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Kindheitserinnerungen zum Löffeln ::: Cranzer Bohnensuppe mit Speck

Cranzer Bohnesuppe | berlinmittemom.com

In meinen Freitagslieblingen habe ich sie schon mal gezeigt, heute teile ich hier das Rezept für Cranzer Bohnensuppe, eine grüne Bohnensuppe mit Kartoffeln, Kefir und Speck, die ich schon aus meiner Kindheit kenne.

Soweit ich weiß, stammt das Rezept aus dem ehemaligen Ostpreußen, enge Freunde meiner Eltern haben es an meine Femilie weitergegeben, und sie aßen es schon in ihrer gemeinsamen Studentenzeit zusammen. Als später wir Kinder dazu kamen, in jeder Familie drei Stück und die Freunde in einer weit entfernten Stadt lebten, gehörte das gemeinsame Essen der Cranzer Bohnensuppe zu den Ritualen, wenn wir alle zusammen kamen. Meistens war das in den Schulferien der Fall und traditionell verbrachten wir Ostern, Nikolaus und oft auch Silvester mit diesen Freunden.

Ich erinnere mich, wie wir alle um einen großen Tisch in ihrem schönen Haus saßen und die deftige Suppe aßen, wenn wir vom Toben im Garten wieder nach drinnen kamen. Der Geschmack ist für mich daher auch eng mit den schönen Erinnerungen an besonders intensive Zeiten mit diesen Freunden verbunden.

Cranzer Bohnensuppe wird mit Kefir (man kann auch Dickmilch oder Naturjoghurt nehmen) gemacht und bekommt  dadurch einen sehr säuerlichen Grundgeschmack, was wir hier alle sehr mögen. Die Freunde aus meiner Kindheit gaben in jeden Teller einen Löffel Zucker hinzu, der untergerührt wurde, dadurch ergab sich eine süß-saure Note. Für mich persönlich ist das nichts, ich mochte das schon als Kind nicht. Aber der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die  Zugabe von Zucker pro Teller offenbar eine Cranzer Tradition ist. Wer's mag, kann die Suppe also auf diese Weise geschmacklich anpassen.

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Cranzer Bohnensuppe: Zutaten und Zubereitung

Die Suppe ist nicht nur wärmend und lecker, sie ist auch wirklich einfach zu machen, die Zutaten sind günstig und die Zubereitung geht schnell, also genau das Richtige für die Familienküche.

Man braucht (für 4-5 Personen):

  • 1 große Dose Brechbohnen (Aptropfgewicht ca. 450g)
  • 2 große Becher Kefir (jeweils 500g)
  • 1 Becher Schlagsahne (200g)
  • Milch zum Verdünnen nach Geschmack
  • 250g gewürfelter Speck oder roher Schinken
  • 1,5kg festkochende Kartoffeln
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Und so geht's:

1. Die Kartoffeln waschen, schälen und in nicht zu kleine Würfel schneiden. Die perfekte Größe Kartoffelwürfel passt von der Größe zu den Bohnen und auf den Suppenlöffel. Die Bohnen in ein Sieb abgießen, abspülen und bereit stellen.

2. Die Kartoffelwürfel im Topf knapp mit Wasser bedecken, das Wasser salzen und die Kartoffeln darin kochen. Wenn die Kartoffelwürfel gar sind, das restliche Wasser abgießen und die Kartoffeln im Topf abdämpfen. Dabei darauf achten, dass die Kartoffeln nicht festbacken oder gar anbrennen.

3. Den Kefir zu den Kartoffeln in den Topf gießen und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit Milch verdünnen und das Ganze bei mittlerer Hitze einmal kurz aufwallen lassen, bevor man die Bohnen dazu gibt. Die Hitze reduzieren und die Suppe vor sich hin köcheln lassen.

4. Den Speck in einer schweren Pfanne auslassen, bis er schön knusprig wird. Die Schlagsahne in die Suppe geben und ca. 2 Minuten mitköcheln lassen, dann den Speck mitsamt dem ausgelassenen Fett aus der Pfanne in die Suppe geben und alles noch mal mit Pfeffer abschmecken.

Fertig ist die Cranzer Bohnensuppe mit Kartoffeln, Kefir und Speck! Meine Kinder sind mindestens schon die dritte Generation, die diese Suppe liebt und regelmäßig danach verlangt und ich bin mir ziemlich sicher, auch die Kinder der Freundeskinder, mit denen ich damals um den großen Tisch saß, kennen und mögen die Cranzer Bohnensuppe, so wie ihre Eltern und Großeltern vor ihnen.

Und wer weiß? Vielleicht eure Kinder auch?

 

2 Kommentare

  1. 😉 ernnert mich stark nan die Buttermilch-Bihnensuppe aus meiner kindheit …. ,uss ich gleich mal nachkochen…..hoffe mein sohn wird sie genauso lieben wie ich damals

    • Die kenn ich auch, die hat meine Oma immer gemacht. Ja, schon ähnlich, aber die Cranzer ist viel deftiger und die Buttermilchbohnensuppe milder. Bin gespannt, wie sie dir schmeckt!

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