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erster schultag nach den ferien ::: rituale & gewohnheiten bei berlinmittemoms

erster Schultag nach den Ferien, Vorbereitung, Rituale

Heute ist er, unser erster Schultag nach den Ferien. Und weil es bei vielen von euch sicher genauso aufregend und auch chaotisch zugeht, wie es bei uns heute morgen war, dachte ich, ich erzähle euch mal von den Berlinmittemom'schen Gewohnheiten und Ritualen, mit denen wir versuchen, der Aufregung am ersten Tag ein bisschen die Luft aus den Segeln zu nehmen.

Dabei geht es für uns vor allem darum, dass wir die Vorfreude der Kinder teilen, dass wir sie ermutigen, wenn sie Angst vor etwas Neuem haben und dass wir uns alle zusammen aufs neue Schuljahr einstimmen – und von der schönen Ferienzeit verabschieden. Wir haben ein paar feste Gewohnheiten, manche nur ganz klitzeklein, die für uns dazu beitragen, dass wir ein bisschen entspannter in den ersten Tag gehen.

1. Vorbereitung ist alles!

Wenn etwas Neues anfängt, ist es immer gut, das Gefühl zu haben, dass man der neue Situation gewachsen ist und gut gewappnet bzw. vorbereitet startet. Wir zelebrieren also die Dinge, die dazu gehören ein bisschen mit unsren Kindern. Das fängt beim Zimmer bzw. Schreibtisch aufräumen ein paar Tage vor Schulbeginn an, geht über das Sortieren der Schuldinge für Ranzen und Tasche bis zum fest eingeplanten Neu- und Nachkauf von zu klein gewordenen Sportschuhen, aufgebrauchten Buntstiften und neuen Schülerkalendern. Wir haben zum Beispiel einen festen Tag in den Ferien, meist in den letzten beiden Wochen, wo wir gemeinsam die Mäppchen, Ranzen, Ordner und Sporttaschen durchsehen und entsprechende Listen schreiben: jedes Kind schreibt auf seine eigene Liste, was es fürs neue Schuljahr braucht. (Für das Goldkind übernimmt das eins der großen Geschwister oder ich.) Im Anschluss werden die Schreibwarenvorräte im Haus sowie die abgelegten Sportschuhe der jeweils größeren Geschwister auf Tauglichkeit gecheckt und dann wird eingekauft. Ich gebe zu, es ist tatsächlich sehr anstrengend, mit drei Kindern die entsprechenden Geschäfte abzuklappern und alles zusammen zu besorgen, aber es gehört zu unseren Schulanfangsritualen und sorgt dafür, dass ihr erster Schultag nach den Ferien für die Kinder nicht allzu unerwartet kommt. Wenn sie selbst an den Vorbereitungen beteiligt sind, fühlen sie sich viel eher bereit.

2. Vorfreude auskosten

Die Vorfreude auf den ersten Schultag wird schon durch diese Vorbereitungen gesteigert, denn sind die neuen Buntstifte, Ordner, Patronen, Schlüsselbänder und Hallenschuhe erst mal im Haus, fangen die Kinder an, ihre Schulranzen zu packen. Damit der erste Schultag nach den Ferien endlich kommen kann, werden die Mäppchen aufgerüstet, die Sporttaschen gepackt und die Stifte ausprobiert, die neu gekauft wurden. Selbst die Kleine, die ja noch gar nicht in die Schule geht, ist angesteckt von dem vorfreudigen Eifer der großen Geschwister und erinnert mich daran, ihre Tasche für die Vorschule zu packen: Wechselsachen, ein Kuschelkissen, Gummistiefel und Matschhose, sowie natürlich die Regenjacke. "Und feuchtes Toilettenpapier, Mama. Du weißt schon, ich kann das alles alleine, aber mit feuchtem Papier geht's leichter." Auch solche Sachen stehen auf der Liste und werden abgearbeitet. Sind die Taschen und Rucksäcke dann am Vorabend des ersten Schultages fertig gepackt, dann

erster Schultag nach den Ferien, Vorbereitung, Rituale

3. Abschied von den Ferien, Abschied vom alten Schuljahr

Die Ferien waren lang und wunderschön. Wir haben viel Neues erlebt, viele bekannte Dinge neu umarmt und sind noch ganz erfüllt von all den Sommererfahrungen der letzten Wochen. Jetzt gilt es aber, diese los zu lassen. Schön ist für uns immer das Ritual, dass wir uns gegenseitig erzählen, was wir am jeweils am Schönsten fanden. Meistens ist das eins der typischen Tischgespräche beim Abendessen: jedes Kind zählt auf, was es in den Ferien am liebsten gemacht hat, welche Momente es am schönsten Fand und von was es sich ein Bild übers Bett hängen könnte, wenn es von der jeweiligen Situation/Person/Erlebnis eins gäbe. Einerseits können wir dann alle noch mal so richtig in den Sommererinnerungen schwelgen, andererseits ist es gleichzeitig eine Art Loslassen: diese Tage sind vorbei, jetzt kommt etwas Neues.

Dasselbe gilt für den Abschied vom alten Schuljahr. Der erste Schultag nach den Ferien bringt meist viel Neues: in diesem Jahr ist das Goldkind ab heute zum Beispiel nicht länger Kita- sondern offiziell ein Vorschulkind, der Lieblingsbub hat eine neue Lehrerin und einen neuen Klassenraum und das Herzensmädchen ist gleich in einen neuen Schultyp gewechselt. Viel Neues und vieles, was sich vom Vorjahr unterscheiden wird. Neues kann ja immer auch Angst machen oder einen kleinen (und auch viele große!) Menschen ängstlich beeindrucken, deshalb ist es für uns immer so wichtig, das Alte loszulassen und das Neue zu begrüßen. Wir sprechen also immer wieder darüber, was sich gegenüber dem Vorjahr ändern wird, auf was wir uns besonders freuen und was uns vielleicht Bauchschmerzen macht. Die neue Lehrerin ist vielleicht nicht so nett wie die alte? Es hilft, wenn wir darüber reden können und uns vorstellen, wie sie sein könnte. Die alte mochten wir sehr, ja, aber die neue ist vielleicht genau so nett oder macht irgend etwas anderes ganz toll. Wir verabschieden uns in immer wiederkehrenden Gesprächen vor allem kurz vor dem Ende der Ferien bewusst vom Alten und öffnen die Herzen und Köpfe für das Neue, das kommt.

4. A little party never killed nobody: den Schulstart feiern.

Wir haben tatsächlich auch kleine Feier-Rituale, die das Ende bzw. den Anfang von Ferien- und Schulzeit markieren: heute habe ich beispielsweise meine drei nach der Schule auf ein Frozen Yogurt ausgeführt und am letzten Schultag gehen wir traditionell alle fünf in die Pizzeria um die Ecke und feiern den Ferienbeginn, den letzten Schultag, das Zeugnis mit Pizza und Pasta. Es sind nur kleine Dinge, keine großen Feste, keine riesigen Geschenke, die für uns den Moment markieren, den wir bedeutsam finden und zusammen feiern wollen. Für uns geht es auch hier darum, dass wir zusammen bewusst erleben möchten, dass ein wichtiger Tag in unser aller Leben gekommen ist und etwas Neues beginnt. Heute war's das Frozen Yogurt mit jeweils zwei Toppings pro Kind – wenn das nicht Feiern ist!

Erster Schultag nach den Ferien, Feiern, Rituale

5. Zusammen ist man weniger allein

Erster Schultag nach den Ferien und das Herz klopft trotz aller Vorbereitung bis zum Hals, weil etwas Neues und Ungewohntes auf mich wartet? Meine Kinder haben das in diesem Jahr besonders gespürt, jeder auf seine Art. Eins unserer Schulanfangsrituale ist deshalb diese Regel im Hause Berlinmittemom: am ersten Schultag werden alle gebracht. Jeder, so weit, wie er mag und wie es je nach Schule/Kita funktioniert, aber Mama und Papa sind dabei. Vielleicht ist es nur ein kurzer Moment, in dem wir noch auf dem Hof stehen und winken oder uns noch mal fest umarmen an der Tür zum Klassenzimmer oder dem Schultor, aber der gemeinsame Gang in die Schule/Kita an diesem besonderen Morgen wirkt Wunder. Gut, das Herzensmädchen ist heute früh recht schnell davon geprescht und das ist wunderbar so. Aber ich habe sie noch mal kurz gesehen, als ich die Treppe wieder herunter kam und sie mir aus dem Gebäude gegenüber noch mal einen Blick durchs Fenster des Treppenhauses zugeworfen hat: ein kleines Lächeln ging hin und her und wir wussten beide, wir sind nicht allein.

6. Erster Schultag nach den Ferien? Mama-Ritual nur für mich allein!

Der Kinder erster Schultag nach den Ferien ist aufregend und voller neuer Dinge, die erlebt, erkundet, in Erfahrung gebracht werden müssen, und ich bin gerne bereit, mich mit Vorbereitungen und Ritualen voll darauf einzulassen. Aber, wenn sich die Klassenzimmertüren nach sechs Wochen zum ersten Mal hinter meinen drei Kindern schließen und ich wieder draußen vor der Schule stehe und weiß, ich hole sie erst Stunden später wieder ab, dann kommt mein Moment: bevor ich an den Schreibtisch düse und mich an die Arbeit mache, die in den letzten Wochen hinter all den Ferienaktivitäten zurück stehen musste, gönne ich mir den leckersten Latte Macchiato in einem sonnige Café. Ganz allein. Was für ein herrliches Gefühl!

Jetzt ist er schon fast wieder rum, unser erster Schultag nach den Ferien und die Kinder sind fast schon auf dem Weg ins Bett. Sie werden beim Abendessen sicherlich schnattern und erzählen und aufgeregt sein, immer noch. Aber sie kommen langsam aber sicher wieder rein, ins Schulleben – nach den herrlichen Ferienwochen und zurück im Alltag.

Steht euch das noch bevor oder habt ihr ihn schon hinter euch, den ersten Schultag?

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8 Kommentare

  1. Sehr schöne Rituale habt ihr! Und beim Lesen wurde mir richtig warm ums Herz, weil ich eure kleinen und großen Momente so liebevoll und achtsam finde! Jeder hat seinen Platz in dieser aufregenden Anfangsschulzeit! Schön! Liebe Grüße, Nadine

  2. Rebekka sagt

    Dein Post ist sehr schön. Ich bin selbst immer melancholisch, wenn der Sommer und die Ferien zu Ende gehen.
    Bei uns ist es leider total anders und chaotisch. Die Ferien kürzer, Hortbesuche haben das Ferienerlebnis auch etwas getrübt und der Schulanfang kam völlig überraschend und unvorbereitet. Von meinen dreien geht allerdings nur eine in die Schule. Die Ängste wurden trotzdem besprochen und Vorfreude gab es auch. Aber ich nehm mir ein Beispiel an dir und versuch nächstes Mal auch etwas ritualisierter an die Sache heranzugehen. Danke dafür.

  3. Anne sagt

    Wo hast Du diese wunderbare Lunchbox her u die passenden Einsätze dazu? Das ist ja passgenau. ♥

  4. Es ist so süß, mitzuerleben, wie sehr ihr euch reinhängt – es klingt, als ob ihr wirklich euer ganzes Leben auf eure Kinder einstellt. So eine Kindheit hätte ich auch gern gehabt.
    Mir wird noch aus einem anderen Grund wehmütig ums Herz, denn unsere Mädels sind schon so groß, dass sie außer WLAN kaum nochwas brauchen. Sie erzählen uns auch nicht mehr so viel und brauchen daher auch nicht mehr so viel „Coaching“.

    Und außerdem braucht man in unserer Schule all diese netten kleinen Vorbereitungen überhaupt nicht. Man macht einfach da weiter, wo man vor den Ferien aufgehört hat.

  5. Manu sagt

    Wieder mal super geschrieben, ich war fast dabei. Bei uns in Sachsen sind noch paar Tage Ferien. Am 1.9. geht’s dann auch bei uns wieder los mit Schule und Kindergarten. Wir verbringen unsere letzte Ferienwoche mit Kisten packen und stecken mitten im Umzugschaos. Aber wir freuen uns auf die neue Wohnung und das ganze ist für uns wie ein großer Neuanfang. Wir werden das meistern und danach voll durchstarten. Jetzt muss ich wieder an meine Kisten! Euch allen noch eine schöne Woche!

    Viele Grüße
    Manu

  6. Sabine Wurm sagt

    Vielen Dank für diesen außerordentlich toll geschriebenen Bericht! Er bedeutet mir speziell sehr viel, weil mein Sohn im letzten Schuljahr eine Schulphobie entwickelt hatte und sich mühsam, aber mit voller Kraft zurück kämpfte. Er wird nun das Schuljahr wiederholen, freiwillig und da kommen mir deine Tipps gerade sehr recht.

    Ich werde deinen Artikel auch in meiner fb-Gruppe "Schulangst-Schulphobie-Trennungsangst" teilen.

    Ich verfolge deinen Blog immer sehr gespannt!

    Viele liebe Grüße

    Sabine Wurm

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