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Wenn Mama nicht mehr kann ::: Die Haushaltshilfe über die Krankenkasse

Babyfüßchen | Berlinmittemom.com

Werbung | Vor kurzem war ich gemeinsam mit anderen Bloggerinnen von der Siemens Betriebskrankenkasse zu einem Workshop eingeladen, wo wir einiges über die Krankenkassenleistungen für Familien gelernt haben. Vieles war mir natürlich schon bekannt, wie beispielsweise die Übernahme der Kosten für Vorsorge- und  Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft oder der Früherkennungsuntersuchungen für Kinder, die im gelben U-Heft dokumentiert werden. Aber einige der Leistungen, die die SBK übernimmt, waren mir auch neu. Dabei ist es nicht nur nützlich zu wissen, welche Art von Leistungen einem bei der gesetzlichen Krankenversicherung zustehen. Und es ist wichtig zu wissen, wo man wann Hilfe bekommt, wenn man sie am dringendsten braucht.

Der Workshop hat mich nämlich an eine Begebenheit erinnert, die mich sehr bewegt hat, auch wenn ich nicht selbst betroffen war. Denn manchmal lernt man im Leben durch besondere Ereignisse schmerzlich, wie es ist, Hilfe zu brauchen.

Ich hatte immer das Glück, durch Familie und liebe Freunde aufgefangen zu sein, wenn ich Unterstützung brauchte. Aber einer meiner liebsten Freundinnen ging es nicht so…

Vor zwei Jahren war sie hochschwanger und freute sich auf die Geburt. Die Schwangerschaft war wunderbar und unkompliziert und eigentlich verlief auch die Geburt so. Sie rief mich noch an, als sie bereits im Kreißsaal war und war voller Hoffnung und Vorfreude. Natürlich hatte sie auch ein bisschen Angst, aber sie kam mit den Wehen gut zurecht, sie kannte die diensthabende Hebamme, ihr Mann war bei ihr – alles schien so weit gut zu sein. Nach einigen Stunden dann der Anruf vom glücklichen Papa: ein kleines Töchterchen war geboren worden, allen ging es gut, sie waren erleichtert und froh. Doch bereits am nächsten Tag, als ich anrief, um meiner Freundin zur Geburt ihres ersten Kindes persönlich zu gratulieren, war alles anders.

Babyfüßchen | Berlinmittemom.com

Was wir zu diesem Zeitpunkt alle noch nicht wussten: der Anästhesist hatte beim Legen der PDA versehentlich die harte Hirnhaut perforiert, die das Rückenmark umschließt. Die Folge war ein sogenanntes postpunktionelles Syndrom, an dem meine Freundin nun für Wochen leiden sollte. Sobald sie im Liegen den Kopf auch nur anhob, hatte sie unglaubliche Kopfschmerzen, außerdem Ausfallerscheinungen durch das im Rückenmark aufgestiegene Anästhetikum, wie Kribbeln und Taubheit in Händen und Füßen, Taubheitsgefühle im Gesicht, Nackensteifigkeit und Übelkeit. Sie hatte ihr erstes Kind bekommen, eigentlich hätten vor ihr ruhige und idealerweise glückliche Tage im Wochenbett gelegen. Stattdessen musste sie in der Klinik bleiben, unterzog sich diversen Behandlungsversuchen und kam erst nach knapp zehn Tagen mit ihrem Baby nach Hause, das sie nicht alleine versorgen konnte. Der 14tägige Urlaub ihres Mannes, den er zur Geburt des Kindes eingereicht hatte, neigte sich dem Ende und weit und breit waren keine Großeltern oder sonstiger familiärer Support in Sicht. Ihre Schwägerin in der 700km entfernten Heimatstadt war schließlich diejenige, die wusste, dass in solchen Fällen eine Haushaltshilfe bei der Krankenkasse beantragt werden kann und kümmerte sich dann aus der Ferne für die kleine Familie darum.

Damit trat die Wende ein. Die Haushaltshilfe war ein absoluter Glücksgriff, eine erfahrene Mütterpflegerin, die täglich für einige Stunden kam, wenn der Mann meiner Freundin zur Arbeit gehen musste. Sie kochte, machte die Wäsche, kümmerte sich ein bisschen ums Baby und bemutterte meine Freundin. Sie half ihr beim Stillen, beim Haarewaschen, machte ihr das Bett frisch und legte ihr ihr Töchterchen in ihre Arme. Sie war liebevoll und nicht bevormundend und kam von nun an für drei oder vier Wochen, jeden Tag ein bisschen kürzer, bis meine Freundin sich erholt hatte. Zumindest körperlich.

Wir waren alle wahnsinnig erleichtert, als es ihr besser ging und sie endlich ihr Töchterchen genießen konnte. Und zutiefst dankbar, dass es die gesetzlichen Versicherungen gibt, die wie die SBK solche Situationen abdecken.

Bei dem Workshop habe ich gelernt, was man genau machen muss, um im Bedarfsfall eine Haushaltshilfe zu bekommen, die die Familie unterstützt. Bei der SBK geht das ganz einfach mit einem Online Formular zu Runterladen. Und den SOS-Leitfaden zum Thema Haushaltshilfe teile ich hier mal mit euch, damit ihr im Bedarfsfall wisst, worauf es ankommt.

SBK Infografik Haushaltshilfe

Was für Leistungen die SBK Betriebskrankenkasse sonst noch anbietet, könnt ihr auf der Webseite nachlesen. Oder bei Jette von ME Supermom, die mit mir bei dem Workshop war und alles Neugelernte schön zusammengefasst hat. Außerdem findet ihr noch mehr zum Thema Haushaltshilfe in Schwangerschaft bei Von Guten Eltern ,  Leistungen nach Unfällen bei Butterflyfish und bei Mummy Mag. Auf Johnny’s Papablog lest ihr etwas über die Möglichkeiten von Eltern-Kind-Kuren und bei Große Köpfe geht es um die Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern.

Für Situationen, in denen man Hilfe braucht, gilt in jedem Fall: lasst euch von euren Krankenkassen beraten und macht euch schlau, welche Kostenübernahmen und Leistungen eure Tarife abdecken. Wir als Blogger*innen haben bei dem Workshop jedenfalls einiges gelernt über die Leistungen, die die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten übernehmen. Ich wünsche euch, dass ihr sie nie braucht, aber falls doch: informiert euch gründlich und vergleicht die Tarife. Es kann euer Leben und das der ganzen Familie erleichtern, zu wissen, was möglich ist.

Passt auf euch auf!

3 Kommentare

  1. Astrid sagt

    Ich hatte nach meiner zweiten (Horror-)Entbindung eine „Not“-Mutter über den Notmütterdienst, aber von der Krankenkasse bezahlt. Ohne diesen Engel wäre ich nicht über die Runde gekommen. Ein aufgeweckter, sehr agiler zweijähriger, eine kleine Maus, die gerade aus der Kinderklinik kam und eine Mama, die noch viel Rekonvaleszenz nötig hat.
    Ich werde nie vergessen, wie ich ihr die Tür öffnete, sie „hallo“ sagte und mir quasi das Baby aus den Händen nahm und mich ins Bett schickte. Sie hat mir alles abgenommen und sich so lieb gekümmert. Sechs Wochen lang und dann konnte ich wenigstens wieder mit dem normalen Unterstützungsprogramm von Babysitter/Nachbarn etc (Großeltern waren leider keine vorhanden) weitermachen.

  2. Nicole Schmidt-Tonch sagt

    Hallo,

    Ich finde es sehr wichtig, dass es so etwas gibt und in den meisten Fällen hört man doch irgendwie immer von „Glücksfällen“- das ist wirklich beruhigend, dass da so engagierte Frauen arbeiten!
    Ich musste während meiner Schwangerschaft im Krankenhaus liegen und überwacht werden, ich habe noch eine Tochter, die im Kindergartenalter ist. Um sie und den Hausalt musste sich über Monate mein Mann kümmern, er hat unbezahlten Urlaub nehmen müssen- und wisst ihr warum?
    Weil ich privat versichert bin…. (ich bin Beamtin und kann nicht in die gesetzliche Versicherung wechseln)
    -da gibt es keine Haushaltshilfe, weil sie laut Leistungskatalog nicht zur Genesung beiträgt!
    Es war wirklich eine sehr schwere Zeit für uns und wir hoffen, dass wir immer gesund bleiben!

    Liebe Grüße! Nicole

  3. An dieser Stelle ein großes Dankeschön, für diesen tollen und durchaus erst zu nehmenden Artikel zum Thema. Mutig das anzusprechen…für viele Familien ein Tabuthema….

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