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geschenketipp zu weihnachten pt. III ::: 6 buchtipps vom herzensmädchen

Buchtipps, Jugendbücher 2015, Geschenktipps zu Weihnachten, Booklove, Lesetipps, Rezension

In vier Tagen ist Weihnachten. Fast habe ich alle Geschenke zusammen, aber mir fehlen noch ein paar Bücher. Nichts schenke ich zu Weihnachten lieber als Bücher: etwas zum Schmökern in den Weihnachtstagen, wenn wir zum Beispiel am ersten Feiertag in Schlafanzügen vom Frühstückstisch aufstehen, die Geschenke noch mal alle zur Hand nehmen und uns schließlich jeder mit einem Buch in der Hand sich irgendwo gemütlich hinsetzt und beginnt, in eine eigene Welt einzutauchen. Herrlich. Für alle diejenigen, die gerne noch ein schönes Jugendbuch an ein geliebtes Kind verschenken oder der Oma noch einen Last-Minute-Tipp zurufen möchten, ist der heutige Blogpost: Weihnachtsgeschenktipps Part III – die Buchgeschenke.

Mein Mädchen ist eine Vielleserin. Seit sie selbständig lesen kann ist kein Lesestoff vor ihr sicher und ich gehörte recht früh zu den Müttern, die vor den innerlich augenrollenden Buchhändlerinnen stehen und sagen: "Ja, sie ist erst neun, aber sie hat halt schon alle Bände Harry Potter gelesen und ist lesetechnisch ihrem Alter voraus…". Inzwischen zensiere ich ihr ihre Lektüre überhaupt nicht mehr. Sie ist knapp 13, sie hat sehr viel wirklich schon selbständig gelesen und beschafft sich die Titel, die sie interessieren, ohnehin. Da lese ich lieber über die Schulter mit und wappne mich für die Themen, die da möglicherweise kommen.

Die folgende Liste, die sie mir auf mein Anfragen hin zusammen gestellt hat und die ihre liebsten Leseerlebnisse aus 2015 zusammenfasst, ist deshalb auch nicht auf ein bestimmtes Lesealter zu beschränken. Einige dieser Bücher werden bei Jugend-Romanen ab 12 zu finden sein, andere bei Literatur für junge Erwachsene im Regal stehen und wieder andere finden sich in der regulären Belletristik Abteilung in der Buchhandlung eures Vertrauens. In jedem Fall sind es ihre Lieblingsbücher aus den vielen, vielen, die sie in diesem Jahr gelesen hat und sie legt sie euch begeistert ans Herz.

1. Love Letters to the Dead

"Love Letters to the Dead" von Ava Dellaira (Leseempfehlung ab 14) ist die Geschichte von Laurel, die für den Englischunterricht einen Brief an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain. Aber der Brief an ihn ist nur der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Briefen, denn sie schreibt weiter: an Amy Winehouse, Jimi Hendrix, Janis Joplin und Judy Garland. Schnell wird klar, dass das Briefeschreiben eine Art Therapie für sie ist, denn Laurel wirkt ziemlich verloren und hat einiges zu bewältigen. Ihre Schwester May, die sie vergöttert hat, lebt nicht mehr und ihre Mutter hat sie im Stich gelassen. Allein mit Vater und hyperreligiöser Tante ist die Bewältigung ihres Alltags eine Herausforderung für sie. Außerdem verliebt sie sich auch noch, das macht das Ganze nicht einfacher. Im Laufe der Briefe erfährt man mehr über die ganze Tragik um den Tod von May und Laurels Bemühen, sie loszulassen.

Das Herzensmädchen sagt, sie mag den leichten Schreibstil der Autorin und die Tatsache, dass sie in Laurels Briefen ein bisschen etwas über die toten Persönlichkeiten erfahren hat, auch wenn deren Biographien nur am Rande mit der Geschichte zu tun haben. Die Geschichte selbst beschreibt sie als sehr berührend und traurig, aber sehr eindringlich.

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2. Eleanor und Park

Der Roman Eleanor und Park von Rainbow Rowell ist auf den ersten Blick eine klassische Boy-meets-Girl-Geschichte: der außenseiterische Park, der im täglichen Highschool-Wahnsinn scheinbar ums Überleben kämpft, trifft auf die schrullige Eleanor, die sich eines morgens neben ihn in den Bus setzt. Zuerst kann er ihr nichts abgewinnen, aber schnell stellt sich heraus, dass sie viel gemeinsam haben und einige Interessen teilen. Beide gehören definitiv nicht zur In-Clique: Park ist das Kind einer eindeutig schrulligen koreanischen Mutter, Eleanor lebt mit vier jüngeren Geschwistern bei Mutter und Stiefvater, nachdem sie zuvor ein Jahr lang nicht mit der Familie gelebt hat. Die Hintergründe und ihre Familiengeschichte enthüllen sich erst allmählich, in etwa in dem Tempo, in dem die beiden Teenager einander näher kommen. Schnell wird klar, dass es Liebe ist. Teenagerliebe, heftig und tief und ausschließlich.

Diese Liebe steht allerdings scheinbar unter keinem guten Stern, denn Eleanor kämpft zusehends mehr gegen die Zustände zu Hause, wo Gewalt und Willkür durch den Stiefvater alle Abläufe bestimmen und Park stellt mehr und mehr fest, wie sehr Eleanor eigentlich in Bedrängnis ist und sucht nach Auswegen für sie und für ihre Beziehung.

Das Herzensmädchen hat das Buch v e r s c h l u n g e n und ich habe es auch gerne gelesen. Wir finden beide, dass diese Geschichte eine ganz besondere ist, und auch wenn ihr das klassische Happy End fehlt (oder vielleicht gerade deshalb?) hat sie uns nicht mehr losgelassen. Ein tolles und ungewöhnliches Buch für nachdenkliche Teenies, die nach mehr suchen, als nur nach einer Liebesgeschichte nach Schema F.

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3. Eine wie Alaska

John Green ist in aller Munde. Seit seinem Bestseller "The Fault In Our Stars" bzw. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" haben auch seine anderen Titel die Leser*innen im Sturm erobert. Das Herzensmädchen und ich haben beide alles mögliche von ihm gelesen, so in diesem Jahr neben Margos Spuren auch "Eine wie Alaska". Das Set-Up für Margos Spuren und Eine wie Alaska ist sehr ähnlich: ein kauziger Teenager verehrt ein außergewöhnliches Mädchen in seinem Umfeld, das aber entgegen seinem oberflächlichen Eindruck mit argen Anfechtungen in seinem Leben zu kämpfen hat. Wir mochten beide Bücher, aber Eine wie Alaska hat uns mehr begeistert. Es ist die Geschichte von Miles, der ins Internat kommt und dort auf eine ganz eigene kleine Gesellschaft mit ganz eigenen Regeln trifft. Der Mittelpunkt ist die schöne, aufregende und außergewöhnliche Alaska, um die sich alles zu drehen scheint. Miles verliebt sich in Alaska, aber damit ist er keineswegs allein. Außerdem sieht Alaska in ihm eher so etwas wie einen Vertrauten, einen guten Freund, jemand, bei dem sie sich mehr und mehr fallen lässt und immer mehr von ihrer anderen Seite zeigt: verletzlich, anfechtbar, ängstlich, unsicher und voller Sehnsucht nach Liebe.

Hier geht die Boy-meets-Girl-Geschichte nicht gut aus, aber anders als bei Eleanor&Park ist das Ende absoluter und durchaus auch schrecklich. Aber die Geschichte zieht einen absolut in ihren Bann und auch wenn meine Teenagerjahre schon einigermaßen lange zurück liegen, waren die Gefühle, Ereignisse, Entscheidungen von Miles und seinen Freund*innen im Internat absolut nah und nachvollziehbar. Das Herzensmädchen hat sich bei diesem Titel regelrecht in Rage gelesen und hat fast geweint, als das Buch zu Ende war. "Ich wünschte, ich könnte noch mal anfangen!" Ja, so geht es uns mit unseren liebsten Büchern, das kenne ich.

4. Silber – Das dritte Buch der Träume

Auf das Dritte Buch der Träume, den dritten Band der Silber-Trilogie von Kerstin Gier, hat das Herzensmädchen sehnsüchtig gewartet. Kaum war das Buch erschienen, saß sie mit dem abgezählten Geld in der Tasche auf dem Rad und fuhr in ihre Lieblingskiezbuchhandlung um das gute Stück zu erwerben und – sich absolut darein zu versenken. Alle, die vom Silber-Fieber bereits infiziert wurden, werden das nachvollziehen können – den anderen sei  vom Herzensmädchen ausgerichtet: fangt mit dem ersten Band Silber an und lasst euch auf die Geschichte ein, in der sich Fantasy, Abenteuer und Romantik herrlich verbinden. Sie sagt, sie liebt die Figuren. Sie sagt, sie liebt die Verwirrungen und die Abenteuer und Prüfungen, die ihre Held*innen bestehen müssen. Und sie sagt, sie liebt die Grundidee der Trilogie: dass jeder seine eigene Traumtür hat, durch die er gehen kann und dort eine ganz eigene Welt wartet, mit eigenen Regeln, Protagonisten, Aufgaben und Erfahrungen – und Gefahren. Und dass sich dort dieselben Menschen treffen können, wie im echten Leben – ein großartige Idee. Suchtpotential, sagt sie. 

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5. Die Nebel von Avalon

Ein Klassiker. Ich habe ihn etwa im selben Alter gelesen, in dem mein Mädchen jetzt ist und habe mit gemischten Gefühlen verfolgt, wie sie es geradezu v e r s c h l u n g e n hat. Die Nebel von Avalon habe ich ungefähr im selben Alter gelesen, in dem das Herzensmädchen jetzt ist und habe mich fasziniert auf diese mystische Geschichte eingelassen. Genauso ging es dem Herzensmädchen jetzt auch und wir haben während ihrer Lektüre viel über die Artus-Sage, die Legende vom Gral und die Herrin vom See, Morgan the Fay, gesprochen. Das hat mich dazu gebracht, selbst mal wieder in der Artussage herum zu lesen – die Version von Marion Zimmer-Bradley weicht natürlich von der klassischen Sage ziemlich ab. Aber das macht das Ganze wiederum als Roman so gut lesbar. Ein Muss für fantasybegeisterte Leserinnen, die schon ein bisschen Fantasy-(Lese)Erfahrung haben und sich gut auf dicke Schinken einlassen können.

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6. Onyx

Mein Mädchen liebt ja Serien. Ich glaube, das fing schon mit Harry Potter an und hat sich seitdem nicht geändert. Nichts lieber, als wenn sie sich in ein Buch verliebt und dann schon weiß: es gibt davon noch mehr Bände! Sechs Bände Night School und sechs Bände Oksa Pollock hat sie auf diese Weise verschlungen, ebenso drei Bände Panem, die Göttlich-Trilogie, die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier und die Halo-Reihe in drei Bänden.

Onyx ist der dritte Band einer ebenfalls von ihr heiß geliebten Fantasy-Trilogie "Die Chroniken von Anbeginn" aus der Feder von John Stephens. Schon seit Band 1, Emerald, war sie völlig gefesselt und nachdem wir auf einer längeren Autoreise mal das komplette Hörbuch durchgehört haben, war der Rest der Familie auch infiziert: eine wirklich zauberhafte und auch sehr aufregende Geschichte über drei Geschwister, die durch die Zeit reisen und zwischen den Welten wechseln auf der Suche nach ihren Eltern und in dem Bestreben, das Gute in der Welt zu bewahren. Dabei bekommen sie es mit den unwahrscheinlichsten Wesen zu tun und finden Unterstützung bei einem Magier und allerhand Helfern in beiden Welten. Unwahrscheinlich gut geschrieben, spannend ohne allzu gruselig zu sein, ziemlich zauberhaft und definitiv so geschrieben, dass man sofort Band 2 und 3 nachkaufen möchte. Ach was: muss. Der dritte Band, Onyx, beschließt diese Edelstein-Trilogie und wir waren alle traurig, dass es nicht weiter geht mit dem Abenteuer von Kate, Michael und Emma.

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Das war's mit unseren Geschenketipps zu Weihnachten und auch mit Buchtipps für dieses Jahr. Dieser Liste mit den liebsten Jugendbüchern 2015 sollte eigentlich noch eine entsprechende Liste vom Lieblingsbub folgen, denn er hat lamentiert, er habe auch viel gelesen und könne seine Lieblingstitel gerne mal für die Leserinnen von Berlinimittemom nacherzählen. Er sei schließlich Drittklässler und könne schon Buchpräsentationen halten, da seien ein paar Buchtipps für mein Blog ein Klacks. Sagt er. Also das reichen wir noch nach, bei Interesse. Habt ihr?

Auf dass all eure Bücherwünsche schön verpackt unterm Tannenbaum liegen!

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7 Kommentare

  1. SchnippSchnapp-Kragenab sagt

    Vielen Dank für die schönen Tipps. Ich freue mich schon, wenn das Kind ein wenig älter ist und ich dann diese Bücher mitlesen kann. Jetzt würden mich aber wirklich die Tipps des Drittklässlers für den Zweitklässler hier interessieren. Die Auswahl fiel mir dieses Jahr schwer.
    Schöne Weihnachten wünsche ich Euch.
    Viele Grüße
    Annett

  2. Danke für die tollen Buchtipps!!!
    Meine Kinder können zwar beide noch nicht lesen, aber wie du schreibst, kann man einige der Bücher auch als Mutter lesen :-)…
    Habe mal in meiner Mediothek geschaut und sie haben fast alle Bücher zum Ausleihen da, sind jetzt alle auf meiner Merkliste gelandet und werde mir ein paar über Weihnachten ausleihen.

    Die Lieblingsbücher vom Sohn fände ich auch sehr interessant.

    Und hast du auch so eine Liste von Dir?
    Durch Tipps von anderen kommt man immer an die besten Bücher und an die besten Autoren :-D.

    27 Bücher habe ich selbst geschafft dieses Jahr zu lesen, vielleicht schaffe ich noch ein paar…

    Schöne Weihnachten.

    Grüße Lisa

    • Liebe Lisa, 

      die Liste vom Sohn kommt dann im Januar, das schaff ich dieses Jahr nicht mehr. 🙂 Von mir hatte ich eigentlich keine eingplant, aber vielleicht mache ich das doch noch… Ich kann dir aber schon mal eins verraten, dass ich sehr gerne gelesen habe: Suna von Pia Ziefle. Ganz liebe Grüße und frohe Weihnachten für dich und deine Familie, Anna

  3. Nadine sagt

    Danke für die vielen Tipps, ich geh dann mal damit zu meinem Buchhändler des Vertrauens :o) Denn deine Tochter und ich haben scheinbar einen ähnlichen Geschmack…
    Kennt ihr schon die „Die Gilde der Schwarzen Magier“-Reihe von Trudi Canavan? Ist ähnlich wie die letzten Teile von Harry Potter…

    Alles Liebe,
    Nadine

  4. lilli sagt

    Schöne Liste, wobei ich die Hebel von avalon ziemlich anstrengend fand (mit 17) 😉
    Wenn deine Tochter gerne Serien und Fantasy mag, dann kann ich euch “die Rebellin“ von Trudi Canavan wärmstens ans Herz legen. Sehr gut geschrieben, tolle Charaktere, plausible und schöne Welt und dass beste: drei Bände (die Rebellin, die novizin, die Magierin) gefolgt von weiteren drei Bänden und einem band der eine Geschichte mit anderen Charakteren in derselben Welt erzählt. Großartig!
    Viele liebe grüße

  5. maria lagocki sagt

    Ich lese mich jeden Tag hier durch Deinen Blog und bin begeistert.

    Die Buchtips saugen wir auf und vieles landet bei Amazon auf der Wunschliste.

    Ich bewundere Euer Büchrerregal, hier bei uns gibt es auch so circa 2000 -3000 Bücher im Haus, denn Bücher sind Schätze, wir behalten jedes.

    Gibt es bei Dir eine spezielle Ordnung in den Regalen, haben die Kinder eigene Ecken, sind die Kinderbücher in ihren Zimmern?

    Wir sind manchmal etwas verzweifelt, wenn etwas bestimmtes hervorgeholt werden soll und wir einfach suchen.

    Ich würde mich über Ratschläge hinsichtlich Sortierung und Aufbewahrung von Büchern sehr freuen!

    Alles Liebe, Maria

    • Liebe Maria, wie toll, noch so eine bibliophile Familie wie wir! Wir sind nicht allein! 🙂 Tatsächlich hat jedes Kind die eigenen Bücher im eigenen Zimmer, zusätzlich gibt es auf der „Kinderetage“ ein Bücherregal im Flur mit gemeinsamen Schätzen wie der Kinderbibel, Märchenbüchern, Vorlesebüchern und bebilderte Lexika, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben. Deine Frage nach Sortierung und Aufbewahrung ist interessant, zumal das ja wirklich jeder anders macht. Schöne Idee für mich, darüber mal nachzudenken und das Ergebnis möglicherweise zu verbloggen. Danke dir für den Input und liebe Grüße!

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