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sehnsucht nach jerusalem ::: ein israelisches dinner gegen fernweh

Sehnsucht nach Jerusalem, israelisches Dinner, kochen für Freunde

Es gibt Erlebnisse, die lassen einen nicht so ohne weiteres wieder los: Menschen, die wir treffen, Orte, die wir sehen, Ereignisse, die unser Leben verändern. 2013 haben wir als Familie eine Reise gemacht, die uns verzaubert und verändert hat und die in unsere Herzen etwas gepflanzt hat, das nicht still werden will – die Sehnsucht nach Jerusalem.

Bis heute wirkt unsere wunderbare Reise in uns allen nach und von Zeit zu Zeit flammt die Sehnsucht nach Jerusalem besonders heftig auf. Um dem ein bisschen entgegen zu wirken, schauen wir uns unsere Reisebilder an, erzählen uns von unseren Erlebnissen in Jerusalem und kochen mit Reminiszenzen an die israelische Küche. Gerade jetzt, wo es draußen allmählich wieder sonniger wird, der Mann am letzten Wochenende schon zum zweiten Mal in diesem Jahr den Grill angeworfen hat und ich mich innig nach frischen Gartenkräutern, Auberginen und aromatischen Tomaten zu verzehren beginne, ist ein guter Zeitpunkt, um unser israelisches Dinner zu verbloggen, das wir vor einiger Zeit für Freunde gekocht haben.

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Die Sehnsucht nach Israel ist damit natürlich nicht aufgelöst, aber für die Dauer einer Mahlzeit ist unser Aufenthalt dort wieder ganz nah und wir riechen die Gerüche und spüren den warmen Wind auf der Haut, wenn wir die Augen zu machen…

Für die israelische Küche ist vor allem die unglaubliche Frische aller heimischen Zutaten charakteristisch. Außerdem spiegelt sie in ihrer Vielfalt die verschiedenen Küchentraditionen wieder, die man hier findet. Jerusalem selbst ist ein wunderbares Beispiel dafür: in der Altstadt zum Beispiel gibt es wirklich an jeder Ecke etwas anderes zu essen und überall findet man mediterrane, orientalische und europäische Einflüsse in bunter, köstlicher Mischung.

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Für alle, die gerne einen genaueren Eindruck von Jerusalem und den typischen Küchentraditionen dieser Stadt bekommen wollen, empfehle ich von Herzen das Jerusalem Kochbuch von Ottolenghi/Tamimi. In einem Spaziergang durch die Stadt und Jerusalems Geschichte und im Dialog miteinander umreißen die beiden die typischen Rezepte und kulinarischen Spezialitäten. Ein wunderbares Buch zur Vorbereitung auf eine (kulinarische) Reise dorthin. Oder Futter für die Sehnsucht nach Jerusalem, wenn man wieder in Berlin angekommen ist…

Aber zurück zu unserem israelischen Dinner. Wir wählten ein paar Zutaten, die wir dort selbst oft gegessen hatten wie Avocado, Lammfleisch, Granatäpfel und natürlich die unverzichtbare Sesampaste, Tahini. Die gibt es dort in zig Varianten, sie wird süß als Brotaufstrich oder salzig als Dip zu Salaten, Fleisch und Gemüse gegessen. In unserem Fall bildet sie mit Knoblauch, Zitronensaft und Cayennepfeffer die Basis für einen Joghurtdip, der die Vorspeise zu einem kulinarischen Ereignis macht: Avocado und Granatapfel-Salat mit Tahini-Joghurt-Knobi-Dip. To die for! Dazu gab’s knuspriges Fladenbrot. Das Rezept für die Vorspeise stammt übrigens aus dem Kochatelier Berlin.

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Das Lamm für den Hauptgang wird in Kräutern und Knoblauch mit Olivenöl mariniert und rundherum scharf angebraten, danach kommt zum Ruhen und Warmhalten bei 50°-60° in den Backofen. Da kann es bleiben, bis alles andere fertig ist. Dann auf einer Platte anrichten, mit frischen gehackten Kräutern garnieren und mit grobkörnigem Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen, fertig. Dazu habe ich einen frischen und milden Dip auf der Basis von griechischem Joghurt und viel frischer Minze gemacht, der perfekt dazu passt.

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Als Beilage gab es einen lauwarmen Couscous-Salat. Der Couscous wird mit heißer Brühe gemacht und während bzw. nach dem Aufquellen immer wieder mit dem Kochlöffel durchgerührt, damit er nicht klumpig wird. Mit einem Dressing aus viel gutem Olivenöl, frisch gepresstem Zitronensaft, Meersalz und Pfeffer wird der Couscous abgeschmeckt. Ich schneide zusätzlich zum in der Pfanne gegarten Gemüse (fein gewürfelte Paprika, Zwiebelwürfelchen, Tomaten) gerne frisches Gemüse hinein, wichtig ist, dass auch das alles wirklich sehr fein gewürfelt wird: Salatgurke, reife Tomaten, viel frische Minze und Petersilie (ich bevorzuge glatte Petersilie), Basilikum. Das Ganze muss frisch und aromatisch sein und die frischen Gemüsewürfelchen sollen dem Couscous ein bisschen knackiges Flair verleihen. Alles wird miteinander vermischt, solange der Couscous noch warm ist. Immer wieder abschmecken, in der Regel braucht es ein, zwei Nachgänge mit Salz, Zitronensaft und Olivenöl, evtl. Pfeffer, bis alles schön geschmeidig und vom Geschmack her richtig ist. Es darf alles sein, nur nicht fad!

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Der Nachtisch ist nicht israelisch, den habe ich selbst dazu kombiniert, da ich um diese Jahreszeit keine reifen Feigen oder Ähnliches bekommen konnte. Es gab eine Zitronen-Panna-Cotta mit einem Salat aus weißen Trauben nach einem Rezept von Essen & Trinken. Die Rezepte für Vorspeise und Hauptgang gibt es hier – zum Nachkochen für alle, die entweder selbst Sehnsucht nach Jerusalem haben oder einfach nur mal knackfrisch essen möchten, weil der Frühling an die Tür klopft.

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Unser israelisches Dinner war jedenfalls ein voller Erfolg und hat einen wunderschönen Abend mit lieben Freunden perfekt begleitet. Ich liebe es, für Freunde zu kochen und mir von vorne bis hinten ein schönes Essen und die passenden Details zu überlegen. Wenn ich dann auch noch meine Begeisterung für ein Land, seine kulinarische Kultur und seine Küchentraditionen weitergeben kann, umso besser. Meine Sehnsucht nach Jerusalem hat das Fernweh-Dinner zwar nicht gestillt, aber immerhin konnten wir ein bisschen in den Aromen schwelgen – und in den Erinnerungen an eine unvergessliche Reise.

Was sind eure Fernweh-Sehnsuchtsorte? Und wie holt ihr euch die Erinnerungen an eure liebsten Reisen ganz nah ran?

signatur

5 Kommentare

  1. Susanne sagt

    Yes! Ich liebe Ottolenghis Kochbücher, und „Jerusalem“ ist das absolute Highlight!

  2. Ich glaube das Kochbuch muss ich mir auch mal holen 🙂 Sieht ja toll aus, was man da auf deinen Fotos sehen kann!
    Das mit dem „Fernweh“ kenne ich zu gut. Lokale Küche ist in so einem Fall immer ein prima Seelentröster.
    Einen tollen Blog hast du, ich stöbere doch gleich mal weiter.
    Wenn du Lust hast kannst du ja auch mal bei uns auf dem Blog vorbei schauen, wir haben im Moment ein Gewinnspiel am laufen: http://www.lebensfreudecs.blogspot.com
    Dir und deiner Familie alles alles Liebe. Ich hoffe die Sehnsucht hat sich wieder in den Griff bekommen lassen 😉 Ansonsten hilft nur: Ticket buchen und zack…zurück fliegen!;)
    Liebe Grüße,
    Sophia

  3. Judith sagt

    Mein Mann ist Kubaner und ab und an koche wir (nach Rezepten seiner Geliebten Grossmutter) alles, was uns an Havanna und an Zuhause erinnert. Schweinefleisch mit einer Marinade, Schwarze Bohnen, Yuca, Croquetas, Tostones und Avocados mit Limettensaft und Salz…. Mmmmmh ich glaub jetzt weiss ich was wir dieses Wochenende essen werden 🙂
    Lg
    Judith

  4. Trudi sagt

    <wunderbare Essensbilder und gute Beschreibungen, die zum Nachkochen einladen, vielen Dank! wir waren im Januar drei Wochen auf La Gomera mit unseren drei Kindern (6,3,9 Monate) und essen seitdem jeden Freitagabend unsere Lieblingsbocadillos (Baguette oder Toast mit Avocado, Rührei, Tomaten und gegrillten Auberginen) , die es dort in unserer favorisierten Frühstücksbar gab. Dazu schauen wir Urlaubsbilder an und planen weitere Reisen…Zum Beispiel nach Israel…

  5. Oh ha, habe diesen Beitrag erst jetzt entdeckt….ich kann es so so gut nachvollziehen!!! Ich war (auch ewig her) Ende 2013 im Dezember in Israel und ehrlich: ich würde sehr gerne wieder hin. So ein wunderschönes Land, und das Essen…bei deinem Beitrag hätte ich am liebsten direkt mit Kochen begonnen…aber ist echt die falsche Uhrzeit 😉 vielen Dank für diesen Beitrag, wundervoll!!!!

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