Alle Artikel in: herz & seele

Kinder am Strand auf Sylt

meine privilegierten kinder ::: über privilegien und verantwortung

Meine Kinder sind mein Ein und Alles. Sie sind meine erste Priorität, ob ich wache oder schlafe. Sie sind in meinem Herzen auf Platz Eins. Ihr Wohlergehen ist mein erster Gedanke, ihre körperliche und seelische Unversehrtheit meine Verantwortung, ihr behütetes Aufwachsen das, wofür ich arbeite, jeden Tag. Ihr Vater und ich tun alles dafür, dass sie gut groß werden und alle Chancen und Möglichkeiten haben. Wir sind ihre Eltern. Wir beschützen sie, wenn es sein muss, wir fordern sie heraus, wenn sie es brauchen, wir lassen sie los, wenn es Zeit ist, wir halten sie in unseren Armen, immer, wenn sie es möchten. Wir sind die Basis und das Nest. Wir bereiten den Boden, auf dem sie sicher stehen und gehen. Wir lieben sie bedingungslos, egal, was sie tun und genauso, wie sie sind. So verstehen wir unser Elternsein. Und ich bin sicher, dieses Gefühl für unsere Kinder teilen wir mit allen Eltern auf dieser Welt. Aber nicht alle Familien haben dieselben Bedingungen. Nicht alle Eltern können diese Wünsche, Gefühle und Gedanken, ihr persönliches Verständnis von …

Gedenktag für alle verstorbenen Kinder, verwaiste Eltern, Trauer, Abschied, Loslassen, Sternenkinder, Nils, Melanie Garanin, Leukämie, Kaiserinnenreich, kleine Kaiserin, Verlust

es werde licht ::: gedenktag für alle verstorbenen kinder

Es gibt Dinge, die dürfte es gar nicht geben, aber dennoch gibt es sie. Solche von der unangenehmen Art, solche von der kaum erträglichen Art und dann diese, von denen man nicht mal ahnen könnte, wie sie zu ertragen seien: der Tod des eigenen Kindes. Nicht, dass der Tod ansich nicht schon immer unfassbar schwer zu ertragen ist, aber das ist die Königsklasse des Unerträglichen. Unsäglichen. Höllischen. Ich habe nicht mal ein einziges Wort, das beschreiben würde, wie sich das anfühlen muss. Aber es gibt viele Eltern, die das Gefühl kennen. Die ihre Kinder begraben mussten, sich verabschieden, sie loslassen. Und die irgendwie weiterleben. Wie sie das machen, ist allen anderen völlig unklar, und soweit ich das verstehe, gibt es eben keinen Masterplan, an den man sich halten könnte und der einen mit einer Art Karte durch dieses neue Leben führen könnte – ohne Kind. Oder mit einem weniger als zuvor. Es ist schier – unvorstellbar. Als ich 13 war, so alt wie mein Herzensmädchen jetzt, starb eine enge Freundin an einem Gehirntumor, kurz nach …

Brief an eine Mutter, Ermutigung, Leben mit Kindern, Babyjahre, Rat von einer Mama, kindliche Entwicklung, Kindheit, Kleinkind, Autonomie, Perönlichkeitsentwicklung

wo die wilden kerle wohnen ::: brief an eine mutter IV

Liebe kleine Mama, eben saßen wir zusammen und sahen deinem Baby beim Spielen zu, wie so oft in den letzten zehn Tagen. Mir gehen so viele Dinge durch den Kopf, wenn ich euch zusammen sehe und mir wurde klar, es wird wieder Zeit für einen neuen Brief an dich, einen Brief an eine Mutter, wie ich schon einige geschrieben habe – inspiriert durch dich und dein Kind. Dein Baby ist kein Baby mehr, so viel ist uns beiden klar, auch wenn wir es immer noch "Baby" nennen. Es ist ein Kind. Ein Kleinstkind von 17 Monaten, ein wunderbarer, leidenschaftlicher Wirbelwind, der durch das Haus fegt und alles und alle mitreißt. Es ist dein Sohn, der jetzt läuft, am Tisch mit isst, erste Worte spricht und sich überhaupt sehr vielfältig ausdrückt.  Ich beobachte fasziniert, wie er sich wieder verändert hat, seit ich euch im Juli zuletzt gesehen hatte und stelle fest, dass ich fast vergessen hatte, wie es ist, ein so kleines Menschenkind im Haus zu haben. Jemanden, dessen kleiner Geist noch nichts weiß von Regeln oder …

Gänseblümchen pflücken, Leben mit Kindern, Dankbarkeit, Menschsein, Helfen, Obdachlose, die Welt retten, make the world a better place,

der kaffee auf der parkbank ::: eine geschichte vom menschsein

Es ist Montag früh. Ich stehe in meiner Küche und mache Kaffee für den Mann und mich und mische Saft und Wasser für die Kinder. Im Toaster bräunen drei Scheiben Vollkorntoast und eins nach dem anderen torkeln die müden Schulkinder die Treppe herunter und lassen sich auf ihre Plätze am Tresen fallen, wo sie immer frühstücken. Das Radio dudelt, der Kaffee duftet und ich lasse meinen Blick aus dem Fenster auf die kleine Grünfläche vor dem Haus schweifen – da sehe ich sie. Auf der Parkbank, nur zwanzig Meter von meinem Küchenfenster entfernt, liegt eine Frau. Sie hat sich in eine große rotkarierte Wolldecke eingewickelt und schläft, den Kopf auf ihrer Tasche. Ihre Sandalen stehen fein säuberlich unter der Bank und unter ihren Füßen hat sie eine weitere Tasche eingerollt. "Da liegt jemand", kommentiert der Mann ganz richtig, als er Milch in die Kaffeebecher gießt und mir einen reicht. Die Kinder werden munter und gehen an die Balkontür, die ebenfalls auf die Grünfläche zeigt. "Ja, da liegt jemand. Eine Frau!" "Warum liegt die da, Mama? Ist …

Hand in Hand, Mütter sterben, Krebs, Kinder, aufwachsen ohne Mutter, Elternsein, Leben mit Kindern, Miriam Pielhau, Brustkrebs, Waise

hand in hand ::: wenn mütter sterben

Heute ist mein Geburtstag. Der Tag war fabelhaft. Er begann mit meinen süßen Kindern, die sich in meinem Bett auf mich stürzten und mir mit den zauberhaftesten Briefen und Gebasteltem gratulierten. Dann hatte ich wahnsinnig viel Zeit für mich – was für ein Geschenk. Und dann, als ich mich gerade verboten gut gelaunt auf den Weg in die Schule machte, um meine Kinder abzuholen, las ich es auf diversen Newsseiten: Miriam Pielhau ist gestorben. Gestern. An Krebs. 41 Jahre alt. 4jährige Tochter. Und das Gedankenkarussel beginnt sich zu drehen. Miri Pielhau war eine Frau mit wahnsinniger Strahlkraft. Ich liebte ihre Stimme, als sie noch in den 90er Jahren für den WDR als Radiomoderatorin auf meinem Lieblingssender 1Live zu hören war, ich liebte sie, wenn sie witzig und eloquent diverse Events moderierte und als ich sie vor vier Jahren auf dem Geburtstag einer gemeinsamen Freundin kennenlernte, sah ich, dass diese Frau all das war, was ich aus der Ferne gespürt hatte: liebevoll, lebensweise, zugewandt, humorvoll, verliebt ins Leben und so energiegeladen, dass es schien, es summte …

Mommy Wars, Ermutigung, Mütter, 10 Dinge

10 ermutigungen, die mütter einander sagen sollten ::: no more mommy wars!

Ich kann es nicht mehr hören. Lesen. Und überhaupt. Diese hoch geschriebenen angeblichen Mommy Wars, in die wir Mütter doch angeblich allesamt verstrickt sind. Ich mag nichts mehr davon hören, wie gewisse Kohorten von Müttern sich vermeintlich aufeinander stürzen, weil sie sich gegenseitig niedermachen, sich im Wettkampf darum, wer die bessere Mutter sei, den jeweiligen Lebensstil vorhalten und jede Gelegenheit ergreifen, die jeweils andere schlecht zu machen. Mir reicht's. Wieso wird uns immer unterstellt, wir seien untereinander missgünstig? Was sind Mommy Wars überhaupt? Und warum? Was soll das? Ich kenne sowas nur aus Kolumnen unterbeschäftigter Journalisten (ja, sie sind doch häufig männlich), die wieder die nächste Sau durchs Dorf jagen. Und dann sind es eben gerne mal wieder die Mütter, die sich ja so leicht in Pro und Contra Impfen, Stillen oder Milchpulver, Tragen oder Schieben, Familienbett oder Ferbern, Hausgeburt oder geplanter Kaiserschnitt, Wegwerfwindeln oder Windelfrei, Stay-at-home-Mom oder Karrieremutti… unterteilen lassen. Und wenn wir uns nicht genügend zanken, werden solche angeblichen Konflikte und Konfrontationen eben herbei geschrieben.  Mir stinkt das Mommy Wars-Gedöns gewaltig! Ich mag das …

Sehnsucht nach Stille, Ruhe im Alltag, fünf Tipps, leben mit Kindern, Alltag mit Kindern, Mamaalltag, Stilleübung, Selfcoaching

sehnsucht nach stille ::: 5 ideen für mehr ruhe im alltag mit kindern

Ich liebe mein Leben, so wie es ist. Und ich liebe meine Familie, mit all ihrer Energie, der Lautstärke und unser turbulentes Alltagsleben. Aber sehr oft während all unserer routinierten Abläufe fehlt mir die Ruhe im Alltag. Ich meine nicht so sehr die bewusst herbei geführten Pausen und Auszeiten, die ich mir während des Alltags schaffe, nur um mal durchzuatmen. Nein, ich meine die pure Stille. Wie sehr mir diese Stille fehlt, merke ich im täglichen Leben vor allem in den Momenten, in denen sie plötzlich einsetzt und es um mich herum ruhig wird. Wenn beispielsweise die Kinder morgens das Haus verlassen haben und die Tür ins Schloss fällt und ich einfach nur da stehe, ohne mich zu rühren. Dann ist die Stille da und umfängt mich. Und ich lasse sie, wie sie ist, ich bewege mich nicht, um sie nicht zu stören und atme tief ein und aus, während sie mich einhüllt, wie eine kühle, wohltuende Morgenwolke. In solchen Momenten wird mir wieder klar, dass S T I L L E nicht nur das Fehlen von Geräuschen …

Trauer, Umgang mit Trauer, Verlust, Tod, Trauerphasen

ein meer voll ungeweinter tränen ::: über trauer und verwandte gefühle

Trauer. Wie verläuft sie? Wie fühlt sie sich an? Was macht sie mit uns? Wie trauert man "richtig" und was hilft Trauernden eigentlich wirklich? Seit die Trauer zu meinem Leben gehört, befasse ich mich hier immer wieder mit den verschiedenen Aspekten von Verlust und der damit verbundenen Trauer – und im Moment kommen so viele Erinnerungen, denn gerade ist der Vater einer lieben Freundin von mir gestorben. Ähnlich wie damals bei meiner Mutter war das seit einiger Zeit absehbar und auch sonst gab es einige Parallelen, so dass die Bilder von damals wieder ganz nah sind. Also versuche ich heute mal wieder, mich dem Thema Verlust und Trauer schreibend zu nähern. Ich denke darüber nach, wie sie sich anfühlt, wenn sie neu in unser Leben tritt. Wie sie sich zusammensetzt und dass es das kaum je gibt: pure Trauer. Darüber, wie sie sich anfühlt, wenn sie einen ganz konkret trifft. Von den Verdrängungsmechanismen und dem Schockzutand, von der vodergründigen Geschäftigkeit und den nächtlichen Zusammenbrüchen. Und davon, wie die Trauer in die Seele einsickert und sich dort einnistet, ganz allmählich und mit einer langsamen …