leben mit kindern
Kommentare 12

free range parenting ::: übers loslassen und starkmachen

Free Range Parenting, Helicopter Parenting, Erziehung, Freiheit, Muttersein

Meine Kinder fordern mich heraus, jeden Tag. Alle Eltern kennen das. Aber es sind nicht nur die vielen kleinen Dinge im Alltag oder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, die mich fordern und mich immer wieder dazu bringen, mich mit mir selbst und meinen Überzeugungen auseinander zu setzen. Nein, da liegt noch etwas anderes zugrunde, dem ich seit einiger Zeit auf der Spur bin, etwas Größeres, Grundsätzlicheres, das meine Mutterpersönlichkeit formt und das ich heute versuchen möchte, zu benennen.

Was ist eigentlich meine Aufgabe als Mutter meiner Kinder? Worum geht es ganz grundsätzlich? Was ist die fundamentale Herausforderung, der ich mich stellen muss und vor der ich nicht kneifen kann?

In Erziehungsdingen mach ich's vor allem aus dem Bauch raus. Nicht, dass ich nie Ratgeber gelesen oder andere mir vertraute Menschen nach ihren Erfahrungen oder ihrer Meinung gefragt hätte, im Gegenteil. Das habe ich oft getan, um im Abgleich besser zu justieren, was mir eigentlich wichtig ist. Aber ein Buch über Erziehungsmaximen als Bibel oder das starre Festhalten an einer bestimmten pädagogischen Ausrichtung war für mich nie der Weg. Ich habe mich vor allem eher daran orientiert, wie es meinen Kindern mit den Regeln und Ideen geht, die ich ihnen so mitgebe und ob ich das Gefühl habe, dass sie sich sozusagen unter meiner Fürsorge und Leitung gut entwickeln. Ob sie glücklich sind. Ob ich das Gefühl habe, dass sie sich entfalten können, wie sie es brauchen. Und ob sie mit mir als ihrer Mama wirklich frei sind, die Menschen zu sein, als die sie bei mir angekommen sind am Tag ihrer Geburt.

Mit diesem Grundgefühl stolperte ich vor einiger Zeit über den Begriff des Free Range Parentings und fühlte mich plötzlich recht nah an dem, was zu mir passt.

Free Range Parenting á la Berlinmittemom

Die Erziehungsmaxime des Free Range Parenting versteht sich als Gegenbewegung zum "Overparenting" und bezieht sich im Groben darauf, die Kinder möglichst unbelassen groß werden zu lassen, sie nicht mit zu vielen Terminen und zu viel Kontrolle durch Erwachsene zu belasten und sie im Kontakt mit der Natur selbst entdecken zu lassen, was sie lernen wollen. In Australien berufen sich viele Homeschooling-Eltern oder auch die Bewegung der Unschooling-Eltern darauf. Ich lege das mal etwas großzügiger aus, vor allem, weil ich ja so mitten in der Stadt das Ding mit dem Naturbezug nur schwerlich simulieren kann. Mir kommt es eher darauf an, wie ich den Begriff "free" für mich und meine Kinder mit Leben fülle und welche persönlichen Überzeugungen dabei zu Grunde liegen.

Wenn ich also definieren sollte, was mein Bauch mir in Sachen Erziehung so mitteilt oder wie ich diesbezüglich den Begriff Free Range Parenting für mich auslege, dann käme ungefähr so etwas dabei heraus:

1. Meine Kinder sind ein Geschenk – aber sie gehören mir nicht.

Ich sage oft so was wie "Alles meins!", wenn ich meine Kinder umarme oder abknutsche. Das entspringt aber eher meinem wahnsinnigen und völlig übertriebenem Stolz auf diese wunderbaren kleinen Menschen und meiner nicht enden wollenden Fassungslosigkeit darüber, dass wir tatsächlich so etwas Tolles zu Stande gebracht haben. Wenn ich irgend etwas ganz sicher über meine drei Kinder weiß, dann ist es folgendes: sie sind nicht für mich da. Ich bin für sie da und zwar nur, um sie darin zu unterstützen, sie selbst zu sein und nicht etwas, was ich in ihnen sehen möchte oder erwarte. Manchmal fällt es schwer, das nicht aus dem Blick zu verlieren, aber ich bin mir dessen eigentlich immer bewusst.

2. Mein Kind ist eine Person, kein leeres Blatt, das ich be-schreiben kann.

Bei meiner großen Tochter war mir das zu Anfang noch nicht so klar, aber schon in den ersten Wochen hat besonders sie mir gezeigt, dass sie bereits eine Person ist und dass es meine Aufgabe als Mutter ist, diese Person zu sehen, zu erkennen und anzunehmen. Ich weiß noch, wie ich mich darüber wunderte, wie wenig sie in meinen Augen einem von uns ähnlich sah, und während alle anderen um mich herum die typischen Dinge sagten wie "Jetzt guckt sie wie du als Baby!" oder "So lange Beine wie der Papa!" sah ich immer deutlicher: sie sieht aus wie sie selbst und wie sonst niemand, den ich kenne. Dieser Erkenntnis folgte schnell die Wahrnehmung all ihrer Eigenheiten, ihrer Besonderheiten, all dessen, was sie zu der Person macht, die sie schon war.

Ich fühle, dass es meine Aufgabe ist, meine Kinder darin zu unterstützen, sie selbst zu sein. Sie sind unglaublich verschieden und jedes einzelne von ihnen braucht etwas anderes von mir. Es gibt kein Schema F, das für alle drei über alle Themen hinweg funktionieren würde. Und selbst wenn sich die Situationen wiederholen und quasi Standard sind (Sauberwerden, Einschlafen, Trennungsängste, Schulthemen, egal was), zeigen sie mir jeweils immer sehr deutlich, wie sehr es dabei darauf ankommt, wer sie eigentlich sind. Sie bestimmen das. Nicht ich.

Das leere Blatt auf meinem Tisch bin ich. Ich kann mich selbst be-schreiben, aber nicht meine Kinder. Das werden sie selbst tun. Beim Free Range Parenting á la Berlinmittemom gehört das Schreiben der eigenen Geschichte zu den Grundüberzeugungen über das Zusammenleben mit Kindern.

Free Range Parenting, Helicopter Parenting, Erziehung, Freiheit, Muttersein

3. Scheitern heißt nicht versagen. Es heißt lernen.

Es ist manchmal schwer auszuhalten für Eltern, wenn ihre Kinder sich mit Dingen schwer tun. Sie möchten etwas unbedingt tun oder erreichen und aus irgendwelchen Gründen will es nicht klappen. Vielleicht sind sie noch nicht so weit, vielleicht brauchen sie mehr Zeit als der Durchschnitt, vielleicht haben sie Ängste, die sie nicht erklären können, jedenfalls fallen manche Dinge einfach schwerer. Und wir Eltern stehen dabei und versuchen, unsere Kinder zu unterstützen. Wir möchten nicht, dass sie scheitern, wir wollen, dass sie Erfolgserlebnisse haben und sich weiter entwickeln können.

Der Witz ist aber: das tun sie auf jeden Fall. Auch beim vermeintlichen Scheitern. Ich habe gelernt, dass ich meine Kinder nicht schneller machen oder ihre Entwicklung irgendwie reibungsloser gestalten kann. Sie sind wie sie sind (siehe oben!) und ihre Wege zu ihren diversen Zielen sind entsprechend individuell. Mein Herzensmädchen hat zum Beispiel von Anfang an gewisse Ängste im motorischen Bereich gezeigt, die sich für sie nie ganz aufgelöst haben. Das hatte zur Folge, dass sie spät lief (einmal mit dem vor sich hergeschobenen Stühlchen umgekippt, drei Monate nicht mehr versucht), spät Fahrrad fuhr, dem Inlineskaten nie etwas abgewinnen konnte und überhaupt der beschleunigten Abwärtsbewegung (Rutschen, Skifahren, Rodeln…) eher skeptisch gegenüber stand. Ich habe eine Weile gebraucht, mich bei diesen Themen nachhaltig zu entspannen, das kam natürlich dann vor allem den jüngeren Geschwistern zugute, aber ich habe gesehen, was sie auf ihren für mich nicht nachvollziehbaren weil von außen betrachtet umständlichen Wegen zum Ziel alles über sich gelernt hat. Und ich mit ihr! Tatsächlich ist es ja nun so: sie läuft, sie fährt gern Rad, sie fährt Ski und mag das Schlittenfahren gern. Das, was sie gerne lernen wollte, hat sie ihre Ängste überwinden lassen. Mein Job war einfach nur, bei ihr zu bleiben, sie zu nichts zu zwingen und ihr nicht das Gefühl zu geben, dass ihr vordergründiges Scheitern sie definiert.

Free Range Parenting heißt hier für mich, meine Kinder machen zu lassen. Ihre vermeintlichen Fehler sind die Steine, auf die sie klettern können, um von oben besser zu sehen.

4. Meine Kinder sind keine Idioten. Sie brauchen Teilnahme, nicht Überwachung.

Wir alle lieben unsere Kinder, also wollen wir, dass sie glücklich sind und alles bekommen, was sie brauchen. Natürlich ist die Idee davon, was das denn genau ist, sehr individuell, deshalb kommen wir als Gesamtheit der Eltern ja auch nicht auf einen 0815-Erziehungskonsens, der für alle passen würde. Aber ich glaube, alle Eltern sind sich einig, wenn es darum geht, Unheil von ihren Kindern abzuwenden. Wir wollen nicht, dass sie verletzt werden, weder körperlich noch seelisch. Und wir haben oftmals Angst, dass genau das passiert, wenn wir sie nicht ständig beschützen.

Ich glaube, dass meine Aufgabe ist, meine eigene Angst zu überwinden und sie vor allem nicht auf meine Kinder zu übertragen. Fühle ich mich wohl, wenn meine 12jährige Tochter alleine mit dem Bus nach ihrem Schwimmunterricht nach Hause fährt? Abhängig von der Tageszeit kann ich sagen: durchaus nicht immer. Aber sie möchte das, es ist eine überschaubare Strecke und wir haben gewisse Absprachen, die uns beide absichern. Und wenn sie zur Tür hereinkommt ist sie glücklich. Sie möchte Dinge alleine tun, die sie tun kann. Das ist ihr Recht und ich lasse sie – in dem Rahmen, den wir gemeinsam absprechen und mit dem wir beide leben können.

Darf mein 7jähriger Sohn ein (Kinder-)Schnitzmesser haben? Ja, er darf und ich sitze nicht ständig neben ihm und passe auf, dass er sich nicht in den Finger schnitzt. Erstens könnte ich es auch durch meine permanente Anwesenheit nicht verhindern, falls es dazu käme. Und zweitens würde ich seine ganze Freude am Schnitzen einschränken, wenn ich dauernd "Pass auf!" dazwischen rufen würde. Er kennt die Regeln (das Messer ist nur zum Schnitzen da, für sonst nichts; nicht mit dem Messer herum laufen; immer vom Körper weg schnitzen etc.) und hält sich daran und bisher läuft alles gut. Und er genießt die Zeit ohne mich und zeigt mir hinterher stolz seinen Pfeil, den er für seinen Bogen geschnitzt hat – ganz allein.

Es gibt noch viele Beispiele aus unserem Alltag, wo wir bewusst unsere Kinder "von der Leine" lassen, um ihnen den Freiraum zu geben, sich selbst auszuprobieren: zu zweit ohne Erwachsene auf den nahen Spielplatz gehen, alleine zum Bäcker gehen, eine Minifahrradtour mit Freunden in den nahen Park machen, auf viel zu hohe Bäume klettern usw. Sind wir dabei immer entspannt? Sicher nicht, aber wir halten es für richtig und wichtig. Und wir trauen unseren Kindern etwas zu. Das erhöht ihr Zutrauen in sich selbst und lässt sie die Aufgaben bewältigen, die sie sich suchen. Free Range Parenting heißt hier für mich, meine Kinder mit gewissen Rahmenbedingungen und Verbindlichkeiten abzusichern und sie dann alleine ausprobieren zu lassen, wie weit sie damit kommen.

5. Es geht ums Loslassen. Ums Starkmachen und Loslassen.

Vielleicht ist das die Grundlage unter all den Bauchentscheidungen, meine fundamentale Lektion übers Muttersein überhaupt, die ich spüre und die mich immer wieder begreifen lässt, wie groß meine Aufgabe wirklich ist. Nicht nur die Verantwortung für diese drei, die ich spüre und die ich bis an mein Lebensende spüren werde: ich bin ihre Mutter, bis ich nicht mehr bin. Und darüber hinaus. Nein, es ist noch mehr als das.

Zu wissen, dass sie mir geschenkt und doch nicht mein Eigentum sind, ist ein Teil davon. Zu wissen, dass es meine Aufgabe ist, ihre Persönlichkeit sich entfalten zu lassen, ohne zu schwere, zu hemmende Fingerabdrücke auf ihren Seelen zu hinterlassen. Zu wissen, dass ihre Wege nicht notwendigerweise meine sind und dass ich sie ihre Umwege nehmen und ihre Fehler machen lassen muss, ohne einzugreifen. Zu wissen, dass sie sich garantiert verletzen werden, weil Beulen, Narben und unschöne Erfahrungen im Leben nun mal nicht vermeidbar sind, sondern notwendigerweise dazu gehören. All das in Summe bedeutet für mich eins: ich bin ihre Wegbegleiterin für kurze Zeit, ich bin die Quelle, der Herd und die Zuflucht für jetzt, aber sie streben fort von mir – und das ist gut so. Es ist richtig, sie zu bestärken und teilzunehmen an allem, was sie tun, weil sie das brauchen, um sicherer ihren Weg fort von mir zu beschreiten in ihre eigenen Leben. Es ist richtig, sie ihre Flügel entfalten zu lassen und sie nicht einzustricken in zu enge Stunden- und sonstige Pläne. Es ist richtig, es auszuhalten, wenn sie ihre Grenzen austesten und meine Regeln ausdehnen oder sogar brechen wollen, weil sie das in der Auseinandersetzung stark macht für die Zeit, in der sie ganz und gar für sich selbst verantwortlich sein werden – und ich zurück bleibe. Für mich heißt meine Kinder zu lieben auch, ihnen Raum zu geben und sie loszulassen. Ich glaube, das ist dieses große Ding, das all meinen (Mutter-)Entscheidungen zugrunde liegt.

Ich mag das "free" in Free Range Parenting. Auch wenn es impliziert, dass meine Kinder dabei auch frei von mir sein bzw. werden sollen, um sich jetzt und später gut zurecht zu finden im Leben. Ich mach's aus dem Bauch raus. Und ich gebe mir immer Mühe, meine Erwartungen an meine Kinder nicht über deren Freiheit zu stellen, sich zu entfalten.

Und ihr so?

signatur

 

 

12 Kommentare

  1. Da liegt Herzblut zwischen den Zeilen! Toll geschrieben und transportiert eine Menge Reflektion, Erfahrung und Bauchgefühl. Schön dass du etwas gefunden hast, was deine Erziehung gut beschreiben kann, aber trotzdem Raum zum individuellen Gestalten lässt. Erziehung ist für mich eh eine innere Grundhaltung und keine Schema F. Klar wäre es ab und zu leichter eine Bibel zu haben, bei der man bestimmte Situationen nachschlagen kann, aber dann würde man sich als Eltern sich nicht wirklich mit der Situation auseinander setzen. 

    Ich finde Free Range à la Berlinmittemom ganz toll und authentisch. Ich hoffe in unserer Umgebung wird es auch einige Eltern geben, die ihren Kids Freiräume eingestehen, damit die Milchschnute auch draußen mal spielen kann und für soziale Kontakte nicht in etliche Vereine rennen muss. Diese Art von Freiraum finde ich nämlich total wichtig. Wenn ich allerdings sehe, dass die Kids heute nen volleren Terminplan haben als wir Erwachsenen, dann kann ich nur hoffen dass sich das bald wieder ändert. 

    Es ist sicher schwer als Mutter loszulassen (hallo, wir waren vor kurzem zur ersten Date-Night und ich wäre fast verrückt geworden die Milchschnute bei Oma und Opa zu lassen) aber für die Kids wichtig in der Entfaltung, denn irgendwann sind wir nicht mehr da und dann müssen sie auch ohne uns zurecht kommen

  2. Hallo

    Liest sich sehr toll und interessant.
    Nur von Ärzten, Jugendämter etc. wird immer gesagt so und so geht es nicht nach Lehrbuch, unterentwickelt und MUSS gefördert werden.
    Mein Sohn wollte nie strich Männchen malen. Immer nur kritzeln und bunt malen. Ich hab ihn machen lassen. Später hieß es ich hätte mit ihm das machen müssen. Habe ihn nicht richtig gefördert.
    Dann hieß es Sprache muss gefördert werden. Hatte er das aufgeholt hieß es er sei nun motorisch zurück.
    Nun ist er in einem For der Kindergarten und macht dort die geistig beeinträchtigten Kinder nach. Nun heißt es er macht nur unverständliche laute etc. nach
    Nun wurde im Erziehung s gutachten geschrieben ich fördere ihn nicht richtig/genug. Und bei mir sei er deshalb Entwicklungsgefährdet. (Auch wegen den Verhaltensauffälligkeiten). Er muss in ein Heim.

    Ja was sagt man dann mit diesem Konzept? Selbst das stillen wurde kritisiert. Ich würde nur noch meine zwei jährige Tochter stillen weil ich egoistisch sei, nur nach mir schaue und sie an mich binden möchte. Eine zweijährige braucht das nicht mehr.

    Was macht man da gegen so ein Gutachten? Hatte jemand schon mal so Probleme?

    Vor allem so ein Erziehungskonzept geht ja voll gegen denen ihre studienfachbücher.

    Hoffe ihr wisst was ich sagen/Fragen möchte 😉

  3. Free Range-Parenting…dass ich das noch erleben darf! Ich kenne eine Menge Helicopter-Eltern und bin auch eher eine Free-Range-Mutter…jetzt fühle ich mich nicht mehr so allein…;-)

  4. Alexandra sagt

    Du beschreibst das so schön und wirklich wahr. Dass unsere Kinder sich frei entfalten (hoffentlich), klappt nur, wenn wir trotzdem immer für sie da sind und zwar genau dann, wenn sie uns brauchen. Wie ein guter Geist, den man nur dann sieht, wenn man ihn braucht. Ich sehe das genauso wie du. Nur wünschte ich mir von mir selbst manchmal mehr Gelassenheit. Ich würde so gerne öfter als sowieso schon Fünfe gerade sein lassen. Daran arbeite ich immerzu. Ich hoffe, es gelingt mir. Passt doch auch irgendwie zu free, oder? In Bezug auf sich selbst, meine ich…
    Danke, Anna, du hast das mal wieder wunderbar in Worte gefasst und zum Nachdenken angeregt. Liebe Grüße

  5. Ines sagt

    Hallo du namens W.

    Das klingt ernst deine Beschreibung. Ich wusste nichtmal, dass es Erziehungsgutachten gibt! Ich kenne nur aufoktruierte Physiotherapie wegen verzögerter motorischer Entwicklung von Babys: wenn das 16 Monate alte Kind dann einwandfrei läuft, kräht im Übrigen kein Hahn mehr nach der vermeintlichen Verspätung!

    Kannst du denn Ursachen in eurem Fall entdecken? Oder steht und fällt alles damit, wieviel Paroli du den Urteilenden/Behörden bieten kannst? Nur damit dein Kind als normal/im Rahmen möglicher Entwicklungsgänge gesehen wird.

  6. Ankäre sagt

    Ach, Anna, wenn das mit dem Loslassen nicht die allerallerschwierigste Aufgabe im ganzen Leben wäre! Aber meinen Kindern zuliebe werde ich das schaffen und versuchen, mich oft genug selbst zu hinterfragen. Jetzt bin ich erst mal froh, dass sie noch viele Jahre bei uns leben werden und hoffe, dass sie sich weiterhin so toll entwickeln!
    Danke für deinen Post!

  7. Ankäre sagt

    Liebe W.

    Ein Heim ist immer nur eine absolute Notlösung, da Eltern nicht wirklich zu ersetzen sind. In der Regel installiert man erst einmal niederschwellig sozialpädagogische Familienhelfer in der Familie. Falls keine akute Kindeswohlgefährdung bei dir vorliegt, solltest du um solche Hilfen bitten und dich kooperativ zeigen.
    Im allergrößten Notfall auch Rechtsbeistand nutzen. Lass dir erst einmal genau und Punkt für Punkt erklären, was im Heim besser liefe, als bei dir, mache eigenständig Verbesserungsvorschläge und setze sie um.

    Viel Erfolg!

  8. Das hast Du so wunderschön und treffend gesagt – und auch wenn das Loslassen manchmal so schwer fällt. Genau so möchte ich es auch machen – das ist unsere Aufgabe als Mama! Vielen Dank liebe Anna!!!

  9. Als Mama und Papa möchte man sein eigenes Kind am Liebsten vor allen Gefahren und Schmerzen schützen. Das geht heute viel leichter als früher. Früher hatten die Familien mehr Kinder, auch die wöchentliche Arbeitszeit war höher als heute. Deshalb gab es damals solche Helikoptereltern gar nicht wirklich – einfach, weil es die Bedingungen nicht zuliesen. Heute sieht die Sache anders aus, das alleinige Kind ist oftmals der Mittelpunkt im Leben einer Kleinfamilie. Das Resultat: Überbehütung, Eingrenzung des Freiraumes und somit auch Eingrenzung der Erfahrungssammlung. Mir gefällt dieses Free-Range-Konzept sehr gut: Auch ich bin der Ansicht, dass wir unseren Kindern Flügeln geben müssen, damit sie das Fliegen lernen können!

  10. Kerstin sagt

    Bei uns auch, alles sind absolute Bauchentscheidungen. Manchmal muss man mehr Geduld aufbringen und bei manchen auch mehr Zeit einplanen, weil die große Tochter unbedingt alles allein machen möchte, aber so wird sie super selbstständig. Allerdings weist sie uns auch sehr oft hin, dass sie viele Sachen allein machen möchte, insofern wäre bei uns das Helikoptern sehr schwierig und mir persönlich auch zu anstrengend. Und nichts geht über stolze Kinderaugen, wenn sie etwas allein hinbekommen haben! 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.