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loben oder nicht? ::: 4 tipps für den entspannten umgang mit lob & ermutigung

Ich tue das gerne: meine Kinder loben. Ich freue mich einfach, wenn sie Dinge gut machen, manchmal freue ich mich schon, dass sie sie überhaupt tun. Also drücke ich das aus. Aber das Loben ansich ist ja schwer in die Kritik geraten, geradezu in Verruf. Es wird als Maßnahme zum Abrichten der eigenen Kinder klassifiziert und quasi als nicht probates Erziehungsmittel eingeordnet. Ich möchte dem heute mal etwas entgegen setzen und dafür plädieren, das Loben als Ausdruck von Wohlwollen und Ermutigung zu verstehen, nicht als leere Formulierung oder Floskel, die ein Kind abrichten soll. Ich setze mich in Beziehung zu meinem Kind, wenn ich ihm gegenüber gezielt mein Lob, meinen Stolz oder einfach meine Zuneigung  ausdrücke unnd ich möchte mich dabei nicht zensieren.

Mein kleinstes Kind zum Beispiel ist zur Zeit nicht gern allein. Nirgends. Das geht damit los, dass sie, selbst wenn sie ein Buch schauen möchte oder in Ruhe etwas malen will, mit all ihren Utensilien hinter mir her zieht. Wenn ich arbeite, liegt sie oft auf dem Boden neben mir und malt vor sich hin, sie verfolgt mich aber auch in die Küche oder ins Wohnzimmer, egal wie: nur nicht irgendwo alleine sein. Das beinhaltet leider aber auch, dass sie ständig bei allem begleitet werden möchte: „Mama, kommst du mit mir aufs Klo? Ich möchte da nicht alleine sein. “ Undsoweiter. Ich weiß nicht warum das im Augenblick bei ihr so ist, aber es ist anstrengend, denn bei aller Liebe, ich möchte wirklich nicht daneben sitzen und ihr dabei zuschauen, wie sie pieselt oder mit ihr nach oben gehen, nur um ein Kuscheltier zu holen und eine Minute später wieder unten sein zu wollen. Ich bemühe mich also, sie ständig zu ermutigen, dass sie das alles alleine kann. Und sie versucht es, sie versucht es wirklich.

Gestern abend hat sie also als einziges meiner drei Kinder meiner Anweisung, jetzt würden bitte alle Zähne geputzt, Folge geleistet und sich alleine ins Bad begeben. Ich lauschte gespannt und wartete auf das übliche Lamento und die Bitte um Gesellschaft. Aber sie trällerte, das Wasser lief, ich hörte, wie sie Zähne putzte und drei sehr kurze Minuten später wieder aus dem Badezimmer gehüpft kam. Im Vorbeilaufen an mir wollte ich sie gerade loben – und ließ es dann doch sein. Schließlich ist das etwas ganz Normales, das sie schon lange alleine kann, Zähneputzen, also warum sollte ich sie dafür loben? Und sie mit meinem Lob manipulieren? Damit sie das nächste Mal Zähne putzt, um wieder gelobt zu werden? Ist sie ein Hund, den ich abrichte?

STOPP. Nicht jedes kleine Lob, nicht jede ausgesprochene oder anders demonstrierte Anerkennung macht aus uns gleich diejenigen, die ihr Kind nur abrichten wollen, damit es funktioniert und sich regelkonform verhält. Anerkennung für etwas ist auch schlicht eine Form von Feedback, das unsere Kinder sich immer suchen und sich von uns wünschen. Deshalb kommen hier meine persönlichen Beispiele für Lob und Ermutigung und gegen diese Art Mindfuck bei Eltern. Und ein paar Ideen, wie wir das schlichte „Das hast du gut gemacht“ unseren Kindern gegenüber auch anders ausdrücken und zeigen können.

1. Zeig‘ mir deine Welt!

Kennt ihr das? Ihr seid mit etwas beschäftigt, das eure Aufmerksamkeit fordert und euer Kind setzt sich in eure Nähe. Vielleicht hat es sich was zum Malen mitgebracht, das machen meine oft. Der Bub sucht sich gerne selbst Schreibaufgaben und hockt sich zum Beispiel in der Küche auf den Fußboden, wo ich gerade irgendwas mache. Oder das Goldkind kommt mir mit seinen Zeichenutensilien an meinen Schreibtisch hinterher und setzt sich mir gegenüber hin, um dort zu malen. Dann sind sie zunächst ganz vertieft, aber irgendwann zeigen sie mir, was sie da gemacht haben. Sie fangen ein Gespräch an und erläutern mir, was auf ihrem Papier entstanden ist, während ich mit etwas ganz anderem beschäftigt war: „Mama, schau mal, das bist du und du hast dein schönes Meerjungfrauenkleid an mit Schwanzflosse, weil du kannst nämlich durchs Wasser fliegen. Und da bin ich, ich habe dasselbe Kleid nur in lila und wir fliegen und unsere Haare sind gaaanz lang, siehst du, wie eine Schleppe…!“ Und dann ist da eine ganze Welt, entstanden auf einem Bild und das Kind glüht vor Stolz und schaut mich erwartungsvoll an. Was sage ich wohl dazu? Gefällt mir diese Welt? Verstehe ich sie?

Jetzt zu sagen: „Das hast du aber schön gemacht“, würde ihr gar nicht reichen. Sie hat gerade eine Welt erschaffen, das braucht definitiv mehr als diesen knappen Satz. Aber ich bin begeistert von ihrer Welt und das will ich ausdrücken. Also schaue ich ihr Bild an und stelle ihr Fragen, sie ist die Expertin für diese Welt, sie kann mir genau erklären, warum wir Meerjungfrauenkleider tragen, wie das mit dem Fliegen unter Wasser geht und auch, warum unsere Haare so besonders lang sein mussten undsoweiter. Wir reden, sie ist eifrig, ich höre zu und lasse sie erzählen. Und wenn sie fertig ist, mir ihr Bild zu erklären, sage ich: „Ich mag dein Bild, es ist so viel darauf zu sehen. Und ich mag, wie wir beide darauf zusammen fliegen. Wäre das nicht toll, wenn wir das in Wirklichkeit auch könnten?“ Sie schnappt sich das nächste Blatt Papier und malt weiter. „Mama, jetzt male ich, wie wir wirklich fliegen können, am Himmel, wie Vögel, Mama, ja?“ Ich habe ihr gesagt, wie begeistert ich bin, ich habe ihre Welt bewundert, die sie erschaffen hat, dadurch hat sie indirekt Lob und Ermutigung erfahren. Ganz ohne Manipulation.

Lob und Ermutigung, Kinder, Erziehung

2. Ich sehe dich!

Eine Alltagssituation, die wir alle kennen: Spielplatz, Garten oder Straße, wir sitzen am Rand des Geschehens und schauen zu oder wir gehen bei Spaziergang weit hinter unseren voraus rennenden Kindern her, die von einer Entdeckung zur nächsten hüpfen oder in ein Spiel vertieft sind. Dann, plötzlich, rufen sie nach uns: „Mama, schau mal! Ich bin ganz alleine hier rauf geklettert! Siehst du?“ Vielleicht ist es auch der steile Berg, den sie zum ersten Mal alleine mit ihre Inline Skates oder ihrem Roller runter gesaust sind. Was es auch ist, sie haben etwas zum ersten Mal getan, ohne unsere Hilfe und sie sind wahnsinnig stolz und aufgeregt und möchten das mit uns teilen.

Jetzt nicht zu reagieren oder nur müde zu winken, ist undenkbar. „Toll!“ zu rufen würde nicht wirklich reichen. In dieser Situation versuche ich immer, aufzugreifen, was das jeweilige Kind gerade macht. Ich stehe auf, ich gehe zu meinem Kind und lasse mir zeigen, was es gemacht hat. „Wahnsinn, ich will’s noch mal sehen! Machst du’s noch mal, damit ich es mir genau anschauen kann diesmal?“ Normalerweise wiederholt das Kind dann begeistert, was es geschafft hat und in der Regel ist das Vorführen der neuen Fähigkeit schon Ermutigung genug.

Aber auch hier ist es unser Feedback, das sie wollen, sind es Lob und Ermutigung, die sie auf die ein oder andere Art abrufen wollen. Und das zu Recht – sie haben etwas Einzigartiges gemacht, das wahrscheinlich ganz viel Überwindung und Mut gekostet hat. Sie wollen dabei gesehen werden von den Menschen, die genau wissen, wie groß der Schritt ist, den sie gerade gemacht haben. Hinschauen und sie durchaus auch bewundern finde ich schön und richtig – für mein Kind und für mich.

Lob und Ermutigung, Kinder, Erziehung

3. Du bist mir wichtig!

Gerade bei mehreren Kindern kommt es vor, dass das eine Kind gerade nicht ganz die Aufmerksamkeit bekommt, die es gerne hätte oder vielleicht auch gerade besonders braucht, warum auch immer. Manchmal versuchen meine Kinder dann, sich meine Aufmerksamkeit durch besonders garstiges Verhalten zu sichern, nach dem Motto „Wenn ich nur genug Terror mache, muss sie ja reagieren!“ Meistens aber versucht vor allem der Bub, mein Sandwichkind, etwas besonders gut zu machen. Meistens sucht er sich etwas zu tun von dem er denkt, dass er mir einen Gefallen damit tut und hilft in der Küche oder deckt den Tisch. Er fragt, was er machen kann und gibt sich dann eifrig dran. Und ich sehe, wie der kleine Mensch um mich herum wirtschaftet und immer wieder überprüft, ob ich auch mitbekomme, was er gerade macht.

Ihn jetzt einfach zu loben dafür, dass er hilft, wäre zu platt. Es geht ihm ja um viel mehr, als darum, verbal einmal über den Kopf gestreichelt zu werden. Er will sich unverzichtbar machen, er will etwas Wichtiges tun und er will, dass ich das sehe und begreife. Also lasse ich ihn erst mal machen und hinterher, wenn wir fertig sind und er mich fragt: „Kann ich noch was machen, Mama?“ nehme ich ihn in die Arme und sage so etwas wie: „Wir zwei haben jetzt ganz, ganz viel gemacht, jetzt sind wir fertig. Ich freue mich unheimlich, dass ich das nicht alleine machen musste. Mit dir zusammen macht mir das viel mehr Spaß und du hast mir so viel abgenommen! Jetzt machen wir erst mal Pause, bevor wir die Mädchen zum Essen rufen und kuscheln ne Runde, ja?“

Lob und Ermutigung hat in diesem Fall wenig mit „Gut gemacht!“ zu tun. Hier geht es viel mehr um Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Und ein dickes Dankeschön. Ich bin mir sicher, dass der Lieblingsbub die kleine Exklusivzeit mit mir nicht vergisst: und zwar sowohl die in der Küche als auch die Kuschelzeit.

4. Ich bin so stolz auf dich!

Es gibt so viel im Leben unserer Kinder, das sie ganz viel Überwindung kostet! Nicht nur ist ihr Leben immer noch von wahnsinnig vielen ersten Malen geprägt, die aufregend und mitunter beängstigend sein können. Sie stehen auch am Anfang dessen, was soziales Miteinander ausmacht: die Konsequenzen ihres Handelns abschätzen, Worte bedacht wählen, Grenzen anderer Menschen erkennen und respektieren, ihre eigenen Grenzen spüren und ausdrücken, Gefühle erkennen und zeigen, Gefühle erkennen und kontrollieren…. Es gibt noch so viel mehr, was dazu gehört und was für unsere Kinder mitunter schwierig zu verstehen oder gar umzusetzen ist. Und so viele Dinge fallen ihnen schwer, weil sie eigentlich lieber etwas anderes sagen, tun oder ausdrücken würden. Abgeben und teilen ist so ein Beispiel, sich entschuldigen ist ein Beispiel, aber auch einen Fehler eingestehen und manchmal sogar einen anderen Menschen trösten. 

Wenn sie das schaffen, ganz von alleine, dann spüren sie meistens ganz genau, dass das ein großer Schritt war. Es ist egal, ob sie etwas tun, das ihnen schwer fällt wie beispielsweise etwas abgeben oder ob sie etwas nicht tun/sagen, was sie eigentlich gerne würden, weil sie zum ersten Mal verstehen, dass das jetzt die richtige Entscheidung ist: jemanden nicht anschreien, schubsen, ihm etwas wegnehmen. Wenn ich eins meiner Kinder in so einer Situation erlebe und ich sehe ihren inneren Kampf, bevor sie etwas tun, das sie sofort als richtig erkennen, dann bin ich stolz, weil sie über sich selbst hinauswachsen in so einem Moment. Weil ich weiß, wie schwer das ist, was sie gerade tun oder nicht tun. Weil ich sie so genau kenne, dass ich ihre Gefühle nachempfinden kann in diesem Augenblick. Natürlich möchte ich das ausdrücken!

„Ich weiß, wie schwer das vorhin für dich war. Und du hast es trotzdem gemacht. Das fand ich richtig gut.“ So etwas sage ich meinen Kindern in solchen Augenblicken (oder hinterher) zum Beispiel. Weil ich finde, dass gerade die schwierigen Situationen für die kleinen Menschen positiv verstärkt werden müssen. Ist das schon Manipulation? Ich finde, es ist angemessenes Lob und Ermutigung für eine große Selbstüberwindung.

Ich glaube, wir Eltern sollten da vor allem genau auf unsere Kinder schauen: was brauchen sie gerade von uns? Wie können wir Lob und Ermutigung ausdrücken und ihnen unsere Anerkennung zeigen und sie dabei wirklich sehen? Ich finde die Idee nicht falsch, umzudenken, was das simple „Gut gemacht!“ angeht. Aber das lobende Feedback komplett zu verteufeln ist in meinen Augen übertrieben. Meine vier Ideen spiegeln wie immer nur meinen persönlichen Umgang mit Lob und Ermutigung im Zusammenleben mit meinen Kindern und sind kein Regelwerk – nur eine kleine Anregung.

Ich habe übrigens meinem Goldkind gestern NICHT gesagt: „Das hast du gut gemacht!“ Wir wussten in dem Moment beide, dass das so war, als sie an mir vorbei hüpfte. Ich hab ihr meine Hand hingehalten, sie hat mir ein „High Five“ gegeben und mich schallend laut abgeklatscht. Mit strahlenden Augen. Weil manchmal die ganz kleinen Sachen die ganz großen sind.

Wie haltet ihr das mit Lob und Ermutigung bei euren Kindern? Was für ein Gefühl habt ihr dabei und wie schätzt ihr den Effekt auf eure Kinder ein?

signatur

 

 

17 Kommentare

  1. ich stimme Dir da zu. Gar nicht loben und vor allem das eigene Lob zu unterdrücken, das ist nicht mehr authentisch. Es geht ja darum, etwas zu sehen, zu erkennen, ANzuerkennen. Wenn ich sage: „Wow, das gefällt mir so gut! Das hast Du echt toll gemacht!“ dann drücke ich damit auch Interesse am Kind aus. Ich bin da total beim Kind. Und darum gehts. Ein hingefetztes „super!“ ohne überhaupt genau hinzusehen, das ist es, was ich nicht mag. Und eben nicht dieses dauernde „Hey super, toll! klasse! bravo!“ was vor allem bei Kleinkindern oft wegen jedem neuen Entwicklungsschritt kommt. Aber geteilte Freude über etwas, Stolz und wirkliche Begeisterung – das sind ganz wundervolle Momente ! Danke und Liebe Grüße!

  2. Ja, mmh… ich habe dann gerade auch mal die 5 Gründe gegen „Gut gemacht“ gelesen. Was mich seit geraumer Zeit nervt, ist das Kindererziehung theoresiert wird. So auch bei dem Artikel des Arbor-Verlags. Kindererziehung ist ja keine Theorie, sondern Praxis und da wir alle – jeder Mensch unterschiedlich ist – haben wir auch unterschiedliche Bedürfnisse.

    Meine große M. braucht beispielsweise viel Lob und viel Ermutigung (obwohl sie schon deutlich selbstsicherer geworden ist). Es wäre natürlich schön, wenn sie selbst erkennen würde, dass sie etwas toll gemacht hat, und sich weniger an uns Eltern/Erwachsenen orientieren würde – sowie die kleine M., die ganz selbstverständlich davon ausgeht, dass sie total super, ganz wunderbar ist und genau weiß, was sie kann. Dennoch lobe ich auch die kleine M. udn zwar um ihr zu zeigen, dass ich sie sehe und wahrnehme, auch wenn sie alles alleine kann.

    Und ich selbst? Ich habe oft das Gefühl Unglaubliches zu leisten (und hey, das ist auch so), aber Anerkennung? Die bekomme ich kaum, stattdessen kommt alle Nase lang mal wieder der Punkt, an dem ich plötzlich denke, dass ich noch immer nicht genug geschafft/gemacht/getan habe – weil die Umwelt mir das durch ständige Forderungen signalisiert. Und das sind nicht nur Mann, Kinder, Eltern etc., sondern eben auch Freunde, Nachbarn, eben das komplette soziale Umfeld. Mittlerweile sag ich dann: „Könnt ihr vielleicht einfach mal sehen, was ich gemacht habe? Und nicht nur, was ich nicht gemacht habe, oder nicht perfekt gemacht habe? Hallo?!?“ Ich habe nämlich keine Lust darauf mir einreden zu lassen, dass ich nicht gut genug bin. Bin ich deshalb ein „Lob-Junkie“ (wie es in dem Artikel heißt)? Wohl kaum!

    Im Artikel des Arbor-Verlags stand unter Punkt 1 Manipulation des Kindes „Nehmen wir mal an, Sie bieten eine verbale positive Verstärkung für das Verhalten eines Zweijährigen, der ohne zu kleckern isst, oder für das Verhalten eines Fünfjährigen, der seine Malsachen aufräumt. Wer profitiert davon?“… ja, wer profitiert davon. Ganz direkt – zugegeben erst mal ich -, aber wenn das Schulkind isst wie ein Schweinchen und von der ganzen Klasse gemoppt wird, tja… oder das Kind nicht lernt aufzuräumen, sich zu strukturieren,… das sind Dinge mit denen Erzieher/innen und Lehrer/innen zu kämpfen haben und letztendlich auch das heranwachsende Kind/der Jugendliche/der junge Erwachsen selbst. Ich würde ja gerne den Artikel direkt kommentieren, aber wohl weißlich ist die Kommentarfunktion aus 😉

    Liebe Anna, dein Artikel hingegen spricht mir aus der Seele. Ich lese hier so gerne, und könnte Stunden auf deinem Blog zubringen, allerdings muss ich jetzt mal meinen Haushalt auf Vordermann bringen (wofür ich übrigens kein Lob erwarte), denn meine Mama hat mir beigebracht Ordnung zu halten 😉

    Liebe Grüsse Viola

  3. Susanne sagt

    Was soll das für ein Unsinn sein, dass man jetzt plötzlich nicht mehr loben soll? Zum Glück ist diese neue pädagogische Modewelle bis jetzt komplett an mir vorbeigegangen…

  4. Katja sagt

    Danke für die Anregungen. Mir ist schon aufgefallen, dass unsere Tochter ab und an mal kommt und uns regelrecht auffordert, sie zu loben. Nicht im Sinne von, „sag, ich hab das gut gemacht“, allerdings im Sinne von „Schau mal, ich hab alleine aufgeräumt“ etc.

    Eine weitere neumodische Erziehungserscheinung ist der Verzicht auf Strafen. Das ist für mich ein echtes Dilemma. Wir haben nämlich festgestellt, dass unsere Tochter, die einen sehr starken Willen hat, zu manchen Sachen nur zu bewegen ist, wenn man ihr z. B. damit droht, dass sie nicht auf dem ipad spielen darf. Dabei finde ich dieses, wenn…. dann total blöde, weiß mir dann aber oft nicht anders zu helfen. Wenn es darüber mal einen Post geben würde, fände ich das super.

  5. Der verlinkte Text von Kohn bezieht sich auf die USA, das sollte man bei der Kritik nicht vergessen. Kohn kritisiert dieses ständige „well done, terrific, good boy, well done“ das wirklich nonstop, von morgens bis abends auf die armen Kinder einprasselt. Im Buch „punishing by rewards“ ist das näher erläutert (es ist auch schwierig, ein paar Hundert Seiten auf tausend Wörter einzudampfen und dabei nichts vom Inhalt zu verlieren).
    Wie sollen Kinder, wenn jeder Pups mit „bravo, toll gemacht“ kommentiert wird, lernen können, sich und ihrer eigenen Wahrnehmung zu trauen? Wie sollen sie auf diese Weise ihre eigene Leistung realistisch einschätzen lernen?
    Das ist die eine Frage.
    Eine andere Frage, die mich sehr nachdenklich gemacht hat, ist, dass sich viel Loben offenbar negativ auswirkt bei Kindern, die eh schon ein geringes Selbstwertgefühl haben. Sie trauen sich nach einem enthusiastischen Lob dann noch weniger zu, als eh schon.

    Zusammenfassend denke ich, Loben um etwas damit zu erreichen und ein Verhalten zu bestärken (wie es beispielsweise die Triple-P-Methode einsetzt, also Loben als Belohnung, wie man einem Hund einen Hundekeks anbietet und ihn streichelt wenn er folgt) ist genau so falsch, wie gegen die eigene Art absichtlich nicht zu loben, wenn es einem darum ist.

    Ich persönlich lobe eher selten, aber nicht aus Erziehungsgründen, sondern einfach, weil ich sowieso eher selten lobe 🙂 Ich gebe in Führungsfunktionen (zu der Elternschaft ja auch gehört) eher Anerkennung im Sinne von „ich habe Dich gesehen, ich habe gesehen dass Du Dir Mühe gibst“ oder frage nach „wie bist Du mit Deiner Leistung zufrieden?“ oder „bist Du stolz auf Dich? Das darfst Du auch sein“ statt das Gegenüber meinerseits zu bewerten.

  6. Camilla sagt

    Ich finde deinen Artikel toll und stimme dir voll zu!
    Leider brauchen viele Eltern anscheinend Ratgeber um Ihre eigenen Kinder zu erziehen… Frühe hat man einfach auf seinen eigenen Instinkt gehört! Was gut ist! Wir sollten das auch endlich machen. Den nur wir selbst kennen uns und unsere Kinder am besten. Wir sollten endlich auf unseren Instinkt und unsere Gefühle schauen und nicht, was man uns vor diktiert in der Theorie… Den kein Mensch ist gleich, keiner hat immer die selben Bedürfnisse. Unsere Kinder erst recht nicht. Man darf nicht übertreiben und nicht untertreiben – wir sollten einfach schauen, dass wir das Beste machen.

  7. Jemand meinte mal zu mir, dass man sich beim Loben ganz konkret auf das beziehen sollte, was das Kind Tolles gemacht hat, nicht nur die Person selbst hochpreisen, damit sie nicht zu egozentrisch werden. Also sagen: „Super, dass Du dein Zimmer aufgeräumt hast“ und nicht „Du bist so toll, so perfekt“. Ich gebe zu, das fällt mir manchmal auch schwer, denn mein Kind ist perfekt 😉
    LG Wiebke

  8. Claudia sagt

    Ich finde es wird in unserer ganzen Gesellschaft viel zu wenig gelobt. Dauernd wird nur gemeckert, gemotzt und darauf rum geritten was alles noch nicht ist/getan wurde/besessen wird…viel viel mehr loben und bestärken und zwar ehrlich und nicht nur so als Floskel.
    so wie du es machst eben 🙂

  9. Imke sagt

    Ich finde loben auch sehr wichtig. Ich kann es mir nur so vorstellen, dass der Artikel auf das extreme Lobverhalten amerikanischer Eltern eingeht. Daher ist dieser Artikel glaube ich auf Deutschland nicht anwendbar.
    Während unserer Zeit in den USA fand ich es auch immer unerträglich, zu beobachten wie verschwenderisch die amerikanischen Eltern mit Lob umgehen. Auf dem Spielplatz hörte man alle 3 Sekunden ein „good job“ oder „Good Boy/Girl“. Jeder Schritt auf der Leiter, jeder Sandkuchen wurde mit einer dieser Äußerungen kommentiert. Schlimm fand ich bei diesem inflationären Gebrauch von Lob vor allem, dass es nicht von Herzen kam sondern eine Art Automatismus war, den die amerikanischen Eltern entwickelt haben, sich voneinander abschauen und weitergeben. Die Kinder erwarten daher nach jeder kleinen Aktion sofort ein Lob und freuen sich aber eigentlich gar nicht mehr richtig darüber – es ist ein Applaus den sie ständig einfordern. Das fand ich unnatürlich.

  10. Ich lobe gern und oft, manchmal vielleicht wirklich einen Hauch zu oft. Mir hat eine Anregung gut gefallen, die ich neulich in einem amerikanischen Artikel las: wenn das Kind Lob einfordert, einfach mal fragen, wie es selbst zu seinem zu lobenden Erfolg/Bild/Handeln steht. Bist Du stolz, dass Du das geschafft hast? Wie findest Du denn Dein Bild? Was gefällt Dir an dem, was Du gerade gemacht hast?
    Mir leuchtet ein, dass übertriebenes Lob kontraproduktiv ist und nicht unbedingt zu einem guten Selbstwertgefühl und zu der Fähigkeit, sich selbst anzuerkennen führt. Lob an sich finde ich total wichtig, und sich selbst loben und schätzen zu können, erst recht.

  11. Du beschreibst genau das, was ich in meinem Blogartikel mit substantiiertem Feiern meine! Ich fühle mich verstanden und verbunden mit dir! *freu*

  12. Lisa sagt

    Das was du hier beschreibst, ist ja eben nicht die Art von Lob die kritisiert wird, genau so wie du sollte man es machen. Wahrnehmen und darauf eingehen und nicht nur „Toll gemacht“ sagen und dann wieder umdrehen.

  13. franzi sagt

    Das was du beschreibst, widerspricht den „nicht-loben-empfehlern“ in keinster weise… im Gegenteil: du sagst genau dasselbe! Nämlich dass es alternativen gibt zu diesem wertenden und manipulierendem loben. Kein mensch empfiehlt, seine Kinder zu ignorieren oder ihnen keine Anerkennung zu schenken.
    Und es geht auch nicht ums amerikanische loben… sondern darum es eben nicht manipulierend einzusetzen… was ja noch viel doller der Fall wäre, wenn man es nur ganz gezielt für besondere „Leistungen“ einsetzt.

  14. max sagt

    Eine kleine Anregung zum Thema Loben:

    Ich bin ein Verfechter der These, das Loben für Kinder kontraproduktiv ist. Und da geht es mir (und ich wage zu behaupten auch den meisten anderen Verfechtern dieser These) gar nicht in erster Linie um die „amerikanische Art“ des Lobens, also die inflationäre Verwendung, sondern um die zwischenmenschliche Konstellation, die Loben überhaupt erst möglich macht.

    Zuerst einmal sollten mMn die Begriffe „Lob“ auf der einen, und „Annerkennung, Wertschätzung, Respekt“ auf der anderen Seite bewusst getrennt und nicht synonym verwendet werden.

    Lob ist (für mich) etwas hierarchisches.
    Wer hat das Recht (oder glaubt es zumindest) einen anderen Menschen zu loben?? Doch nur jemand, die/der glaubt, das Verhalten / die Taten eines anderen Menschen besser bewerten zu können als dieser selbst. Sich herausnimmt, besser beurteilen zu können, wie wertvoll das Verhalten / die Taten seines/ihres Gegenübers sind.

    A sagt zu B: „Das hast du gut gemacht!“ Ein Satz den jeder sicherlich schon mal gehört/gesagt hat.
    Analysieren wir diesen Satz doch mal kurz: Oberflächlich betrachtet gibt A B zu verstehen, dass eine Sache gut gemacht wurde, ansich ja nocht nicht so schlimm. Doch wenn man etwas genauer hinsieht, transportiert dieser Satz etwas Absolutes („das ist gut“), objektives.
    A maßt sich an B, zu bewerten und erhöht sich . B wird nicht nach ihrer/seiner Meinunung gefragt.

    Bestätigung kommt von Außen, nicht wie es sein sollte von innen.
    Kinder haben meiner Erfahrung nach (mehrere Jahre Berufserfahrung in elementaren Bildungseinrichtungen) von anfang an eine sehr gute Selbsteinschätungsfähigkeit, die Ihnen im Laufe der Jahre leider immer mehr abtrainiert wird. Eben durch Loben (extrinsische Belohnung), Bevormundung und Geringschätzung der kindlichen Fähigkeiten.

    Ich gebe es offen zu, ich kann auch persönlich mit Lob nichts anfangen. Werde ich gelobt, löst das in mir negative Emotionen aus. Ich kann ganz gut selbst einschätzen, ob ich Mist gebaut, oder etwas gut hinbekommen hab. Dann brauche ich niemanden, der mich oder mein Verhalten BEWERTET.

    Das heißt aber trotzdem nicht, dass ich kein soziales Wesen wäre, dem die Meinung anderer vollkommen egal ist. Im Gegenteil genieße ich den Kontakt zu Menschen, wenn dieser auf einer GLEICHBERECHTIGTEN, toleranten und wertschätzenden Ebene stattfindet.

    Habe ich etwas meiner Meinung nach gut gemacht, freut es mich natürlich, wenn ich Wertschätzung durch meine Mitmenschen erfahre.
    Wen als Feedback: „Deine Arbeit gefällt mir. Wie hast du Problem X gelöst? Kannst du mir das erklären?“ oder „Die Lösung hat Potential. Aber ich hätte ein paar Ideen, wie es noch besser funktionieren könnte. Sollen wir die mal durchgehen und prüfen, ob wir diese umsetzten können?“ kommt, signalisiert mir mein Gegenüber ehrliches Interesse und Wertschätzung auf einer gleichberechtigten, menschlichen Ebene.

    Bei der Debatte geht es mMn vordergründig um das Bild vom Kind/Menschen, der uns gegenüber steht. Betrachte ich mich als besser/intelligenter/reifer/etc., oder betrachte ich mein Gegenüber als MENSCHLICH ebenbürtig (unabhängig dessen Entwicklungsstand)?
    Bei 2. Variante fällt es mir schwer, ja sehr schwer meinem Gegenüber MEINE MEINUNG als OBJEKTIVE WAHRHEIT aufzuzwingen.

    So, das wars jetzt.
    Hoffe ich habe halbwegs den roten Faden behalten können.

    lg max

  15. Pingback: Suuuuuper toll gemacht! | Super Mom Blog | Mama Blog von einer Mutter die noch Frau ist

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