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lieblingshörspiele recycled ::: kindheitserinnerungen mit heidi, bibi & co

Kinderhörspiele, Kinder CDs, Erinnerungen

Mein Goldkind war mit einer hartnäckigen Magen-Darm-Grippe die ganze Woche zu Hause. Neben allerhand krankenpflegerischen Tätigkeiten bedeutete das für mich vor allem, dass ich mir Kinderhörspiele in Endlosschleife reinziehen durfte. Wir alle wissen, dass die entsprechenden Kinderhörspiele in der entsprechenden Lautstärke bei mithörenden Erwachsenen zu Nervenflattern, lauten Ausbrüchen und bisweilen sogar zu Schaum vor’m Mund führen können. Ich sach nur: Conni. Bobo Siebenschläfer. Orrr!

Nachdem ich also drei Durchgänge Conni und ihr dusseliges Pony und dann Conny mit ihrer blödsinnigen Laterne gehört hatte und als nächstes ein Barbie-Hörspiel auf der Liste vom Goldkind stand, musste ich etwas unternehmen. Ich weiß aus erfolgreichen Anfix-Versuchen bei meinen größeren Kindern, dass der Satz „Das hab ich (hat der Papa) als kleines Mädchen (kleiner Junge) auch immer gehört (gemacht/gegessen/random)!“ zumindest das Interesse bei den Kindern weckt und wenn auch nur, um entnervt abzuwinken. Die Erfolgsquote ist aber nicht schlecht, immerhin habe ich auf diese Weise das Herzensmädchen mit David Bowie bekannt gemacht und der Vater hat den Bub zum FCB-Fan gebrandmarktrangezogen. Da weiter 45 Minuten kurz vorm Überschnappen nicht drin waren, dachte ich also, ich versuche es mal mit Kinderhörspielen. Nicht, dass ich das nicht auch schon bei den Großen getan hätte! Nach langsamer Eingewöhnung mit den nicht so aufregenden Folgen ziehe ich mir hier sehr erfolgreich drei inbrünstige Drei Fragezeichen ??? – Fans heran. Aber diesmal war es dringend. Und eilig! Meine geistige Gesundheit stand auf dem Spiel! Also holte ich den Kassettenkoffer mit meinen alten Schätzen unterm Bett hervor und fing an, dem Goldkind zu servieren…

1. Heidi

Ach Kinder, war das immer schön! Bei uns gab’s selten Fernsehen, gab ja auch kaum Programm, aber mit Büchern und Hörspielen waren wir dafür unheimlich gut eingedeckt. Und ich liebte die Welten, in die ich mich lesend und hörend versenken konnte! Bei den Kinderhörspielen habe ich Heidi allerdings erst so richtig entdeckt, als meine jüngere Schwester im entsprechenden Alter war und sich die Folgen komplett reinzog. Ich war damals eigentlich schon viel zu alt dafür, aber die Erinnerung an die TV-Serie war  noch sehr lebendig und da die Hörspielkassetten die originale Wiedergabe der TV-Episoden ist, stieg ich mit ein. Alleine der Titelsong katapultierte mich wieder in meine Kindheit, wo ich mit fliegenden Zöpfen auf der Schaukel im Apfelbaum aus voller Kehle schmetterte: „… deine Welt sind die Bä-här-geee!“ Herrlich.

2. TKKG

DAS war ja nun eine ganz andere Liga. Während die Drei Fragezeichen ??? für meinen Bruder und mich außer Konkurrenz liefen, weil wir so heiße Fans waren und regelmäßig darum stritten, in wessen Kassettenkoffer die Schätze denn nun rechtmäßig „wohnen“ würden, war TKKG sowas wie die zweite Wahl. Aber die Geschichten waren nicht schlecht, wenn man mal davon absieht, dass Gaby, die „Pfote“, echt immer als die doofe ängstliche Nuss dargestellt wird, die den tollen Hecht von Bandenführer anhimmelt… Ich fand die Folgen manchmal auch deshalb angenehmer, weil sie nicht ganz so spannend und aufregend waren, wie die Drei Fragezeichen ???. Zum Beispiel beim Superpapagei, wo Justus, Peter und Bob nachts auf dem Friedhof rumstiefeln, konnte ICH als Kind jedenfalls nicht einschlafen. Das ging bei Tarzen, Karl und Klößchen schon besser. Funfact: wenn man die TKKG-Folgen heutzutage hört, fällt einem der bemühte 80-er-Jahre-Sprech auf, der da gepflegt wird. Sehr, sehr lustig.

Kinderhörspiele, Kinder CDs, Erinnerungen

3. Pitti Platsch

Diese Kinderhörspiele gehören in die Kindheit vom Berlinmittedad, der ja in Leipzig geboren und aufgewachsen ist und für den Pitti Platsch, Moppi und Schnatterinchen zu den heiß geliebten Hörspielen gehörten, ebenso wie Herr Fuchs und Frau Elster. Ich habe diese Hörspiele tatsächlich erst kennen gelernt, als die „Ostverwandschaft“ die CDs im entsprechenden Alter ans Herzensmädchen verschenkte. Meine Annäherung an Pitti Platsch war, nun, sagen wir: verhalten. Ich fand die Stimme ziemlich unerträglich, von den altbackenen Dialogen und verqueren Rollenbildern mal ganz abgesehen. Aber ich hörte es ja auch als Erwachsene. Für meinen Mann und fast alle unsere lieben im Osten groß gewordenen Freund*innen ist Pitti Platsch ein heiliger Gral, eine wunderbare Kindheitserinnerung und ein kostbarer Schatz, den sie mit Liebe an ihre Kinder weitergeben. So kam er auch zu uns. Zuerst zum Herzensmädchen: mit Wucht und Erfolg, sie liebte ihn jahrelang. Dann zum Lieblingsbub mit ähnlichem Erfolg. Für ihn ist sind bestimmte Episoden heute noch beruhigend, wenn er nach einem aufregenden Tag runterkommen will. Jetzt dann also das Goldkind. Ich bin gespannt! Aber ehrlich, Leute, fast alles ist besser als Conni…

4. Hui Buh

Hans Clarin! Da werde ich schon sentimental, wenn ich nur die Stimme höre. Hui Buh gehörte zu den Kinderhörspielen, die ich selbst als Kind nie besaß, warum auch immer. Jedenfalls hörte ich die immer bei einer Freundin, bekam sie von einem älteren Nachbarsmädchen ausgeliehen oder geschenkt, wenn sie ihr zu kindisch geworden waren und kaufte sie mir manchmal auf dem Flohmarkt von meinem Taschengeld. Es sind kaum Folgen übrig geblieben, deshalb habe ich vor kurzem bei iTunes die Starterbox gekauft und sie meinen Kindern präsentiert… Ich muss leider berichten, dass meine sentimentale Begeisterung sie überhaupt nicht angesteckt hat. Das Goldkind hat sich gegruselt (warum ist mir schleierhaft), das Herzensmädchen langweilte sich (gut, sie ist aus dem Alter vielleicht auch raus) und der Bub war ein bisschen genervt von der Stimme (Frechheit!), was ich für einen eingefleischten Pitti Platsch-Anbeter einigermaßen erstaunlich finde. Egal. Hui Buh, das chaotische und tollpatschige Schlossgespenst gehört in jeden Kassettenkoffer mit Kinderhörspielen hinein. Das waren auch die 80-er, oder?

5. Hanni und Nanni (die ECHTEN Hanni und Nanni!)

Also. Ich möchte an dieser Stelle nicht über das Frauenbild in diesen Roman und/oder Hörspielen diskutieren und ich disse auch nicht die aktuellen Hanni und Nanni-Filme und Hörspiele dazu, die hier ebenfalls hoch im Kurs sind. ABER. Nichts, ich betone, gar nichts geht über die Hanni und Nanni-Serie der Achziger bei Europa. Nichts geht über die originale Claudine. Oder Mademoiselle Fürschterliiisch. Ich bitte euch! Ich habe mich ins Hanni und Nanni-Universum versenkt und mit meiner längsten Kindheitsfreundin Katrin stundenlang die Geschichten gehört und nachgespielt. Ich wollte übrigens immer Jenny sein, die nicht so Brave, die auch mal abhaut und frech ist, die einen großen Bruder hatte (den ich mir als Kind immer so gewünscht hätte) und die sich mit Knallfröschen, Stinkbomben und Juckpulver auskannte. Oder Carlotta, das Pferdemädchen mit der Zirkusvergangenheit. Mit diesen Geschichten konnte ich übrigens bei all meinen Kindern punkten. Und jetzt hab ich das Kleinste angefixt, hehehe. Wer weiß, wozu es gut ist? Wenn die noch mehr Conni-Fangirl-Attitüden an den Tag legt, such ich die Adresse vom Lindenhof raus und schick sie ins Internat…!

5. Black Beauty

Last but not least: Black Beauty. Und zwar die dreiteilige Serie im Europa-Verlag, die ich mir als schon erwachsener Mensch als CDs zulegte und an meine Schwester verschenkte, damit uns diese Kinderhörspiele und die damit verbundenen herrlichen Erinnerungen nicht verloren gingen. Kennt das noch jemand außer mir? Ich weiß, ich bin alt und es ist wirklich lange her, aber es muss doch noch jemanden da draußen geben, der so wie ich in George verknallt war? Und sich gewünscht hat, er wäre das Zirkusmädchen Lulu, das so waghalsige Kunststücke auf ihrem Pferd Ginger beherrscht? Und damit, sach ich euch, hab ich das Goldkind im Sack gehabt. Mag sein, das ist alles heutzutage nicht mehr politisch korrekt und müsste eigentlich „bereinigt“ werden, wahrscheinlich schon wegen der Vokabel „Zirkusmädchen“. Aber man kann auch wirklich päpstlicher sein als der Papst. Denn das hier sind so was wie Zeitzeugnisse, eine Reminiszenz an längst vergangene Zeiten – zumal diese Original Kinderhörspiele als Kassetten im verstaubten Koffer, auf den ich mit Kugelschreiber irgendwelche Parolen draufgeschmiert habe. Und schlimmer als Connis ewig gute Laune oder diese nervigen Sternenschweif-Geschichten sind sie auf keinen Fall. Niemals.

Habt ihr auch solche Lieblingsgeschichten aus eurer Kindheit, die ihr gerne mit euren Kindern teilt? Und kennt ihr dieses sentimentale Gefühl, das einen überkommt, wenn die Titelmelodien der einst so geliebten Kinderhörspiele dann auf einmal für eure Kinder erklingen? Und den Blick in den Spiegel, der so gnadenlos entlarvt, wie alt diese Erinnerungen wirklich sind? Aber lassen wir das.

Welches sind eure liebsten Erinnerungen an Kinderhörspiele aus eurer Kindheit? Teilt ihr eure Schätze mit euren Kindern?

signatur

7 Kommentare

  1. Hallo Anna,

    bei mir waren es die „Fünf Freunde“ und Walt-Disney-Hörspiele („Cap und Capper“ konnte ich auswendig). „Hui Buh“ und „Hanni und Nanni“ gab es auch, die habe ich aber nicht mehr im Ohr – das war „Schwesternterrain“. 😉

    Die aus dem Osten stammende Nachbarin meiner Eltern hat übrigens vor ein paar Tagen Ost-Kinderhörspiele auf Schallplatte vorbeigebracht, weil wir noch einen Plattenspieler haben. Unser Kleiner kommt ja irgendwann auch ins Hörspielalter. Morgen fahre ich mal hoch und schau mir die Schätze an – vielleicht sind die Berlinmittedad-Favoriten dabei?

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende euch allen!
    Katja aka Jezebel

  2. Sabine sagt

    GROSSARTIG!!! Danke!
    Bei mir war es mehr das Lesen – Hanni und Nanni, na klar. Dolly mochte ich aber auch sehr gerne. Und Millionen Pferderomane… Wie hiessen die noch gleich – mit den Welsh-Ponys…? So schön.

  3. Marenka sagt

    Hier ganz klar der Traumzauberbaum! „warum krieg ich nie ein Eiiiii“, können auch Babys schon mitsingen „Eeeiiiii“ und ich kann ihn 5mal hintereinander hören.
    Und der Wasserkristall. Mit dem Lied vom Wasserfloh habe ich sie beim Zähneputzen geknackt 🙂
    TKKG und so sind an mir vorbeigegangen (bin aber auch eher ein 90er Mädchen mit Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen).
    Ich komme an meinen „Stoff“ immer in unserer bezüglich Kinderhörspielen sehr gut sortierten Stadtbibliothek (und das für 15€ im Jahr!)
    Oh ich glaube ich muss mal gezielt nach den „alten“ gucken gehen!

  4. Beaespunkt sagt

    Hach, wie wunderschön geschrieben und mir fällt da sofort „Lady Lockenlicht“ und „Holle Honig“ ein – ultracool!
    Vor einer Weile habe ich alle Lockenlicht-Musikkassetten (es wurden damals nur 10 Folgen produziert …) drei-zwo-fix erstanden und digitalisiert, sodass die neuen Medien diese schönen Geschichten wieder abspielen können – da freut sich unser Sohnelli genau wie die Muddi drüber :-)))
    Blackbeauty hätte ich ebenfalls gerne gehört, dafür hatte ich eine VHS davon bis zum tape-tot geguckt *-*

  5. Pterry sagt

    Na, Traumzauberbaum natürlich. Und Schlapps und Schlumbo. Damals auf Schallplatte. (Ostsozialisierung) Hui-Buh hab ich auch sehr geliebt. Und diese eine Pumuckl-Kassette, auf der die alte Frau ihre Katze ruft: „Muschi! Muschi! Psch, psch, psch!!!“ Da haben wir jedesmal sehr gelacht. Bei uns kam dann später „Xanti“ auf, und einmal Bibi und Benjamin Blümchen liegen hier wohl auch rum. Und Märchen. Und Peter und der Wolf.
    Herr Fuchs und Frau Elster waren bei mir in der Beliebtheit aber ganz unten (langweilig). Ganz oben ist (immer noch) der Plumps.

  6. maudilein sagt

    Hui-Buh kenne ich auch, allerdings fast nur von Schallplatten. Bei mir stand meistens Benjamin Blümchen an. Aber nur die alten Folgen, bevor die Stimme von Benjamin und das Intro gewechselt haben. Bibi Blockberg hab ich auch gerne gehört.
    Die Hanni und Nanni Hörspiele habe ich mal bei meinem Vetter gehört, habe sie aber nicht ertragen, weil ich die Bücher gelesen hatte und sehr intolerant bezüglich Kürzungen war 😉
    Heiß geliebt von mir: Regina Regenbogen! Aber meine Mutter mochte die nicht so, darum hatte ich davon nur 1-2 Kassetten.

  7. Liiine sagt

    Hanni und Nanni, Dolly, die Fünf Freude etc. hab ich alle gelesen und nie gehört. Von der Schwarzen Sieben hatte ich eine Kassette, die hab ich immer wieder gehört. Ansonsten der kleine Wassermann, der Traumzauberbaum, Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen und später viele Folgen von Bibi und Tina. Die meisten Kassetten kamen aus der Bücherhalle. Ich war mindestens einmal wöchentlich in der Bücherhalle und hab haufenweise Bücher und Kassetten da rausgeschleppt 🙂 Geliebt habe ich aber auch die Bücher von Justus Pfaue und später die Weihnachtsserien im ZDF wie Anna und Nesthäkchen *hach*.

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