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der sommer hat sich in den herbst eingemischt ::: zimtwecken und flipflops

Zimtwecken, Kanelbullar, Rezept, Backen

Die Herbstferien haben angefangen und anders als sonst zu dieser Zeit erleben wir sowas wie ein Sommer-Revival oder wie das Goldkind sagte: „Mama, der Sommer hat sich in den Herbst eingemischt!“ Backlaune hatte ich dennoch am Wochenende und obwohl wir Flip Flops tragen konnten und das Rezept eher zu UGG-Boots passt, habe ich mich für Zimtwecken mit Hagelzucker entschieden.

Wie jedes Mal in letzter Zeit, wenn ich Hefeteig mache, frage ich mich, wieso ich diesen Teig in den Jahren zuvor so oft und konsequent vermieden habe – es ist köstlich, fluffig und einfach und im Gegensatz zu früher stehe ich heute auf dem Standpunkt: man sollte immer ein Päckchen frische Hefe im Haus haben, damit man jederzeit loslegen kann. Was man mit diesem Teig alles anstellen kann ist phänomenal und nach meinem Pflaumenkuchen mit Streuseln, dem Stutenkerl an Sankt Martin und diversen Flamm- bzw. Zwiebelkuchen-Experimenten, waren es am Samstag die Zimtwecken, die ich mir auserkoren hatte als süßes Wochenend-Schmankerl für die Familie.

Zimtwecken, Kanelbullar, Rezept, Backen

Zutaten für ein Blech Zimtwecken

Für den Hefeteig:

  • 500g Mehl
  • 1 Wuerfel Hefe
  • 220ml lauwarme Milch
  • 100g Zucker
  • 80g Butter
  • 1 Ei
  • Prise Salz
  • 1 TL Zimt

Für die Füllung:

  • 100g weiche Butter
  • 3 TL Zimt
  • 1 TL gemahlener Kardamom (wer’s sachter mag vom Geschmack, nimmt nur die Hälfte)
  • 8og feiner Zucker
  • wer möchte zwei Hände voll gerösteter, grob gehackte Nüsse der Wahl (Pecan-, Hasel- oder Walnüsse, es geht aber sicher auch jede andere Nuss)

Für obendrauf:

  • 1 Eigelb
  • Hagelzucker

Und so geht’s:

1. Hefe zerkrümeln und mit Mehl, Zucker, Milch, Butter, Ei, Salz und Zimt mit den Knethaken des Handrührgerätes zu einem Teig verkneten, der sich gut vom Rührschüsselboden lösen lässt. Den Teig mit den Händen zu einer glatten Kugel kneten und die Schüssel mit einem sauberen Küchenhandtuch zudecken. Dann den Teig für mindestens 30 Minuten (wenn nötig länger) an einem warmen Ort gehen lassen. TIPP: ich stelle den Teig bei 40° in den Ofen, nicht wärmer, aber das ist perfekt.

2. Butter, Zucker, Zimt und Kardamom in einer Schüssel zu einer Masse vermengen

3. Ein Backblech mit Backpapier belegen und bereit stellen, den Backofen auf 180° (Umluft) vorheizen.

4. Den fertig gegangenen Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu zwei etwa gleich großen Rechtecken ausrollen und jedes davon mit jeweils der Hälfte der Zucker-Butter-Zimt-Masse bestreichen. Dann die Teig-Rechtecke mit den gehackten Nüssen bestreuen und von der langen Seite her zu einer Wurst aufrollen. Beide Würste jetzt in ca. 3-4 cm dicke Scheiben schneiden.

5. Die einzelnen Teigrollen mit der Schnittfläche nach unten auf das mit Backpapier belegte Backblech setzen, dabei keinen zu großen Abstand zwischen den Teigstücken lassen. Ich persönlich mag es gerne, die Teigstücke so aneinander zu setzen, dass sie sich beim Backen/Aufgehen an den Rändern berühren. Das ergibt beim Auseinanderreißen nach dem Backen fluffige Außenränder und die einzelnen Zimtwecken trocknen beim Backen nicht aus. Die Teigrollen jetzt nochmals 20-30 Minuten gehen lassen.

6. Die Zimtwecken mit Eigelb bepinseln und mit Hagelzucker bestreuen, dann für ca. 15 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen. Vorsicht, sie werden recht schnell dunkel. Falls das passiert, die Wecken mit Alufolie abdecken. Meine waren am Samstag nach 13 Minuten perfekt.

Zimtwecken, Backen, Rezept, Kanelbullar

Passend zu den Zimtwecken hat auch mein Goldkind die Bullerbü-CDs rausgekramt und das Herzensmädchen erinnerte sich sentimental an die eigenen Lieblingsgeschichten von früher: Madita und Pims. Und wie fast in allen Lindgren-Büchern werden da wie verrückt Zimtwecken aka Kanelbullar gegessen. Passte also wie die Faust aufs Auge. Warm waren sie sowas von köstlich und wir aßen sie gleich vom Blech, der Mann und ich mit einer Tasse Kaffee dazu, die Kinder einfach so. Aber auch am Tag danach schmeckten sie noch köstlich und wurden von den Kindern nachmittags auf der Picknickdecke im Garten vertilgt – mit den nackten Zehen im Gras.

Jetzt ist der Sommer mit seiner Einmischung aber wohl am Ende, wenn ich das richtig sehe und es wird wieder Zeit für Herbstdinge: Kürbissuppe, Kastanienketten, Blätterrascheln, Hagebuttenkränze und die ersten Plätzchenrezepte. Achja, das ist der Herbst, der bricht dir noch das Herz!

Mir heute nicht, so viel steht fest. Und euch auch nicht! Mögt ihr Zimtwecken? Habt ihr noch andere Varianten auf Lager? Oder was sind eure liebsten Kleingebäcke für den gemütlichen Herbstsonntag mit der Familie?

signatur

 

9 Kommentare

  1. Lecker! Zimtwecken funktionieren bei uns tatsächlich – ganz wie in Bullerbü – zu jeder Tages- und Jahreszeit. Aber wenn es kälter wird, sind sie besonders lecker.
    Ich nehme immer lauwarme Milch für den Teig, dann geht er besonders gut auf. Und wer es am Ende eilig hat, spart sich das letzte „gehen lassen“ und stellt die Zimtwecken stattdessen in den nicht vorgeheizten Backofen.

  2. Nadine sagt

    Hallo,

    man kann auch Marzipan (statt der Nüsse oder evtl. in Kombination mit Mandeln) drüber raspeln – sehr lecker :o)

    Und falls man doch mal zu viele Wecken gebacken hat, kann man die problemlos einfrieren. Nach dem Auftauen kurz im Ofen warm gemacht, schmecken die wie frisch zubereitet :o)

    LG,
    Nadine

  3. Deine Wecken klingen köstlich! Meine Zimtwecken sind Zimtschnecken, denn ich stehe auf dem Standpunkt, dass man immer eine Rolle Fertigblätterteig im Haus haben sollte…. nein, eigentlich nicht 😀 Aber wenn man eine Rolle hat und sie mit einem cremigen Butter/Zimt/Zucker-Gemisch beschmiert, zusammenrollt und in schmale Schnecken schneidet, werden daraus im Ofen ganz schnell kleine Köstlichkeiten! Ich bin auch hin- und hergerissen zwischen Sommersehnsucht und der Vorfreude auf Kerzen, Bügelperlenbeschäftigung, Puzzles und Spiele. Zur Zeit überwiegt die Sommersehnsucht bei dem fiesen Nieselwetter.

  4. Liebe Anna Luz de Léon,
    ich habe deinen Blog erst vor kurzem entdeckt. Ich bin keine Frau, die sich so fabelhaft mit dem Internet auskennt, geschweige denn es so toll nutzt. Aber ich lerne.
    Es tut so gut, ihn zu lesen, eine andere „passionate mom“ kennen zu lernen und so viel Positives mitzubekommen.
    An den meisten Tagen im Moment zumindest 🙂 ist 20 Min. deinen Blog zu lesen meine Belohnung für echt harte Arbeit. Danke.

  5. Lottissima sagt

    Hallo Anna,
    Ich habe neulich meinen ersten Hefeteig gemacht und er ist nicht besonders geworden (mit Trockenhefe). Ich wollte dich fragen: Deine frische Hilfe löst du nicht vorher in (lauwarmer) Milch auf, sondern bröselst sie einfach zu den anderen Zutaten? Und woher weißt du, dass dein Herd 40 Grad warm ist? Ich hoffe, ich kriege noch den Hefedreh raus… würd mich echt freuen. Hach. 😉

  6. Biene sagt

    Hallo Anna,
    Danke für diese leckere Rezept. Ich habe es gestern zum ersten Mal ausprobiert und die Wecken waren super. Das kommt jetzt in meine Sammlung der Lieblingsrezepte. 🙂

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