Alle Artikel mit dem Schlagwort: erziehung

loben oder nicht? ::: 4 tipps für den entspannten umgang mit lob & ermutigung

Ich tue das gerne: meine Kinder loben. Ich freue mich einfach, wenn sie Dinge gut machen, manchmal freue ich mich schon, dass sie sie überhaupt tun. Also drücke ich das aus. Aber das Loben ansich ist ja schwer in die Kritik geraten, geradezu in Verruf. Es wird als Maßnahme zum Abrichten der eigenen Kinder klassifiziert und quasi als nicht probates Erziehungsmittel eingeordnet. Ich möchte dem heute mal etwas entgegen setzen und dafür plädieren, das Loben als Ausdruck von Wohlwollen und Ermutigung zu verstehen, nicht als leere Formulierung oder Floskel, die ein Kind abrichten soll. Ich setze mich in Beziehung zu meinem Kind, wenn ich ihm gegenüber gezielt mein Lob, meinen Stolz oder einfach meine Zuneigung  ausdrücke unnd ich möchte mich dabei nicht zensieren. Mein kleinstes Kind zum Beispiel ist zur Zeit nicht gern allein. Nirgends. Das geht damit los, dass sie, selbst wenn sie ein Buch schauen möchte oder in Ruhe etwas malen will, mit all ihren Utensilien hinter mir her zieht. Wenn ich arbeite, liegt sie oft auf dem Boden neben mir und malt …

Milchzähne, Zahnhygiene mit Kindern, Milchgebiss

milchzähne, karies und zahnputzterror ::: 5 tipps rund ums zähneputzen

Wir kennen das alle: die abendliche Routine mit unseren Kindern bestehend aus Umziehen, Waschen, Abendbrot, egal in welcher Reihenfolge, gerät gerne genau in dem Augenblick ins Trudeln, wenn es ans Zähneputzen geht. Die Berlinmittekids jedenfalls führen sich bisweilen auf, als wären sie genau dann auf Knopfdruck einfach wahnsinnig geworden und lassen sich die schärfsten Tricks einfallen, um mich zu überzeugen, sie hätten längst Zähne geputzt. Die Energie, die sie dafür aufbringen ist erstaunlich. Ich frage mich immer, wann sie begreifen, dass sie mit drei Minuten Zähneputzen längst schon durch wären, während sie sich stattdessen mit Zahnbürste-anfeuchten, Zahnpasta auf die Zähne schmieren (falls ich angehaucht werden will zum Beweis) und Wasser laufen lassen viel länger aufhalten. Nur um danach von mir entlarvt zu werden und doch Zähne putzen zu müssen. Aber sei’s drum. Dass Kinder nicht begreifen, wie wichtig es ist, ihre Zähne zu pflegen, auch wenn es „nur“ die Milchzähne sind, ist keine Überraschung. Sie verstehen ja auch nicht wirklich, warum sie sich die Hände vor dem Essen waschen sollen. Oder warum ein Flutschfinger zum …

Medienkompetenz von Kindern fördern, raus aus dem digitalen Rapunzelturm, zehn einfache Regeln zum Umgang mit digitalen Medien

raus aus dem rapunzelturm, ran an die smartphones ::: medienkompetenz mit kindern

Heute geht es um die Medienkompetenz unserer Kinder und was wir dafür tun können. Ich schrieb ja schon einmal darüber, wie ich mich um einen vernünftigen Umgang mit Medien im Leben meiner Kinder bemühe. Heute gehe ich noch einen Schritt weiter. Dieser Tage sprang mich ein Artikel in der Huffington Post an, in dem jegliche mobilen Endgeräte für alle Kinder unter 12 Jahren verteufelt werden, ja, wo die Verfasserin sogar so weit geht, ein gesetzliches Verbot von Handys, Tablets und mobilen Spielkonsolen zu fordern. Am liebsten würde sie auch stationäre Geräte wie Fernseher und Computer grundsätzlich für Kinder unzugänglich machen. Sie führt auch jede Menge Argumente auf, zitiert Studien über Fettleibigkeit bei Kindern und macht sich um deren Gehirnentwicklung Sorgen. Sie stellt den Gebrauch jeglicher digitaler Medien durch Kinder und Jugendliche grundsätzlich in den Zusammenhang mit deren Verderben: bestimmte Gehirnregionen werden sich nie entwickeln, sie werden adipös und abgestumpft, sie werden unfähig sein, echte soziale Kontakte aufzubauen und zu pflegen, sie werden an ADHS und Diabetes erkranken und irgendwann werden sie Call of Duty spielen …

Entschuldigung sagen, Streit unter Geschwistern, Kinder

es tut mir leid! ::: der unterschied zwischen schuldbekenntnis und mitgefühl

Entschuldigung sagen fällt schwer. Wer mit sich selbst ehrlich ist, wird zugeben müssen, dass diese Worte „Entschuldige bitte“, uns oft wahnsinnig schwer über die Lippen kommen. Noch schwerer ist nur: „Ich habe einen Fehler gemacht.“ Mit Kindern wird das Thema noch komplexer, denn nicht nur begreifen sie zumindest bis zu einem gewissen Alter nicht wirklich, wozu eine Entschuldigung überhaupt sein muss, zusätzlich hat sich entschuldigen für Kinder ganz oft mit Beschämung zu tun. Aber wie bringe ich meinen Kindern bei, dass es da feine Unterschiede gibt? Und wie führe ich sie vernünftig und für sie nachvollziehbar ans Entschuldigung sagen heran? Ich habe da für mich und meine Kinder eine wichtige Entdeckung gemacht, über die ich heute hier schreiben möchte, weil sie für uns so vieles erleichtert und ich mir vorstellen könnte, dass sie das für euch auch könnte. Es gibt nämlich einen Unterschied zwischen einem simplen „Es tut mir leid!“ und dem großen schweren und oft beschämenden „Ich habe etwas falsch gemacht!“. Seitdem wir auf den Unterschied achten, ist das Entschuldigung sagen für meine Kinder …

Babysprache, Babytalk, mit Kindern richtig sprechen

wauwau, gackgack & schlüppi ::: über babysprache und echte sprache

Gestern war Weltknuddeltag. Und Tag der Joggingbuxe. Und Eichhörnchengedenktag oder so. Heiliger Bimbam. Eichhörnchen liebe ich, Joggingbuxen sind mir Stulle, aber beim Knuddeln, da hört’s auf! Nicht, dass ich nicht gerne mir liebe Menschen umarme oder mit meinen Kindern kuschele oder jemanden fest drücke, um auszudrücken, dass ich ihn mag, ihn trösten möchte, was auch immer. Aber das Wort knuddeln ist in meinen Ohren …. Murks! Ich weiß, das ist höchst subjektiv und ich möchte niemandem auf den Schlips treten, der diese Vokabel gerne benutzt – dennoch. Knuddeln gehört für mich in die Zusammenhang von süßlicher Sprache, wie sie vor allem oft mit Kindern gesprochen wird, und das ist etwas, das ich verabscheue. Ich, persönlich. Bei uns heißt das wirklich umarmen, kuscheln oder, Lieblingswort vom Goldkind: liebhalten. Knuddeln erinnert mich an Babysprache und Babysprache gibt’s hier nicht. Mit meinen Kindern versuche ich nämlich von jeher richtig zu sprechen, wie mit vernünftigen Menschen, nicht wie mit kleinen Deppchen, die richtige Sprache nicht verstehen können. Einst besuchte ich die Kölner Ikea-Filiale mit meinem damals vielleicht sechs Monate alten …

würden wir snowden verstecken, mama? ::: über den wunsch nach sicherheit und den verlust von freiheit

Ich lese Bücher, mein Mann liest Zeitung. Im Urlaub bedeutet das, er liest Die Zeit, weil er genügend Zeit dafür hat. Und konkret bedeutet das, dass unser neugieriger Preteen sich die aktuelle Nummer der Zeit mit dem Snowden-Titel „Würden Sie diesen Mann verstecken?“ geschnappt und darin quer gelesen hat. Was sich daraus ergab, war ein zum Teil erschütterndes und sehr aufregendes Gespräch mit unserer großen Tochter, das sich zu einem Grundkurs in Menschen- bzw. Grundrechten ausgewachsen hat. Von Osama Bin Laden bis Barack Obama, von Stasi bis NSA, von Terrorismus bis wehrhafte Demokratie waren wir plötzlich mittendrin in den großen und brandaktuellen Grundfragen unserer Gesellschaft. Was ich mich dabei frage ist: wie bringe ich meinen Kindern bei, dass Gesetze, die Regeln unserer Gesellschaft, wichtig und richtig sind und wir sie auch befolgen, dass es aber durchaus welche gibt, die keinen Sinn machen und die es wichtig ist, in Frage zu stellen? Wie erkläre ich meiner wissbegierigen Tochter (und irgendwann auch den anderen beiden), dass das Unrecht der Welt längst nicht immer nur von „Terroristen“ angerichtet …

zugeklebt und festgebunden ::: gewalt gegen kinder als erziehungsmaßnahme

Gestern machte ein Artikel die Runde durchs Netz. Erst las ich nur die Notiz und dachte: das kann nicht stimmen, das DARF nicht stimmen. Dann recherchierte ich und fand an diversen Stellen diesen Sachverhalt, kurz zusammengefasst: In Wertheim wurden drei Kindern von zwei Erzieherinnen der Mund mit Klebeband zugeklebt. Die Staatsanwaltschaft ermittelte zunächst, hat aber nun die Ermittlungen gegen die Erzieherinnen (eine davon die Leiterin der Kindertagesstätte, in der das passierte) eingestellt, es seien keine körperlichen Schäden bei den Kindern festgestellt worden. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Aber während ich mich gestern darüber fürchterlich aufregte und noch dachte, das müsse ein Einzelfall sein, berichtete eine meiner Timline-Mütter bei Twitter davon, dass ihre Kleinkindtochter ihr erzählte, sie sei während der Mittagsruhe in ihrem Bett festgebunden worden und habe nach der Mama gerufen. Das, was dann auf Twitter zwischen uns Müttern hin und her ging, war der Ausdruck einhelligen Entsetzens und Abscheu. Ich setzte einen Tweet ab, der mir danach nicht mehr aus dem Kopf ging: „Klebeband auf Kindermündern = Gewalt. Wer …

wer ist hier der boss? ::: ein erziehungsversuch zur eigenverantwortung

Ich erwähnte letzte Woche im Nebensatz  eins meiner neuen pädagogischen „Experimente“ und den gelungenen ersten Versuch. Und hier kommt der versprochene Bericht darüber. Jeden Morgen (und jeden Abend) gibt es Zahnputzterror bei meinen Kindern. Es geht darum, wer wo steht, wer zuerst seine Zahnbürste mit Zahnpasta „lädt“, wer gründlicher putzt, wer wen geschubst, berührt, schräg angesehen hat. Daraufhin: Geschrei, Geheule, morgendliches schreckliches Gezänk. Und bei mir: Anfall! Wir sind alle genervt und schließlich erleichtert, wenn dieser Teil des Morgens vorbei ist und die Kinder das Haus verlassen, um ihren Tag zu beginnen. Uff. Und so oft ich mit ihnen darüber spreche und sie ermahne oder versuche, sie morgens zu moderieren oder zu überwachen, streng, freundlich, konsequent… es passiert immer wieder in tausend Varianten. Es ist furchtbar. Und es ist ja nicht diese Situation allein, es ist die Variation derselben Situation immer und immer wieder: immer dann, wenn ich versuche, sie sich selbst organisieren zu lassen und darauf setze, dass das irgendwie klappen würde. Natürlich klappt es auch oft, dann aber meist, weil die Große den richtigen …