Alle Artikel in: herz & seele

Brief an eine Mutter, Ermutigung, Leben mit Kindern, Babyjahre, Rat von einer Mama, kindliche Entwicklung, Kindheit, Kleinkind, Autonomie, Perönlichkeitsentwicklung

wo die wilden kerle wohnen ::: brief an eine mutter IV

Liebe kleine Mama, eben saßen wir zusammen und sahen deinem Baby beim Spielen zu, wie so oft in den letzten zehn Tagen. Mir gehen so viele Dinge durch den Kopf, wenn ich euch zusammen sehe und mir wurde klar, es wird wieder Zeit für einen neuen Brief an dich, einen Brief an eine Mutter, wie ich schon einige geschrieben habe – inspiriert durch dich und dein Kind. Dein Baby ist kein Baby mehr, so viel ist uns beiden klar, auch wenn wir es immer noch "Baby" nennen. Es ist ein Kind. Ein Kleinstkind von 17 Monaten, ein wunderbarer, leidenschaftlicher Wirbelwind, der durch das Haus fegt und alles und alle mitreißt. Es ist dein Sohn, der jetzt läuft, am Tisch mit isst, erste Worte spricht und sich überhaupt sehr vielfältig ausdrückt.  Ich beobachte fasziniert, wie er sich wieder verändert hat, seit ich euch im Juli zuletzt gesehen hatte und stelle fest, dass ich fast vergessen hatte, wie es ist, ein so kleines Menschenkind im Haus zu haben. Jemanden, dessen kleiner Geist noch nichts weiß von Regeln oder …

Gänseblümchen pflücken, Leben mit Kindern, Dankbarkeit, Menschsein, Helfen, Obdachlose, die Welt retten, make the world a better place,

der kaffee auf der parkbank ::: eine geschichte vom menschsein

Es ist Montag früh. Ich stehe in meiner Küche und mache Kaffee für den Mann und mich und mische Saft und Wasser für die Kinder. Im Toaster bräunen drei Scheiben Vollkorntoast und eins nach dem anderen torkeln die müden Schulkinder die Treppe herunter und lassen sich auf ihre Plätze am Tresen fallen, wo sie immer frühstücken. Das Radio dudelt, der Kaffee duftet und ich lasse meinen Blick aus dem Fenster auf die kleine Grünfläche vor dem Haus schweifen – da sehe ich sie. Auf der Parkbank, nur zwanzig Meter von meinem Küchenfenster entfernt, liegt eine Frau. Sie hat sich in eine große rotkarierte Wolldecke eingewickelt und schläft, den Kopf auf ihrer Tasche. Ihre Sandalen stehen fein säuberlich unter der Bank und unter ihren Füßen hat sie eine weitere Tasche eingerollt. "Da liegt jemand", kommentiert der Mann ganz richtig, als er Milch in die Kaffeebecher gießt und mir einen reicht. Die Kinder werden munter und gehen an die Balkontür, die ebenfalls auf die Grünfläche zeigt. "Ja, da liegt jemand. Eine Frau!" "Warum liegt die da, Mama? Ist …

Hand in Hand, Mütter sterben, Krebs, Kinder, aufwachsen ohne Mutter, Elternsein, Leben mit Kindern, Miriam Pielhau, Brustkrebs, Waise

hand in hand ::: wenn mütter sterben

Heute ist mein Geburtstag. Der Tag war fabelhaft. Er begann mit meinen süßen Kindern, die sich in meinem Bett auf mich stürzten und mir mit den zauberhaftesten Briefen und Gebasteltem gratulierten. Dann hatte ich wahnsinnig viel Zeit für mich – was für ein Geschenk. Und dann, als ich mich gerade verboten gut gelaunt auf den Weg in die Schule machte, um meine Kinder abzuholen, las ich es auf diversen Newsseiten: Miriam Pielhau ist gestorben. Gestern. An Krebs. 41 Jahre alt. 4jährige Tochter. Und das Gedankenkarussel beginnt sich zu drehen. Miri Pielhau war eine Frau mit wahnsinniger Strahlkraft. Ich liebte ihre Stimme, als sie noch in den 90er Jahren für den WDR als Radiomoderatorin auf meinem Lieblingssender 1Live zu hören war, ich liebte sie, wenn sie witzig und eloquent diverse Events moderierte und als ich sie vor vier Jahren auf dem Geburtstag einer gemeinsamen Freundin kennenlernte, sah ich, dass diese Frau all das war, was ich aus der Ferne gespürt hatte: liebevoll, lebensweise, zugewandt, humorvoll, verliebt ins Leben und so energiegeladen, dass es schien, es summte …

Mommy Wars, Ermutigung, Mütter, 10 Dinge

10 ermutigungen, die mütter einander sagen sollten ::: no more mommy wars!

Ich kann es nicht mehr hören. Lesen. Und überhaupt. Diese hoch geschriebenen angeblichen Mommy Wars, in die wir Mütter doch angeblich allesamt verstrickt sind. Ich mag nichts mehr davon hören, wie gewisse Kohorten von Müttern sich vermeintlich aufeinander stürzen, weil sie sich gegenseitig niedermachen, sich im Wettkampf darum, wer die bessere Mutter sei, den jeweiligen Lebensstil vorhalten und jede Gelegenheit ergreifen, die jeweils andere schlecht zu machen. Mir reicht's. Wieso wird uns immer unterstellt, wir seien untereinander missgünstig? Was sind Mommy Wars überhaupt? Und warum? Was soll das? Ich kenne sowas nur aus Kolumnen unterbeschäftigter Journalisten (ja, sie sind doch häufig männlich), die wieder die nächste Sau durchs Dorf jagen. Und dann sind es eben gerne mal wieder die Mütter, die sich ja so leicht in Pro und Contra Impfen, Stillen oder Milchpulver, Tragen oder Schieben, Familienbett oder Ferbern, Hausgeburt oder geplanter Kaiserschnitt, Wegwerfwindeln oder Windelfrei, Stay-at-home-Mom oder Karrieremutti… unterteilen lassen. Und wenn wir uns nicht genügend zanken, werden solche angeblichen Konflikte und Konfrontationen eben herbei geschrieben.  Mir stinkt das Mommy Wars-Gedöns gewaltig! Ich mag das …

Sehnsucht nach Stille, Ruhe im Alltag, fünf Tipps, leben mit Kindern, Alltag mit Kindern, Mamaalltag, Stilleübung, Selfcoaching

sehnsucht nach stille ::: 5 ideen für mehr ruhe im alltag mit kindern

Ich liebe mein Leben, so wie es ist. Und ich liebe meine Familie, mit all ihrer Energie, der Lautstärke und unser turbulentes Alltagsleben. Aber sehr oft während all unserer routinierten Abläufe fehlt mir die Ruhe im Alltag. Ich meine nicht so sehr die bewusst herbei geführten Pausen und Auszeiten, die ich mir während des Alltags schaffe, nur um mal durchzuatmen. Nein, ich meine die pure Stille. Wie sehr mir diese Stille fehlt, merke ich im täglichen Leben vor allem in den Momenten, in denen sie plötzlich einsetzt und es um mich herum ruhig wird. Wenn beispielsweise die Kinder morgens das Haus verlassen haben und die Tür ins Schloss fällt und ich einfach nur da stehe, ohne mich zu rühren. Dann ist die Stille da und umfängt mich. Und ich lasse sie, wie sie ist, ich bewege mich nicht, um sie nicht zu stören und atme tief ein und aus, während sie mich einhüllt, wie eine kühle, wohltuende Morgenwolke. In solchen Momenten wird mir wieder klar, dass S T I L L E nicht nur das Fehlen von Geräuschen …

Trauer, Umgang mit Trauer, Verlust, Tod, Trauerphasen

ein meer voll ungeweinter tränen ::: über trauer und verwandte gefühle

Trauer. Wie verläuft sie? Wie fühlt sie sich an? Was macht sie mit uns? Wie trauert man "richtig" und was hilft Trauernden eigentlich wirklich? Seit die Trauer zu meinem Leben gehört, befasse ich mich hier immer wieder mit den verschiedenen Aspekten von Verlust und der damit verbundenen Trauer – und im Moment kommen so viele Erinnerungen, denn gerade ist der Vater einer lieben Freundin von mir gestorben. Ähnlich wie damals bei meiner Mutter war das seit einiger Zeit absehbar und auch sonst gab es einige Parallelen, so dass die Bilder von damals wieder ganz nah sind. Also versuche ich heute mal wieder, mich dem Thema Verlust und Trauer schreibend zu nähern. Ich denke darüber nach, wie sie sich anfühlt, wenn sie neu in unser Leben tritt. Wie sie sich zusammensetzt und dass es das kaum je gibt: pure Trauer. Darüber, wie sie sich anfühlt, wenn sie einen ganz konkret trifft. Von den Verdrängungsmechanismen und dem Schockzutand, von der vodergründigen Geschäftigkeit und den nächtlichen Zusammenbrüchen. Und davon, wie die Trauer in die Seele einsickert und sich dort einnistet, ganz allmählich und mit einer langsamen …

Brief an eine Mutter, Loslassen, Erziehung, Baby, Babyzeiten, Ratgeber, Tipps

vom loslassen ::: brief an eine mutter III

Liebe kleine Mama, es wird Zeit für einen neuen "Brief an eine Mutter", denn schon hat sich dein Leben mit deinem Baby wieder verändert, dabei ist es doch gerade mal elf Monate alt. Es ist ein herrliches Leben mit diesem kleinen vitalen Menschlein an deiner Seite und die Freude über dein Kind steht dir ins Gesicht geschrieben, sobald dein Blick auf es fällt. Du bist entzückt und begeistert, wie dein Kind sich entwickelt und jeden Tag neue Dinge lernt. Nur werden die Dinge irgendwie… größer. Es geht nicht mehr nur um schlafen und stillen, wickeln und baden. In diesen Dingen ist dein Baby inzwischen ein Profi und ihr beide ein eingespieltes Team. Die Dinge, die es jetzt beschäftigen, sind anderer Art. Es geht ums Robben und Krabbeln, ums Aufsetzen und sich an Gegenständen aufrichten, ums Blättern in Büchern und das Aufklauben kleiner Sachen vom Boden. Es geht darum, alles anzufassen und zu untersuchen, in den Mund zu stecken und zu benagen, um festzustellen, um was es sich im Einzelfall handelt. Und es geht um Kommunikation mit dir und …

Flüchtlingshelferin, Lesbos, Refugees Welcome, Flüchtlingsroute, Idomeni, Blogger für Flüchtlinge

berlin – lesbos und zurück ::: brief einer flüchtlingshelferin an ihren sohn

Manche Menschen sind Helden. Helden nicht, weil sie übermenschliche Kräfte haben oder prestigeträchtige Taten vollbringen, nein. Helden, weil sie ihren Überzeugungen folgen und Dinge auf sich nehmen, um sich für andere einzusetzen. So eine Heldin ist Hanna. Wir kennen uns seit drei Jahren, als Hannas Sohn und mein Goldkind in eine Kitagruppe gingen, aber seit die beiden nicht mehr in einer Klasse sind, haben wir uns selten gesehen. Im Dezember dann schrieb sie mir eine Nachricht über Facebook. Sie mache sich auf nach Lesbos um vor Ort zu helfen und habe eine Fundraising-Aktion dafür gestartet, ob ich ihren Aufruf teilen würde. Ich schrieb ihr sofort zurück. Mit ein paar Tagen Verzögerung entspann sich ein kurzer Chat. Inzwischen war sie schon in Lesbos angekommen und von nun an verfolgte ich über ihr Facebookprofil, was sie dort erlebte und wie es ihr ging. Ich kann nicht einmal ahnen, wie es vor Ort gewesen sein muss oder wie es heute ist. Jetzt, wo Idomeni das neue Lesbos geworden ist, wo die humanitäre Katastrophe am Grenzzaun mitten in Europa kulminiert, ist der Focus …