Mystery, Marvel & Scifi. Meine Lieblingsserien auf Netflix Teil 2
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Lieblingsserien auf Netflix: Suchtstoff für Bingewatcher

Nach meinem ersten Blogartikel zu meinen liebsten Serien auf Netflix letzte Woche, der bei euch offensichtlich sehr gut ankam, kommen hier die Bekenntnisse einer Bingewatcherin, zweiter Teil. Habt ihr noch Lust?

Heute stelle ich euch meine Lieblingsserien auf Netflix aus dem Bereich Mystery und Science Fiction, die mich allesamt süchtig gemacht haben. Ich muss dazu sagen, dass ich bei diesen Themenkomplexen so gut wie jedes Buch liegenlassen würde und niemals im Leben damit gerechnet hätte, dass mich das so anfixt. Tatsache ist aber, dass ich alle diese Serien verschlungen habe. Vielleicht kann ich meine Begeisterung in meinen Kurzrezensionen an euch weitergeben und ihr versteht, warum diese Serien zu meinen Lieblingsserien auf Netflix gehören. Bingewatcher vor, es geht los!

Lieblingsserien auf Netflix

Mystery, Marvel & SciFi – 7 Lieblingsserien auf Netflix

GLITCH

In der australischen Serie Glitch erleben ein Polizist und eine Ärztin in einer Nacht gemeinsam etwas Ungeheuerliches: sie werden Zeugen von mehreren Auferstehungen, als Menschen auf einem Friedhof aus ihren Gräbern steigen und wieder lebendig sind. Tatsächlich haben sie aber nichts von Zombies (sonst wäre das mit Sicherheit keine meiner Lieblingsserien auf Netflix), sie wissen auch nicht, dass sie zum Teil schon jahrzehnte- oder jahrhundertelang tot (gewesen) sind. Stattdessen erscheinen sie überfordert, orientierungslos und eher sehr hilfsbedürftig. Während der Polizist James und die Ärztin Elishia noch versuchen zu begreifen, was da gerade vor sich geht, trifft es James wie ein Schlag: unter den Auferstandenen ist auch seine vor zwei Jahren an Krebs verstorbene Ehefrau, die Liebe seines Lebens. Er ist überglücklich – und gerät gleichzeitig in fürchterliche Konflikte, denn er ist inzwischen wieder verheiratet und wird demnächst Vater.

Im Verlauf der Serie machen sich die einzelnen Wiederauferstandenen, die schnell eine enge Gemeinschaft bilden und von der Ärztin Elishia beschützt werden, daran, zu ergründen, wie sie gestorben sind. Daran haben sie nämlich keine Erinnerung, was vor allem bei einer der Auferstandenen spannend wird, weil sie ermordet wurde und nicht mehr weiß, von wem. Gleichzeitig versucht der Vorgesetzte von James hinter das Geheimnis der Wiederauferstandenen zu kommen und schnell wird klar, dass er dabei skrupellos vorgeht seine ganz eigenen Ziele verfolgt. Trotz unerklärlichen Vorkommnissen und unwahrscheinlichen Zusammehängen, ist die Serie nicht nur spannend erzählt. Ich mochte vor allem die Geschichten der einzelnen Menschen, die auf ihr Leben zurück blicken und versuchen, in einem Rückblick eine Art neue Perspektive zu bekommen. Und es gibt eine zweite Staffel! Auf die müssen wir allerdings wohl noch warten.

THE OA

The OA, erst am 16. Dezember 2016 auf Netflix veröffentlicht, ist eine brandneue Serie aus dem Hause Netflix Originals, die ganz viele Aspekte aus Mystery und Crime-Serien vereint, aber in meinen Augen einen ganz neuen Schwerpunkt in die bewährte Kombination hineinmischt. Es wird nämlich durchaus spirituell. Im Mittelpunkt der Serie The OA steht die junge Frau Prairie Johnson, die eine ziemlich abenteuerliche und auch geheimnisvolle Biographie hat.

Die Handlung setzt ein als sie eines Tages wie aus dem Nichts auftaucht und sich von einer Brücke stürzt. Man erfährt schnell, dass sie nicht nur die sieben Jahre zuvor verschwunden war, sie war außerdem blind, als sie verschwand und kann jetzt wieder sehen. Ihre Geschichte ist die Kerngeschichte in The OA und wir erfahren, dass sie entführt und zu im weitesten Sinne medizinischen Experimenten missbraucht wurde. Wieder heimgekehrt, sucht sich Prairie, die sich jetzt OA nennt (es wird diskutiert, wofür das die Abkürzung ist – eine These lautet, es meint "original angel") fünf absolute Außenseiter als Verbündete und erzählt ihnen ihre Geschichte. Ich habe atemlos zugeschaut, wie sich in Rückblenden die Geschichte von Prairie entfaltet und immer neue Kapitel hinzukommen, während auch in der Gegenwart bei ihren Verbündetetn, ihren Eltern und auch ihren Widersachern die Handlung voranschreitet. Dass es dabei teilweise unwahrscheinlich, spirituell und auch schräg wurde, fand ich nicht störend, im Gegenteil. Wer sich auf die Geschichte einlässt, wird mitgenommen in eine andere Welt, ein paralleles Universum voller Licht und Musik. Dort geht es um Identität, menschliche Verbindung und die Grenze zwischen Leben und Tod – alles Erfahrungen, die Prairie auszeichnen und sie zu der machen, die sie ist: OA. 

SENSE 8

Ebenfalls eine Netflix Originals Serie, die ich verschlungen habe und wo ich kaum erwarten kann, dass endlich die zweite Staffel weitergeht! Bei Sense 8 wird mit der Idee der limbischen Resonanz gespielt, die auf der Annahme beruht, dass tiefe menschliche Gefühle bzw. die Fähigkeit, sie (mitzu)teile im limbischen System des Gehirns entstehen und in der Interaktion mit anderen Menschen eine Art Spiegelung hervorrufen können. Für Sense 8 wird die Idee auf die Spitze getrieben, als acht einander völlig Fremde, die völlig verschiedene Leben auf verschiedenen Kontinenten leben, plötzlich emotional, mental und psychisch verbunden sind. Während diese acht allmählich begreifen, wer sie sind, dass sie nicht verrückt geworden sind, sondern tatsächlich plötzlich auf eine Art gemeinsam acht verschiedene Leben leben und erfahren, stellen sie fest, dass sie gejagt werden und es noch andere Menschen gibt (und gab), die mit ihrer Gabe leben. Und nicht alle sind ihnen wohlgesonnen.

Die Handlung setzt langsam ein und die Geschichten der verschiedenen Personen werden sozusagen nebeneinander her erzählt. Erst allmählich greifen die Geschichten immer schneller ineinander und die Handlung nimmt Fahrt auf. Unfassbar gut erzählte Geschichten, Biographien, überraschende Wendungen und hochspannende Situationen, die für die einzelnen Figuren in ihrer eigenen und der Geschichte der anderen entstehen, machen Sense 8 zu absolutem Suchtstoff. Was ich besonders liebe: die Vielfalt, die hier gezeigt wird. Wir sehen die indische Prinzessin neben dem Berliner Underdog in der Szenerie des organisierten Verbrechens, den afrikanischen Busfahrer und die koreanische Unternehmenserbin, die gegen die Ränke ihrer eigenen Familie kämpft, den mexikanischen Serienstar, der sein Schwulsein verbergen muss und die kalifornische Transfrau, die mithilfe ihrer wunderschönen Geliebten verbrecherischen Ärzten entkommt. Sense 8 gehört auch deshalb zu meinen Lieblingsserien auf Netflix, weil so berührende Liebes-, Coming out- und Emanzipationsgeschichten in wunderschönen Bildern erzählt werden.

STRANGER THINGS

Ich hatte so viele Dinge über Stranger Things gelesen, bevor ich die Serie endlich einschaltete, dass ich vor lauter schlechter Kritik ("Alles schon mal da gewesen" "Keine Überraschungen" "Unoriginell") schon fast voreingenommen war. Aber erstens bin ich ein glühendes Winona Ryder-Fangirl und zweitens l i e b t e ich es von der ersten Szene an, dass man in dieser Serie so viele 80er-Anleihen zu sehen kriegt. Ich bin schließlich 1973 geboren, das heißt, ich habe E.T.  und Goonies und Stand By Me gesehen, als sie ins Kino kamen, nicht erst Jahrzehnte später auf DVD. Das ist meine Kindheit, das sind die Fahrräder, die wir fuhren und die Spiele, die wir spielten. Insofern traf wie gesagt schon gleich die erste Szene in Stranger Thinks mein 80er Herz. Und ja, viele Bilder und Szenen erinnern an E.T., Goonies, Stand By Me oder auch Alien und sogar Poltergeist, aber das macht die Serie in meinen Augen nicht schlechter, im Gegenteil. Aber zur Handlung.

Auf dem Heimweg von einem Spieleabend mit seinen Freunden verschwindet der Junge Will spurlos. Er kommt zu Hause nie an und wird am nächsten Tag in einer großangelegten Suchaktion von der halben Stadt gesucht. Während der örtliche Sheriff schnell davon ausgeht, dass Will tot ist (tatsächlich wird seine Leiche bald gefunden), machen sich seine drei besten Freunde ebenfalls auf die Suche, denn sie glauben, genau wie seine Mutter (Winona!) nicht an Wills Tod. Tatsächlich finden sowohl die Mutter als auch seine Freunde einen Weg, mit Will zu kommunizieren. Schließlich finden sie im Wald ein kahlgeschorenes Mädchen mit einer in den Arm tätowierten Elf, die übersinnliche Fähigkeiten zu haben scheint und nehmen sie mit nach Hause, während Wills Mutter weiterhin versucht, die unsichtbare Wand, die sie von ihrem Sohn trennt zu durchbrechen. Etwas hält Will gefangen und es hat mit dem mysteriösen Mädchen, einer Reihe dubioser und offensichtlich krimineller Wissenschaftler und einem Geheimprojekt der Regierung zu tun, das offenbar außer Kontrolle geraten ist. Nichts für schwache Nerven! Nicht mal dann, wenn man alle 80er Originale gesehen hat, von denen die Anleihen wie eine Hommage an Spielberg und King sich durch die ganze Serie ziehen.

Lieblingsserien auf Netflix: Suchtstoff für Bingewatcher

ORPHAN BLACK

Wir wissen, dass wir Menschen bereits Schafe klonen können. Aber wie weit sind wir vom ersten menschlichen Klon wirklich entfernt? In Orphan Black, einer weiteren meiner Lieblingsserien auf Netflix, wenngleich kein Netflix Original sondern eine kanadische Produktion, stellt sich das Klonen von Menschen als Realität dar. Sarah Manning, eine Kleinkriminelle und alleinerziehende Mutter, beobachtet eines Tages zufällig eine Frau, die sich an einem Bahnhof vor einen Zug wirft. Nur Sekunden vor ihrem Selbstmord erkennt Sarah, dass die Frau aussieht, als sei sie ihr eineiiger Zwilling und aus einem Impuls heraus, nimmt sie ihre Handtasche und schlüpft in ihre Identität. Das ist der Auftakt für eine spannende Serie über ein Experiment mit menschlichen Klonen, von denen Sarah, wie sie nur zu bald erfährt, nur einer von vielen ist. Was sich uns als Zuschauern jetzt eröffnet, ist eine Welt voller Abgründe über die Möglichkeiten, Grenzen und das Versagen von Wissenschaft, über Moral und die Frage, was uns eigentlich bestimmt: unsere DNA und nur die DNA oder unsere soziale Herkunft?

Ich mochte die Idee der Serie und die spannenden Wendungen, auch wenn das Gut vs. Böse-Spiel hier natürlich sehr ausgereizt wird. Ich habe auch bei dieser Serie festgestellt, dass ich es mag, wenn sich Menschen wie Menschen verhalten und nicht wie Superhelden. Wenn sie zweifeln, versagen, sich aufrappeln, sich auf ihre Werte besinnen und sich wandeln, wenn gezeigt wird, wie sie lieben, kämpfen, wie sie loyal sind und Versuchungen erliegen, wie sie sich falsch und dann wieder richtig entscheiden. In Orphan Black zeigt die Schauspielerin Tatiana Maslany eindrucksvoll sehr viel davon, denn sie verkörpert Sarah und all ihre Klone und schafft es tatsächlich, jeder einzelnen Rolle so viel eigenes Profil zu geben, dass man ganz verschiedene Menschen sieht, obwohl gespielt von ein und derselben Frau. Zu Recht wurde Tatiana Maslany mit mehreren Awards für ihre schauspielerische Leistung ausgezeichnet. Und ich habe heute gehört, dass seit Herbst die 5. Staffel gedreht wird und freue mich auf noch mehr Orphan Black!

JESSICA JONES

Von Menschen zu Superheldinnen. Oder doch nicht? Jessica Jones ist sicherlich vielen Marvelfans bekannt. Ich kannte sie nicht, bin ich doch keine große Comicleserin. Aber die Schauspielerin Krysten Ritter kenne ich und mag sie sehr und so stieß ich auf die Realverfilmung von Jessica Jones, wieder eine Netflix Originals Produktion. Die Story ist scheinbar einfach: Jessica Jones hat Superkräfte und ist quasi eine Superheldin incognito, denn ihre wahre Identität kennt niemand. Also schlägt sie sich als Privatdetektivin in New York durch. Ihre Geschichte verfolgt sie aber, und so ist es kein Wunder, dass ihre Fälle sie zu der Person zurückführen, vor der sie sich eigentlich versteckt: Kilgrave, der Superschurke, der ihr einst seinen Willen aufzwang und für den sie einen Mord beging. Obwohl sie es geschafft hat, sich danach von ihm loszureißen, holt er sie wieder ein und zwingt sie, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen – und damit, wer sie wirklich ist.

Jessica Jones ist zwar mit besonderen Kräften ausgestattet und scheint furchtlos durch ihr Leben zu gehen. Zugleich ist sie eine Art Antiheldin: sie lebt alleine und lässt niemanden an sich heran, bewegt sich zwischen harten Drinks, Gelegenheitssex und Prügeleien und nichts scheint ihr etwas zu bedeuten. Das ändert sich erst, als klar wird, dass ihre neueste Klientin ebenfalls ein Opfer von Kilgrave und seiner unheimlichen Fähigkeit ist, anderen seinen Willen aufzuzwingen. Mitunter echt hart, aber eine tolle Geschichte, die weit über die simple Idee einer Superheldin hinausgeht, die ihr Leben in den Dienst anderer gestellt hat. Und eine richtig gut gemachte Serie, ein bisschen düster, aber sehr sehenswert. Ich erwarte Staffel 2 voller Vorfreude.

DAREDEVIL

Ebenfalls aus der Marvel-Ecke kommt diese Netflix-Originals-Serie um den blinden Superhelden DaredevilBei Tag der blinde Anwalt Matt Murdock, der sich gemeinsam mit seinem besten Freund und Compagnon vor Gericht für die Schwachen und Entrechteten einsetzt, verbirgt er nachts sein Gesicht hinter der roten Maske und sorgt als Daredevil im gebeutelten New Yorker Viertel Hell's Kitchen für Ordnung und Gerechtigkeit. Matt erblindete als Kind bei einem Unfall mit Chemikalien, erlangte aber zugleich mit dem Verlust seines Augenlichts besondere Fähigkeiten. All seine anderen Sinne sind so geschärft, dass er zum Beispiel über die Fähigkeit verfügt, den Herzschlag eines mehrere Meter von ihm entfernten hören und Gerüche auch durch Wände hindurch wahrzunehmen. Nach dem Tod seines Vaters unterrichtet ihn ein ebenfalls blinder Kämpfer namens "Stick" und lehrt den jungen Matt, seine geschärften Sinne im Kampf perfekt einzusetzen.Als Daredevil stellt sich Matt gegen Verbrechersyndikate, korrupte Polizisten und Anwälte und gerät damit häufig und nachhaltig in Lebensgefahr. Es gibt viele Kampfszenen, die teilweise hart sind, aber die Geschichte ist dennoch fesselnd und ich habe beide Staffeln sehr gebannt verfolgt.

Aus der Marvel-Reihe gibt es bei Netflix inzwischen noch die Serie um Luke Cage, den Jessica Jones-Fans schon aus dieser Serie kennen, wo er als ihr Lover und ebenfalls Superheld inkognito auftritt. Auch er setzt sich in Hell's Kitchen für die Schwachen ein und bildet mit Jessica Jones und Daredevil einen Teil der Defenders, einer Netflix-Serie, die wohl noch dieses Jahr gedreht werden soll und in der ein Quartett aus Superhelden im Mittelpunkt stehen. Ich habe aber Luke Cage noch nicht gesehen, führe mir die Serie aber mit Sicherheit noch zu Gemüte.

Ihr habt es vielleicht bereits geahnt: ich bin noch immer nicht durch. Denn es gibt noch die Kategorien History&Kitsch sowie Love-Sex-Hate, die ich bei den Lieblingsserien noch nicht abgehandelt habe. Könnt ihr noch? Dann kriegt ihr demnächst noch Teil 3 der Netflix-Lieblinge hier auf dem Blog.

Happy bingewatching allerseits!

4 Kommentare

  1. Maret Zoe sagt

    Liebe Anna,

    habe gerade mit STRANGER THINGS begonnen und bin auch begeistert! (72er)

    Es klingt so, als könnte Dir auch THE LEFTOVERS gefallen? Hat auf jeden Fall auch Suchtpotential und ist Mystery!

    Liebe Grüße aus Hamburg

  2. Steffi sagt

    Liebe Anna,

    Dank Dir bin ich auf Glitch und Stranger Things gekommen 🙂 Beide Serien sind toll und machen unglaublich Spaß! Jetzt fiebere ich jeweils Staffel 2 entgegen 😉

     

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