Alle Artikel mit dem Schlagwort: Krebs

Hand in Hand | berlinmittemom.com

hand in hand ::: wenn mütter sterben

Heute ist mein Geburtstag. Der Tag war fabelhaft. Er begann mit meinen süßen Kindern, die sich in meinem Bett auf mich stürzten und mir mit den zauberhaftesten Briefen und Gebasteltem gratulierten. Dann hatte ich wahnsinnig viel Zeit für mich – was für ein Geschenk. Und dann, als ich mich gerade verboten gut gelaunt auf den Weg in die Schule machte, um meine Kinder abzuholen, las ich es auf diversen Newsseiten: Miriam Pielhau ist gestorben. Gestern. An Krebs. 41 Jahre alt. 4jährige Tochter. Und das Gedankenkarussel beginnt sich zu drehen. Miri Pielhau war eine Frau mit wahnsinniger Strahlkraft. Ich liebte ihre Stimme, als sie noch in den 90er Jahren für den WDR als Radiomoderatorin auf meinem Lieblingssender 1Live zu hören war, ich liebte sie, wenn sie witzig und eloquent diverse Events moderierte und als ich sie vor vier Jahren auf dem Geburtstag einer gemeinsamen Freundin kennenlernte, sah ich, dass diese Frau all das war, was ich aus der Ferne gespürt hatte: liebevoll, lebensweise, zugewandt, humorvoll, verliebt ins Leben und so energiegeladen, dass es schien, es summte …

Liebe Mama, Brief an meine tote Mutter, Krebs, Verlust, Tod, Trauer, mit Kindern über den Tod sprechen

liebe mama… ::: über die unbescheidenheit der sehnsucht

Liebe Mama, heute ist kein besonderer Tag, kein Geburtstag, nicht dein Todestag, niemand hat etwas über dich gesagt oder nach dir gefragt. Es ist ein Tag wie jeder andere und das heißt, ich denke an dich. Wie immer. Das habe ich vorher nicht gewusst, so wie ich so vieles vorher nicht wusste, aber es ist tatsächlich so – du bist immer in meinen Gedanken. Ich sage das den Kindern oft, wenn wir über dich sprechen. Überhaupt: über den Tod und was mit den Menschen passiert, die sterben und nicht mehr bei uns sind. Ich sage, dass du in unseren Gedanken und in unseren Erinnerungen bist, in unseren Herzen, für immer. Dass alles, was du für uns warst, in uns ist und weiterlebt. Und du damit auch. Dass das jetzt deine Art ist, da zu sein. Nicht mehr physisch, nur noch in unserer Erinnerung. Aber da. Wir reden oft darüber, denn die Kinder denken auch an dich. Sie vermissen dich und dann fragen sie nach dir. Unser Gespräch nimmt jedes Mal diese Richtung. Aber die Wahrheit ist, liebe …

Flowers for Inge, #2flowergirls, Leukämie, Inga Lorig, Glomerylane

abschied von einem blumenmädchen ::: #flowersforinga

Diese Woche ist viel los hier. Die Kinder sind immer noch nicht alle wieder fit, der Mann ist beruflich weg und die Themen stapeln sich. Dennoch möchte ich heute einen Post einschieben, der anders ist, als meine sonstigen Themen und der mir meinen Redaktionsplan unverhofft auseinander schiebt, denn manche Dinge im Leben sind unverhofft und unerwartet und selbst wenn sie erwartet werden, brauchen sie Platz, sobald sie da sind. In diesem Fall ist es der Tod, der sich den Raum nimmt, der die Zeit kurz anhält und alle Lebenden daran erinnert, dass er immer da und unausweichlich ist – Redaktionsplan hin oder her. In der Blogosphäre wird es unter dem Stichwort #flowersforinga Blumen regnen dieser Tage, denn eine von vielen gelesene, von vielen geliebten, von vielen bewunderte Bloggerin ist gestorben. Inga von glomerylane hat ihre Krankheit, mit der sie seit einem guten Jahr leben musste, nicht überwinden können. Inga war eine von den #2flowergirls und obwohl ich sie nicht persönlich sondern nur virtuell kannte, überzeugen mich die Geschichten und Beschreibungen all derer, die sie gut kannten …

Mutmachparade, Texte zum Mut machen, Blogparade, Jazzblog

zur mutmachparade ::: wir sind in die welt gestellt um zu leben

Es scheint, wenn ich über Mut und Ängste nachdenke, dass ich immer wieder auf die essentiellen Themen (meines) Lebens zurückkomme: Geburt und Tod, Leben und Sterben. Aber vielleicht sind das auch tatsächlich die Themen, die allem zugrunde liegen? Heute geht es um die Mutmachparade von Hannes, der auf seinem schönen Jazzblog dazu aufruft, zum Thema zu bloggen. Also spinne ich meinen Faden mal weiter, den von den großen Themen im Leben und erzähle heute, was ich unter Mut verstehe. Als meine Mutter starb, tat sie das bewusst. Vier Wochen lang. Sie realisierte, sie verabschiedete sich, sie machte Ordnung, sie führte noch einmal alle ihre Liebsten zusammen. Sie betete, sie söhnte sich aus, sie umarmte ihr Leben und versuchte, dessen Ende anzunehmen. Aber sie wurde auch wütend und hatte Angst, sie weinte und sie litt. Sie trauerte um ihre Autonomie, die ihr in den Monaten zuvor Stück für Stück verloren gegangen war und immer weiter entglitt und sie trauerte um die Lebenszeit, die ihr nicht mehr gegönnt war und um all die Dinge, die sie noch hatte tun, …