Alle Artikel mit dem Schlagwort: mütter

Die gute Mutter, Mütterinterviews, Pflegemutter, Mommy Wars, Berlinmittemom

die gute mutter ::: mütter-interview mit mo

Endlich geht es weiter mit den Mütterinterwiews in der Reihe Die Gute Mutter – war ja auch Zeit! Diese Woche stelle ich euch Mo vor. Gott, was habe ich sie von der Ferne bewundert, wenn ich von ihrem inneren Kampf, den Auseinandersetzungen, den Ängsten, Zweifeln und dann wiederum den kleinen und großen Triumphmomenten in ihrem Muttersein auf Twitter mitlesen durfte! Denn dort habe ich Mo kennen gelernt, als einen Teil meiner Mütter-Timeline, die mir und ihr so wichtig geworden ist. Für Menschen, die nicht auf dieselbe Weise twittern wie wir und viele andere Mütter dort, mag das schwer nachvollziehbar sein, aber diese Gruppe von Frauen unterstützt sich wirklich, auch wenn die Gruppe „nur virtuell“ existiert. Dort werden Sorgen und Freuden geteilt, die Frauen hören sich gegenseitig zu, fangen sich auf, freuen sich miteinander und bleiben dran. So blieb ich an Mo und las mit, wenn es um ihren Alltag als Mutter von zwei Söhnen ging, ihren zwei Pflegekindern, an denen ihr ganzes Herz hängt und für die sie sich buchstäblich in Streifen schneiden lassen würde. Nichts weniger …

I feel beautiful for my girls, Dove, Video, Mütter und Töchter

i feel beautiful for my kids ::: selbstliebe vorleben und weitergeben

Als das Goldkind noch kleiner war, so etwa drei Jahre alt, wurde ihr bewusst, wie sehr sie sich von mir unterscheidet. Eines Tages, sie saß gerade auf dem breiten Waschtisch im Bad eines Hotelzimmers und betrachtete sich im Spiegel, während ich ihre Haare fönte, entdeckte sie, dass sie ganz anders aussieht, als ich. „Du hast so braune Augen und ich ganz blaue. Und deine Haare sind schwarz und meine sind golden.“ Nun sind meine Haare weder schwarz, noch sind ihre golden, aber es stimmt – wir sehen sehr verschieden aus und nicht unbedingt auf den ersten Blick wie Mutter und Tochter. Ich erschrak ein bisschen in dieser Situation und fühlte mich gleich aufgerufen, sie zu beruhigen und auf Ähnlichkeiten zwischen uns hinzuweisen, aber soweit kam ich gar nicht, denn das Kind streichelte mein Gesicht fast tröstend und sagte: „Schade, dass du nicht aussiehst, wie ich, Mama. Wenn du auch goldene Haare und blaue Augen hättest – das wär schön!“ Ich war erstaunt, erleichtert und dann begeistert: wie toll von ihr, dass sie sich selbst so sehr …

Mütter Interview, Amber Riedl, Interviewreihe, die gute Mutter

mütter-interview-reihe, die erste ::: die gute mutter – amber

Meine Erste! Wie sich das anhört… Aber auf Amber Riedl, die erste Mutter, mit der ich meine Mütter-Interview-Reihe beginnen möchte, trifft das tatsächlich in mehrerlei Hinsicht zu: nicht nur ist sie die erste GUTE MUTTER, die ich euch hier vorstellen darf, sie ist auch wirklich diejenige, wegen der ich zu allererst die Idee zu dieser Reihe hatte. Als ich Amber im November 2009 kennenlernte, war sie hochschwanger mit ihrem ersten Sohn und beeindruckte mich auf den ersten Blick mit ihrer wahnsinnigen Gelassenheit. Ich war mir nicht sicher, ob diese ruhige Ausstrahlung tatsächlich „echt“ war, aber inzwischen kenne ich sie seit einigen Jahren und sehe das nach wie vor in ihr: sie gehört zu den Menschen, die sich bewusst darum bemühen, sich innerlich wie äußerlich auszubalancieren. Mit Sicherheit hat das viel mit ihrer engen Verbindung zum Yoga zu tun, aber es ist tatsächlich auch etwas, das ich als „typisch Amber“ bezeichnen würde. Kurz nach unserer ersten Begegnung veränderte die dramatische Geburt ihres Sohnes zunächst alles in ihrem Leben, und in dieser Phase war es auch, dass wir …

Selbstbestimmung, Kaiserschnitt, Geburt, Geburtstrauma

selbstbestimmung vs bevormundung ::: wie ich bei einer geburt zwei mal mutter wurde

Heute wird’s persönlich, ein bisschen wütend und auch ein bisschen wehmütig, denn es geht um Selbstbestimmung unter der Geburt – ein Thema, das alle Mütter bewegt. Im Augenblick sammelt eine Hebamme und Autorin auf ihrer Seite selbstgeboren Geburtsberichte von Frauen, die natürliche, kraftvolle und nicht manipulierte Geburten erlebt haben, um sie in einem Buch zu versammeln. Sie tut das aus der besten Absicht heraus, weil sie Frauen zu selbstbestimmten Geburten ermutigen möchte. Tatsächlich aber ist ihre Wortwahl so unglücklich, dass sie damit mich und viele andere Frauen mit ihren Geburtserlebnissen abwertet und ausgrenzt. In meiner Mütter-Timeline bei Twitter ging das Thema unter dem Hashtag #selbstgeboren gestern herum und lässt mich seitdem nicht mehr los. Vor elf Jahren wurde ich zum ersten Mal Mutter. Ich war glücklich, meine Schwangerschaft war relativ unkompliziert und es ging mir damit sehr gut: ich würde Mutter werden und ich konnte es kaum erwarten. Ich hatte keine Angst vor der Geburt, Respekt ja, aber keine Angst. Mein Körper konnte dieses kleine Menschlein tragen, ich war sicher, er könnte es auch zur Welt bringen. Meine Frauenärztin war wunderbar, …

fight the fear ::: brustkrebs, vorsorge und die angst vor dem risiko

Meine Mutter starb an Brustkrebs. Ich schreibe darüber immer wieder in meinem Blog, über ihr Sterben, den Tod, den Abschied und den Umgang mit dem Verlust. Worüber ich noch nie geschrieben habe, obwohl es mich immer begleitet, ist die Angst. Denn als Töchter einer Brustkrebspatientin sind meine Schwester und ich qua Verwandtschaftsgrad schon Risikopatientinnen. Jetzt bin ich 40 und im besten Mammografiealter. Meine Gynäkologin, mit der ich zugleich gut befreundet bin, hat mir natürlich dringend geraten, das jetzt mal flott machen zu lassen, und ich weiß, dass es nötig und wichtig ist, die Vorsorge ernst zu nehmen. Dennoch steht da neben mir immer diese Angst. Es ist natürlich lächerlich, zu denken, dass Diagnosen, Krankheitsverläufe und ganz schlicht auch Schicksale sich ignorieren ließen. Wenn eine Krankheit kommt, dann kommt sie. Ich kann Brustkrebs nicht verhindern, aber ich könnte ihn natürlich durch regelmäßige Vorsorge möglicherweise früh erkennen und behandeln lassen. Ich weiß das. Ich will das aber nicht. Es macht mir Angst, allein das Vokabular: Brustkrebs, Vorsorge, Mammographie… Ich bin wirklich nicht der Typ, der kneift, wenn …

Minikranz mit Geburtstagskerzen in der Dose

forty, finally ::: über lebensfreude, verlust und einen geburtstagswunsch

Mein Geburtstag ist vorbei, ich bin 40 und es ist wundervoll. Der Tag begann mit drei aufgeregten kleinen Menschen, die, bewaffnet mit selbstgemalten Bildern und je einer blauen Hortensie in mein Bett krochen und mir „Happy Birthday“ sangen, ging über in ein spätes Frühstück im Garten und unzählige Glückwünsche, geleitete mich als nächstes in die Arme meines Vaters und seiner lieben Frau, die extra nach Berlin gekommen waren, um mit mir zu feiern, brachte mir dann meine Schwester mit einem Arm voller Blumen und meinem Lieblingskuchen, die mich in meinem Garten überraschte und mündete schließlich in einem kleinen Fest mit all denen meiner Liebsten, die nicht verreist waren oder zu weit weg wohnen, um mit mir anzustoßen. Den letzten Schluck Weißwein trank ich mitten in der Nacht mit meinem Mann auf dem Dach, als alle längst gegangen waren. Es war vier Uhr morgens, ich war angefüllt mit Glück und Liebe bis oben hin und ich war 40. Aber an Geburtstagen soll man sich ja etwas wünschen, selbst wenn man sich wunschlos glücklich fühlt. Und da …

10 things i love about you ::: geburtstagsliste für den lieblingsbub

Mein Tag war lang, voller Besuch, Geschenke und Kuchen. Und: voll mit Fußball! Denn heute war der Geburtstag meines Lieblingsbubs, meines kleinen großen Männleins, der heute sechs Jahre alt geworden ist und schier geplatzt ist vor Stolz. Außerdem ist er in der intensivsten Fußballphase, die Jungs in dem Alter so haben können. Seine Welt ist rot-weiß, er ist der glühendste  Manuel-Neuer-Verehrer und seine größtes Glück heute waren wohl die neongelben Töppen, die der Patenonkel ihm mitgebracht hat. Aber darüber blogge ich später, vielleicht nächste Woche. Denn mein größtes Glück heute war er: dieser kleine übersprudelnde Kerl, der seit Tagen rückwärts zählt bis heute, bis zu seinem Geburtstag. Und deshalb kommen hier meine zehn Lieblingssachen an und über meinen kleinen großen Sohn – 10 things I love about you, my baby boy. 1. Ich liebe es, wie du im Schlaf aussiehst. Wenn ich nachts an dein Bett komme und dich zudecke, machst du immer diese Schnute und schnarchst ganz leise. Das machst du, seit du auf der Welt bist und jede Nacht rührt es mich aufs …

mein kind, ein fiesling? ::: 140 zeichen für mütterverständigung

Ich schrieb ja letzte Woche ausführlich über meinen Lieblingsbub und über sein Kerl-Sein. Vor allem darüber, wie fremd mir manchmal das Universum ist, das er sich gerade eröffnet. Und darüber, dass ich mit diesem fremden Gefühl manchmal schlecht umgehen kann. Gestern habe ich in meiner geliebten Twitter-Timeline mit gelesen, wie sich zwei von mir sehr geschätzte Frauen über einen ähnlichen Effekt austauschten, den sie beide gleichermaßen schockierend, traurig und schwierig finden, nämlich darüber wie es sich anfühlt, wenn man ab und zu oder auch für längere Phasen sein eigenes Kind nicht leiden kann. Eins der Tabuthemen unter Eltern und dennoch eins, das ich heute unbedingt aufgreifen möchte, weil ich es so sehr kenne und eigentlich mit jedem meiner Kinder immer wieder erlebe: die Situationen, in denen man vor seinem eigenen Kind steht, das man mehr liebt, als man in Worte fassen kann und es eigentlich in dem Augenblick einfach nur blöd findet. Oder schlimmer noch: nicht nur blöd, sondern richtig Scheiße. Ich weiß, das sagt man nicht. Nicht über seine Kinder und schon gar nicht …