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zujezogn inna hauptstadt ::: bestandsaufnahme einer unbelehrbaren

Wir sind Zugezogene. So, jetzt isses raus. Hier in (Ost-)Berlin ist bekanntermaßen das Label „zugezogen“ etwas, das kein Mensch, der nicht hier geboren wurde, jemals abwaschen, überdecken, sich weg-verdienen oder sonst irgendwie loswerden kann. Man kann hier sein Leben zubringen, sich identifizieren, berlinern können, dieser Stadt seine Lebenskraft, Energie und sein Einkommen widmen, Kinder hier bekommen und ein Haus bauen – man bleibt immer und für immer eine „Zujezogene“. Generationen lang. Im Rheinland, wo ich herkomme, ist das anders. Nicht, dass man diese Art Einstellung nicht dort auch antreffen könnte. Aber im Grunde genommen gilt: wer einmal am Tresen ein Kölsch mitgetrunken hat (am besten an Karneval), gehört dazu, egal, wo er ursprünglich herkommt. Nicht so in meiner Wahlheimat Berlin. Hier wird man als Stadt-Fremde oder -Neuling durchaus skeptisch betrachtet und auch gerne mal kodderschnauzig belehrt: „Ditt heißt Schrippe!“ Schrippe. Nicht Brötchen. Natürlich nicht. Mein Fehler. Das hat mich aber nicht gehindert, trotz meiner wohl lebenslangen tiefen Bindung an das Rheinland, seine Landschaft, seine Menschen, seine Sprache, seine Feste… (Heimwehmodus: off), mein Herz an die …