Alle Artikel mit dem Schlagwort: Erinnerungen

Flatlay Kraft der Erinnerung | Berlinmittemom.com

anker der liebe ::: über vergänglichkeit und die kraft der erinnerung

Neulich saß ich mit einer Runde lieber Freundinnen beim Frühstück und wir quatschten über unsere Leben und Kinder und Jobs und einfach alles. Und ich weiß nicht mehr wie, aber irgendwann erzählte ich eine Anekdote aus dem Leben meiner Uroma, der Großmutter meiner Mutter, die zu den sagenumwobensten Figuren meiner Familiengeschichte gehört und von der mir schon als Kind erzählt wurde. Zitate von ihr haben sich bis heute in meiner Familie gehalten und wenn ich meine Geschwister, Tanten oder Cousinen treffe, fallen auch bei ihnen die Zitate und Sprüche, die von dieser Uroma Trudi stammen. Genau wie ich als Kind, lieben auch meine Kinder die lustigen und außergewöhnlichen Geschichten über ihre Vorfahrin und hören kichernd und fasziniert zu. Obwohl sie sie nie kannten und ich sie nie kannte, ist sie unvergessen und lebt in den Geschichten in der Familie fort. Bilder gibt es von ihr nur wenige, aber das liegt natürlich an der Zeit, in der sie geboren wurde und gelebt hat und in der Fotos ohnehin eine Seltenheit waren. Aber durch die sagenhaften Geschichten …

Gewitter, Gewitterangst, Gewittererinnerung, Kinder

a little tempest ::: gewitterliebe, gewittererinnerungen

Ich liebe dieses wilde Wetter, ich hege eine große Gewitterliebe. Gerade jetzt geht ein sehr schönes Unwetter über Berlin nieder und meine zwei kleinen Kinder fürchten sich ein bisschen. Sie machen alle Fenster zu in dem Zimmer, in dem sie schlafen und kuscheln sich in ein Bett. Taschenlampen haben sie sich genommen, ihr Liebblingshörspiel lauter gedreht und sich das dünne Laken über den Kopf gezogen, unter dem sie schlafen wollen. Dort liegen sie jetzt, horchen ein bisschen ängstlich, ob der Donner ihre Geschichte nicht doch übertönt und rufen ab und zu nach mir. Aber das Herzensmädchen und ich, wir stehen am offenen Fenster und bewundern die Blitze, zählen die Sekunden bis zum nächsten Donner und genießen den wilden Wind in der großen Platane hinterm Haus. Und während wir dort stehen und das Schauspiel bestaunen, kommen die Erinnerungen… Ich sehe mich, vielleicht sechs oder sieben Jahre alt, in meinem weißen Sommerkleid mit den roten Pünktchen drauf und in Sandalen, mit meinem Bruder und meinen Eltern durch San Martin de Ampurias spazieren an einem warmen Ferienabend. Auf der Plaza …

Heimwehwetter, Oktober, Herbst, Heimat

heimwehwetter ::: über erinnerungen an glück & das glück, sich erinnern zu können

Heute frage ich euch nichts, heute habe ich keine Listen, Tipps oder Alltagsanekdoten für euch. Heute erzähle ich euch eine Miniaturgeschichte, zeige euch Erinnerungsfotos und teile ein Gefühl mit euch, von dem ich nicht weiß, ob es jemand nachvollziehen kann oder wie andere Menschen es nennen: ich nenne es Heimwehwetter. „Dies ist der Herbst: der – bricht dir noch das Herz!“ (Nietzsche, Im deutschen November) Herbst. Ich weiß, alle lieben diese Jahreszeit. Jeden September, jedes Jahr wieder, fangen um mich herum die Menschen an, den nahenden Herbst zu bejubelen und sich laut darauf zu freuen. Und ich stehe dann da, nicke und horche in mich hinein, und ich weiß, was ich jedes Jahr wieder erlebe: ich bin auch eine von denen, die den Herbst lieben, aber meine Herbstliebe ist eine schmerzliche, meine Freude über die noch warmen Septembertage und den blaugoldenen Oktober hat auch eine kleine, aber scharfe Kante, die mir das immer spürbare leise Weh verursacht – im Herbst. Und dann kommt es, das Heimwehwetter. Ich kann gar nicht sagen, was es auslöst. Ist es das Licht, …

Geburtshaus Charlottenburg

muttertag ::: way down on memory lane

Muttertag ist ja so ’ne Sache. Als ich klein war, wurden dazu noch Gedichte und Lieder in der Schule gelernt, was Herzförmiges gebastelt und Blumen organisiert. Tatsächlich standen mein Bruder und ich für unsere Verhältnisse früh auf und schlichen in ein nahes Wäldchen, wo man Wiesenblumen pflücken konnte. Die Muttertagssträuße meiner Kindheit bestanden also weitgehend aus Schafgarbe, Wiesenschaumkraut, Hahnenfuß und, je nach Temperaturen, frühem Klatschmohn. Wir machten Frühstück und taten heimlich, schmückten den Tisch und verschenkten die üblichen Gutscheine für „Müll wegbringen“, Rasenmähen oder Treppe kehren. (Nicht, dass wir all das nicht ohnehin hätten tun müssen, aber geschenkte Dienstleistung ist ja aus Kindersicht immer was ganz anderes als erfüllte Verpflichtung. ) Manchmal sangen wir was Selbstausgedachtes, mein Bruder war ein großer Komponist und Dichter in Kindertagen, und ich erinnere mich daran, dass ich immer das Gefühl hatte, meine Mutter sei ehrlich glücklich und dankbar an diesen Morgenden. Meinen ersten Muttertag verbrachte ich 2003 in einer halb eingerichteten, sonnendurchfluteten Wohnung im Friedrichshain, zwischen bis zur Decke aufgestapelten Umzugskartons auf der ausrangierten Praxiscouch meiner Schwiegermutter – bis …

sentimental journey ::: geburtstagsbrief ans goldkind

Heute ist der 06. April, und der Tag begann schon vor dem Aufstehen mit Geburtstagsliedern am Bett des kleinsten meiner Kinder: dem Goldkind, meinem kleinen Mädchen, das heute seinen vierten Geburtstag feiert. Die beiden Großen hatten sie schon seit zwei Tagen gebrieft, sie müsse un-be-dingt liegen bleiben und dürfe nicht aufstehen, außer sie müsse Pipi machen, dann schon. Aber dann müsse sie sich gleich wieder hinlegen und warten, bis die Geburtstagssänger kämen, das sei Geburtstagspflicht. Und dann ginge er aber los, der beste aller Tage im Jahr für sie würde beginnen und SIE sei die Hauptperson, das Geburtstagskind! Alles ist also seit Tagen voller Vorfreude, es wurden Kuchen gewünscht („Schokolade, Mama, das wünsche ich mir. Mit rosa Herzchen!“ Seufz.) und es wurde geübt, wie es ist, wenn man morgens im Bett liegen bleibt, wenn alle anderen schon so allmählich aufstehen und sich heimlich irgendwo treffen. Und zwischen all den Vorbereitungen, dem Verpacken von Geschenken in (rosa) Papier, dem Backen von Marmorkuchen und Schokoldadentorte und Zitronenmuffins, der Auswahl von bunten Kerzen und schönen Blumen, werde ich …