reg dich nich auf, mama! ::: anekdote aus dem alltag mit kindern
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reg dich nich auf, mama! ::: anekdote aus dem alltag mit kindern

Alltag mit Kindern, Minions, Anekdoten, Kindermund

Ich habe das Gefühl, es gab hier in letzter Zeit eher ernstere Themen aus meinem persönlichen Alltag mit Kindern. Zeit für ein Anekdötchen der heiteren Art, richtig? Und da vor allem der Vorrat an Unfugsideen der Kleinen, von mir auch liebevoll „meine Minions genannt, niemals erschöpft zu sein scheint, kann ich heute  mit einer Geschichte von gestern aufwarten: Alltag mit Kindern as we love it.

Wir kommen immer um etwa halb vier nach Hause, falls kein Kind irgend eine Nachmittagsaktivität hat. Gestern wirkten die Kids beim Abholen alle drei sehr erschöpft, so dass der Bub sein Fußballtraining canceln durfte und das Herzensmädchen die Französisch-AG. Stattdessen fuhren wir auf kürzestem Weg nach Hause, aßen Erdbeeren mit Vanilleeis und ruhten uns aus. Auch das ist Alltag mit Kindern: mal aus den Routinen ausbrechen können. Um Kraft zu tanken, brauchen meine vitalen Kinder aber ja nie lange, und so waren die zwei Kleinen bereits nach einer halben Stunde wieder auf dem Weg nach draußen.

Innerhalb kürzester Zeit hatten sie sich mit ihren Freund*innen aus der Straße zusammen gefunden und begehrten hier Einlass. Zu sechst. Ich habe sie mit Hinweis auf das schöne Wetter (danke, Sommer!) abgewimmelt und sie zogen von dannen – nur um 10 Minuten später zu verkünden, sie gingen jetzt alle (!) zu Freundin Nele in den Garten. Ich gestattete das mit dem Hinweis, sie sollten um sechs nach Hause kommen und verspürte einen winzigen Anflug von Mitleid mit Neles Vater, der zu Hause arbeitet und für den jetzt sicherlich alle Produktivität dahin sein würde. Aber sei’s drum, dachte ich, der Mann ist erwachsen und wird das schon in seinem Sinne regeln. Das Herzensmädchen und ich beredeten derweil ihre Buchbesprechung, ich bereitete ein bisschen das Abendessen vor und gärtnerte vor mich hin, schwupps, war es auch schon kurz vor sechs. Alltag mit Kindern, Minions, Anekdoten, Kindermund

Und dann. Klingelte es tatsächlich pünktlich um kurz vor sechs an der Haustür und ich freute mich über meine braven Kinder, mit denen ich so gut Vereinbarungen treffen kann, an die sie sich ja offensichtlich so gut halten und überhaupt sind sie so verlässlich für ihr Alter…. Und ich öffnete freudestrahlend meinen folgsamen, verantwortungsbewussten, Superkinderchen die Tür.

Da standen sie. Grinsend. Beide klatschnass bis auf die Haut. Haare. Klamotten. Schuhe. Alles. Mit blauen Lippen vor Kälte. Und tropften glücklich auf die Fußmatte.

Ich: O_o !!!

Lieblingsbub: „Aber das war gar nicht unsere Schuld, Mama. Echt! Nele hat den Rasensprenger angemacht, das konnte sie nämlich ganz alleine. Da mussten wir auch mit durch rennen. So ging das Spiel!“

Ich: „Wo war denn Neles Papa?“

Lieblingsbub: „In seinem Zimmer, ganz oben. Der wollte nicht gestört werden, der musste noch arbeiten.“

Goldkind: „Wir haben den auch nicht gestört, Mama, ehrlich. Wir waren nur im Garten. Da haben wir mit Stöcken auf den Baum gehauen und Blättersuppe gemacht. Und das Spiel mit dem Rasensprenger gespielt.“

Ich sah derweil die Grasflecken auf dem hellen Sommerkleid vom Töchterchen und die grün-braun verschmierten Hände vom Bub und seufzte tief. Das Herzensmädchen, das hinter mir stand, kicherte leise und kommentierte nur: „Ich lass schon mal Wasser in die Wanne.“

Ich wollte gerade noch etwas sagen, da griff das Goldkind tröstend meine Hand und sprach: „Reg dich nich auf,Mama. Is ja nur Wasser.“

Während ich meine durchgekühlten verdreckten Kinder aus ihren nassen Sachen pellte und die Wanne steckte, dachte ich kurz an den Garten der Nachbarn, dem Ort, wo so fröhlich und unkontrolliert (und offenbar zerstörerisch) gespielt worden war. Und an den heißgeliebten japanischen Ahorn meiner Nachbarin, der in diesem Garten steht. Und an ihren Mann in seinem Arbeitszimmer, der mit Sicherheit nichts davon mitbekommen hat, was zwei Stockwerke tiefer passierte, wenn er vertieft in seine Arbeit war. Und daran, was bei Nachbars am Abend noch los sein würde, wenn Neles Mama von der Arbeit heimkäme.

Ich regte mich nicht auf. Ich war nur für einen ausgedehnten und selbstsüchtigen Moment lang dankbar, dass es nicht mich erwischt hat. Und meinen Garten. Und meine Kletterhortensien, die sich hervorragend für Blättersuppe eignen. Alltag mit Kindern ist manchmal wild und laut und nass. Und ganz schön oft unberechenbar.

Mit was haben eure Kinder euch in letzter Zeit denn den Alltag abwechslungsreich gestaltet, hm?

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6 Kommentare

  1. anhaltina sagt

    Schöne Story. Ich wünsche mir ab und an auch ein bischen mehr Gelassenheit…letzte Woche hat unser lieblingssohn (3) zusammen mit dem Nachbarjungen deren Kirschbaum gerodet, um Sandkirschkuchen zu backen. Kreativ sind sie ja…war aber auch froh, dass es nicht unser Kirschbaum war 🙂 lieben gruss

  2. lucylein sagt

    Ich wünschte, du wärst meine Nachbarin… Bei uns toben nämlich auch oft 6-10 Kinder der Nachbarschaft mit meinen Jungs durch Haus und Garten und ich befinde mich auch derweil oft im Arbeitszimmer (Lehrerschicksal…). Allerdings habe ich eine Nachbarin, die sich gerne mal bei mir beklagt, dass ihr Kind ohne Matschhose und Gummistiefel bei uns im Garten schmutzig geworden sei… Was schlägst du vor? Haus- und Gartenverbote für Kind und Mama? 😉

  3. Huasmom sagt

    oh nee.. Aber irgendwie so schön herrlich. Was meinste was die für ein Spaß hatten :)..

    An einem der vergangenen Regentage fragte mich meine Jüngste ob sie, bis es Abendbrot gibt, noch kurz in der Sandkiste spielen dürfe (es hätte ja gerade endlich aufgehört zu regnen). Warum nicht. Regenhose und Gummistiefel an und weg war sie. Ich, derweil mit aufräumen und Abendessen vorbereiten beschäftigt, dachte, danke(!) für diese kurze Möglich der Ruhe. Halbe Stunde später steht das Kind an der Tür: von oben(!) bis unten(!) mit Blumenerde bematscht, glückselig grinsend und einer Handvoll Regenwürmern. O_o
    Ich konnte diesem Matschgesicht nicht böse sein. Ein wenig genervt war ich aber schon. 😉
    Gruß, Meron

  4. Sohn (6) grub im Kindergarten mit 2 Kumpels Löcher in den Sand und alle pinkelten fröhlich hinein O_o . Laut Erzieherin waren das nicht die ersten Kinder die auf diese Idee kamen, komischerweise sind es jedes Jahr die Vorschul jungs. Nunja….

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