrundeten. Und lasst euch erzählen: es war ein milder, sonniger, frühlingshafter Waldspaziergang mit leichtem Seenebel und einem kleinen Ausflug ins Moor. Ganz herrlich.

Auszeit für Mama, Gut Klostermühle, Wochenende am See, Hotel und Spa

 

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Auszeit für Mama, Gut Klostermühle, Hotel und Spa, Wochenende am See

Jetzt bin ich zurück in der Stadt, die Blitz-Auszeit für Mama ist vorbei. Es ist neblig und kalt, der eisige Wind lässt den leichten Regen von heut früh zu einer Eisschicht werden. Die Stadt gefriert langsam , es wird doch noch Winter. Ich sitze mit dickem Schal und heißem Tee hier und friere. Nur schwer kann ich mich darauf besinnen, dass das ja tatsächlich zu dieser Jahreszeit ok so ist und ich wahrscheinlich einigen Wochen entgegensehe, die genau so sein werden. Unvorstellbar nach meinem Wochenende am See und im Wald.

Aber es hat gut getan, so weg zu sein. Nicht, dass mir meine Familie nicht zwischendurch gefehlt hätte. Ich habe gerade bei der See-Umrundung oft gedacht, wie die Kinder es genießen würden, hier zu sein und diesen verwunschenen Ort mit mir zu erkunden. Wie sie auf alles klettern würden, hinter jeden Busch schauen, jedes Tier bewundern und ihre Fantasie befeuern würden mit den Geschichten, die ihnen immer einfallen, wenn sie in neues und noch unbekanntes Terrain vordringen. Dennoch: diese Auszeit für Mama musste sein und war lange fällig. Manchmal reichen die Mini-Auszeiten im Alltag nicht aus, um das aufzutanken, was nur mich betrifft.

Was macht ihr, wenn ihr das Gefühl habt, mal aus allem raus zu müssen? Mit der besten Freundin abhauen? Ganz alleine mal was ganz anderes tun? Oder einfach nur die Decke über den Kopf ziehen und einen Tag im Bett bleiben? Klingt für mich an diesem Blitzeis-Montag ehrlich gesagt auch sehr verlockend. Erzählt mir!

signatur

 

5 Kommentare

  1. Romy sagt

    wie schön! klingt nach Seelenverwöhnung :-).
    Der erste Kamin stammt von uns – wir durften in Altmadlitz ein wunderbares FOCUS-Modell einbauen! GLG Romy

  2. Was für wunderbare Bilder! Ich glaube, so eine Mini-Auszeit würde mir auch mal guttun. Immerhin waren wir am Wochenende auch im Wald: Zum Aufräumen!
    Viele liebe Grüße, Dörthe

  3. Dein Beitrag ließt sich total schön !
    Es ist so wichtig, sich auch mal eine Auszeit für sich ganz alleine zu nehmen .
    Die Kraft die man aus so einer kurzen Zeit ohne Kinder gewinnt,
    Kann man dann eins zu eins in den Alltag danach einbauen und kommt somit allen zugute 🙂
    Wir nehmen uns als Paar ab und zu ein Wochenende Auszeit von den Kindern .
    Die sind bei Freunden und Oma und Opa alle total glücklich und wir alleine zu Hause auch .
    Mein Mann und ich haben es sogar geschafft eine Woche alleine zu verreisen.
    Es ist einfach toll, sich auch als Paar mal wieder ganz in Ruhe zu erleben 😉

    Herzlichste Grüße ,
    Frau Hamburg

  4. Das sieht wunderbar und sehr einladend aus =)

    wenn ich ganz dringend mal eine Auszeit brauche, gehe ich joggen, das macht den Kopf frei, ansonsten kuschel ich mich gerne für 1-2 Stunden mit einem guten Buch unter die Bettdecke (geht natürlich nur wenn mein Mann da ist) mehr Auszeit ist bei uns selten möglich…

    Herzliche Grüße
    Sonja

  5. Silke Beimesche sagt

    Ein toller Beitrag, der mir aus dem Herzen spricht.
    Gerade mache ich einen kleinen Urlaub vom Familientrubel. Das ist nicht meine erste Auszeit überhaupt, das wäre auch schlimm in 11 Jahren Mamadasein, aber meine erste Auszeit ganz allein, ohne Freundinnen im Gepäck.
    Nur ich und mein Fahrrad auf einer 4-tägigen Rundreise.
    Es ist wunderschön, Ruhe, Natur, neue Eindrücke, den Gedanken freien Lauf lassen und beim radeln entspannen bis die Oberschenkel brennen.
    Aber eines fällt mir doch schwer….allein im fremden Hotelzimmer einschlafen.
    Ging es euch auch so? Oder spinne ich?

    Alles liebe und passt auf euch auf.
    Silke Anna Maria

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