Alle Artikel mit dem Schlagwort: Tod

Flatlay Kraft der Erinnerung | Berlinmittemom.com

anker der liebe ::: über vergänglichkeit und die kraft der erinnerung

Neulich saß ich mit einer Runde lieber Freundinnen beim Frühstück und wir quatschten über unsere Leben und Kinder und Jobs und einfach alles. Und ich weiß nicht mehr wie, aber irgendwann erzählte ich eine Anekdote aus dem Leben meiner Uroma, der Großmutter meiner Mutter, die zu den sagenumwobensten Figuren meiner Familiengeschichte gehört und von der mir schon als Kind erzählt wurde. Zitate von ihr haben sich bis heute in meiner Familie gehalten und wenn ich meine Geschwister, Tanten oder Cousinen treffe, fallen auch bei ihnen die Zitate und Sprüche, die von dieser Uroma Trudi stammen. Genau wie ich als Kind, lieben auch meine Kinder die lustigen und außergewöhnlichen Geschichten über ihre Vorfahrin und hören kichernd und fasziniert zu. Obwohl sie sie nie kannten und ich sie nie kannte, ist sie unvergessen und lebt in den Geschichten in der Familie fort. Bilder gibt es von ihr nur wenige, aber das liegt natürlich an der Zeit, in der sie geboren wurde und gelebt hat und in der Fotos ohnehin eine Seltenheit waren. Aber durch die sagenhaften Geschichten …

Gedenktag für alle verstorbenen Kinder, verwaiste Eltern, Trauer, Abschied, Loslassen, Sternenkinder, Nils, Melanie Garanin, Leukämie, Kaiserinnenreich, kleine Kaiserin, Verlust

es werde licht ::: gedenktag für alle verstorbenen kinder

Es gibt Dinge, die dürfte es gar nicht geben, aber dennoch gibt es sie. Solche von der unangenehmen Art, solche von der kaum erträglichen Art und dann diese, von denen man nicht mal ahnen könnte, wie sie zu ertragen seien: der Tod des eigenen Kindes. Nicht, dass der Tod ansich nicht schon immer unfassbar schwer zu ertragen ist, aber das ist die Königsklasse des Unerträglichen. Unsäglichen. Höllischen. Ich habe nicht mal ein einziges Wort, das beschreiben würde, wie sich das anfühlen muss. Aber es gibt viele Eltern, die das Gefühl kennen. Die ihre Kinder begraben mussten, sich verabschieden, sie loslassen. Und die irgendwie weiterleben. Wie sie das machen, ist allen anderen völlig unklar, und soweit ich das verstehe, gibt es eben keinen Masterplan, an den man sich halten könnte und der einen mit einer Art Karte durch dieses neue Leben führen könnte – ohne Kind. Oder mit einem weniger als zuvor. Es ist schier – unvorstellbar. Als ich 13 war, so alt wie mein Herzensmädchen jetzt, starb eine enge Freundin an einem Gehirntumor, kurz nach …

Hand in Hand, Mütter sterben, Krebs, Kinder, aufwachsen ohne Mutter, Elternsein, Leben mit Kindern, Miriam Pielhau, Brustkrebs, Waise

hand in hand ::: wenn mütter sterben

Heute ist mein Geburtstag. Der Tag war fabelhaft. Er begann mit meinen süßen Kindern, die sich in meinem Bett auf mich stürzten und mir mit den zauberhaftesten Briefen und Gebasteltem gratulierten. Dann hatte ich wahnsinnig viel Zeit für mich – was für ein Geschenk. Und dann, als ich mich gerade verboten gut gelaunt auf den Weg in die Schule machte, um meine Kinder abzuholen, las ich es auf diversen Newsseiten: Miriam Pielhau ist gestorben. Gestern. An Krebs. 41 Jahre alt. 4jährige Tochter. Und das Gedankenkarussel beginnt sich zu drehen. Miri Pielhau war eine Frau mit wahnsinniger Strahlkraft. Ich liebte ihre Stimme, als sie noch in den 90er Jahren für den WDR als Radiomoderatorin auf meinem Lieblingssender 1Live zu hören war, ich liebte sie, wenn sie witzig und eloquent diverse Events moderierte und als ich sie vor vier Jahren auf dem Geburtstag einer gemeinsamen Freundin kennenlernte, sah ich, dass diese Frau all das war, was ich aus der Ferne gespürt hatte: liebevoll, lebensweise, zugewandt, humorvoll, verliebt ins Leben und so energiegeladen, dass es schien, es summte …

Trauer, Umgang mit Trauer, Verlust, Tod, Trauerphasen

ein meer voll ungeweinter tränen ::: über trauer und verwandte gefühle

Trauer. Wie verläuft sie? Wie fühlt sie sich an? Was macht sie mit uns? Wie trauert man "richtig" und was hilft Trauernden eigentlich wirklich? Seit die Trauer zu meinem Leben gehört, befasse ich mich hier immer wieder mit den verschiedenen Aspekten von Verlust und der damit verbundenen Trauer – und im Moment kommen so viele Erinnerungen, denn gerade ist der Vater einer lieben Freundin von mir gestorben. Ähnlich wie damals bei meiner Mutter war das seit einiger Zeit absehbar und auch sonst gab es einige Parallelen, so dass die Bilder von damals wieder ganz nah sind. Also versuche ich heute mal wieder, mich dem Thema Verlust und Trauer schreibend zu nähern. Ich denke darüber nach, wie sie sich anfühlt, wenn sie neu in unser Leben tritt. Wie sie sich zusammensetzt und dass es das kaum je gibt: pure Trauer. Darüber, wie sie sich anfühlt, wenn sie einen ganz konkret trifft. Von den Verdrängungsmechanismen und dem Schockzutand, von der vodergründigen Geschäftigkeit und den nächtlichen Zusammenbrüchen. Und davon, wie die Trauer in die Seele einsickert und sich dort einnistet, ganz allmählich und mit einer langsamen …

Kindertrauer, Umgang mit dem Tod, Trauerarbeit, mit Kindern über den Tod sprechen

und was ist, wenn ich oma vergesse? ::: über kindertrauer, erinnerungen und anker

Es gibt Dinge, die gehen nicht mehr weg, wenn man sie einmal erlebt hat. Sie graben sich in unsere Herzen ein und hinterlassen Spuren in unseren Seelen, die uns verändern, unwiderruflich. Wenn ein kleiner Mensch in unsere Mitte geboren wird, ist das so ein Augenblick, aber auch wenn jemand stirbt. Ich weiß das nicht erst seit dem Tod meiner Mutter, aber ihr Tod ist es, der mir immer wieder vor Augen führt, wie nachhaltig das in uns allen wirkt. Mein kleinstes Mädchen, mein Goldkind, war erst zwei Jahre alt, als sie sich von dieser Oma verabschieden musste. Aber obwohl sie so klein war, hat es sie geprägt, das habe ich gerade erst wieder festgestellt. Eine kleine Geschichte über Kindertrauer und Anker der Erinnerung gegen das Vergessen… Schluchzen aus dem Kinderzimmer, dann leises Weinen, gleich nebenan. Ich bin in unserem Schlafzimmer dabei, Wäsche zusammen zu legen (meine liebsten Abendbeschäftigung. Nicht!), als ich höre, dass nebenan das Goldkind anfängt zu weinen. Sowas ist eigentlich gar nicht ihre Art, jedenfalls nicht diese Art von Weinen, dieses leise, tieftraurige, allein …

Brief an meine tote Mutter, Dankbarkeit, Abschied, Tod, Trauer, Verlust

15. dezember ::: (m)ein glückstag, (m)ein trauertag

Heute wäre dein Geburtstag. Nein, heute IST dein Geburtstag. Und wie jedes Jahr möchte ich schöne Dinge für dich tun. Ich möchte backen, einen herzförmigen Kuchen mit Zuckerguss und Verzierung, ihn in Seidenpapier wickeln und in einem schönen kleinen Päckchen zu dir schicken. Ich möchte deine Lieblingsblumen kaufen, Arme voller zartrosa Rosen und blauen Hortensien, die man jetzt so gut wie gar nicht bekommt und deine leuchtenden Augen sehen, wenn ich sie dir schenke. Und ich möchte mit dir über rosa Azaleen streiten, dir zuhören, wie du mir nicht erklären kannst, wieso bestimmte Schattierungen von rosa falsch sind und es nur diese einen sein können – keine weißen, eine pinken, keine kräftig gefärbten. Du bist fort. Du bist schon über drei Jahre fort, und wenn ich die Fotos von dir betrachte, kann ich es kaum glauben. Heute habe ich eins meiner Lieblingsbilder von dir angeschaut; es wurde an der Taufe vom Goldkind aufgenommen und zeigt dich zwischen meinem Mann und mir: du siehst aus wie du, fröhlich, strahlend, voller Leben und – gesund. Das warst …

Flowers for Inge, #2flowergirls, Leukämie, Inga Lorig, Glomerylane

abschied von einem blumenmädchen ::: #flowersforinga

Diese Woche ist viel los hier. Die Kinder sind immer noch nicht alle wieder fit, der Mann ist beruflich weg und die Themen stapeln sich. Dennoch möchte ich heute einen Post einschieben, der anders ist, als meine sonstigen Themen und der mir meinen Redaktionsplan unverhofft auseinander schiebt, denn manche Dinge im Leben sind unverhofft und unerwartet und selbst wenn sie erwartet werden, brauchen sie Platz, sobald sie da sind. In diesem Fall ist es der Tod, der sich den Raum nimmt, der die Zeit kurz anhält und alle Lebenden daran erinnert, dass er immer da und unausweichlich ist – Redaktionsplan hin oder her. In der Blogosphäre wird es unter dem Stichwort #flowersforinga Blumen regnen dieser Tage, denn eine von vielen gelesene, von vielen geliebten, von vielen bewunderte Bloggerin ist gestorben. Inga von glomerylane hat ihre Krankheit, mit der sie seit einem guten Jahr leben musste, nicht überwinden können. Inga war eine von den #2flowergirls und obwohl ich sie nicht persönlich sondern nur virtuell kannte, überzeugen mich die Geschichten und Beschreibungen all derer, die sie gut kannten …

Vermissen, Brief, Umgang mit Tod und Trauer

ihr glücklichen augen, was je ihr gesehen… ::: brief übers vermissen

Heute schreibe ich einen Brief an dich, die mich mein Leben lang begleitet hat und die ich seit drei Jahren vermissen muss. Der 05. August ist dein Todestag und ich denke zur Zeit noch häufiger an dich als sonst. Es ist ein Sommer voller wunderbarer Erlebnisse und Ereignisse, die noch auf uns warten, und alles könnte einfach nur schön sein – aber du fehlst. Du fehlst immer. Ich war schon so oft hier. Seit Jahren ist der Darß ein Sehnsuchtsort und Lieblingsreiseziel und wie in den vergangenen Jahren, habe ich auch dieses Mal dieses freie, windig-wilde Darß-Gefühl, zu dem ich so gern zurückkehre. Auf dem Fahrrad durch Wald und Wind zu fahren und laut zu singen. Zu sehen, wie meine Kinder sich auf die Rücken ihrer Pferde oder die Sättel ihrer Räder schwingen und sich mit den Spuren reinen Glücks im Gesicht dem jeweiligen Tag überlassen. Nichts füllt mein Herz mit größerer Freude, als diesen Ort mit meinen Liebsten zu teilen. Ich weiß, ich bin dankbar. Ich bin es an jedem Abend und an jedem Morgen, und hier bin …