#aufschrei ::: twitter hashtag, sexismus-debatte und die frage nach den töchtern

Die Sexismus-Debatte mit all ihren Facetten bewegt meine ganze Twitter-Timeline, und ich freue mich darüber, dass ich dort so viel Ermutigendes lese: Frauen, die ihre Erlebnisse teilen und sich dennoch nicht als Opfer fühlen bzw. bezeichnen (lassen). Männer, die laut darüber nachdenken, was sie anders machen könnten im täglichen Zusammenleben mit Frauen: privat, beruflich und auch in ganz zufälligen Zusammenhängen.

Die üblichen abfälligen Stimmen von Männern wie Frauen, die sich einerseits auslassen, dass Frauen sich jetzt auf einmal beschweren, dann sei es ja all die Jahre wohl nicht schlimm genug gewesen und sich andererseits empören, wie man/frau sich denn über solche Kinkerlitzchen aufregen könne, schließlich würden ja in Afrika Kinder verhungern, es gäbe illegale Abtreibungen und außerdem Krieg in der Welt, sind ignorant, dumm und rückständig. Aber das war ja zu erwarten, und ich stelle einigermaßen erleichtert fest: zumindest in meinem direkten Umfeld, virtuell wie analog, sind sie in der Minderzahl.  Uff.

Das ändert natürlich nichts an der gesellschaftlichen Realität, es sagt lediglich etwas darüber aus, mit was für Menschen ich mich freiwillig und gerne umgebe. Dennoch gibt es auch in diesem Biotop die Ignoranz des alltäglichen Sexismus, und es macht mich wütend, dass ich beispielsweise ernsthaft mit sich für klug und abgeklärt haltenden Menschen, die es weit von sich weisen würden, dass sie sexistisch sein könnten, darüber diskutieren muss, warum etwa das unfassbare neue Sendeformat von Christian Ulmen bei Tele5who wants to fuck my girlfriend?” tatsächlich Sexismus pur ist. Warum ich nicht hinnehmen möchte, in einer Gesellschaft zu leben, in der ein solches Format überhaupt existieren kann: ein Format, in dem Frauen als Trophäen von konkurrierenden Männern quasi auf den Strich geschickt werden. Und alle sollen es lustig finden, haha, und wer darüber nicht lachen kann, der versteht einfach die Ironie nicht, nein, Verzeihung: die ironische Überhöhung. Außerdem machen die Frauen das ja freiwillig mit. Achso. Na dann.

In meiner Facebook-Timeline wurde meine diesbezüglich Empörung von einem Bekannten mit “Christian Ulmen darf alles!” kommentiert. Schlimm genug. (Was mich ehrlich betroffen gemacht hat an dieser Stelle, war das “Like” eines guten Freundes auf diesen Kommentar hin…) Christian Ulmen darf nicht alles, kein Mensch darf alles und schon gar nicht Dinge, die andere Menschen zu einer Sache reduzieren oder ein solches Frauennbild prägen: mein Auto, mein Haus, mein Boot, meine Nutte.  An dieser Stelle ein lautes DANKE an Ninia Binias und Stephan Urbach, die neben vielen anderen  darüber bereits letzte Woche gebloggt haben!

Stop

 

Eine Gesellschaft, in der es dieses Frauenbild, dieses Menschenbild gibt, hat ein Problem, und es ist gut und richtig, dass der Twitter #aufschrei heute eine solche Welle ausgelöst hat. Interessant dazu übrigens auch das Hashtag-Gegenstück: #scham, unter dem Männer sich zur Thematik äußern.

Was mich ganz persönlich an dieser ganzen Debatte zusätzlich sehr bewegt, ist noch ein ganz anderer Aspekt: ich bin Mutter von drei Kindern, zwei Mädchen, ein Junge. Und ich frage mich immer, schon immer und wahrscheinlich für immer: wie erziehe ich meine Mädchen so, dass sie sich frei und ohne Angst bewegen können wie und wo sie wollen und gebe ihnen doch alles mit, damit sie sich wehren können? Und wie erziehe ich meinen Sohn dazu, Frauen zu respektieren und sich weder im Kleinen noch (Gott bewahre!) im Großen sexistisch zu verhalten? Wie erkläre ich meinen Kindern, was das für eine Welt ist, in der es immer noch alltäglich geschieht, dass Männer Frauen in Wort und Tat belästigen? Oder auch “nur” benachteiligen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit? Oder in der sie damit umgehen müssen, dass tasächlichen Opfern sexueller Gewalt immer eine Mitschuld eingeredet wird und geschieht das auch noch so subtil?

Ich möchte meine Mädchen stark machen, ohne sie zu ängstigen. Ich möchte ihnen nicht vorbeten, was sie alles vermeiden und bedenken müssen, wenn sie abends draußen unterwegs sein werden und ihnen damit gleichzeitig mitgeben, dass ihnen jederzeit etwas passieren könnte – weil sie Mädchen sind, junge Frauen irgendwann. Ich möchte meine Töchter fröhlich und frei ihrer Wege gehen sehen, ohne Angst, dass sie Opfer von sexueller Gewalt werden und ohne die Furcht, dass sie in der Schule, im Job, im Bekanntenkreis die peinlichen Situationen erleben, in denen ihnen ein Lehrer, ein Chef, ein Kollege, der Freund ihrer Freundin, random etwas Anzügliches sagt. Oder etwas Abfälliges. Ich möchte, dass sie sich anziehen können, wie sie wollen, ohne dass sie darüber nachdenken müssen, ob sie damit “Signale aussenden”, die missverstanden werden könnten. Ich möchte, dass sie das Wort “sexy” nur auf ihre Freude an ihrer eigenen Sexualität beziehen und nicht als von Männern auf ihren Körpern angebrachtes Label.

Wenn ich mit meinen Kindern durch die Stadt gehe, sehen sie täglich nackte oder halbnackte Frauen. Auf Plakatwänden, an Litfaßsäulen, auf Zeitschriften. Das Herzensmädchen sagte neulich befremdet: “Mama, findet die das gut? Dass sie da in Unterwäsche ist und alle können sie sehen? Also alle? Und warum ist sie überhaupt in Unterwäsche? Das ist doch eine Werbung für einen Fernseher?” (Es war redcoon-Werbung. Kein Kommentar.) Dann bin ich dran. Und erkläre ihr, warum Redcoon Werbung mit nackten Frauen macht, warum diese Frauen das ihrerseits möglicherweise machen und warum ich das nicht gut finde. Sie nickt und ist ganz stumm. Und ich frage mich wieder: was denkt sie von dieser Welt, in der sie mit ihren knappen 10 Jahren gerade erst anfängt, sich zu bewegen? Sie ist nicht mehr das ganz kleine Mädchen, dass das noch nicht voll erfasst und auch noch keine erwachsene Frau, die dazu eine Haltung eingenommen hat. Sie ist an der Schwelle hinaus zu gehen in diese Welt. Und wenn ich mir solche Sachen überlege muss ich sagen: mir ist nicht immer wohl dabei.

Was machen wir mit unseren Töchtern, ihr Männer und Frauen da draußen, die ihr den alltäglichen Sexismus klein redet oder gar leugnet? Was sagt ihr euren Töchtern, wenn sie nach Hause kommen und euch fragen, wieso ein Lehrer ihnen sagt, sie seien so hübsch, sie müssten sich mit Physik nicht auskennen (mir so passiert mit 15?) Oder ein anderer Lehrer  (Chemie) vor jeder Stunde erstmal alle Jungs zu sich ruft, um ihnen im Flüsterton die Zote des Tages zu erzählen, während die Mädchen auf ihren Plätzen sitzen und warten müssen (mir so passiert mit 16)? Oder wenn ihnen, was Gott oder wer auch immer verhüten möge, tatsächlich was passiert? Jemand sie begrabscht, in den Schritt greift, ihre Brüste betatscht? Oder wenn sie einen Job nicht bekommen, für den sie qualifiziert wären, weil sie theoretisch schwanger werden könnten? Oder wenn der behandelnde Gynäkologe bei der vaginalen Ultraschalluntersuchung sagt: “Ich bin drin! Sagt der Boris auch immer. Und heute zahlt er! Hahahahaaa!” (Mir so geschehen vor 6 Jahren, schwanger mit dem Lieblingsbub.) Oder oder oder? Lest die mit #aufschrei gelabelten Tweets, dann habt ihr eine gute Idee davon, was alles im Leben einer Frau so passieren kann.  Jeden Tag. Einfach weil sie eine Frau ist.

Ich habe Glück gehabt. Mir ist nie etwas wirklich Schlimmes passiert. Aber die vielen Kleinigkeiten am Wegrand eines jeden Tages, die kenne ich gut, seit ich ein Mädchen war. Wie jede Frau. Nur habe ich, heute 39jährig, meine Haltung dazu gefunden. Meine Töchter noch nicht, unser aller Töchter nicht.

Für mich ist DAS der bedrückendste Aspekt an dieser ganzen Debatte: die Menschen, Männer wie Frauen, die den alltäglichen Seximus leugnen und ihre Kinder in diese Gesellschaft entlassen. Die Töchter wie die Söhne, potentielle Opfer und Täter im Alltags-Sexismus unserer Welt.

Und so lange das so ist, wird es immer Sexismus geben, gefolgt von sexueller Belästigung und im nächsten Schritt sexueller Gewalt. Das hängt zusammen, das Große mit dem Kleinen, der zotige Altherrenwitz und der betrunkene Herr Brüderle mit dem Grabscher in der Unterführung und dem Vergewaltiger im Park. Ist nicht schön, ich weiß. Ist aber so. Deshalb gibt es auch keine sexistischen Kleinigkeiten, die man locker sehen könnte. Müsste, wie manche finden. Alles Sexistische ist Ausdruck der einen selben Haltung. Daran ist nichts harmlos.

Sexismus leugnen und ihn klein reden wollen heißt, ihm Vorschub leisten. Und für uns Eltern heißt es, unsere Töchter dem Sexismus zum Fraß vorwerfen.

Ich werde das jedenfalls nicht.

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Noch lesenswert zu dieser Debatte und den verschiedenen Aspekten unter anderem:

Happy Schnitzel: Sue Reindke - Besser spät als nie. Die Sexismus-Debatte.

Mama arbeitet: Christine Finke über Erziehung und Twitter. Aufschrei gegen sexualisierte Gewalt

Ninia LaGrande: Ninia Binias über Böse Mädchen

Antje Schrupp: Wie Lappalien relevant werden

Girls can blog: Annina Luzie Schmid über den Zusammenhang zwischen Rassismus und Sexismus - Keine Frau hat je genug geschrieben! 

 

 

 

Comments

  1. Ich gehöre nicht zu den Männern, die den alltäglichen Sexismus nicht wahrhaben wollen. Da brauche ich nur an die “Witze” meines früheren Chefs zu denken. Da habe ich mich öfter fremdgeschämt. Aber widersprochen habe ich als junger MItarbeiter nie. Höchstens hinterher den Kolleginnen gesagt, wie daneben das Verhalten des Chefs aus meiner Sicht war.
    Aber was ich heute an Aufschreien gelesen habe und auch auf Ihrer Seite hier lese, zieht mir die Schuhe aus. Man schämt sich wirklich, zu diesem Teil der Menschheit zu gehören. Ich habe schon viel Respektlosigkeit erlebt, gerade im Internet. Aber zu lesen, was viele Frauen real erleben, ist wirklich schlimm. Ich entschuldige mich nicht für andere Männer. Aber ich möchte stellvertretend, weil ich durch Zufall hier gelandet bin) Ihnen dafür danken, dass diese Diskussion angestoßen wurde. Hoffentlich verläuft sie nicht im Sand, sondern ändert wirklich etwas.

    • berlinmittemom says:

      Lieber Ralf Scheeks, ich danke Ihnen sehr für diesen differenzierten Kommentar. Dass ein Mann ihn hier schreibt, dass Männer sich überhaupt auf diese Weise an der #aufschrei-Debatte beteiligen, ist wunderbar und zeigt, dass wir Frauen mit diesem Empfinden nicht alleine sind. Es ist so wichtig, dass Ihre Stimme, die Stimmen der aufgeklärten, nicht-sexistischen Männer in dieser Debatte gehört werden! Und wenn Sie sprechen, kommentieren, Position beziehen, dann wird das sicherlich dazu beitragen, dass sich etwas ändert. Vielen Dank für Ihre Offenheit und für Ihre Haltung. Das macht einen großen Unterschied. Herzliche Grüße!

  2. Mama arbeitet says:

    Liebe Anna,

    danke für die Erwähnung. Und auch für einen weiteren Gedankenanstoss, die Sache mit der Werbung. Natürlich haben wir den Werberat, bei dem frau sich beschweren kann über sexistische Werbung, aber die ganze Gesellschaft ist so sehr durchzogen von halbnackten sich räkelnden Frauen, dass mir das auch unangenehm ist. Mal ganz abgesehen davon, welche Art von Abbild diese gephotoshoppten Schöhnheiten sowohl meinem Sohn als auch meinen Töchtern bieten. Ich bin wahrlich keine, die alles verbieten will, aber es fängt halt im Kleinen an.

    Herzlich, Christine

    • berlinmittemom says:

      Liebe Christine,

      was die Werbung angeht, stört mich vor allem dieses gesamtgesellschaftliche Abstumpfen gegenüber dieser allgegenwärtigen Visualisierung von Sexismus. Mit nackten Titten wird alles verkauft, von Joghurt über Mode, Kosmetikprodukte, Autos und Waschmittel. Es kotzt mich ehrlich gesagt an, dass ich meine Kinder diese Sachen sehen lassen muss (zu Hause gibt es kein Fernsehen mit Werbepausen, aber den Plakatwänden und Litfaßsäulen kann man kaum entgehen) und ich außer meinen Kommentaren dazu nichts daran ändern kann, dass sie das als ihre gesehene Wirklichkeit, einen Teil ihrer Welt empfinden. Ich möchte jetzt gar nicht mit diesen bigotten und verlogenen Geschichten anfangen, in denen stillende Mütter gebeten werden, das Café/Kaufhaus/Restaurant/egal zu verlassen, weil sie das Schamgefühl der anderen Gäste verletzen würden, während gleich daneben die überdimensionierten Brüste von beispielsweise Micaela Schäfer für einen DVD-Recorder werben. Das ist so verlogen. Und so falsch.
      Manchmal macht es mich einfach müde, die alltäglichen Sexismen in der Gesellschaft zu kommentieren oder gar anzuprangern. Aber in der Erziehung meiner Kinder ist es natürlich unumgänglich und wichtig. Ich will nicht abstumpfen.

      Liebe Grüße!

  3. Patrick Tippelt says:

    Beste Anna

    ich hoffe ddoch nicht, dass ich damit gemeint war mit dem “guten Freund” und dem “like”. denn dann müsste ich mich ja hierzu äussern…

    Schönen Gruss nach Mitte
    Patrick

    • berlinmittemom says:

      Mein Lieber,

      keine Bange, zwischen dir und deiner alten Freundin ist alles gut. :-)
      Der Freund, auf den ich mich beziehe, ist jemand, mit dem diese Dinge völlig unausgesprochen sind. Wo hingegen du und ich jeweils stehen, was diese Thematik angeht, ist uns beiden, glaube ich, recht klar. Da habe ich keinen Aufklärungsbedarf. Ich weiß, dass du kein Frauenfeind bist. Au contraire, mon cher.

      Beste Grüße in unverminderter Zuneigung
      von Berlin nach Zürich,

      Anna

      • Patrick Tippelt says:

        Ich muss nun aber doch meinen Senf hier reinrühren, meine Liebe. Here goes.

        Dein Problem ist eines dieser Luxus-Probleme, die viele Flokati-Gutmenschen haben (die, die dann oft aus Verdruss heimlich FDP wählen, um es den Asis doch zu zeigen). Die in ihrem stilvollen Leben sitzen, über eine Meldung stolpern und denken: „So, jetzt aber! Jetzt bin ich empört!“

        Es ist nur Fernsehen. Oder eher: leider nur. Denn was Ulmen auszeichnet, ist seine Medienkritik auf höchster Ebene, weil: selbstdestruktiv. Er ist gnadenlos und schreckt nicht davor zurück, seine Meinung den Zuschauern so hammerhart reinzuhauen, dass er – wie bei „Mein neuer Freund“ geschehen – nach einer Folge abgesetzt wird. Ulmen geht es nicht um die Nuttighaftigkeit irgendwelcher Frauen, sondern um den Rezipienten. Natürlich geht es ihm auch um die Nuttighaftigkeit der Frauen, di e da mitmachen, aus Geilheit an den ausgelutschten 15 minutes of fame oder aus Minderwertigkeitempfindlichkeiten. So wie es auch beim Bachelor darum geht. Oder beim Dschungelcamp. Oder bei der Shopping Queen. Oder DSDS. Oder GNTM. Die Teilnehmerinnen dieser Shows sind sich grösstenteils bewusst darüber, dass sie sich zum Affen machen, oder zur Nutte. Und bei dem Teil der Teilnehmerinnen, die sich dessen nicht bewusst sind, müssten andere Schutzrichtlinien greifen. Vielleicht eine Selbstkontrolleinrichtung der privaten Fernsehsender. Das aber ist illusorisch. Es finden sich ja genug Dumme, die bei jedem Stuss mitmachen, da brauchen die Sender sich keinen Maulkorb aufzusetzen. Die Quote zählt.

        Wie gesagt, Ulmen geht es nicht um Quote, es geht um Rezeption. Er bedient sich der Satire, weil Satire nur beisst, wenn sie aus einer Realität gespeist wird. Und die Realität ist nun mal, dass es Hunderte von Freiwilligen gibt, die bei solchen Shows mitmachen und Millionen von Freiwilligen, die sich das anschauen. Da geht es dann um Schadenfreude und genussvolles Fremdschämen. Eben: genussvoll! Niemand ist davor gefeit. Jeder von uns hat seine individuelle Schmerzgrenze. Und Ulmen fragt just danach: Wie weit gehen die Protagonisten und warum? Und wie weit geht der Zuschauer mit, und warum? Wie es auch zum Beispiel Haneke getan hat bei Funny Games – und genau wie bei Haneke oder bei torture porn oder bei American Psycho von Bret Easton Ellis oder dem Werk von Catherine Breillat oder bei transgressiver Kunst überhaupt gibt sofort einen backlash dagegen, von moralistischen Krittlern, die natürlich übersehen, dass dieser backlash vor vornherein mit einprogrammiert ist. Die dem Ganzen sozusagen auf den Leim gehen.

        Allem voran aber – ich schliesse die Runde: es ist ein Luxus-Problem, ein Aufblähen von Segeln, obwohl der Motor auf Hochtouren läuft. Du magst Dir vorkommen wie Don Quijote, aber Du bist auf dem Holzweg. Ulmen ist Deiner Meinung. Reg Dich doch mal über etwas Wichtiges auf: Kinderarmut in Berlin. Oder wenn Dir das zu lokal ist: Genitalverstümmelung.

  4. Liebe Berlinmittemom. Danke! oder auch I like! Ich werde früher oder später auch noch was dazu schreiben, muss aber vieles erst verdauen.

  5. Cora Hieke says:

    Liebe berlinmittemom!
    Ich bin immer wieder froh, erleichtert und ermutigt über den Mut, das Selbstbewusstsein und das Selbstverständnis der Frauen das Thema Sexismus in der Öffentlichkeit (welche das Internet zweifelsohne ist) laut und selbstbewusst an- und aszusprechen.
    Es sind die kleinen, lustig gemeinten (komm lach doch mal) und war-doch-nur-Spaß-Aussagen der Männer (und leider immer wieder auch der Frauen!) die sich in den Alltag schleichen, die weh tun, die verletzen und die mir immer wieder zeigen, dass wir in einer (hoch entwickelten, sowohl in technologischer als eigentlich auch sozialer Hinsicht) Gesellschaft leben in der Frauen immer noch nicht den Stellenwert haben den sie eigentlich haben sollten bzw. den sie verdienen. Ich werde nicht müde immer wieder zu erwähnen, dass Frauen für die gleiche Tätigkeit weniger verdienen als die Männer, gar nicht erst zu sprechen von der der Anerkennung die Männer für ihr Tun erhalten und Frauen nicht. Frauen arbeiten in Österreich ab dem 27. September gratis (hier ein Link dazu um den Aufschrei den dieses Thema immer hervorruft gleich zu unterdrücken: http://diestandard.at/1253807854087/Equal-Pay-Day-Seit-27-September-arbeiten-Frauen-gratis ).
    Ich selbst bin erst vor Kurzem Mutter geworden. Mein kleiner Sproß sitzt noch wohlbehütet im Tragetuch (oder liegt wohlbehütet im Kinderwagen). Er muss sich dieser Welt noch nicht stellen. Hat noch keine Meinung dazu und kann sich noch nicht wehren, noch nicht verteigen, noch keine Stellung beziehen. Das alles ist noch meine Aufgabe als Mutter. Die “Erziehung” meines Sohnes oder das Thema ob ich pädagogisch wertvoll handle, hält sich bei seinen 7 Wochen noch in Grenzen. Dennoch konfrontieren sich mein Mann und ich immer wieder mit dem Thema “werden wir alles richtig machen?”, wie erziehen wir unseren Sohn zu einem selbstbewussten, starken und sozial kompetenten jungen Menschen? Dazu gehört sehrwohl auch sein späterer Umgang mit Frauen und seine Stellung zu Sexismus. Aktiv und passiv. Wie ich mit seinen späteren Fragen umgehen werde warum Frauen sich nackt auf Plakaten zeigen, obwohl es doch um einen Fernseher geht und warum sich Frauen zum Affen machen in Formaten wie GNTM, Bachelor und Co., weiß ich nicht, aber ich bin schon heute froh Stellungnahmen wie die Ihre zu diesem Thema lesen zu können, ja zu dürfen.
    Unsere Töchter und Söhne müssen starkt gemacht werden, sie müssen einen Weg finden sich in dieser Welt zurechtzufinden, ohne Kompromisse eingehen zu müssen, ohne auf der Strecke zu bleiben, ohne, dass ihnen Angst gemacht wird. Frauen, Männer, Mamas, Papas, Omas, Opas, Tanten, Onkeln, … wir haben eine wahrlich wichtige, anstrengende, beschwehrliche und wahnsinnig schöne Aufgabe: aus unseren Kindern soziale Teile unserer Gesellschaft zu machen.
    Danke liebe berlinmittemom für deinen Aufschrei zu diesem Thema.
    Mit besten Grüßen aus Salzburg (Österreich)
    Cora (Mutter, Tochter und Frau)

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