Monate: Juli 2013

fight the fear ::: brustkrebs, vorsorge und die angst vor dem risiko

Meine Mutter starb an Brustkrebs. Ich schreibe darüber immer wieder in meinem Blog, über ihr Sterben, den Tod, den Abschied und den Umgang mit dem Verlust. Worüber ich noch nie geschrieben habe, obwohl es mich immer begleitet, ist die Angst. Denn als Töchter einer Brustkrebspatientin sind meine Schwester und ich qua Verwandtschaftsgrad schon Risikopatientinnen. Jetzt bin ich 40 und im besten Mammografiealter. Meine Gynäkologin, mit der ich zugleich gut befreundet bin, hat mir natürlich dringend geraten, das jetzt mal flott machen zu lassen, und ich weiß, dass es nötig und wichtig ist, die Vorsorge ernst zu nehmen. Dennoch steht da neben mir immer diese Angst. Es ist natürlich lächerlich, zu denken, dass Diagnosen, Krankheitsverläufe und ganz schlicht auch Schicksale sich ignorieren ließen. Wenn eine Krankheit kommt, dann kommt sie. Ich kann Brustkrebs nicht verhindern, aber ich könnte ihn natürlich durch regelmäßige Vorsorge möglicherweise früh erkennen und behandeln lassen. Ich weiß das. Ich will das aber nicht. Es macht mir Angst, allein das Vokabular: Brustkrebs, Vorsorge, Mammographie… Ich bin wirklich nicht der Typ, der kneift, wenn …

hormone in der sonnencreme? ::: die toxfox-app macht den kosmetikcheck

Es ist Sommer, es ist heiß. Unsere Haut und die unserer Kinder ist belasteter als sonst, durch Sonne, Wind, Salzwasser. Und weil wir gute Mütter sind (und gut zu uns selbst), cremen wir die Kinder ein. Wir tragen ihnen Sonnenschutzprodukte auf, waschen ihnen Sand und Salz von der Haut und aus den Haaren, und danach cremen wir sie wieder ein, damit die Haut das alles gut verträgt. Wenn wir das alles geschafft haben, tun wir dasselbe bei uns und haben hinterher das Gefühl, uns und dem Kind etwas Gutes getan zu haben. Aber wissen wir immer, was in den Cremes alles so drin ist? Ich habe mich damit schon lange befasst und immer die Ökotest-Reviews gelesen, damit ich nicht den größten Müll auf mich und meine Familie auftrage. Und gerade gestern habe ich etwas Neues entdeckt, das die bedenklichen Inhaltsstoffe noch schneller und einfacher offenlegt, als die Ökotest-Hefte und das ich deshalb unbedingt heute mit euch teilen möchte. Eine Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat nämlich jetzt gezeigt, dass leider in vielen …

in love with summersquash ::: sommer-gratin mit zucchini aus der gemüseküche für kinder

Mein heutiger Küchenpost greift mal wieder ein Lieblingsessen meiner Kinder auf. Das Gericht ist so schlicht und so schnell gemacht, dass es fast schon peinlich ist, dazu ein Rezept zu schreiben, aber da es bei den Berlinmittekids so gut ankommt und ich ja weiß, wie schwierig es sein kann, eine vollwertige Mahlzeit mit frischem Gemüse in die Kinder hinein zu praktizieren, teile ich heute hier unseren liebsten Sommer-Gratin: da essen meine sogar alle drei gerne Zucchini – und ich muss sie nicht einmal verstecken! Die Zutaten sind denkbar einfach: -500g Vollkornnudeln, jede kurze Sorte – weil Nudeln ja bekanntlich alle Kinder mögen! – 1-2 knackfrische Zucchini – 1 kleine Zwiebel – 400g Bio-Rinderhack – 1 Glas trockener Weißwein – 200g Schmand oder Créme Fraîche oder cremiger Frischkäse – je 1 Zweig frischer Rosmarin, Oregano und/oder Thymian – nach Belieben frisch geriebener Hartkäse oder Mozzarella zum Gratinieren. Bei uns am beliebtesten: Grana Padano! – gutes Olivenöl – Salz, Pfeffer, eine Prise Oregano Und so wird’s gemacht: 1. Die Nudeln nach Packungsanleitung bissfest garen, währenddessen den Ofen …

social media in den ferien ::: berlinmittemom gibt’s auch bei instagram

Ich blogge zwischen Koffer ein- und auspacken, und ich bin, gemeinsam mit meinen Kindern, in einen sommerlichen Ferientaumel gestürzt, der mich zwar erfreut, mich aber auch von allerhand Dingen abhält. Zum Beispiel davon, meine Blogserien wie gewohnt fortzusetzen. Oder meinen neuen Ideen für Berlinmittemom nachzugehen. Oder meine Facebook-Seite so regelmäßig wie gewohnt zu „füttern“. Was ich allerdings trotz Ferienrhythmus schaffe, ist das Auffüllen meines Instagram-Accounts. Zum Beispiel mit dem, was ich grade so koche. Esse. Trinke. Wo ich rumlungere und mit wem. Und auch, manchmal, mit den schwarzen Ferienfüßen meiner Kinder… Und weil es auf Instagram so schön ist und ich immer so viel Freude an all den schönen Profilen dort habe, möchte ich heute hier fünf meiner aktuell liebsten Insta-Accounts vorstellen. Sharing is caring, heißt es im Social Media-Kontext gerne. In dem Fall stimmt das also haargenau. Hier meine aktuell liebsten 5 Instagrammer, denen ich folge und bei denen ich mich immer über ihre Bilder freue: 1. iannsterdam – das ist Anne aus Amsterdam, die Your little Black Book schreibt, ein Blog über Lifestyle und …

Minikranz mit Geburtstagskerzen in der Dose

forty, finally ::: über lebensfreude, verlust und einen geburtstagswunsch

Mein Geburtstag ist vorbei, ich bin 40 und es ist wundervoll. Der Tag begann mit drei aufgeregten kleinen Menschen, die, bewaffnet mit selbstgemalten Bildern und je einer blauen Hortensie in mein Bett krochen und mir „Happy Birthday“ sangen, ging über in ein spätes Frühstück im Garten und unzählige Glückwünsche, geleitete mich als nächstes in die Arme meines Vaters und seiner lieben Frau, die extra nach Berlin gekommen waren, um mit mir zu feiern, brachte mir dann meine Schwester mit einem Arm voller Blumen und meinem Lieblingskuchen, die mich in meinem Garten überraschte und mündete schließlich in einem kleinen Fest mit all denen meiner Liebsten, die nicht verreist waren oder zu weit weg wohnen, um mit mir anzustoßen. Den letzten Schluck Weißwein trank ich mitten in der Nacht mit meinem Mann auf dem Dach, als alle längst gegangen waren. Es war vier Uhr morgens, ich war angefüllt mit Glück und Liebe bis oben hin und ich war 40. Aber an Geburtstagen soll man sich ja etwas wünschen, selbst wenn man sich wunschlos glücklich fühlt. Und da …

Sonnenuntergang am Ostseestrand

12 von 12 im juli ::: ostsee-abschied und geburtstagsvorabend

Unsere Ostsee-Ferien sind vorbei. Heute war der Tag des letzten Ausritts, des letzten Terassenfrühstücks und schließlich der Heimfahrt nach Berlin. Wir haben uns schwer getrennt, regelrecht mit Gewalt losreißen mussten wir uns, weil unsere Darß-Ferien so schön und entspannt waren, wie lange nicht. In unserer letzten Woche in Prerow saßen wir eines morgens beim Frühstück und konnten uns nicht einigen, welcher Wochentag es sei – oder welches Datum. Wir hatten es geschafft! Wir hatten das Raum-Zeit-Kontinuum aufgelöst! Aber nur bis heute. Und so sind meine 12 von 12 im Juli geprägt von Kofferpack- Autobelad- und Pizza-Bestell-Fotos. Seht es mir nach, heute war nicht viel anderes los. Damit es nicht ganz so eintönig ist, fange ich schon mal bei gestern Abend an. Das ist zwar gegen die Spielregeln, ich hoffe aber, es wird mir nachgesehen: wir hatten nämlich den allerschönsten Sonnenuntergang zum Abschiedsabend am Strand und DAS sind wirklich schöne Bilder…   Nach dem Abendessen fuhren wir noch mal an „unseren“ Strand, um den Sonnenuntergang ganz nah zu erleben.   Natürlich lief da noch mehr als …

stadtkinder in freiheit ::: was die berlinmittekids mir im ostseeurlaub so beibringen

Zwei Drittel unseres Urlaubes sind vorbei, und wie immer, wenn wir hier oben auf dem Darß sind, haben die Kinder nur wenige Stunden gebraucht, um ihre Stadtkinder-Gewohnheiten abzulegen und in ein vollkommen anderes Verhaltensrepertoire hinein zu schlüpfen. Das ist ein Effekt, der mich immer wieder erstaunt. Obwohl wir das in jedem Urlaub irgendwie erleben, ist es hier an der Ostsee besonders ausgeprägt, und ich sehe mit einer Mischung aus Staunen und Begeisterung, wie meine Kinder jeden Schritt, jede Begegnung mit Muschel, Stein, Pferd und Möwe, jede Radtour durch den Wald, jedes Picknick am Bodden und jeden Gang am Strand auskosten.   Sie genießen eine (Bewegungs-)Freiheit, die sie sonst nicht haben, und gerade gestern auf dem Weg zu unserem Strandkorb führten wir ein Gespräch, das mir mal wieder zeigte, was sie hier am meisten genießen. Und das lief ungefähr so: Bub: „Können wir jetzt bitte immer an den Weststrand fahren? Es ist hier so schön wild und gibt so tolle Steine!“ Herzensmädchen: „Ja, die sammeln wir dann und spielen damit. Und ich fand es so schön, …

würden wir snowden verstecken, mama? ::: über den wunsch nach sicherheit und den verlust von freiheit

Ich lese Bücher, mein Mann liest Zeitung. Im Urlaub bedeutet das, er liest Die Zeit, weil er genügend Zeit dafür hat. Und konkret bedeutet das, dass unser neugieriger Preteen sich die aktuelle Nummer der Zeit mit dem Snowden-Titel „Würden Sie diesen Mann verstecken?“ geschnappt und darin quer gelesen hat. Was sich daraus ergab, war ein zum Teil erschütterndes und sehr aufregendes Gespräch mit unserer großen Tochter, das sich zu einem Grundkurs in Menschen- bzw. Grundrechten ausgewachsen hat. Von Osama Bin Laden bis Barack Obama, von Stasi bis NSA, von Terrorismus bis wehrhafte Demokratie waren wir plötzlich mittendrin in den großen und brandaktuellen Grundfragen unserer Gesellschaft. Was ich mich dabei frage ist: wie bringe ich meinen Kindern bei, dass Gesetze, die Regeln unserer Gesellschaft, wichtig und richtig sind und wir sie auch befolgen, dass es aber durchaus welche gibt, die keinen Sinn machen und die es wichtig ist, in Frage zu stellen? Wie erkläre ich meiner wissbegierigen Tochter (und irgendwann auch den anderen beiden), dass das Unrecht der Welt längst nicht immer nur von „Terroristen“ angerichtet …