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Zuhause & unterwegs | Umgang mit Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen | berlinmittemom.com

WERBUNG | Vor einigen Wochen habe ich in Zusammenarbeit mit der Initiative Schmerzlos hier schon mal ausführlich über unsere persönliche Geschichte zum Thema Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen geschrieben. Es gab eine große Resonanz von euch, sowohl in Kommentaren als auch in Social Media und diversen Mails – das Thema betrifft viele und es gibt viele Fragen. Daher greife ich das Thema heute noch mal auf. Unsere Erfahrungen mit Kopfschmerzen bei Kindern haben wir über Jahre gesammelt, angefangen bei meiner eigenen Kopfschmerzgeschichte bis zum heutigen Tag, wo ich mich mit dem Thema bei meinen Kindern auseinandersetzen muss. Vor allem mein Neuseelandkind, das Teeniemädchen, ist betroffen, und wir bemühen uns, durch einen einigermaßen gesunden Lebensstil, den häufigsten Ursachen für Kopfschmerzen vorzubeugen.

Auf der anderen Seite des Planeten: Kopfschmerzen weit weg von Mama

Jetzt ist mein Mädchen seit einigen Wochen nicht mehr bei mir, sondern lebt in Neuseeland bei einer Gastfamilie. Sie geht dort zur Schule und wohnt mit ihrer Gastschwester bei deren Eltern. Also alles anders und alles neu: andere Zeitzone, andere Jahreszeit (ja, sie hat Glück, sie erlebt gerade ihren zweiten Sommer in diesem Jahr!), anderes Wetter, neuer Rhythmus im Alltag, neue Gewohnheiten, anderes Essen, andere Schlafenszeiten…

Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen | berlinmittemom.com

Für jeden Körper wäre das eine Herausforderung, doch hier kommt ihr ihre Jugend zugute, denn ein junger Organismus adaptiert viel leichter und passt sich schneller und müheloser an neue Bedingungen an.

Dennoch wussten wir, dass in der Zeit ihrer Abwesenheit ihre Kopfschmerzanfälligkeit möglicherweise zum Problem werden könnte, denn im Vorfeld war ja nicht klar, wie die Gastfamilie sein würde. Wie würden sich ihre Gasteltern um sie kümmern, wenn es ihr schlecht ginge? Würde sie sie umsorgen, darauf achten, dass sie genügend trinkt und schläft und ihr im Zweifel nicht nur mit Rat und Tat zur Seite stehen, sondern ihr auch eine Schmerztablette gönnen, wenn es zu arg würde? Oder würden sie möglicherweise nicht erkennen, wann es Zeit für Schmerzlinderung wäre und welche Phasen auch anders abgefangen werden könnten?

Denn natürlich hängt der Erfolg unserer 5 Regeln zur Kopfschmerzprävention vor allem damit zusammen, dass wir uns selbst sehr gut kennen. Ich habe über Jahre mein Kind beobachtet und begleitet und kann erkennen, wann es bei ihr schlimm ist mit den Kopfschmerzen und wann ein kleiner Dreh am Lebenswandel schon hilft, um ihre Situation massiv zu verbessern. Von Gasteltern, die sie noch gar nicht kennen, kann man das nicht erwarten. Ich habe bei der Kenntnis des Teeniemädchens schließlich vierzehneinhalb Jahre Vorsprung!

Also mussten wir genau besprechen, was in welcher Situation zu tun ist und wie sie sich selbst helfen kann, wenn ich auf der anderen Seite des Planeten und in einer anderen Zeitzone bin.

Kopfschmerzen bei Teenagern

Teenager.

Für sich selbst sorgen: was tun, wenn Mama weit weg ist?

Unsere fünf Regeln zur Kopfschmerzprävention kennt meine große Tochter sehr genau. Sie weiß, was ihr guttut und womit sie eventuell eine Kopfschmerzepisode triggert. Aber natürlich ist es etwas anderes, ob man zu Hause bei Mama ist, die im Ernstfall die Entscheidungen trifft und sich kümmert oder ob man in dieser Sache plötzlich auf sich allein gestellt ist und selbst entscheiden muss, ob man eine Kopfschmerztablette nehmen sollte oder nicht.

Dafür haben wir genau besprochen, worauf sie achten soll und ich habe ihr genau gesagt, was sie tun kann, wenn die Kopfschmerzen kommen.

Die Ursache klären

Wenn du einen Anflug von Kopfschmerzen verspürst, horch in dich hinein. Gibt es noch mehr Symptome? Schnupfen? Husten? Halsschmerzen? Fühlst du dich ungewöhnlich heiß oder frierst? Wenn ja, miss deine Temperatur und überprüfe auf diese Weise, ob es vielleicht eine Erkältung ist. Wenn ja, sprich mit deinen Gasteltern und sorge für dich. Mach dir einen Tee mit Honig, halt dich warm und leg dich ins Bett. Kontrollier deine Temperatur alle paar Stunden und trink viel. Wenn das Fieber steig, nimm einen Fiebersenker.

Hast du nur Kopfschmerzen und ansonsten keine Symptome, musst du dich anders um dich kümmern.

Für Ruhe sorgen

Zieh dich zurück, wenn du kannst. Gönn deinem Kopf Ruhe und dir selbst eine Pause. Probier aus, ob gedämpftes Licht dir guttut, schließ die Augen und lass innerlich los. Du musst keine Situation aushalten, wenn dein Kopf dir so klar signalisiert, dass dir das nicht guttut. Es ist nicht unhöflich, für sich selbst zu sorgen, sondern es bedeutet, dass du dich selbst gut kennst und auf dich achtest. Das ist etwas Gutes.

Trinken und Essen

Denk nach, ob du in den letzten Stunden vor Auftreten der Kopfschmerzen ausreichend gegessen und getrunken hast. Wenn nicht – hol das nach. Wenn es dir hilft, füll dir Wasser in eine Flasche ab und trink tagsüber daraus, dann weißt du immer, wieviel du wirklich getrunken hast. Das gibt dir eine bessere Kontrolle über deinen Flüssigkeitshaushalt und ist gegebenenfalls ein guter Indikator, ob du genug getrunken hast oder nicht. Mit dem Essen ist es ähnlich: iss regelmäßig und ausgewogen, das wird dir dabei helfen, die Kopfschmerzepisoden seltener zu machen.

Grüner Smoothie | berlinmittemom.com

Stress und Aufregung

Unser Körper reagiert auch auf seelischen Stress und Aufregung, selbst wenn es positive Aufregung ist. Manchmal wird uns übel davon, manchmal bekommen wir Kopfschmerzen, manchmal werden wir urplötzlich todmüde. Denk darüber nach, ob Stress oder Aufregung oder eine andere seelische Belastung ein Faktor sein könnte, wenn deine Kopfschmerzen anfangen. Lass den Stress ein bisschen los und finde jemanden, mit dem du über das sprechen kannst, was dich bewegt. Am besten machst du das sowieso regelmäßig, damit die Kopfschmerzen gar nicht erst entstehen. Tagebuchschreiben hilft auch, sich seelisch zu erleichtern und Stress zu reduzieren.

Reduziere deine Schmerzen

Wenn du all das gemacht und beachtet hast und die Kopfschmerzen bleiben oder werden gar schlimmer, dann nimm eine Schmerztablette. Es gibt keinen Tapferkeitspreis für das Aushalten von Schmerzen, für niemanden von uns. Und wenn Schlaf, Bewegung, psychisch-emotionale Ausgeglichenheit und gesundes Ess- und Trinkverhalten die Kopfschmerzen nicht verhindern oder beseitigen können, dann nimm eine Schmerztablette.

Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung: die eigene Verantwortung

Und diese Schmerztabletten habe ich ihr auch in ihrer Reiseapotheke mitgegeben, zusammen mit einer Schmerzsalbe, Rescuetropfen, einem Mittel gegen Durchfall, Blasenpflastern, einer Salbeilösung zum Gurgeln, weil sie zu Halsentzündungen neigt und einer kleinen homöopathischen Hausapotheke.

Ich weiß, viele Eltern schrecken davor zurück, ihren Kindern Schmerzmittel zu geben und ich gehöre selbst zu der Sorte Mütter, die lieber einmal mehr alles andere ausprobieren, bevor zu Schmerzmitteln gegriffen wird. Gerade weil Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen so viele Ursachen haben können und es immer wichtig ist, das genau anzuschauen und gegebenenfalls einen Arzt zu konsultieren, bevor man einfach „nur“ den Schmerz eindämmt. Denn natürlich hat der Schmerz auch eine Funktion und zeigt an, dass etwas nicht stimmt. Als Eltern haben wir da die große Verantwortung, genau hinzuschauen. Aber wenn ich ehrlich zu mir bin, muss ich mir eingestehen, dass ich für mich selbst in der Regel auch zur Schmerzlinderung greifen würde, einfach, weil mir im Alltag der Raum, die Ruhe und die Muße fehlt, mich im abgedunkelten Zimmer hinzulegen und Tee zu trinken, bis es besser wird. Für die Kinder ist das ein bisschen anders und ich sorge natürlich dafür, dass sie Ruhepausen haben und auch sonst alles bekommen, das ihre Kopfschmerzen eindämmen könnte, bevor ich zum Schmerzmittel greife.

Aber im Fall des Neuseelandkindes war es mir wichtig, ihr zu vermitteln, dass sie selbstwirksam und eigenverantwortlich entscheiden kann, was zu tun ist, wenn es ihr nicht gut geht. Dass sie das Gefühl hat, sie ist nicht hilflos ausgeliefert, wenn es ihr körperlich schlecht geht und ich nicht mal ansatzweise in der Nähe bin, um ihr zu helfen oder auch nur einen Rat zu geben. Wenn sie mich nämlich um 16h nachmittags ihrer Zeit anruft, um mich zu fragen, was sie tun soll, ist es hier 4h morgens und ich schlafe in der Regel tief und fest.

Jetzt haben wir sehr viel Glück. Die Gastfamilie ist wie aus dem Bilderbuch und ihre neuseeländische Gastmama ist eine Seele von Mensch, die sich liebevoll und zugewandt kümmert. Wenn es also schwierig wird, auch kopfschmerztechnisch, dann kann sich mein Kind an sie wenden. Und in Zeiten von Email bin ich mit der Gastmama im engen Austausch, so dass sie mich auch fragt, ob ich mit dieser oder jener Entscheidung einverstanden bin. Aber für uns mit unserer Kopfschmerzhistorie war es eine Beruhigung zu wissen, dass sie sich um sich selbst kümmern und ihre Kopfschmerzen in den Griff kriegen würde, für den Fall der Fälle.

Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen | berlinmittemom.com

Doch wenn ich am Telefon mit ihr spreche, darüber wie es ihr geht und was sie so macht, wie sie sich fühlt und natürlich auch, ob der Kopf Zicken macht, höre ich ein glückliches, ausgeglichenes Teeniemädchen, das gerade die Erfahrung macht, wie wunderbar es ist, selbständig zu sein und sich wirklich um sich selbst zu kümmern. Ich habe noch keine einzige Beschwerde über Kopfschmerzen gehört, seit sie weg ist, aber ich bin mir sicher, sie würde vernünftig und ausgewogen entscheiden, wenn sie in die Situation käme.

Jetzt zählen wir allerdings schon die Tage, bis wir uns wiedersehen, denn in zwei Wochen geht es auch für uns los nach Neuseeland und ich fange in Gedanken schon so langsam an zu packen. Ich werde berichten!

 



1 Kommentare

  1. Frieda sagt

    Liebe Berlinmittemom, ich vermisse bei diesem Beitrag einen eindeutigen Hinweis auf den Kooperationspartner. Hinter der „Initiative Schmerzlos“ steht laut Impressum der Pharmahersteller Reckit Benckiser, der unter der Marke „Nurofen“ den Wirkstoff Ibuprofen für Kinder und Jugendliche vertreibt. Gerade bei Themen mit medizinischer Relevanz sollte aus meiner Sicht der Name des kooperierenden Unternehmens klar benannt werden, damit Leserinnen und Leser sich eine eigene Meinung bilden können.

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