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5 bücher für 2015 ::: wunschtraum und wirklichkeit

5 Bücher für 2015, Blogstöckchen, Leseliebe, Book love

Meine liebe Bloggerkollegin Sonja von Mama Notes hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen und ich habe es gefangen. Neudeutsch hieße das wohl, sie hat mich für eine Buch-Challenge nominiert und ich habe die Herausforderung angenommen: es geht um 5 Bücher für 2015.

Für eine leidenschaftliche Leserin wie ich eine bin, ist die Herausforderung allerdings keineswegs, 5 Bücher zu nennen, die ich 2015 lesen möchte. Vielmehr ist die Frage: werde ich meine Vorhaben auch in die Tat umsetzen können? Denn anders als früher unterscheide ich heutzutage notgedrungen zwischen "möchte ich lesen" und "muss ich lesen" – und weil das Muss im Alltag immer Priorität hat vor dem Möchte und ich immer nur dann so exzessiv wie früher zum Lesen komme, wenn ich verreist bin, wird die Herausforderung sein, die geeigneten Zeitfenster zum Lesen zu finden und zu nutzen.

Ich hoffe ja insgeheim, dass es mehr werden als 5 Bücher für 2015, aber weil das Blogstöckchen nun mal so lautet, kommen hier 5 meiner garantierten Lesevorhaben fürs laufende Jahr:

1. Siri Hustvedt, Die gleißende Welt

Siri Hustvedt ist eine meiner Lieblingsschriftstellerinnen der Gegenwart und "Was ich liebte" aus dem Jahr 2004 ist wahrscheinlich sowas wie mein Lieblingsbuch of all times. Aber auch sonst alles, was ich von ihr gelesen habe, mochte ich sehr, nein, liebte ich sozusagen. Ähnlich ging es mir nur mit Connie Palmen, Nr. 2 auf meiner Liste. Interessanter Weise stoßen viele Menschen, die ich kenne, in erster Linie auf Siri Hustvedt, weil sie die Frau von Paul Auster ist. Bei mir war es umgekehrt: ich hatte mich in "Alles was ich liebte" verliebt und fand dann heraus, dass die Verfasserin Paul Austers Frau war. Der hat mich persönlich noch nie umgehauen und wird es wohl auch nicht mehr. Geschmäcker sind eben… verschieden. Ich hab's da eher mit Siri und kann das Eintreffen meines vorbestellten Exemplares von "Die gleißende Welt" gleich nach dem Erscheinungstermin am 24.04. auch deshalb kaum erwarten, weil die Geschichte in derselben Szenerie angesiedelt ist, wie die in "Was ich liebte": der New Yorker Kunstszene der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. 

2. Connie Palmen, Logbuch eines unbarmherzigen Jahres

Ach, Connie Palmen! Das erste Buch der Niederländerin war wie eine Bibel für mich und ich las "Die Gesetze" 1995 wieder und wieder und war fortan in jedes Wort verliebt, das sie publiziert hat. Einmal lernte ich sie nach einer Lesung in kleinerer Runde persönlich kennen, es gab ein Spaghettiessen in der Buchhandlung meiner Kindheit und ich war hingerissen von ihrer ganzen Art, Erscheinung und ihrem Auftreten. Bei der Lektüre von "I.M." habe ich mehrfach geweint, weil das Geschriebene so eindringlich formuliert ist, dass es bis in mein tiefstes Selbst traf. Auf den Punkt. Das Logbuch eines unbarmherzigen Jahres liegt hier schon seit geraumer Zeit und ich konnte es nicht ertragen, es zu lesen. Es geht dabei um den Tod ihres letzten Lebensgefährten und noch anderer ihr nahestehenden Menschen, und ich habe es aufgeschlagen, einige Seiten quer gelesen und es wieder weggelegt, weil es so traurig und hoffnungslos auf mich wirkte und so nah an mir dran war, dass ich es nicht aushielt. Jetzt könnte ich es, glaube ich, wieder angehen. Das steht definitiv auf dem Zettel.

3. Ava Dellaira, Love Letters to the Dead

Dieses Buch ist auf meiner Liste gelandet, weil meine große Tochter es lesen möchte. Laut Altersempfehlung ist das einigermaßen okay, aber weil die Thematik Tod und Abschied bei uns in der Familie so besetzt ist und uns alle gerne und zuverlässig triggert, lesen wir es zusammen. Naja, vielleicht lese ich es ein bisschen vor ihr… In Love Letters to the Dead geht es um eine Aufgabe im Englischunterricht: Laurel soll einen Brief an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Und aus einem Brief wird eine ganze Serie, in der sie den toten Adressaten alles über ihr aktuelles Leben erzählt. Aber eigentlich geht es um den letzten Brief an ihre verstorbene Schwester May, der ihr den Weg zurück ins Leben ebnet. Dieses Buch erwarte ich mit gemischten Gefühlen, aber hier liegt es und wird gelesen werden.

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4. Donna Leon, Tod zwischen den Zeilen

Ich bin eine Liebhaberin klassischer Krimis, nichts zu Reißerisches, nicht zu viel Thrill und nicht zu detailreiche Beschreibungen von Mord und Totschlag. Und ich liebe Krimi-Reihen! Zu meinen am meisten geliebten Krimiserientäterinnen gehören auf Platz 1 Patricia Highsmith und ihre Reihe über den talentierten Mr. Ripley, danach folgen in beliebiger Reihenfolge Barbara Vine, Amanda Cross, Elizabeth George und Martha Grimes (nur ihre Inspector Jury-Reihe). Da diese Damen aber ihre Reihen entweder nur sehr unregelmäßig (George, Vine) oder gar nicht mehr (Highsmith, Cross, Grimes) fortsetzen, gehören die Venedig-Krimis von Donna Leon mit dem verlässlichen Commisario Brunetti als Ermittler zu meinem regelmäßigen Lesefutter für den Sommer. Ich erwarte freudig den Erscheinungstermin des neuen Buches, lese dankbar neues von meinen mir ans Herz gewachsenen Protagonist*innen und bin zufrieden. Funktioniert übrigens ähnlich bei der französischen Serie um den schrulligen Kommisar Adamsberg aus der Reihe von Fred Vargas.

Tod zwischen den Zeilen habe ich bereits vorbestellt und nehme es sicher im Sommer mit auf den Darß. Strandkorb, Weißweinschorle, Brunetti. Herrlich wird das!

5. Make Love, Ein Aufklärungsbuch /Jan Weiler, das Pubertier

Auf dieses Buch bin ich sehr gespannt. Ich bin nicht sicher, dass ich "Make Love" unbedingt tatsächlich zur konkreteren Aufklärung meiner Kinder nutzen werde (jedes zu seiner Zeit natürlich), aber ich möchte unbedingt sehen, was auf einem Elternabend in einem Berliner Gymnasium, von dem mir berichtet wurde, zu einem halben Eklat unter den Eltern geführt hat. Es wurde nämlich von einer Lehrerin als gutes Buch zur Aufklärung empfohlen und herum gereicht – die expliziten Bilder und Texte führten dann aber zu heftigeren Diskussionen, was kindgerecht sei und was nicht. Ich amüsiere mich sehr bei der Vorstellung dieses Tumultes und bin neugierig auf das Buch.

Dazu passend liegt hier das Pubertier und will gelesen werden. Ein bisschen was muss man ja auch als Mutter eines hormonell gut durchgerührt und -gebeutelten Exemplar der Spezies Pubertisten zu lachen haben, ne.

Mein Wunschtraum wären ja noch weitere 5 Bücher für 2015 und noch mal 5 und noch mal 5 – so wie früher, als ich noch Nächte durch lesen konnte, ohne am nächsten Morgen mit Migräne aufzuwachen. Und ohne, das plötzlich eine Schlafmaus im Nachthemd an meinem Bett steht und schlecht geträumt hat. Einstweilen begnüge ich mich mit dieser Liste, bedanke mich für das Blogstöckchen bei der lieben Sonja und reiche es weiter an alle, die gerne mitmachen möchten.

Und aktiv bewerfen möchte ich mit dem Blogstöckchen "5 Bücher für 2015" die lieben Kolleginnen von:

Mama Mia

Frau Nieselpriem

Andrea Harmonika

Ich lebe jetzt!

Werden und Sein

Frische Brise

Und ihr? Erzählt ihr mir auch was ihr gerne lest? Liegt da schon ein Stapel Ungelesenes auf dem Nachttisch wie bei mir?

signatur

 

8 Kommentare

  1. Nachdem ich Deinen Stapel gesehen habe wird meiner wohl bald noch größer…
    Ja. Ich habe auch einen Stapel. Und ich muß mir mal wieder Zeit abknapsen, um intensiv zu lesen. Nicht immer nur Zweiminutenweise beim Zähneputzen oder Föhnen.
    Liebe Grüße und hab einen schönen Tag!
    Suse

  2. Make Love ist ein wunderbares Buch!! Ich habe es meinem Neffen zum 14. Geburtstag geschenkt. Theoretisch. Also eigentlich hatte ich es dabei und auf dem Geburtstag wieder einen Rückzieher gemacht und es mit nach Hause genommen. Ich war mir plötzlich sehr sicher, dass er so ein Buch sicher nicht von seiner Tante geschenkt haben möchte (keine Ahnung was mich da vorher geritten hat). Jedenfalls werde ich es beim nächsten Besuch seinen Eltern geben.

    Danke für das Blogstöckchen. Ich werde auf jeden Fall mitmachen. <3

  3. cobra sagt

    Meine Tochter heißt Siri, weil ich auch von „Was ich liebte“ so begeistert war (das war noch, bevor es die iPhone-Siri gab). Ich habe am Ende des ersten Teils Rotz und Wasser geheult, wie sich bei I. M. Kennst du Jessica Durlacher und Zeruya Shalev – deren Bücher haben mich ähnlich berührt.

  4. Meine nächsten Bücher liegen hier schon: „Der Junge muss an die frische Luft“ von Hape Kerkeling und „Drei auf Reisen“ von David Nicholls.
    Vorher habe ich mich durch „Die Unterwerfung“ gequält, aus der Rahmengeschichte hätte man meiner Meinung nach etwas Spannenderes machen können, „Das Pubertier“ hatte ich als Hörbuch aus der Bücherei, habe ich aber nicht zu Ende gehört, hat mir nicht so gefallen.

    Ich oute mich aber noch als Fan von Jojo Moyes. „Ein Bild von Dir“ und „Weit weg und ganz nah“ habe ich in diesem Jahr gelesen, hat mir beides sehr gut gefallen. Ich freue mich auch schon auf die Folgegeschichte von „Ein ganzes halbes Jahr“, die dieses Jahr erscheinen soll.

    Liebe Grüße nach Berlin
    Karin

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