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zwei erfinder und ein mädchen ::: das urteil des bundesverfassungsgerichtes zum adoptionsrecht für homosexuelle paare

Wir hören beim Frühstück immer Radio. Das heißt: so lange mir nicht der Hut hochgeht wegen dem Geschwätz, dann ist es damit rum. Spätestens aber, wenn alle aus dem Haus gehen. Dann nehme ich mir einen Kaffee und die Plapperbox geht aus, damit ich in Ruhe die Tageszeitung überfliegen kann.

Aber heute früh war ich gut gelaunt und ein bisschen ausgeschlafener als gewöhnlich, da blieb das Radio auch an, als die Kinder längst aus der Tür waren, und so hörte ich die Nachricht über das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Adoptionsrecht für homosexuelle Paare.

Bundesverfassungsgericht stärkt das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare (Bildquelle: HAZ.de)

Bundesverfassungsgericht stärkt das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare (Bildquelle: HAZ.de)

Eigentlich ein Grund zum Freuen: Partner dürfen jetzt auch die adoptierten Kinder ihrer Lebenspartner adoptieren. Bisher gab es diese Möglichkeit nur bei leiblichen Kindern des Partners. Eine Ärztin, die das adoptierte Kind ihrer Partnerin nicht adoptieren durfte, hatte Verfassungsbeschwerde eingelegt und jetzt Recht bekommen. Leider betrifft das Gesetz nicht die gemeinschaftliche Adoption eines gemeinsamen Kindes, da gibt es nach wie vor keine Möglichkeiten für homosexuelle Paare.

Aber hey, Deutschland! Das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Und bei noch offenen Fragen wende sich doch jeder Zweifler gerne an meinen Lieblingsbub. Mit dem hatte ich nämlich neulich das folgende Gespräch:

„Mama, kann ich dich mal heiraten, wenn ich groß bin?“

„Männlein, das geht nicht. Ich bin ja deine Mama, da musst du dir eine andere Frau suchen.“

Bub (überlegt): „Die Lenki aus meiner Gruppe, die hab ich richtig lieb! Vielleicht heirate ich die!“

Ich: „Gute Idee, die ist wirklich lieb. Aber vielleicht wartest du noch ein bisschen mit deiner Entscheidung…?“

Bub: „Hmmm, am liebsten würd ich ja den Liam heiraten, das ist mein bester Freund. Geht das, Mama?“

Ich (erleichtert, dass ich ihm nicht wieder einen Korb geben musste): „Ja, Schatz, DAS geht.“

Bub, jubelnd: „Das ist toll, dann heirate ich den Liam und wir werden beide Erfinder und erfinden einen coolen Roboter und fahren Skateboard den ganzen Tag! Und Lenki…. die darf mit-heiraten, denn der Liam ist auch Lenkis bester Freund. Das geht doch auch, Mama? Dass man zwei heiraten kann, einen Jungen und ein Mädchen?“

Nun, DEN Zahn musste ich ihm ziehen. Aber wer weiß? Vielleicht erfinden die zwei Jungs mal die Dreier-Ehe. Mit Adoptionsrecht für alle, die Kinder aufziehen wollen? Dann komme ich auch so zu den Lieblingsbub-Enkelkindern, auch wenn er mal gleichgeschlechtlich heiraten sollte.

Was meint ihr? Und was sagt ihr euren Kindern zu solchen Themen?

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