Ein kleiner Nachtrag zu letzter Woche – ihr seid noch da!
Ich weiß nicht, womit ich gerechnet habe, um ehrlich zu sein, aber damit ganz sicher nicht. Es fühlt sich unglaublich und wunderbar an, dass unsere Verbindung noch steht und ihr wirklich noch hierher schaut. Lest. Mir die Hand reicht. In meiner kleinen unperfekten Ecke vom Internet, nicht auf den wuselig-überfüllten Plattformen von Social Media, sondern genau hier – bei mir zu Hause quasi. Wo alles anfing, wo alles zum Erliegen kam und wo ich gerade wieder den Kopf hebe, nach so vielen Monaten, Jahren, des Verstummtseins. Ich kann gar nicht ausdrücken, wie glücklich, dankbar und mutig mich das macht.
“Wie früher. Nur ganz anders.” So endet der Artikel, mit dem ich hier den neuen Auftakt gewagt habe. Was bedeutet das? Hier sieht es aus wie früher. Wie immer schon. Mein Logo, die Fotos, die Kategorien, die Farben, die Aufteilung – alles sieht aus, als wäre ich nur mal eben rausgegangen und würde jeden Moment wieder zur Tür hereinkommen, um alles wieder aufzunehmen. Das Schreiben, das Posten, aber vor allem, – die Themen.
Wie früher. Ich bin natürlich einerseits wie früher. Und wenn ich nicht würde anknüpfen wollen, hätte ich hier nicht wieder angefangen, zu schreiben. Vielleicht hätte ich eine andere Plattform gschaffen oder meinen Blognamen geändert. Oder ich hätte ein ganz anders Medium ausprobiert. Aber ich habe mich bewusst dafür entschieden, hier den Faden wieder aufzunehmen. Zu schmerzlich habe ich das vermisst. Zu sehr ist meine Blogpersönlichkeit ein Teil von mir, zu sehr glaube ich daran, dass Scheitern zum Wachstumsprozess eines jeden Menschen dazugehört und letztlich Entwicklung ermöglicht – und diese Plattform, mein Blog, mein geliebter Blog sind Teil meines Veränderungs- und Wachstumsprozesses. Scheitern inklusive.
Nur ganz anders. Ich bin nicht mehr dieselbe. Nicht die, die hier vor vierzehn Jahren mal angefangen hat, ohne einen Plan oder ein Ziel für diese Seite und mit quasi null Ahnung vom Bloggen. Nicht die, die hier bis vor drei Jahren immer noch versucht hat, irgendwie weiterzumachen, so wie in all den Jahren zuvor, als hätte sich nicht alles geändert. Nicht die, die dann einfach aufgehört hat, zutiefst überzeugt, dass sie hier einfach nur loslassen müsse, damit sich etwas Neues auftut. Ich bin auf eine Art eine andere als all diese früheren Versionen von mir und dennoch im Kern natürlich einfach ich.
Hier wird es anders sein. Es muss anders sein, damit ich auch ich selbst bleibe bei allem, was ich (hier) tue. Wer mir schon länger folgt oder hier liest, weiß: es geht mir eigentlich immer um Verbindung und Begegnung – um das, was uns im Umgang miteinander menschlich macht. In der Blogosphäre wurde das das mal Vernetzung genannt. Vielleicht begreife ich aber heute viel besser als vor drei Jahren oder vor sechs oder vor zwölf, dass das für mich hier wie im echten Leben sein muss. Es muss mit meiner Wirklichkeit zu tun haben, es muss zutiefst ehrlich und nicht korrumpierbar sein. Ich möchte aufrichtig ich sein, so offen und persönlich ich kann. Egal, wohin es führt.
Es ist ein Versuch. Zunächst mal das. Es geht weiter.
