das wilde leben
Kommentare 16

Unser Feriengesetz ::: 10 Anti-Regeln zum Loslassen für Ferienkinder

Ferien an der Algarve | berlinmittemom.com

Wir sind im Urlaub. Ferien! Es ist herrlich! Und was genau macht es so herrlich? Natürlich ist es die Umgebung, das Meer, der Sommer (ein echter Sommer!), der Wind und die Weite. Aber es ist auch das Feriengesetz.

Was soll das überhaupt sein: das Feriengesetz?

Das Feriengesetz ist im Grunde das, was alle Regeln des Alltags außer Kraft setzen kann. Also vielleicht nicht alle Regeln, aber doch ziemlich viele. Und auf jeden Fall all die, die in unserem Every-Day-Life dafür sorgen, dass das Leben nicht ganz so locker flockig läuft, wie wir es alle manchmal gerne hätten.

Unser Alltag wird oft viel bestimmt von Dingen, die uns von außen reglementieren. Und das gilt für die ganze Familie, auch schon für die Kinder: Aufstehzeiten, Arbeitszeit, Schulzeit, Essenszeiten, Termine, Hobbys der Kinder, Verabredungen, Bettzeiten, Hausaufgabenzeiten, Einkäufe, Hausarbeit undsoweiter. Natürlich gibt es da viele Faktoren, wie man sich auch im Alltag diesem Rhythmus ein bisschen entziehen kann (über Mini-Auszeiten mit Kindern im Alltag schrieb ich schon hier und über weniger Regeln und mehr Kuscheln hier). Aber es gibt nichts Besseres, um all dem mal den Rücken zu kehren, als das Feriengesetz.

Feriengesetz: 10 Anti-Regeln zum Loslassen

Und weil das Feriengesetz überall anwendbar ist, egal ob Sonne, Meer und Strand oder Balkonien, Schwimmbad und Park vor der Tür, haben wir mal zusammengestellt, worum es dabei geht.

Unser Feriengesetz: zehn Anti-Regeln zum Loslassen

1. Bleib liegen!

Okay, wenn man sich etwas Schönes vornimmt wie beispielsweise einen lang ersehnten Ausflug zu einem Lieblingsort, dann muss man wahrscheinlich irgendwann los und sollte entsprechend rechtzeitig aufstehen, sich anziehen und etwas essen. Aber ansonsten: bleibt liegen! Sagt das Feriengesetz.

Wie wir das hier gerade genießen, einfach zu schlafen, bis wir fertig sind – unglaublich! Das ist ein großer Vorteil bei Schulkindern: die genießen das ebenso, wie wir und stehen in der Regel nicht um sechs Uhr morgens mit irgendwelchen Ansinnen an unseren Betten. Nein, sie schlafen und schlafen und kommen irgendwann gut gelaunt aus ihrem Zimmer, weil sie a u s g e s c h l a f e n sind. Ein unfassbar gutes Gefühl.

2. Eat like nobody’s watching

Mehr als einmal die Woche Eier sind ungesund? Egal, das Feriengesetz sagt, dass es morgens Rührei mit Tomaten, Zwiebeln und Paprika zu geben hat, weil das alle gerade am liebsten frühstücken (und es ja auch von der Uhrzeit her schon fast Brunch ist und wer bruncht schon ohne Eier?) – dann gibt es die eben. Oder Spiegeleier mit krossem Speck? Oder mal Pancakes? Ja, ja und nochmals ja! Es sind Ferien – da muss das so. Und übrigens: hier darf auch jeder noch ein zweites Eis. Weil: so will es das Feriengesetz!

Ferienfrühstück: Eat like nobody's watching! | berlinmittemom.com

3. Nachthemdfrühstück

Im Schlafanzug am Frühstückstisch? Aber bitte sehr. Was bei uns sonst eher selten vorkommt, ist mit dem Feriengesetz quasi Standard geworden: hier sitzen drei von sechs Ferienteilnehmerinnen morgens noch im Nachthemd am Tisch. Bitte sehr, ich hoffe, es ist allen gemütlich und luftig – denn so will es das Feriengesetz.

4. In den Tag ohne Plan

„Was machen wir heute?“ Wie herrlich ist es, wenn man darauf antworten kann: „Ist egal. Lass mal schauen, wozu wir Lust haben.“ Natürlich gibt es auch die Ferien, in denen man viel unternimmt. Städtereisen wie unser Trip nach London oder Paris sind so ein Fall. Aber hier sind gerade diese Art Ferien im Gange, bei denen mal einfach nur rumhängt. Lesen, in den Pool springen, schwimmen, rumliegen, Karten spielen, wieder lesen, eindösen, noch mal schwimmen…. Egal, was es ist, wir lassen uns treiben. Und es ist wunderbar.

Ferien an der Algarve | berlinmittemom.com

5. Alleinsein ist schön

Wie schön es ist, mal wieder Zeit nur mit sich zu verbringen, zeigt sich, wenn sich alle beim in-den-Tag-leben ganz automatisch in alle Winde zerstreuen und jeder seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht: der eine liest wie verrückt einen Krimi nach dem nächsten (ja, das bin ich), der zweite hört Musik auf seinen Kopfhörern, der dritte macht Sport und bricht seine eigenen Bahnenrekorde im Pool, der vierte übt Radschlagen hinterm Haus und der fünfte findet endlich mal Zeit, seine Gedanken zu Papier zu bringen. Das Feriengesetz sagt: geh deinen Ideen nach und mach, was du möchtest. Alles ist erlaubt.

6. Lass dich mitreißen

Der Mann macht 7-Minute-Workout jeden Morgen und was er alleine begonnen hat, ist inzwischen eine Familienaktivität. Bevor es warm wird, hampeln hier diverse kurze und lange Menschen auf der Terrasse herum, manche im Schlafi, manche in Badebux und der Rest in Sportklamotten und helfen sich gegenseitig bei Sideplanks, Situps und diversen anderen Übungen. Kein Plan dabei, ist einfach so entstanden. Genau wie das Interesse am Surfen oder das Ding mit dem Bahnenrekord im Pool. Warum sich nicht mal an Dinge geben, die man sonst nicht so tut, für die aber ein anderer im Clan einen begeistern kann? Sich auf Dinge einlassen ohne einen großen Plan oder das Langzeitziel im Hinterkopf, einfach, um mal zu sehen, wie das so ist, mit Zeit und Geduld und Spaß – das ist mitreißend.

Feriengesetz: Zeit für Quatsch | berlinmittemom.com

7. Zeit für Quatsch

Ehrlich, wir sind immer ein bisschen albern. Und Quatsch gehört hier auch im Alltag einfach dazu. Aber die Sorte Quatsch, die in den Feriengesetzen steht, ist noch mal was anderes. Dazu gehört zum Beispiel, eine Nonsense-Sprache zu erfinden und nur noch darin zu sprechen. Dazu gehört, das die ganze Familie plötzlich nackt im Pool dümpelt, weil irgendjemand die Parole ausgegeben hat, Badehosen wären giftige Quallen und müssten schnellstens aus dem Pool entfernt werden. Dazu gehört, dass sich unter den Fenstern der anderen versteckt und plötzlich aus der Deckung gesprungen wird, um die anderen zu erschrecken. Und ja, auch dass unwillige Familienmitglieder mal mit dem Gartenschlauch was drüber kriegen und dann die größte Wasserschlacht der Familiengeschichte entsteht. All sowas muss. Sagt das Feriengesetz.

8. Aufbleiben bis es kracht

Am Anfang jeder Ferien denke ich noch: „Diesmal lasse ich das nicht so einreißen mit dem ewigen Wachbleiben der Kinder. Das rächt sich, wenn die Schule wieder anfängt.“ Aber je länger ich Mama bin, umso schneller komme ich an den Punkt, wo ich lockerlasse. Weil es Quatsch ist! Das Feriengesetz sagt: man muss wachbleiben und Sterne beobachten und Eiswürfel in Getränke kippen und alberne Lieder singen und 100 Runden Mensch-ärgere-dich-nicht-spielen und doofe Fotos machen und Tänze erfinden und viel zu laut Musik hören, bis es kracht! Und genauso machen wir das.

9. Schwarze Füße müssen sein

Wer spät ins Bett geht, hat keine Zeit zum Füße waschen. Oder Haare waschen. Ist aber auch egal, weil am nächsten morgen geht es ohnehin sofort wieder ins Meer. In den Pool. Barfuß durch das Olivenhainchen am Haus. Und überhaupt. Schwarze Füße müssen sein, sagt das Feriengesetz. Und ich sage das auch.

Slow Family | berlinmittemom.com

10. Zusammensein

Das Schönste ist, dass wir zusammen sind. Und das ist das Wichtigste, was im Feriengesetz für Familien steht: genießt die Zeit gemeinsam, lasst euch so richtig aufeinander ein, bevor der Alltag euch wieder jeden in seine Richtung lenkt und die gemeinsame Zeit wieder rar wird. Saugt auf, was ihr könnt, wenn ihr Dinge zusammen erlebt und kostet die Momente aus. Lasst den Alltag und seine Regeln los und seid im Augenblick – gemeinsam. Denn genau so will es das Feriengesetz.

Ich wünsch euch allen noch schöne Ferien, wo immer ihr seid!

16 Kommentare

  1. Imke sagt

    Ich lese das gerade – noch in Schlafklamotten – vor dem Wohnwagen mit Kaffee und Buch in der Sonne sitzend, während unsere Große noch pennt und die Kleine sich inzwischen aus dem Bett gepellt hat und Yoghurt mit Zuckerwürfeln im Vorzelt isst und dabei liest. So muss das!

  2. Irgendwie kriegst du es besonders gut hin, besonders mit solchen Texten Tränchen bei mir zu wecken. Weil: ja. Und perfekt. Und überhaupt.

  3. Almut sagt

    Herrlich. Das klingt nach wunderbarem schönen entspannten Familien-Ferienleben. Hach…. Hier hat die Schule begonnen und ich habe einen kleinen gerade sechsjährigen Erstklässler ( der kleine Bruder wird im Winter drei) und der Wecker klingelt morgens um sechs….Dafür geht mein Sohn aber in eine wunderbare neu gegründete Grundschule mit gerade mal acht Kindern in der Klasse ( das wird auch nur in diesem Jahr so sein), da fällt alles leichter, weil er sich immer so freut und wir Eltern ein gutes Gefühl haben. Ich wünsche Ihnen noch einen wunderschönen Urlaub. In unserem Urlaub habe ich mal Ihre Zimtschnecken gebacken, köstlich war das.

  4. ClaSa sagt

    Whow, du bringst es auf den Punkt. Sofort tauchen da Erinnerungen an meine Schulferien auf. Und es flammt ein wenig Vorfreude auf die Schulzeit meiner Jungs auf. Ausschlafen im Urlaub 😉
    Ihr macht das genau richtig so. Genießt die Zeit!

  5. Pingback: ::: 5 Freitagslieblinge am 25. August 2017

  6. Ich bin da total bei dir! Nur hätte ich das nie so schön formulieren können. Habt weiterhin einen tollen Urlaub, liebe Grüße aus Koblenz von Anja

  7. Peggy sagt

    Oh…. woher sind denn diese einfach traumhaften Flipflops? Denn zu den Feriengesetzen gehört ja auch, dass man Sachen shoppen darf, die man nicht so ganz wirklich dringend braucht

  8. So geht entspannter Urlaub. Lese Deinen Artikel jetzt gerade (schon wieder eine Woche am Arbeiten) und bekomme unbändige Lust, wieder zu urlauben. Bin aber auch sonst gerade etwas Urlaubs-wehmütig … zwei Wochen Normandie gingen viel zu schnell vorbei. Genießt Portugal in vollen Zügen.

  9. Super Regeln für tolle Ferien.

    Punkt 1,2,3,8 und 9 leben wir hier auch seit 5 Wochen aus. Mir graut es schon vor nächster Woche. Dann geht Schule, Kiga und Arbeit wieder los.
    Als die Kinder kleiner waren, hatte ich immer keine Lust auf Ferien. Dieses Jahr könnten die Ferien ruhig noch etwas länger sein.

    Liebe Grüße und einen schönen Spätsommer

    Tabea (AnMoMi Blog)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.