berlinmittekids, teenie chronicles
Kommentare 2

10 dinge, die ich tue, um meine teenie-tochter zu unterstützen ::: Mehr Mut zum Ich 2016

Mehr Mut zum Ich, #wirgewinnt, Teenager, Teenie Chronicles, Teenagertochter, Leben mit Kindern, Mutter und Tochter, starke Töchter, starke Mädchen, Mütter stärken, Fotowettbewerb, Rossmann, Dove

Als ich mein Blog vor über vier Jahren begann, waren die Minions noch richtig kleine Kitakinder und das Herzensmädchen war zwar schon einigermaßen groß, aber eben noch weit entfernt vom heutigen Teenie-Status. Mit dem Größerwerden meiner Kinder haben sich hier auch die Themen natürlicher Weise verändert. Statt um die Ängste vor Monstern unterm Bett oder der Frage nach Trennungsangst bei Kindern, geht es mehr um Schulthemen und in den letzten Monaten eben auch immer wieder um die neue Ära, die hier schon seit geraumer Zeit in vollem Gange ist – die Teenagerzeit und die so oft verteufelte, problematisierte Pubertät. Denn mein Herzensmädchen ist mein Herzensteenie geworden. Und als Teenie ist das Leben oft hart.

Neulich schrieb ich darüber, warum Teenager besser sind als ihr Ruf und wieso ich oft wie frisch verliebt bin in meine große Tochter, die mitten in einer Metamorphose steckt. Und dann gab es noch den Brief an sie, in dem ich mir laut Gedanken gemacht habe, welche Art Mutter ich für meinen Teenie sein möchte.

Viel verändert sich zur Zeit für uns beide, wir geraten oft aneinander und es kommt uns beiden manchmal fast so vor, als wären unsere innigen zweisamen Zeiten … vorbei. Ich werde in ihrem Augen zur spießigen Mutti, die alles verbieten will, was Spaß macht und an ihren Klamotten rummeckert, sie wird in meinen Augen zum schwierigen Teenie, der wegen allem aus Prinzip aufbegehrt, mich ständig provoziert und sich dauernd auseinandersetzen will. Aber ich weiß es besser. Ich weiß, dass das nicht alles ist. Denn ich erinnere mich an meine eigenen Teenagertage, ich denke daran, was ich meinen Eltern, speziell meiner Mutter, alles "geboten" habe und wie ich rebellierte, alles ausdiskutieren musste, Türen knallte, Türen abschloss und mich unverstanden fühlte. Ich habe das nicht vergessen.

Und ich erinnere mich auch daran, wie w i c h t i g meine Mutter trotz allem für mich war, wie sehr ich ihren Humor mochte, wie ich sie für ihr selbstsicheres Auftreten bewunderte, wie ich ihre Klugheit liebte und wie beeindruckt ich immer wieder davon war, wie gebildet und belesen sie war. All das, was ich vor meinen rebellischen Teenie-Tagen in ihr gesehen hatte, war noch da. Und sie… ließ mich nicht los. Sie setzte sich mit mir auseinander, wir redeten, wir machten Dinge zusammen, sie interessierte sich wirklich für mich, nahm sich Zeit, ließ mich Dinge ausprobieren, blieb bei mir. Ich habe auch das nicht vergessen.

img_7625

Fotowettbewerb Mehr Mut zum Ich 2016

Im Rahmen von "Mehr Mut zum Ich 2016", einer Aktion von Dove und Rossmann zur Stärkung von Müttern und ihren Teenagertöchtern, die ich schon im vierten Jahr begleite und unterstütze, habe ich deshalb mal aufgeschrieben, um was ich mich für meinen hauseigenen Teenie als Mama so bemühe. Vielleicht ist das eine ganz gute Orientierung für alle Mamas, die sich mit ihren Mädchen ebenfalls in dieser Phase befinden. (Ich glaube übrigens, das lässt sich auch auf Söhne und auch auf andere herausfordernde Phasen anwenden.)

Aber in diesem Jahr könnt ihr als Mutter-Tochter-Paar auch noch selbst etwas gewinnen: gemeinsame, exklusive Mama-Tochter-Zeit. Mehr Mut zum Ich 2016 verlost unter dem Motto #wirgewinnt 15 Wochenenden für Mütter und ihre Teenie-Töchter, und ihr könnt ganz leicht mitmachen. Einfach auf mehrmutzumich.de ein Foto von eurem besonderen WIR-Moment hochladen und in ein, zwei Sätzen begründen, warum ihr das Mutter-Tochter-Wochenende gewinnen solltet und schon nehmt ihr an der Verlosung teil. Wie so ein Wochenende ablaufen kann, könnt ihr übrigens hier nachlesen, da habe ich nämlich das Gewinnerinnen-Duo aus Mutter und Tochter von 2014 zu ihrem Wochenende interviewt.

Und hier kommen meine…

10 Dinge, die ich tue, um meine Teenie-Tochter zu unterstützen

1. Loslassen. Vielleicht ist das die zentrale und zugleich auch die schwerste Aufgabe, die wir als Mütter haben: wir setzen unsere kostbaren Kinder in die Welt, wir tragen sie, behüten sie, wir hüllen sie in Liebe ein und wachen über ihren Schlaf. Und dann, mit uns im Rücken als ihre sichere Basis, wachsen sie und – entwachsen uns. Das fängt schon viel früher in der Kindheit an, aber jetzt, wenn mein Teenie-Mädchen auf ihren ellenlangen schönen Beinen von mir fort geht, ist das Gefühl des kleinen, babyspeckigen Mädchens in meinen Armen von vor 13 Jahren wie ausgelöscht. Ich schaue ihr nach und es fällt mir schwer, die beiden Bilder zusammen zu bringen, bis mir einfällt: das ist gar nicht die Aufgabe. Die Aufgabe ist, sie l o s z u l a s s e n. Ihr nachzuwinken, wenn sie fortgeht und ihr zu vertrauen. Allem, was ich in sie gelegt habe zu vertrauen. Mir selbst zu vertrauen. Und sie kommt ja wieder.

2. Zuhören. Dieses große Kind, scheint mir, spricht immerzu mit mir. Es sprudelt aus ihr heraus und sie erzählt über alles, was ihr durch den Kopf geht. Und ich meine alles. Manchmal scheint kein Filter da zu sein für uns beide und ich höre mir alles an: über den verrückten Lehrer und die Frage danach, ob der Buddhismus wirklich eine friedliche Religion ist, ich bekomme Snaps wiedererzählt und folge ihren Überlegungen zum aktuellen politischen Geschehen, sie spielt mir Musik vor und Videos und erzählt Geschichten… manchmal habe ich das Gefühl, mein Kopf platzt gleich. Aber ich höre zu. Denn dann kommen die Momente, in denen sie verstummt. Ganz leise ist sie, verschwindet in ihr Zimmer, schließt die Tür zwischen uns. Und wenn ich dann nicht gelernt habe, genau hinzuhören, dann höre ich in dieser Situation, in der es besonders wichtig wäre – nichts.

3. Hinschauen. Sie tut so viele Dinge, den ganzen Tag. Ich tue so viele Dinge, den ganzen Tag. Und nicht nur vom zeitlichen Aspekt her ist die Schnittmenge manchmal nur noch eine Miniatur von Gemeinsamkeit. Deshalb ist es für mich so wichtig, hinzuschauen, was sie tut. Vieles erzählt sie, vieles aber auch nicht. Und wie sie kommt und geht, wie sie den Dingen nachgeht, die ihr wichtig sind, laufe ich Gefahr, sie nicht richtig anzuschauen. Ich will nicht, dass mein Blick auf mein großes Mädchen flüchtig wird. Deshalb schaue ich sie an, manchmal nur einen intensiven Moment am Tag, aber dann richtig. Mit Zeit. Mit meinem ganzen Herzen. Mit allem, was ich habe. Damit wir beide wissen, wir haben uns g e s e h e n. An jedem gemeinsamen Tag. Selbst wenn wir wenig gemeinsam erlebt haben.

4. Sprechen. Abends fällt es mir besonders schwer, wenn ich das Gefühl habe, ich bin regelrecht leergesprochen, weil ich den ganzen Tag mit so vielen Menschen kommunizieren musste. Dann ist es anstrengend für mich, noch zu erzählen. Manchmal sage ich den Kindern: "Ich habe keine Buchstaben mehr, ich kann jetzt nicht mehr. Keine Geschichte, die ich erzählen kann. Ihr müsst eine CD anhören, wenn ihr eine Geschichte möchtet." Aber besonders für die Große ist es wichtig, dass ich nicht nur zuhöre, sondern dass ich sie auch teilhaben lasse an allem, was i c h so gemacht habe den ganzen Tag. Daran, was ich denke, was mir wichtig ist. Dass ich ihre Fragen beantworte und nicht nur höre. Dass ich versuche, ihr Antworten zu geben. Dass ich sie sehen lasse, wer ich bin. Jetzt interessiert sie sich dafür, wie ich war, als ich 13 war, 16 oder 20. Jetzt ist der Moment, da sie meine Geschichte wichtig findet für ihren eigenen Weg. Jetzt muss ich ihr die Geschichten erzählen.

5. Raum geben. Mein Teenie ist anders als die Kleinen. Nicht nur, weil sie ein anderer Mensch ist, sondern weil ihre Lebensphase so verschieden ist von der meiner Minions. Sie möchte die Tür abschließen. Sie möchte alleine sein. Sie möchte nicht auf dem Balkon oder im Garten lesen, wenn gerade die Kleinen dort herumtoben. Sie möchte ungestört sein und ihren Gedanken nachhängen. Manchmal fühlen wir uns ausgeschlossen. Weggestoßen. Nicht wertgeschätzt. Aber ich weiß es ja besser! Ich erinnere mich so gut an diese Zeit – und ich war schließlich auch die Älteste von Dreien. Ihr Raum zu geben und zu akzeptieren, dass sie diese Zeit ohne uns, die omnipräsente Familie, braucht, gehört genauso zu meinen Aufgaben wie…

6. Sie zurückholen. Denn das ist die Kehrseite der Medaille. Ich gebe ihr gerne Raum, aber ich komme auch immer wieder an den Punkt, an dem ich die Räume wieder öffne, wenn sie nicht von selbst zurück zu uns kommt. Sie muss nicht alle Familienaktivitäten mitmachen, wenn sie nicht möchte. Aber es gibt Dinge, auf die ich bestehe: gemeinsame Mahlzeiten an einem Tisch, wenigstens ein Mal am Tag. Teilnehmen an den Dingen, die ihre Geschwister erleben und mitteilen möchten. Sehen und spüren, dass sie mit uns verbunden ist, auch wenn sie sich manchmal lieber in ihrem eigenen Universum aufhält. Die Türen zwischen unseren Welten müssen benutzt werden, damit sie nicht einrosten.

Mehr Mut zum Ich, #wirgewinnt, Teenager, Teenie Chronicles, Teenagertochter, Leben mit Kindern, Mutter und Tochter, starke Töchter, starke Mädchen, Mütter stärken, Fotowettbewerb, Rossmann, Dove

7. Mich mitnehmen lassen. Auch wenn ich mich gut an meine Teenie-Zeit erinnere, viel in ihrer Welt ist mir fremd, kommt mir banal vor, manches kann ich auch ganz und gar nicht verstehen. Aber ich höre zu, ich schaue hin und oftmals lasse ich mich von ihr mitnehmen. Sie zeigt mir Dinge, die ich noch nicht kenne, Musik, Filme, neue Kommunikationswege (ja, Snapchat hat sie mir "beigebracht" und auch ein Musically-Profil habe ich inzwischen…) und vieles mehr. Und es ist nicht nur, dass ich auf diese Weise ihre Welt an ihrer Hand betreten kann, es ist auch meine Botschaft an sie: deine Welt interessiert mich. Du interessierst mich. Du bist mir wichtig und es ist mir wichtig, was dich bewegt.

8. Sie mitnehmen. Umgekehrt lasse ich sie auch teilhaben an den Dingen, die ich erlebe und sehe. Sie interessiert sich für meine Arbeit, fragt mich viele Dinge, liest meine Blogartikel und gibt mir oft Anregungen für neue Blogposts. Ich erinnere mich daran, wie ich mich mit ungefähr fünfzehn mal heimlich in eine Vorlesung meiner Mutter gesetzt habe, um ihr zuzuhören. Um sie bei der Arbeit zu erleben, ohne, dass sie wüsste, dass ich da wäre. Ich war hingerissen. Sie war genauso, wie ich mir das vorher vorgestellt hatte, und ich war unwarhscheinlich stolz auf meine kluge, schöne, unabhängige Mama. Und außerdem ein wundervolles Rollenmodell. Mein Job ist ganz anders, aber ich bin auch stolz auf das, was ich tue und gewähre besonders meinem Teenie gerne Einblicke. Abgesehen davon ist sie eine wirklich gute Feedback- und Ideen-Geberin. Ich hoffe, dass ihre Einblicke in meine Welt ein ebenso guter Anker für sie sind, wie meine Einblicke in ihre Welt es für mich sind.

9. Locker bleiben. Das fällt mir am Schwersten. Ich weiß nicht, warum das so ist, es ist durch keine Sachlage gerechtfertigt, aber ich mache mir immer, i m m e r  Gedanken um mein großes Kind. Vielleicht, weil ich mit ihr alles zum ersten Mal erlebe und deshalb selbst immer ein "Newbie" bin in den neuen Phasen, durch die wir gemeinsam gehen. Und ich weiß, dass locker bleiben mir immer hilft, mir immer geholfen hat und mir wahrscheinlich immer helfen wird, aber das ist meine größte Herausforderung. Nicht alles so ernst nehmen. Nicht alles p e r s ö n l i c h nehmen. Nicht so schnell ausflippen. Auf dem Teppich bleiben. Nicht zu viel in die Dinge hineinlesen. Die Liste ist lang und lässt sich mit "locker bleiben" gut zusammen fassen. Ich arbeite dran.

10. Festhalten. Das liest sich seltsam nach dem ersten Punkt auf der Liste, der "Loslassen" heißt. Tatsächlich glaube ich, dass beides untrennbar ist. Zwei Seiten derselben Sache. Ich will mein Kind ja nicht loslassen, so dass es haltlos durch die Gegend driftet. Und ich will sie auch nicht festhalten, so dass sie beengt und in ihrer Entfaltung behindert wird. Ich lasse sie los in dem Wissen, dass uns ein unsichtbares und starkes Band hält und in der Hoffnung, dass sie sich immer darauf besinnt. Dass sie immer weiß, dass ich hier und für sie da bin. Das Festhalten funktioniert genauso: ich halte sie, so dass sie weiß, dass sie sicher gehen kann. Dass ich nicht verschwinde. Dass meine Arme immer geöffnet bleiben für sie und dass ich verlässlich für sie da bin. Dass sie ihre Wege finden und beschreiten kann im Bewusstsein für ihre Basis: ihr Heim. Ihre Familie. Und ich, ihre Mama.

Ich sage nicht, dass ich das selbst alles immer so schaffe. Sogar ziemlich wahrscheinlich nicht. Aber diese Liste ist ja auch eine Orientierung und Erinnerung für mich. Und mein Mädchen kann mich jetzt außerdem darauf festnageln. 😉

Mehr Mut zum Ich hat sich übrigens schon seit Jahren der Stärkung von Teenager-Töchtern und ihren Müttern verschrieben, und auch in diesem Jahr werden im Aktionszeitraum vom 22. August bis 11. September 2016 wieder für jedes bei Rossmann gekaufte Dove Produkt 10 Cent an das Deutsche Kinderhilfswerk gespendet. Mit den gesammelten Spenden kommen ausgewählte Förderprojekten zugute, die Mädchen dabei unterstützen, ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln und Mütter in ihrer Vorbildfunktion stärken. Der Fotowettbewerb ist eine Möglichkeit, mit euren Töchtern an einem solchen Projekt teilzunehmen.

Ich wünsche euch viel Glück beim Gewinnspiel und vor allem ganz viel WIR-Zeit mit euren Töchtern. Ich genieße mein Teenie-Mädchen gerade im Ostseeurlaub und fülle meine Mama-Herzensmädchen-Batterien mit ihr auf. Wir grüßen euch vom Darss!

signatur

 

2 Kommentare

  1. Genau. Loslassen, aber die Arme weit offen. Immer den eigenen Richtlinien treu, aber mit viel Verständnis für die Teeniegedanken. Verständnisvoll und interessiert. Wenn wir sie ernst nehmen, nehmen sie sich auch ernst. Wenn wir ihren Worten und Taten Wert geben, dann tun sie es auch. Wenn wir ihnen selbstverständlich zugestehen, gute Entscheidungen zu treffen werden sie es versuchen. Wenn sie das Gefühl haben, trotz der Gefühlsstürme, denen sie ausgesetzt sind, können sie etwas Wertvolles zum Leben beitragen, ist ihre Meinung und ihr Tun gefragt, dann ist das gut für ihr Selbstbewusstsein. Ein sehr guter Text!

    L.G.

  2. Da stimme ich Pyrgus zu! Wo ich jung war, war ich schlimmer als meine Tochter 🙂 Auch wenn es manchmal an die nerven geht… Meine Eltern tun mir heute nur noch mehr leid.

     

    Viele Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.