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Gelabeltes Mädchen im OTTO-Katalog

in mathe bin ich deko? ::: gelabelte kinder & self-fulfilling prophecies

Es gab sie schon immer, die T-Shirts und Kleidchen mit pseudowitzigen Sprüchen drauf. Und schon immer hatte ich persönlich ein Problem damit, wenn Eltern ihre kleinen Mädchen auf diese Weise beschriften: Zickenalarm, steht zu lesen auf der Brust einer Zweijährigen. Terrorist auf dem Shirt eines 15-Monate-alten Babybubs. Dramaqueen. Mother’s nightmare. Schon immer hat’s mich leicht gegruselt, wenn ich sowas gesehen habe, und ich frage mich jedes Mal: wieso, um alles in der Welt, pack ich meinem Kind ein Label auf die „Verpackung“, das gleich aller Welt verkündet, mit was sie es vermeintlich zu tun haben? Eine Zweijährige kann noch nicht lesen, was auf ihrem niedlichen Kleidchen steht, dennoch ist alle Welt um sie herum gleich schon informiert – hier kommt eine Dramaqueen. Und für den Bub gilt dasselbe, während er sandmampfend über den Spielplatz robbt, ist gleich geklärt, wie seine Eltern ihn sehen: er ist ein Alptraum, ein Terrorist. Mal abgesehen davon, dass auch hier mal wieder Geschlechterstereotype bedient werden, hat es für mich noch einen anderen Aspekt, der mir fast noch mehr zu schaffen …