Alle Artikel mit dem Schlagwort: Bettkantengespräche

Familienzeit, Großfamilie, Berlinmittekids, Sylt, Strand

Unsere Werte sind nicht verhandelbar ::: Ein Gespräch mit den Kleinen

Heute holte ich meine Kinder von der Schule ab, wie immer. Sie zogen ihre Reithosen an und packten ihre Brotdosen aus und wir fuhren wie jeden Montag plaudernd zum Reiten. Aber dieses Mal ging es nicht um Schule, um Familienkram oder kleine Anekdoten aus unserem Leben. Es ging um Politik. Um die Ergebnisse der Bundestagswahl und darum, was das für uns bedeutet. Vor allem die Kleinen hatten viele Fragen. Einmal über das System: welche Partei bekommt wieviele Sitze im Bundestag und was bedeutet das, wie lange dauert es erfahrungsgemäß, bis sich Koalitionen gebildet haben, was ist die Opposition und was ist ihre Aufgabe. Aber dann ging es auch ans Eingemachte und an die große Frage danach, wie ich bewerte, was gestern passiert ist. Wie ich es einordne. Ob ich ihnen das bitte erklären könne. Und wieso Herr Gauland gesagt hat, er würde Angela Merkel jagen. Was er damit gemeint hat. Und ob wir jetzt Angst haben müssten. Es ist nicht so, als hätten wir noch nie über Politik gesprochen, ganz im Gegenteil. Gerade in den …

ich bin eure glückliche mama ::: über das gefühl vom richtigsein

Letzte Woche fuhr ich mit dem Lieblingsbub im Auto vom Fußballtraining nach Hause, nur wir beide. Wir quatschten so über seinen Tag, er aß seinen Obstsnack und das Radio lief. Irgendwann drehte er lauter, weil er einen Song erkannte: „Ne ganz normale fünfzig Stunden Woche Heim kommen und erst mal für die Kleinen kochen Ist für sie ja kein Problem Weil die Kids für sie an erster Stelle stehen Sie fragt sich wie es gelaufen wär' Ohne Kinder Selber laufen lernen Aber ihr Tag lässt keine Pause zu Sie will träumen, macht die Augen zu (…)“ Beim Refrain sang er laut mit und ich fragte mich gerade, woher er den Song kennt, da sagt er: „Mama, fragen sich alle Mütter, wie es gelaufen wär’, ohne Kinder? Würden sie alle manchmal lieber was anderes machen und doch lieber ohne ihre Kinder sein? Und keine Mütter?“ Und jetzt folgte ein Gespräch zwischen uns, das eigentlich nur ganz kurz dauerte und das mir doch so wichtig war. Denn während ich dem Lied lauschte, ging mir durch den Kopf, …

Berlinmittekids, Gürteltierschule, Goldkind, Kindermund

die gürteltierschule ::: kranke kinder, berufswünsche und das magische weltbild

Kranke Kinder zu Hause zu haben, hat viele Aspekte. In den letzten zwei Wochen konnte ich dazu mal wieder ein eindrückliche Erfahrungen sammeln, hatte ich doch letzte Woche drei Tage das Goldkind und in der Woche davor das Herzensmädchen krank zu Hause. Natürlich verbringe ich mehr Zeit mit meinen kranken Hasen, als mit den gesunden Kindern, die über die Hälfte des Tages in der Schule verbringen, denn das Kind zu Hause kriegt selbstverständlich meine volle Aufmerksamkeit: ich koche Tee, bereite den Inhalator vor, mache kleine frische Obstmahlzeiten zurecht, wenn der Appetit nicht so groß ist, dass er für Frühstück und Mittagessen reicht und wechsele bei Fieberkindern regelmäßig die Bettwäsche. Außerdem kommt dazu noch die Zeit, die wir mit Medikation, Fiebermessen und assistierter Körperpflege verbringen, denn ein kreislaufschwaches Fieberkind braucht schon mal Unterstützung beim Haarekämmen oder Zähneputzen, auch wenn es die im normalen Alltagsablauf längst nicht mehr nötig hat. Und während wir also unsere Tage so eng miteinander verbringen, reden wir. Wieviel und worüber, das hängt natürlich wieder vom individuellen Zustand des Kränkelchens ab, aber wir reden. Während sich die …

Goldkind, Babywearing, Puppentrage

schwangere sachen ::: wie sich das goldkind das leben vorstellt

Mein Goldkind unterhält mich zur Zeit ziemlich gut. Sie ist der Meinung, sie sei ein völlig anderer Mensch geworden seit dem letzten Schuljahr, hauptsächlich, weil sie jetzt ein Vorschulkind ist. Es ist rührend und witzig zugleich, dabei zuzusehen, wie sich in ihrem Kopf die Welt nach ihren Vorstellungen formt. Sie ist in diesem magischen Alter, in dem sie glaubt, dass sie genau jetzt verstanden hat, wie die Welt sich dreht und wie die Regeln sind. Das ist faszinierend. Dann kommen schon mal so Sätze heraus wie „Männer machen kein Yoga, das ist viel zu schwer. Das ist nur was für Frauen. Und Kinder!“ oder „Ich esse natürlich noch eine zweite Portion Nudeln, denn ich bin jetzt ein Vorschulkind. So ist das nun mal, wenn man sich verändert. Und ich verändere mich gerade!“ Langweilig wird es mit ihr gerade jedenfalls nicht. Sie lernt wahnsinnig viel, schließt neue Freundschaften, erobert sich neue Räume, drinnen wie draußen und wagt sich allein in neue Bereiche vor, die sie vorher lieber nur von weitem und an meiner Hand betrachtet hat. Zu ihrer …

zwei erfinder und ein mädchen ::: das urteil des bundesverfassungsgerichtes zum adoptionsrecht für homosexuelle paare

Wir hören beim Frühstück immer Radio. Das heißt: so lange mir nicht der Hut hochgeht wegen dem Geschwätz, dann ist es damit rum. Spätestens aber, wenn alle aus dem Haus gehen. Dann nehme ich mir einen Kaffee und die Plapperbox geht aus, damit ich in Ruhe die Tageszeitung überfliegen kann. Aber heute früh war ich gut gelaunt und ein bisschen ausgeschlafener als gewöhnlich, da blieb das Radio auch an, als die Kinder längst aus der Tür waren, und so hörte ich die Nachricht über das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Adoptionsrecht für homosexuelle Paare. Anna Luz de León on Google+

das passt nicht zu dir! ::: ein abendgebet

Es ist Abend, es ist still im Haus. Der Bub, der sowieso immer gleich schläft wie ein Stein, pennt schon seit kurz nach acht, das Herzensmädchen ist in ein neues Geburtstagsbuch vertieft und das Goldkind lauscht im Halbschlaf noch der leise murmelnden Madita-und-Pims-CD. Ich habe aller meiner Ämter gewaltet, weil der Mann aushäusig Schulorga-Kram erledigt: den Kindern das Essen verabreicht, sie gewaschen und umgezogen, sie 20 Minuten vorausgewähltes TV-Programm sehen lassen, eine neue pädagogische Maßnahme zur Vermeidung von Abendstreit beim Zähneputzen ausprobiert (erfolgreich! Davon berichte ich gesondert.), zwei mal vorgelesen, beim Bub eine Seite Yakari (der Blitz soll mich treffen!) und beim Goldkind eine Lachgeschichte. Und dann. Wollte das Goldkind gesungen und gebetet haben. Anna Luz de León on Google+

frühstücksphilosophie mit dem goldkind (jahresrückblick)

Beim Erstellen des schnellen Jahresrückblickes in meinem Facebookprofil, bin ich auf einige von mir dokumentierte Gespräche mit meinen Kids gestoßen. Dieses hier hat mich heute sehr berührt, daher möchte  ich es hier teilen. „mama, ist omas herz gebrochen?“ „wieso denkst du das?“ „na, weil sie doch gestorben ist.“ „nein, es ist nicht gebrochen, es hat aufgehört zu schlagen.“ „und wenn es nicht mehr schlägt, ist man tot?“ „ja, genau. so ist das bei allen menschen. irgendwann hört unser herz auf zu schlagen und wir sterben.“ „aber wenn man tot ist, wacht man nicht mehr auf, oder?“ „stimmt, dann wacht man nicht mehr auf.“ (überlegt, dann freudestrahlend): „aber dann kommt ein prinz und küsst die oma und sie wacht wieder auf und tanzt mit ihm!“♥ was für eine schöne idee. ich habe es nicht übers herz gebracht, ihr zu sagen, dass das nur im märchen geht und nicht in wirklichkeit. das merkt sie noch früh genug. und bis dahin stelle ich mir mit ihr vor, wie die oma mit einem prinzen tanzt. ♥ Diese Woche ist der …