Alle Artikel mit dem Schlagwort: Tod

Elfen helfen, Natalie, spread the love

elfen helfen ::: liebe und unterstützung gegen krebs

Heute muss ich ein zweites Mal bloggen, weil mich eine Geschichte, die ich heute morgen bei meiner Bloggerkollegin Frollein Pfau gelesen habe, so berührt, dass ich sie hier unbedingt teilen möchte. Es geht um Krebs, das Arschloch. Es geht um Unterstützung und Liebe für eine kleine Familie. Es geht um Elfen helfen. Ich habe mich ja schon oft mit dem Thema Tod und Sterben auseinandergesetzt und auch hier regelmäßig darüber geschrieben, weil es ein Thema ist, das jeden Menschen irgendwann betrifft auf die eine oder die andere Art. Für mich persönlich ist es wichtig, diese Thematik nicht aus meinem Leben auszugrenzen, sondern sie als Teil des Lebens zu begreifen und sie, so weit es mir möglich ist, in unser Leben als Familie einzubinden. Auch mit meinen Kindern spreche ich regelmäßig über den Tod und versuche, ihre Fragen ehrlich zu beantworten. Meine Mutter starb an Brustkrebs, und wenn ich mit der Phase ihres Sterbens auch hauptsächlich schlimme und traumatische Erinnerungen verbinde, habe ich dadurch auch sehr viel gelernt, das ich nicht wieder loslassen möchte. Es gibt wirklich nur eine einzige Haltung, …

Umgang mit Geburt und Tod, make room for happiness

embrace the change ::: geburt und tod gehören zusammen – und mitten ins leben

Diese Woche habe ich mal wieder fremd-gebloggt. Bei Stadt Land Mama erschien mein Artikel in der Blogger*innen-Serie „Wir lieben Elternsein!“, in der es um die positiven Aspekte von Elternschaft gehen sollte. Ich habe mich mit Glücksentwürfen und Muttergefühlen beschäftigt. Und während ich das tat, kamen mir noch ganz andere Gedanken rund um das Thema (Mutter)gefühle, die ich heute teilen möchte. Ich kann nie wieder werden, wie vorher! Als meine große Tochter, mein Herzensmädchen zur Welt kam, war ich nicht auf die Gefühle gefasst, die mich überrollten. Ich hatte ein Menschenkind geboren,  eine vollkommene kleine Person, ausgestattet mit allem, was sie zum Leben brauchte. Ich war überwältigt! Aber die Gefühle waren nicht nur Glücksgefühle. Ich erinnere mich so gut an dieses leise, fremde Empfinden, das Bewusstsein, dass sich etwas in mir unwiderruflich verändert hatte und die Angst, nicht mehr zurück zu finden, zu dem Menschen, der ich vorher gewesen war. Da war plötzlich diese Unsicherheit in mir, die bange Frage: „Wann fühle ich mich wieder wie vorher? Wann bin ich wieder ich selbst?“ Die Antwort war schnell klar: …

tag 15 ::: ein geburtstag, ein gedenktag und rosa azaleen

Heute ist der 15. Dezember und ich wünsche mir ein rosa Azaleenbäumchen. Heute ist der 70. Geburtstag meiner Mutter, den sie so gerne noch gefeiert hätte. Und seit ich denken kann, war einer der jährlichen Geburtstagswünsche meiner Mutter ein rosa Azaleenbäumchen. Nicht weiß, nicht rot, nicht pink: zartrosa sollte es sein. Wie hat sie sich gefreut, wenn liebe Menschen mit Azaleen kamen und sie beschenkten! Und wie hat sie hinterher, wenn wir wieder unter uns waren, gejammert, wenn die Farbe nicht richtig war. Letzte Woche war meine Schwester hier, wir buken Plätzchen nach Rezepten aus dem handgeschriebenen Kochbuch unserer Mama und sprachen über sie, über den anstehenden Geburtstag, über Geburtstags- und Weihnachtsrituale unserer Kindheit und über die zartrosa Azaleen. Ich wüsste gerne mal, wieso meine Mutter ausgerechnet jeden Dezember so ein Azaleenbäumchen haben wollte. Ich kann sie nicht mehr fragen. Haben sie ihr einfach nur gut gefallen? Gab es dahinter eine Bedeutung, die ich nicht erkannte? Steckte eine Geschichte dahinter oder eine Erinnerung? Das wird sie mir nicht mehr erzählen können und das macht mich …

Michael Jackson im Schlafanzug, wenn ich tot bin

michael jackson im schlafanzug ::: als das goldkind mal nackig gehen wollte

Gestern Nachmittag machten mich meine Kinder mal wieder wahnsinnig. Im Trio. Wo der eine an einer plötzlichen Lähmung leidet und nicht mehr in der Lage ist, sich die Stiefel selbst auszuziehen, muss der andere urplötzlich bis morgen einen superwichtigen Aufsatz fertig schreiben (wo war der wohl seit drei Tagen, der superwichtige Aufsatz, hmm?) und der dritte liegt heulend an der Erde, weil ihm eingefallen ist, dass er sich nicht von seiner Lieblingslehrerin verabschiedet hat und er folgerichtig von mir fordert, alle wieder anzuziehen und zurück zur Schule zu fahren, um das nach zu holen. So ein Tag war das nämlich. Der Wahnsinn der Berlinmittekids hat allzu oft Methode, und gerade heute haben sie mir bewiesen, dass sie tatsächlich von einem Blute sind, auch in diesen Dingen: wenn’s nämlich darum geht, mich auf die Palme zu bringen, an der Rand der Verzweiflung, händeringend und haareraufend und kurz vorm Überschnappen – da ziehen meine Drei an einem Strang. Kannste glauben. Weil ich dazu lerne und einen einigermaßen ausgeprägten Überlebenswillen habe, habe ich mich auch heute entschieden, die …

Streifzug, Friedhof, Colours, Herbstfarben

streifzug mit goldkind ::: ein friedhof, hagebutten & das leben nach dem tod

Es hat aufgehört zu regnen und der blaugoldene Herbst ist da – endlich ist die Zeit für einen Lieblings-Streifzug zum Herbstschätze-Sammeln wieder da. Nachdem mein Goldkind letzte Woche ja tagelang mit Inhaliergerät und widerlichen Hustenattacken ans Haus gefesselt war (und ich mit!), gönnten wir zwei uns an ihrem ersten fieberfreien und einigermaßen fitten Tag einen ausführlichen Gang über den Friedhof. Ja, Friedhof. Ganz in unserer Nähe ist nämlich einer der schönsten und wildesten Friedhöfe von Ostberlin, den wir vor allem deshalb gerne besuchen, weil er mitten im Trubel der Stadt so abgeschieden ist. Schon mit dem ersten Schritt durchs Tor empfängt uns die Atmosphäre der Stille und Ruhe, die uns erst mal tief Luft holen lässt.     Außerdem ist der Friedhof besonders im Herbst ein wahres Eldorado für meine Kinder und ihre Sammelleidenschaft. Dort gibt es Hagebutten, Kastanienbäume, die sich unter der Last der Früchte nur so biegen und jede Menge anderer Bäume, die das Goldkind von mir vorgestellt haben möchte. Außerdem natürlich die schönsten Herbstblätter in allen Farben! Es ist perfekt für einen …

mit kindern über den tod sprechen ::: ein nachtrag mit buchtipp

Mein Artikel dazu, wie wir mit unseren Kindern über den Tod sprechen könnten, war zwar sehr persönlich, hat aber natürlich einiges außer Acht gelassen, was mir alles noch dazu durch den Kopf ging. Welche Bücher zum Thema haben uns geholfen zum Beispiel. Wie sind die Kinder nach außen damit umgegangen? Welche Reaktionen von anderen waren hilfreich und welche waren schwierig? Und: wie haben die Kinder untereinander darüber gesprochen? Dieser letzte Aspekt hat neben aller Schwere auch so viel Erstaunliches, mitunter Drolliges, weil all die Begriffe, vor denen wir Erwachsene manchmal zurück schrecken, für Kinder zunächst mal unbelastet sind: Tod, Sterben, Grab, aber auch die ganz großen quasi philosophisch-religiösen Vokabeln: Himmel, Gott, Seele, Ewigkeit. Alles große Fragen des Seins – und die Kinder können sie für sich mitunter so leicht zusammen fassen, ja, sogar beantworten! Manchmal ist das alles nämlich viel eindeutiger, als wir Erwachsene uns das so vorstellen. Ich habe oft gelauscht und gestaunt darüber, wie sie sich selbst und gegenseitig erklären, wohin diejenigen gegangen sind, die jetzt tot sind. Gerade ist das Thema wieder …

mama, ist oma jetzt ein engel? ::: mit kindern über den tod sprechen

Gestern war der Todestag meiner Mutter. Gestern vor zwei Jahren war der Tag, von dem wir alle schon einige Zeit wussten, dass er kommen würde. Nach langer Krankheit, zum Teil mit ausführlichen Phasen körperlichen Wohlbefindens und zum Schluss sehr zugespitzt, starb sie. Der Tod ist an diesem Tag Teil unseres Lebens geworden. Ich war nicht bei ihr, als sie starb. In den Wochen zuvor war ich zwischen Palliativstation am Rhein und Darß hin- und her gefahren, um sowohl bei ihr als auch bei meinen Kindern sein zu können. Schließlich war es so, dass mich der Anruf meines Bruders erreichte, als ich gerade beim Kofferpacken war, um wieder zu ihr zu fahren. Sie war gestorben. Wir wussten seit langem, dass sie nicht wieder gesund werden würde, aber ihre Therapien schlugen immer wieder an, teilweise für lange Strecken, und so war der Tod, als er denn kann, trotz allen Wissens irgendwie unerwartet. Und ich, die ich mich am liebsten verkrochen und mich ganz meiner Trauer hingegeben hätte, musste mit meinen Kindern darüber sprechen. Ihre Fragen beantworten, seien …

Minikranz mit Geburtstagskerzen in der Dose

forty, finally ::: über lebensfreude, verlust und einen geburtstagswunsch

Mein Geburtstag ist vorbei, ich bin 40 und es ist wundervoll. Der Tag begann mit drei aufgeregten kleinen Menschen, die, bewaffnet mit selbstgemalten Bildern und je einer blauen Hortensie in mein Bett krochen und mir „Happy Birthday“ sangen, ging über in ein spätes Frühstück im Garten und unzählige Glückwünsche, geleitete mich als nächstes in die Arme meines Vaters und seiner lieben Frau, die extra nach Berlin gekommen waren, um mit mir zu feiern, brachte mir dann meine Schwester mit einem Arm voller Blumen und meinem Lieblingskuchen, die mich in meinem Garten überraschte und mündete schließlich in einem kleinen Fest mit all denen meiner Liebsten, die nicht verreist waren oder zu weit weg wohnen, um mit mir anzustoßen. Den letzten Schluck Weißwein trank ich mitten in der Nacht mit meinem Mann auf dem Dach, als alle längst gegangen waren. Es war vier Uhr morgens, ich war angefüllt mit Glück und Liebe bis oben hin und ich war 40. Aber an Geburtstagen soll man sich ja etwas wünschen, selbst wenn man sich wunschlos glücklich fühlt. Und da …