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ich esse meine suppe nicht! ::: warum ich meine kinder nicht zum essen zwinge

Essverhalten von Kindern, fünf No Gos, fünf goldene Regeln, Umgang mit Essgewohnheiten

Wenn meine Kinder mit anderen Erwachsenen am Tisch sitzen oder wir im Restaurant essen, kommt es regelmäßig vor, dass ihr Essverhalten kommentiert wird: von „Ach komm, den letzten Haps schaffst du auch noch!“ über: „Wenn du groß und stark werden willst, musst du aber noch ein bisschen mehr essen!“ bis hin zu: „Das ist doch soooo lecker, wieso isst du das denn nicht?“ – dem Einfallsreichtum der sich einmischenden Erwachsenen ist offenbar keine Grenze gesetzt.

Ich muss dazu sagen, dass meine Kinder ganz normal essen – wie Kinder eben essen (und ich rede nicht über Tischmanieren). Manche Dinge mögen sie, manche nicht. Sie bevorzugen kleine Portionen und schrecken je nach Phase davor zurück, Neues zu probieren. Ihre Vorlieben sind genauso undurchschaubar wie ihre Abneigungen. Und sie legen großen Wert auf Selbstbestimmung beim Essen. Wieso auch nicht?

Das Essverhalten von Kindern ist etwas, das nicht nur Eltern quasi von Geburt ihrer Kinder an zu bewegen scheint, denn bei allen Entscheidungen über die Ernährungsweise der Kinder sind wir Eltern plötzlich unerklärlicher Weise von Expert*innen umgeben, die nicht nur eine Meinung haben, sondern sich auch dazu aufgerufen fühlen, sie mitzuteilen. Laut mitzuteilen. Unmissverständlich mitzuteilen!

Dabei gehen Vorurteile mit Irrglauben Hand in Hand und das Pseudowissen über das richtige Essverhalten von Kindern wird schlimmstenfalls dafür eingesetzt, ihnen das Essen wirklich zu verleiden. Jegliches Essen, nicht nur diejenigen Speisen, die sie nicht mögen. Das fängt damit an, dass ein schreiender Säugling von Fremden mit „Es hat bestimmt Hunger!“ kommentiert wird und hört nicht dabei auf, dass bei Kindergartenkindern über Mangelerscheinungen gefaselt und bei Schulkindern die angebliche Verwöhnung am Essenstisch angeprangert wird.

Dabei gibt es wirklich ein paar einfache Regeln für Erwachsene, wenn es um das Essverhalten von Kindern geht. Und damit wir uns alle ab und zu daran erinnern können, habe ich sie mal zusammen gefasst:

5 No-Gos im Umgang mit dem Essverhalten von Kindern

1. Die Invasion der Körperfresser: Du sagst du bist satt? Du irrst dich! Wirklich, Leute, stellt euch das doch mal für euch vor: ihr habt eine riesige Portion gegessen und fühlt euch, als ginge kein Blättchen mehr hinein. Ihr könnt nicht mehr, wenn ihr noch einen Happen esst, dann platzt ihr, das wisst ihr ganz genau Jetzt kommt aber jemand, den ihr liebt, den ihr gut kennt, dem ihr vertraut. Und der sagt euch, dass ihr euch täuscht. Ihr seid noch gar nicht satt, euer Körpergefühl ist falsch. Nein, ganz sicher, den einen Löffel schafft ihr noch, es war doch so lecker bis jetzt, hmmm?

Im Ernst? Genau so ist die Situation für Kinder, die am Tisch sitzen und sagen: „Ich kann nicht mehr!“-  und wir hören ihnen nicht zu. Wir sagen ihnen, dass das nicht sein kann, dass sie das doch noch aufessen sollen, das schaffen sie, ganz bestimmt. Wir reden ihnen ein, dass ihr Körpergefühl falsch ist, indem wir ihrem Signal „Ich kann nicht mehr!“ keinen Glauben schenken. Und wenn wir das ganz konsequent durchziehen, erziehen wir unseren Kindern ein gesundes Gefühl für „satt“ und „hungrig“ ab. Warum?  Beim Essverhalten von Kindern gibt es diesbezüglich keinen Unterschied zu uns Erwachsenen. Wir hören doch auch auf, wenn wir satt sind – jedenfalls sollten wir das. Wir sind nicht im Körper unserer Kinder, nur sie selbst fühlen, ob sie genug haben oder nicht. Wie sollen sie einen guten Umgang mit ihrem Körper lernen, wenn wir, ihre Eltern/Großeltern/Erzieher*innen ihnen dabei ständig suggerieren, wir wüssten es besser als sie selbst? Ist das nicht eigentlich verrückt?

2. Die Moralkeule: Essen wird nicht weggeworfen, in Afrika verhungern die Kinder! Ja nun. Diese Art schlechtes Gewissen hat bei einem mir bekannten kleinen Mädchen im Alter von etwa sechs Jahren dazu geführt, dass sie, wenn sie Reste von ihrem Teller in den Mülleimer kippte, weil sie einfach nicht mehr konnte, jedes Mal gebetet hat. Sie hatte die Hoffnung, dass ihr dann irgendwo von irgendwem vergeben wird, dass jetzt wegen ihr die Kinder in Afrika verhungern – nur, weil sie nicht aufgegessen hatte. Ich meine, BITTE. Es ist schlimm, dass die Kinder in Afrika verhungern, aber das tun sie leider auch, wenn unsere Kinder ihre Teller leer essen. Auf die Frage des kleinen Mädchens, warum denn nicht die Reste zusammengepackt und nach Afrika geschickt würden, wussten die Eltern übrigens auch keine Antwort.

Natürlich müssen wir unseren Kindern Verantwortung beibringen und sie müssen irgendwie irgendwann lernen, sich nur immer so viel zu nehmen, wie sie ungefähr meinen, auch essen zu können. Aber sie mit solchen Vorwürfen zu belasten ist unsinnig und führt zu nichts, außer vielleicht zu schlechtem Gewissen, seltsamen Verhaltensmustern und möglicherweise gestörtem Verhältnis zu Nahrung an sich. Kinder in Afrika werden damit jedenfalls sicherlich nicht gerettet. Auch das müssten wir unseren Kindern ja dann irgendwann erklären: dass ihr Teller-Leeressen den Kindern in Afrika leider rein gar nichts gebracht hat. Dann lieber kontinuierlich darauf achten, dass sie sich kleinere Portionen nehmen, damit nicht so viel übrig bleibt. Und wenn das doch der Fall ist, waren die Kinder wahrscheinlich satt. Siehe oben!

Essverhalten von Kindern, fünf No Gos, fünf goldene Regeln, Umgang mit Essgewohnheiten

3. Die Besserwisser: Doch, das schmeckt, ganz sicher! Kinder haben seltsame Essvorlieben. Meine neigen beispielsweise zu ausgedehnten Phasen von Mono-Ernährung, in denen sie sich von sehr ausgesuchten Nahrungsmitteln ernähren. Ich erinnere mich an eine üble Joghurt-Käsebrot-Apfel-nackteNudeln-Phase beim Lieblingsbub. Ja, das kann uns an unsere Grenzen bringen und strapaziert die Geduld und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir nicht auch der Geduldsfaden gerne reißt, wenn am Tisch jedes Kind was anderes am Essen zu meckern hat. Aber ich habe mir ein dickes Fell zugelegt. Meine Antwort darauf ist höchstens noch: „Schade, dass ihr das nicht mögt – uns schmeckt’s.“ Ich habe mir jedenfalls abgewöhnt, ihnen in den Ohren zu liegen, WIE LECKER das Essen doch sei, denn das hat überhaupt keinen nachhaltigen Effekt auf das Essverhalten von Kindern. Maximal würgen sie sich einen Bissen rein, mir zu Gefallen aber das führt gewiss nicht dazu, dass sie dann willig in meine Lobeshymnen für das ein oder andere Gericht einstimmen. Schon eher interessiert sie irgendwann, warum denn die Erwachsenen so verzückt das Gesicht verziehen und wollen dann mal probieren. Und wenn’s dann nicht schmeckt, dann isses eben so. Mir schmeckt auch nicht alles. So what?

4. Competition is it: Schau, deine Schwester isst das doch auch! Ich habe solche Situationen mit meinen eigenen Kindern nie erlebt, aber im näheren Umfeld habe ich oft mit angesehen, wie wohlmeinende Verwandte bei größeren Anlässen angefangen haben, auf nicht-essende oder nicht-genug-essende oder das-Falsche-essende Kinder Druck auszuüben: „Schau, deine Cousine isst Salat und du isst nur Brötchen, dabei ist Salat so gesund! Schau, wie schön sie isst, da kannst du dir mal ein Beispiel nehmen!“

Stopp! Etwas zu essen, was man gerne mag, ist keine Leistung. Etwas zu essen, was man nicht mag, übrigens auch nicht. Es ergibt einfach überhaupt keinen Sinn, irgend etwas zu tun, nur weil jemand anderes es tut, obwohl es sich um etwas handelt, das einem selbst zuwider isst. Wie können wir unseren Kindern ernsthaft so etwas vorschlagen?

Eigentlich muss man das Ganze nur auf Erwachsene übertragen und schon merkt man, wie verrückt manche Dinge sind, die wir Kindern sagen: „Schau mal, dein Kollege isst auch die fettige Bulette zum Frühstück und du isst nur Müsli. Nimm dir mal ein Beispiel!“ Öhhm, nja.

5. Ein Löffelchen für Mama… Du liebst mich, also iss für mich! Das alte Löffelspielchen, mit dem Babys ihr Brei früher gerne eingeflößt wurde (und wahrscheinlich vielerorts auch noch wird) lässt sich mühelos auf viele Alltagssituationen mit Kindern am Esstisch übertragen. Und es beeinflusst das Essverhalten von Kindern auf eine ungute Weise, denn nicht nur wird tatsächlich in die Kinder „hineingeschaufelt“, während sie durch ein Spiel davon abgelenkt werden, was sie tatsächlich tun. Zusätzlich wird aber außerdem vermittelt, dass das Kind für einen anderen Menschen isst. Ist das nicht absurd? Ich finde ja. Später wird aus „Ein Löffelchen für Mama…“ dann gerne „Aber ich hab mir so viel Mühe gegeben mit dem Essen, du könntest wenigstens probieren!“ oder „Ich habe das nur für dich gemacht, iss es mir zuliebe!“ Ich glaube, das kann man dann getrost in die Kategorie emotionale Erpressung einsortieren. Ein beleidigter Opa, der es persönlich nimmt, wenn die Enkel mal was nicht mögen oder eine Mama, die eine Flunsch zieht, weil ihre Kochkünste nicht gewürdigt werden, transportieren den Kindern so eine Art Botschaft wie: wenn du mich liebst, dann isst du das. Und wenn du es nicht magst, dann tu so als ob, weil sonst unsere Liebe füreinander in Frage gestellt wird. Wollen wir das wirklich?

Essen soll unseren Kindern Spaß machen, nicht als Druckmittel gegen sie verwendet werden. Es sollte etwas Schönes sein, zusammen am Tisch zu sitzen und eine Mahlzeit gemeinsam einzunehmen. Wenn diese Situation für Kinder aber mit Druck und Stress verknüpft ist, dann werden sie das Essen an sich auch nie genießen können. Wenn wir wollen, dass unsere Kinder lernen, Dinge zu probieren, Freude am Essen zu entwickeln, zu lernen, was Essen alles bedeutet außer dem vordergründigen Gefühl, satt zu werden davon, dann dürfen wir sie nicht zum Essen zwingen. Weder zu irrationalen Mengen, noch dazu, Dinge zu essen, die sie nicht mögen. Sie müssen uns auch beim Essen vertrauen können, wie in allen anderen Situationen in ihrem Leben. Und nur so nebenbei: auch für uns Erwachsene isst es sich entspannter in der Familie, wenn wir nicht ständig versuchen, unsere Vorstellungen darüber, wie das richtige Essverhalten von Kindern zu sein hat, um jeden Preis durchzusetzen.

Gestern gab es bei uns eine Bohnensuppe mit Kartoffeln, Kefir und Speck, ein altes Familienrezept, das ich schon als Kind geliebt habe, wie heutzutage meine Kinder. Nur mein Sohn hat seit Neuestem eine Abneigung gegen diese Suppe. Ich weiß nicht warum, aber ich muss es auch nicht verstehen, nur akzeptieren. Ich stelle mich jetzt nicht in die Küche und mache was extra für das Kind, das das aktuelle Essen nicht mag, aber etwas vom Vortag oder ein Brot können sie immer haben. Er bekam also gestern Reste vom Vortag, nämlich zwei Pellkartoffeln mit Kräuterquark. Als alle beim Essen saßen, sagte die Kleinste plötzlich: „Mama, warum darf er Kartoffeln mit Quark haben und muss keine Suppe essen?“ Darauf der Sohn ganz knapp: „Weißte doch. Wir müssen nie was essen, was wir nicht mögen. Nur probieren, ab und zu. So ist das mit der Mama.“

Ja, genau so ist das mit mir. Und ich finde es gut so, weil zumindest zu Hause meine Kinder nie gezwungen werden, gegen ihren Willen bestimmte Gerichte oder bestimmte Mengen von Nahrung zu sich zu nehmen. Ich glaube und hoffe, dass diese Sicherheit ihr Verhältnis zum Essen einigermaßen gesund hält, weil ich versuche, ihnen zu vermitteln, dass nur sie selbst diejenigen sind, die über ihren Körper entscheiden und in dem Fall darüber, was sie ihm zuführen.

Und wie ist das mit euch? Kennt ihr auch die lieben Verwandten oder andere wohlmeinende Erwachsene, die beim Essverhalten der Kinder reinreden? Wie geht ihr damit um?

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48 Kommentare

  1. Hm, ich kenne vor allem Kinder getrennter Eltern, die die Aufmerksamkeit der Erwachsenen bekommen möchten, ihre Probleme in den Magen stecken und/oder die typisch-bescheuerten Magerideale durch ihr Hungern erfüllen möchten. Daher finde ich, sorry, Deinen Artikel ein bisschen einseitig, denn in manchen Momenten ist es m.E. nicht nur gut sondern vor allem angeraten, über das ständige Hungern nicht einfach hinwegzusehen sondern anzusprechen und zu sagen: Das finde ich nicht gut, was du da machst. Und ich denke nicht, dass das Einzelfälle sind, dafür kenne ich leider zu viele.
    Wenns übrigens nach unseren Kindern ginge, würden die den ganzen Tag nur Süßigkeiten essen und _eventuell_ mal einen Apfel zwischendurch. Nee, auch das ist nicht ok und dann müssen sie nunmal vorher etwas anderes essen, bevor sie an den Apfel oder das 10. Glas Kuhmilch dürfen (was ich ihnen am Liebsten auch verbieten würde, aber mei…). 😉
    Viele Grüße
    /inka

    • Liebe Inka, mein Artikel bezieht sich natürlich vor allem auf kleinere Kinder, die eher noch in dem Modus sind, dass sie mit Essen möglicherweise grundsätzlich fremdeln oder leicht zu irritieren/abzulenken sind. Bei Teenagern, die anfangen, ihrem Körper zu schaden, kommen natürlich ganz andere Dinge zu tragen, da gebe ich dir völlig recht. Die würden sich aber wohl auch kaum durch die von mir „angeprangerten“ Verhaltensweisen irgendwie beeindrucken lassen, oder?
      Für das von dir angesprochene andere Extrem der hungernden Teenies bräuchte es einen ganz eigenen Artikel und wahrscheinlich würde sogar einer nicht reichen…

      Was die Aufmerksamkeit der Erwachsenen angeht: wenn Essverhalten von Kindern durch Erwachsene thematisiert/problematisiert wird, merken sie natürlich auch schnell, dass sie darüber Aufmerksamkeit generieren können. In meiner persönlichen Erfahrung ist es so, dass je entspannter ich bin und je weniger ich mich aufrege, desto weniger blasen auch meine Kinder diese Essensthemen zu etwas Größerem auf. Bei getrennten Eltern ist es gleich schwieriger, weil da möglicherweise zwei völlig verschiedene Esskulturen und verschiedene Gewohnheiten aufeinander treffen, die die Kinder sortieren müssen. Gibt irgendwie auch Stress, wahrscheinlich…
      Ein Thema mit vielen Aspekten! Dank dir für deinen Kommentar und liebe Grüße, Anna

      • Ganz wichtiger Aspekt, das mit den verschiedenen Gewohnheiten der Eltern!
        Das mit dem weniger Aufregen werde ich versuchen. Es ist nur so wahnsinnig schwierig, ruhig zu bleiben, wenn es wirklich an die Gesundheit der Kinder geht. Diese sind, bis auf das Teeniemodell, leider noch Kinder.
        Ach ich hör lieber auf, ich fange wirklich gleich an zu heulen bei diesem blöden Thema. :/
        Viele Grüße
        /inka

  2. so vor augen gehalten ist es echt krass. ich bin zwar weit entfernt von jemanden zu zwingen, aber bei uns ist folgendes „problem“. die kids wohnen nicht bei uns und erfahren tagtäglich eine ernährung, in die ich mich nicht einmischen kann. die große ist ein allesesser (macht mich froh!). die kleine ist ein gar-nichts-esser. komisches-unberechenbares-nicht nachvollziebares essverhalten legt sie an den tag. bzw. alles was convenient aus der tüte ist und einen nährwert wie ein bierdeckel hat findet sie großartig (macht mich nicht froh!). mittlerweile koche ich den convenient scheiß nach und stoße grad so auf begeisterung. es geht immer mal wieder besser mal schlechter. das problem bei der sache ist nicht das kind, sondern ich. ich fühle mich persönlich angegriffen, weil dem kind mein essen nicht schmeckt. ist das irre oder bescheuert? bestimmt. aber ich kann da auch oft nicht aus meiner haut. ich möchte das sie ordentlich isst. die menge ist mir wurscht. und ich möchte auch das sie mal was probiert und einsieht, das tortellini nicht immer kacke schmecken, nur weil die es im kindergarten nicht gut machen. ich reiße auch keine tüte auf weils nicht anders geht. locker durch die hose atmen muss ich noch üben. aber ich bin froh, das ich jetzt weiß, das das eben so ist.

    • Liebe Lou, es ist natürlich schwierig, bei Kindern ein anderes Essverhalten etablieren zu wollen, als sie es dort gewohnt sind, wo sie die meiste Zeit verbringen. Und ob gewollt oder nicht, für die Kinder entsteht vielleicht durchaus sowas wie ein Loyalitätskonflikt: wenn’s bei Mama so ist und bei Papa anders, muss ich dann Partei ergreifen? Muss ich mich rechtfertigen für das, was ich mag oder nicht mag? Muss ich irgend eine Erwartung erfüllen oder versuche ich gerade genau das nicht? Ich glaube da spielen viele Sachen mit rein, ich erinnere mich gut aus meiner Kindheit als (spätes) Scheidungs“kind“. Außerdem habe ich auch eine Stieftochter, die heutzutage schon erwachsen ist, aber mit der es auch die Wochenendbesuche gab: ich habe mir immer besonders viel Mühe gegeben und war natürlich entzückt, wenn das Kind den Eindruck erweckte, dass sie mochte, was ich gekocht hatte, dass sie Spaß hatte bei den Dingen, die ich mir für sie überlegt hatte usw. Ich wollte ja, dass das Kind glücklich ist und gerne wieder kommt. Ich glaube im Nachhinein, dass ich da ungewollt viel mehr reingelegt habe, als gut war. Zum Glück hat „mein“ Kind das gut verkraftet und es gab auch sehr wenig Dissens mit der Mama, das war ziemlich entspannt. Loyalitätskonflikte gab es dennoch und die hören auch beim Essen nicht auf, so albern es vielleicht klingt.
      Locker durch die Hose atmen ist auf jeden Fall eine gute Haltung und immer einen Versuch wert. Und letztlich kommt es nicht in erster Linie aufs Essen an, wirklich nicht. Das, was die Kinder mitkriegen ist, dass sie dir wichtig sind und du es für sie schön und lecker machen möchtest. Das ist doch gut. Und das merken sie auf jeden Fall. Wenn du es dann noch schaffst, für dich selbst den Druck rauszunehmen, wird es für alle lockerer, ganz bestimmt. Du machst das schon!

    • P.S.: Vielleicht kochst du mal mit den Girls, falls du das nicht schon längst getan hast? Lässt sie aussuchen, was sie gerne essen möchten und machst ein Event draus? Dann ist es vielleicht interessanter für sie, das zu essen, wenn sie sehen, wie es gemacht wird und sie mitbestimmten/gestalten können? Möglicherweise einen Versuch wert, oder?

  3. Anna .. toll geschrieben..(und das denke ich so oft wenn ich bei Dir vorbeischaue…-tolle Einstellung …hach..) auch hier bei uns muss keiner aufessen..(aber bitte keinen Teller vollmachen und dann alles durchpampen und nichts davon essen..da werde ich auch sauer…-kommt aber seit Jahren auch nicht mehr vor…hihi) ich finde es übrigens wirklich sehr sehr wichtig, dass man die Kinder ernst nimmt wenn sie sagen sie sind satt..dann sollte man ihnen glauben..denn ihrem Körpergefühl sollten sie immer trauen können…und mir ist ein ehrliches ich mag das wirklich nicht lieber, als ein Happen im Mund und dann eine Lüge hinterher… hier werden sie oft eingebunden beim Essen zubereiten und mir ist die Wertschätzung dem Essen gegenüber wirklich wichtig..aber ich werde nie niemals meine Kinder zwingen irgendwas zu essen was sie nicht wollen…und wenn ich stunden in der Küche dafür gestanden habe..auch gegen jede Sprüche meiner Familie werden sie verteidigt..gerne und oft höre ich dann: dieses Kind isst ja gaaaarrr nichts…und Monate später höre ich dann von meiner Mutter aber auch dann Sprüche (bezogen auf#s gleiche Kind..) boah als was die/der isst..meinst du nicht du solltest sie bremsen…nein … es ist doch normal dass es zeigen mit mehr Hunger und weniger gibt…einfach auf seinen Körper vertrauen dann pass es schon…ich schick Dir ganz liebe Grüße gen Norden…beso emma

    • Liebe Emma, das hört sich sehr ähnlich an wie bei uns, zumindest was deine Herangehensweise betrifft. Einmischende Omas/Opas haben wir zum Glück nicht, aber auch bei unseren sehr toleranten Exemplaren kommen manchmal Rückfälle in alte Zeiten vor. Aber ich kann mich wirklich glücklich schätzen, dass so wenig reingeredet wird innerhalb der Familie. Dafür fühlen sich ja mitunter wildfremde Menschen berufen… Nun denn. Ich finde übrigens, es gibt einen himmelweiten Unterschied zwischen berechtigter Besorgnis („Das Kind sieht zu dünn aus“ etc.), wenn sie angebracht ist. Sorgen machen dürfen sich die Großeltern natürlich, einmischen bzw. eingreifen oder gar angreifen dürfen sie nicht. Ein schmaler Grat! Un grande abrazo para ti!

  4. Antonia sagt

    Als ich noch keine eigenen Kinder hatte, sah ich bei einer Freundin ihre kleine Tochter vor einem Teller nackter Nudeln sitzen und dachte, Gott, wie lieblos…Nun habe ich drei, die immer mal wieder durch puristische Phasen gehen und bin von solchen Gedanken kuriert. Kein Kind verhungert bei uns, auch wenn’s nur im Essen stochert, da bin ich vollkommen entspannt. Der Vater hier im Haus allerdings, dem Essen sehr wichtig ist, springt immer wieder mal hysterisch vom Tisch auf und bietet zig Essensvarianten an, was mich dann eher nervt. Das hängt aber auch mit der unterschiedlichen Sozialisation in unseren Herkunftsfamilien zusammen. Und da beginnen meine eigentlichen Schwierigkeiten, denn unsere Familie ist ja keine kleine abgesonderte Blase, in der nur die eigenen Regeln gelten, sondern wir interagieren mit anderen und – insbesondere, da ich berufstätig bin – andere haben großen Einfluss auf die Kinder. Unser Sohn war schon als ganz kleiner Junge häufig bei seiner Oma, und die hatte die Angewohnheit, ihn mit Essen zu ködern und zu beruhigen. Bis heute ist es so, dass sie, wenn sie bei uns zur Tür reinkommt – Hut und Mantel noch nicht abgelegt – schon ihre Tüte zückt, in der sie Süßigkeiten und Besonderes für ihre Herzensenkel mitbringt. Und umgekehrt, kommen wir bei ihr zur Tür herein, so heißt es schon, während wir noch Mäntel aus- und Puschen anziehen, „Seht mal, was ich hier Leckeres für Euch habe, guckt doch mal…“. Und wenn ein Kind dann aber wagt zu sagen, dass es den Geburtstagskuchen, der in dieser Familie seit Generationen so gebacken wird, doch nicht so mag – tja, dann ist die Enttäuschung natürlich übergroß. Da weiß ich ehrlich schon seit Jahren nicht, wie ich damit umgehen soll. Im Moment ignorier ich’s einfach und denke, die Kinder begreifen ja sehr gut, wie andere ticken und können damit umgehen. Was das Naschen anbelangt, so bin ich gegen Vorratshaltung, das führt einfach zu ständigem Süßigkeiten-Essen. Wir naschen alle, wenn wir Lust drauf haben, Große und Kleine, und geben dem Drang möglichst sofort und kurz nach, damit gar nicht erst lange Gelüste entstehen, denn je länger man’s aufschiebt, desto größer nachher der Süßigkeitenberg, den man in sich hineinschaufelt. Jedenfalls meiner Erfahrung nach.

  5. Herzmutter sagt

    Ein sehr toller Artikel, danke dafür! Ich war auch so ein Kind, das immer gezwungen wurde zu essen und ich kenne alle diese Sprüche. Ich habe mir geschworen, das mit meiner Tochter anders zu machen – und oh Wunder, sie ist mit 16 Monaten noch Stillkind und isst wirklich nur sehr sehr wählerisch, wenn überhaupt. Gut, soll sie. Ich werde zwar langsam nervös aber ihr geht es gut, sie entwickelt sich bestens und so lange das so ist bin ich zufrieden.

    Gerade bei Babys kann man so viel falsch machen, ich sehe das auch bei Bekannten: das eine Kind kriegt alles reingestopft und es wehrt sich nicht oder kaum, man hat den Eindruck einer Stopfgans, und das andere Kind hat noch Hunger und bekommt aber nix mehr, es hatte ja schon 190Gramm und das sollte ja wohl reichen… AAAHHH! Ich frage mich auch wie man da ein normales Verhältnis zum eigenen Körper und zum Essen bekommen soll. Hoffe dein Artikel trägt zur Aufklärung bei!

    Liebe Grüße, Janina

  6. Pingback: Geschichten vom Esstisch » Bis einer heult! | Das Mama Miez Blog

  7. 100% Zustimmung! Essstörungen werden antrainiert, wenn die Kinder dazu bewegt werden, die (wichtigen!) Botschaften ihres Körpers zu ignorieren.
    Was übrigens nocht fehlt: Dieser Zwang, zu festen Zeiten zu Essen. Der auch an den wirklichen Bedürfnissen des Körpers vorbei geht und auch zu Essstörungen führen _kann_.

  8. Kleinstadtprimel - Claudia sagt

    Danke für Deinen Artikel! Mein (jetzt 5-jähriger) hat mal 1 Erbse probieren MÜSSEN, danach hat er sich mit Bauchschmerzen in’s Bett gelegt und erbrochen. Das war sicherlich nicht wegen der Erbse, aber es hat mir gezeigt, das mein Verhalten nicht richtig war. Yiep, er ißt nicht alles und diese Phasen (Nuedeln ohne alles) kann ich echt unterschreiben, aber für mich ist das mittlerweile okay. Dann Brot oder Vortag, wie bei Dir.

  9. Liebe Anna, ich stimme dir absolut zu. Habe drei inzwischen erwachsene Kinder und es im großen und ganzen genau so gehalten wie du. Es wird viel zu viel Wirbel um das Essen gemacht. Wenn abwechslungsreich gekocht wird und man zusammen wenigsten einmal am Tags isst, findet jedes Kind etwas das es isst. Bei mir gab es immer Salat und Gemüse. Weil immer das eine oder das andere nicht mochte. Ich halte auch nichts davon „erst etwas vernünftiges“ zu essen damit man auch noch eine Belohnung bekommt. Fürs essen muss man nicht belohnt werden. Wenn immer eine Schüssel mit Obst da steht verhungert auch keiner. Ich handhabe das inzwischen auch bei meinen Enkeln so. Mann kann essen, muss aber nicht. Und wenn etwas nicht schmeckt, was solls. Ich esse auch nicht alles.

  10. Kristin Sohn sagt

    Du hast mich mit den Negativbeispielen sehr treffend beschrieben!
    Ich war geschockt, das jemand fremdes mit mein Verhalten unwissentlich so vor Augen führt. Ich bin erschrocken über mein Verhalten und enttäuscht von mir, das ich mich, entgegen meiner Vorsätze, von Außen so massiv beeinflussen hab lassen.

    heute ist zufällig Einkaufstag, daher habe ich beschlossen, dass mein Sohn (5) jetzt mit enscheiden darf. Er ist nämlich so ein extrem noergler und ich bin total falsch drauf eingegangen.

    ich möchte dir unbekannter meinen herzlichen Dank aussprechen.
    Ich hoffe, mein Verhalten schnellstmöglich ändern zu können. Danke vielmals!

    • Wow, Kristin, das haut mich wirklich um, dass du dich so angesprochen fühlst und dir das so zu Herzen nimmst. Ich finde es bewundernswert, dass du das hier so offen zugibst und auch noch gleich den Plan fasst, etwas für dich und deinen Sohn zu ändern. Toll, das freut mich wirklich! Und ich glaube fest daran, dass es damit leichter wird für euch beide. Liebe Grüße!

  11. Mariella Weinfurtner sagt

    Hallo,
    wer kennt das Problem nicht?
    Auch im Kindergarten herrscht das Problem.
    Wobei es in der Familie ( oma Opa usw) häufiger vor kommt. Ich habe das Problem mit meiner Schwiegermutter und habe es vorgender masen gelöste: Sie kommen häufig Sonntags zum Essen
    Erst Kochte ich was, was sie nicht mag anschließend machte ich den Teller schön voll. Anschließend brachte ich all ihre Sprüche. Problem gelöst. Ich kannte das Problem vorher nicht, da das bei mir zu Hause nie ein Thema war. Werder von meinen Eltern noch von meiner Oma. Klein Kinder wissen wann sie satt sind und was sie mögen. Nur weil sie heute kein Reis mögen heisst das nicht das sie es einige Zeit später nicht mögen. Kinder lernen sich kennen und da kann es mal vorkommen das sie 2 Stunden später wieder was essen wollen. Manchmal Essen sie weniger und manchmal mehr. Geht uns Erwachsenen doch auch so .Ich habe mir da nie ein kopf um das Essverhalten (das normal ist) gemacht. Da ich weis das sie das schon schaukeln.
    Wir Erwachsenen wollen nicht gezwungen werden und würden uns in so einem Fall wehren. Meine Kinder darf keiner zwingen und da sie noch zu klein sind wehre ich mich für sie.
    Klasse Artikel. Vielen dank

  12. Jasmin sagt

    Du sprichst mir aus der Seele!! Danke dafür ❤️ Leider gibt es das wirklich sehr oft und mir tun die Kinder die aufessen müssen und Dinge essen müssen die sie nicht mögen immer sooo leid 🙁 ich hoffe der ein oder andere kommt durch deinen Beitrag zum
    Umdenken! Ich kann übrigens das buch „mein Kind will nicht essen“ von Carlos Gonzales nur empfehlen – es gibt einem das Vertrauen das Kinder sich holen was sie brauchen wenn man davor Angst hat und erklärt auch wieso manche Kinder/Menschen gegenüber gewissen Lebensmitteln eine Abneigung verspüren…!

  13. Warum dürfen sich Großeltern eigentlich nicht einmischen, Anna? (Bezieht sich auf einen Kommentar von dir weiter oben.) Die Meinungen können sicher variieren und manche Großeltern sind sicher nicht einfach, aber einen Maulkorb haben sie sicher nicht verdient. Ist es nicht auch wichtig, dass Kinder lernen, dass es verschiedene Einstellungen zum Essen geben kann aufgrund verschiedener Biografien? Der früher häufiger übliche Zwang zum Essen kommt ja nicht von irgendwoher. Bei uns wird auch niemand gezwungen. Aber bei Oma und Opa bestimmen Oma und Opa die Regeln und dürfen natürlich was sagen.

    • Claudia sagt

      Ich denke genau das ist der Punkt. BEI Oma und Opa gelten andere Regeln, wenn Oma aber mit an MEINEM Tisch sitzt dann gelten eben auch MEINE Regeln und wenn Oma oder Opa oder sonstwer nach dem ersten udn zweiten freundlichen Hinweis nicht kapiert, das es vielleicht für ein Kind nicht so besonders toll ist zwischen zwei Leuten die es liebt zu sitzen, die sich über etwas streiten was es macht oder nicht macht, dann verbiete ich eben auch den Mund oder lade nicht mehr zum Essen ein.
      Und grundsätzlich ist zwingen eben blödsinnig und schädlich bei dem Thema, genauso wie mit Liebe erpressen oder Belohnen.
      Ich als Mutter bzw. mein Mann und ich als Eltern sind diejenigen, die die Verantwortung für das Kind tragen und deshalb sollten wir meiner Meinung nach eben auch „die Bestimmer“ sein dürfen.

  14. Manuela sagt

    Bitte tut euren Kindern sowas nicht an und zwingt sie nicht irgend etwas zu essen, dass sie nicht möchten.
    Ich bin so ein Kind gewesen und mir wurde immer und immer wieder Gemüse und Salat aufgezwungen. Ich musste es essen ob ich wollte oder nicht, sonst gab es Strafen.
    Warum ich euch das erzähle??

    Weil ich seither unter einer „Essstörung“ leide. Mein Körper (vielleicht auch meine Seele) weigert sich noch heute gegen die Aufnahme von Gemüse und Salat. Und obwohl ich es heute manchmal echt gerne essen würde, kann ich es nicht. Mein Körper rebelliert dagegen. Nehme ich z.B. ein Salatblatt in den Mund, so folgt direkt Brechreiz, ebenso geht es mir mit Gemüse.
    Das ich mich so natürlich nicht vernünftig ernähren kann, ist logisch und das weiß ich auch.
    Versteht mich nicht falsch der Wille ist da, aber mein Körper streikt und mein Weg war lang das Abzustellen ( ich hab es auf vielen Wegen versucht und bin leider gescheitert.)
    Folgen des ganzen sind Gesundheitliche Probleme und Übergewicht, wer will das schon für seine Kinder??
    Ich zwinge meine Kinder bzgl. des Essens zu nicht´s, achte aber auf eine gesunde Ernährung.

  15. Sabine sagt

    Sehr gut geschrieben. Bei meinen Großen war ich auch strenger, hab aber auch verschiedene Geschmäcker berücksichtigt, soweit es bei 6 Kindern ging, und gelegentlich diverse „Extrawürste“ aufgetischt. Mein Kleiner isst kein gegartes Gemüse. Also gibt es für ihn Rohkost als Beilage.
    Als wir Anfang des Jahres meine Eltern in Spanien besuchten, verweigerte Junior an einem Morgen das Frühstück. Der Opa redete auf ihn ein und der Kleine aß… wenig…. um dann eine Stunde später Opas Auto vollzukübeln. hehe 🙂 Seitdem wissen auch die Alten, dass mein Kind sehr wohl allein weiß, wann Schicht im Schacht ist.

  16. Claudia sagt

    Ich mach es eigentlich so wie du denke ich. Es gibt ein paar wenige klare Regeln bei uns was das Essen angeht.
    1. Mahlzeiten werden am Tisch und gemeinsam eingenommen.
    2. Extrawürste gibts nicht aber Brot oder Reste dürfen sie gerne essen bzw. achte ich schon drauf, das zumindest EINE Zutat dabei ist, die freiwillig gegessen wird.
    3. Zwischen den Mahlzeiten wird nicht genascht oder gesnackt.

    Dann gibt es noch so Regeln, die ich jetzt nicht so als Regeln bezeichnen würde, eher als unser persönliches Vorgehen.
    Die Kinder haben Mitschpracherecht was es zu essen gibt.
    Jeder tut sich selber auf was er mag und wieviel er mag/schafft. (Da meine Jungs erst 3 und 4 sind geben wir da etwas Unterstützung bzw. greifen ein, wenn sich der Teller vollgeschaufelt wird aber grundsätzlich tut sich jeder selber auf) Dazu stellen wir auch alles einzeln auf den Tisch und jeder stellt sich seinen Teller dann selbst zusammen. So gibts bei Hühnereintopf z.B. Reis/Nudeln, Erbsen, Möhren, Fleisch und Brühe auch getrennt unddann isst der Mäkelsohn eben nur Nudeln mit Brühe und der Probiersohn je nach Tageslaune alles, nur Brühe, nur Nudeln…

    Aufgegessen werden muss hier nicht und es wird nur einmal gesagt das man sich über das Probieren freuen würde aber es wird nicht insistiert wenn das abgelehnt wird. Es gibt auch keine Belohnung fürs Probieren außer ein „freut mich das du so mutig warst“ für den Mäkelsohn, weil ich ihm einfach ansehe, wieviel Überwindung ihn das kostet.
    Beim Kochen darf gerne zugeschaut oder geholfen werden, genauso wie beim einkaufen der Zutaten und beim Entscheiden des Speiseplans.
    Gekocht wird frisch, convenient food gibts hier nicht und das Restaurant zur goldenen Schwalbe und Co sind Ausnahmen und werden auch so verstanden.

    Meine Mutter ist leider so eine, die mit Liebe erpressen will „oooooooch probier doch mal. Die Oma würde sich so freuen. Komm für mich.“ usw. Ich HASSE das!!
    Sie hört damit auch leider nicht auf. Weder in dem Moment (sie redet und redet und redet auf das arme Kind ein und begrabbelt es dabei auch noch) noch überhaupt. Da ich ihr bereits mehrfach gesagt habe das das nicht geht und das meine Kinder essen dürfen wieviel sie wollen und auch nicht probieren müssen und sie aber dennoch immer wieder mit ihrer „tus doch für die liebe Oma“-Masche ankommt, wird sie hier sang- und klanglos vorm Essen verabschiedet.
    Sie ist auch gerne mal so weitsichtig direkt vorm Tischdecken zu erwähnen das das was es heute gibt ja nicht schmeckt oder das Gemüse ja keinesfalls so gut schmeckt wie die tolle schoki die sie mitgebracht hat … nee so jemanden dulde ich an meinem Tisch nicht.

    Falls anderswo jemand das Essverhalten meiner Kinder kommentieren muss dann bekommt er da die freundliche aber bestimmte Ansage das das bei uns eben so ist und meinem Kind sage ich das dann auch gleich nochmal. Also entweder ein „nein du musst nicht probieren“ oder „iss einfach das was du magst“
    Meine Jungs sind sehr unterschiedliche Esser. Einer mäklig und skeptisch wie ich, einer probierwütig wie der Papa. beide sind gesund, essen so lange bis sie satt sind und sind weder unter – noch übergewichtig. Daher verbitte ich mir da eben auch jedwede ungefragte Einmischung von außen.

  17. Nicole sagt

    Toller Artikel und auch (leider) meine „Fehler“ ziemlich treffend beschrieben. Meine Tochter 2 ist seit sie geboren wurde einfach so gut wie nichts. Jede gemeinsame Mahlzeit ist Stress. Außer es gibt Nudeln oder Milchreis

  18. Oh ja, kennen wir das nicht alle? Der Klassiker bei uns ist die SchwieMu: Wenn Du schön aufisst bekommst Du noch einen Keks (oder wahlweise Schoggi, Kaugummi, Bonbon) – das ist fürchterlich! Wie kann ich ihr das abgewöhnen!?

  19. Schöner Artikel. Ich habe es als Kind schon immer gehasst, wenn sich mein Opa darüber aufgregt hat, wenn ich nicht aufgegessen habe. Bei meinem Sohn sehe ich das auch locker. Lg, Dajana

  20. Pingback: Familienessen | 2kinder/küche/bad/balkon

  21. Sylvia Moller sagt

    Ich hatte es mal eingige Zeit lang mit gut zureden versucht, aber das klappte nicht gut. Sie freute sich eher über die Aufmerksamkeit dadurch als das es irgendwie gefruchtet hätte.
    Irgendwann war es mir egal dann und das was verschmäht wurde, wurde von mir zeitig weggefuttert. Gibt aber noch genug Nachschub in der Küche dabei und ich habe sie vorher gefragt ob ich darf.
    Dabei erzähle ich ihr immer wie es schmeckt und sich anfühlt im Mund.
    Und siehe da seit dem geht es viel besser. Sie probiert nun alles am Anfang einmal mit einer Mini-Mini-Probe und vieles schmeckt nun doch.
    Kleine Regeln haben wir auch wie zBsp „bespieltes Essen muss auch gefuttert werden“. Sie darf mit aussuchen und mit kochen. Hat auch Back-Handschuhe und eine Schürze usw. Und ein echtes Kinder-Kochbuch, da schaut sie gerne und oft rein.
    Bei der Oma läuft es nicht so gut, aber die würde mich mit ihrer „t’ollen Kartoffell“ auch nicht hinterm Ofen vorlocken können 😉 Sie hat aber nun doch nachgefragt was den bitte ein Butter-Vulkan ist hihi.
    Oft hilft einfach mehr Humor und Spaß beim Essen. Zumindest bei mir läuft es seither viel besser 🙂
    Ich selber habe als Kind fast gar nichts gegessen, aber es gab auch fast immer Streit oder Stress dabei. Denke gemeinsames Essen mit 3Kindern und 2Erwachsenen ist auch nur gut wenn alle wirklich nur essen möchten. Also bei uns hätte man das damals lieber splitten sollen.

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  23. Tjahaa, das Essen mit Kleinkindern. Wir (mit zwei Kindern, fast 6 und 4 1/2 Jahre alt, außerdem ist häufig die KiTa-Freundin, ebenfalls 6, bei uns, deren Mutter das u.g. genauso handhabt) haben ähnliche Regeln, wie sie oben schon beschrieben wurden:

    Mindestens 1 bis 1 1/2 h vor dem Essen wird nichts mehr genascht (nach der KiTa auf dem gemütlichen Heimweg gibt es manchmal eine Kleinigkeit, wenn noch Reste von Feiertagen daheim sind, wird gefragt, die Kinder „verwalten“ ihre Naschtüten selbst), die Mahlzeiten und die Portionen werden mit den Kindern abgestimmt.

    Beim Einkaufen sind sie auch oft dabei.

    Wir achten darauf, dass die Portionen klein sind, haben auch extra kleine und hübsche Geschirre angeschafft, das Essen soll Spaß machen und riesige Teller verwirren und schüchtern ein. Auch mich übrigens. Nachnehmen kann man sich schließlich immer noch.

    Wir weisen die Kinder darauf hin, dass Verschwendung schade ist und vermieden werden sollte, ist aber doch mal jemand unerwartet früh satt, fragen wir zwar deutlich nach „Bist du wirklich satt“, akzeptieren aber die Antwort. Wichtig ist uns nur, dass die Kinder solange am Tisch sitzenbleiben, bis die anderen Kinder fertig sind, wer nichts mehr isst, darf die Tischgemeinschaft unterhalten und etwas erzählen.

    Bei den Brotmahlzeiten Frühstück und Abendbrot haben wir eine Art Büffet, kleine Schnittchen (Brotscheiben mindestens gedrittelt, Brötchen oft quer aufgeschnitten) mit verschiedenen Belägen, abends mindestens zwei Käse- und Wurstsorten, dazu immer ein rotes, ein grünes und ein gelbes Obst oder Gemüse, also bspw. Gurkenscheiben, Tomate und gelbe Paprika, je nach Saison. Da ist dann für jeden etwas dabei und man ist nie von einer Riesenscheibe überfordert.

    Wenn ich etwas hasse, dann die früher von einer Tante lieblos hingeklatschten Brote, geizig mit Butter bestrichen, immer trocken und pappig, darauf dann eine einsame Scheibe Wurst und bitterer Schwarztee. Urgh. Oder mittags Erwachsenenportionen. Für eine 7jährige. Alles klar. Geht gar nicht.

    Wichtig ist, dass sie genug trinken, da haben wir die Regel, dass jeder sein Becherchen (ca. 200ml) austrinkt, ungesüßte Früchtetees meist. Die Kinder trinken immer ungefähr einen Liter täglich, das ist wichtig, wirklich wichtig, es wird ihnen auch immer angeboten, dafür haben sie Trinkflaschen mit Sportverschluss, die wir ihnen auch hinterher tragen und den Vorteil bieten, dass sie nicht so viel verkippen und beim Spielen immer mit im Zimmer stehen. Meist ist da Wasser drin, welches die Kinder pur trinken. (Und worüber ich wirklich froh bin. Kinder, die freiwillig und sogar gern Wasser trinken, hey!)

    Verhungern wird keiner, da bin ich mir sicher, Flüssigkeitsmangel ist viel schlimmer, als einmal eine Mahlzeit auszulassen.

    Und übrigens: Die Kinder auswählen lassen ist natürlich nicht gleichbedeutend mit ungesunder Ernährung. Da es bei uns am Wochenende (wochentags sind sie in der KiTa, dort gibt es frisches Bioessen, auch bei Frühstück und Vesper, freitags Cornflakes) morgens eher Obst und auch süße Brotaufstriche gibt, ist der große Appetit auf Süßes gestillt.

    Und wir machen natürlich Vorgaben, aus denen ausgewählt wird. Heute werden wir Hähnchen in Sahnesoße essen, mit Nudeln, und der Kleine ist gerade in seiner „Nudeln pur“-Phase, alles auch nur irgendwie Ausgefallene neben Nudeln-Kartoffeln-Reis mittags geht gar nicht für ihn … dann ist es eben so. Dafür isst er abends sehr viel Gemüse, er schafft locker 1/2 Paprika, 1/2 Gurke plus 1 Brötchen, wie soll er da mangelernährt sein?

    Butterbrot und Gemüse statt des gekochten Mittagessens steht immer zur Wahl, da schimpft auch niemand, den Großeltern haben wir das Schimpfen ausgetrieben, die KiTa zwingt niemanden zum Essen, stellt aber die Bedingung, dass Neues mindestens gekostet wird. Auch dort steht sonst immer Brot als Alternative zur Verfügung.

    Ich hoffe, dass unsere Kinder nie meine Erfahrung und die meiner Schwester teilen werden müssen, dass aufgegessen wird bis zum Erbrechen. Und das Erbrochene wird auch wieder gegessen. Alles passiert, damals bei Tanten und im Kindergarten. Und Schimpfen. Und Vorwürfe. Und später bei mir Essstörungen. Erst Bulimie, dann Phobien, und erst seit wenigen Jahren das Gefühl, ganz okay zu sein, Appetit zu haben oder eben nicht. Dann eben nur eine Kleinigkeit essen morgens, für den Kreislauf (ich mochte Frühstück noch nie. Mir ist da einfach nie nach Essen).

    Ich will gesunde und glückliche Kinder haben, keine Stopfgänse oder Naschgeier. Dazu gehören einige wenige Regeln, ab und zu Naschen, definitiv kein Zwang und eine ruhige, nette Atmosphäre beim Essen. Der Rest kommt dann schon.

  24. Ein sehr erhellender Beitrag, der mich auch als Kinderlose (aber eben selbst Ex-Kind) berührt. Ich erinnere mich an meinen Vater, der neben mir am Tisch saß und mit Argusaugen kontrollierte, dass ich alles aufaß. Auch, wenn ich keine Essstörung entwickelt habe, war das keine schöne Erfahrung. Dass sich sowas dann wiederholt, habe ich an meiner Schwester gesehen, die einmal ihre Tochter in meiner Gegenwart sehr rigide dazu zwingen wollte, ihr Brötchen aufzuessen. Sie fasste sie hart am Arm und sagte: „Ich glaube, du willst mich ärgern. Du isst das jetzt auf!“, bis das Mädchen in Tränen ausbrach und rief: „Mama, du tust mir weh!“ Das Brötchen blieb natürlich so oder so liegen.

    So bot sich mir eher der Eindruck eines Machtspiels als der elterlicher Fürsorge. Dass bei Kindern die Augen größer sind als der Magen, das kennt man und muss sich meines Erachtens auch nicht drüber wundern. Wenn dann viel liegen bleibt, ist das eher der Fehler der Eltern als der Kinder.

    Umso mehr erleichtert es zu lesen, dass sich viele Eltern um ein unverkrampftes Verhältnis zum Essverhalten ihrer Kinder bemühen.

  25. Kirsty sagt

    Hallo, ich verstehe das Problem und bin kein Befürworter, Kinder zum Essen zu zwingen. Allerdings war ich mit meinem Sohn mehrfach bei Fachärzten ab etwa 10 Monaten und auch heute (mit 4) ist er immer noch an der untersten Grenze vom Gewicht her und hat auch mal körperliche Reaktionen. Daher ist es einfach so, dass ich sein Essverhalten sehr genau beobachte. Und wenn er dann eine Woche lang (ja, das kommt öfters vor, etwa alle vier Wochen) nur vormittags ein Achtel Apfel und abends drei Gabeln nackte Nudeln isst (auch sonst nie viel), dann führt die Sorge auch mal zu einer bittenden bettelnden Reaktion… Daher habe ich es mir abgewöhnt, über andere Eltern zu urteilen. Weiß ich doch nicht, was dort so täglich passiert…. Viele Grüße

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  28. Mensch, was für ein guter Artikel und so viele interessante Beiträge dazu. Was ich bei uns festgestellt habe, war, dass die Probleme beim gemeinsamen Essen oft von ganz anderen Fragen herrühren: Zum Einen fließen da die Glaubenssätze unserer Eltern (und auch Großeltern) mit ein, die ja Kriegskinder bzw. Kriegsenkel sind und oft wirklich Hunger und Mangel erfahren haben. Wenn man sich das bewusst macht, kann man mache Ansätze besser nachvollziehen – ohne sie damit befolgen zu müssen! Aber davon muss man sich als heute erwachsenes Kind und Mutter ja auch erst einmal lösen.
    Bei uns war es zum Beispiel vor Jahren bei jedem Essen ein Problem, als ich mit meinem neuen Partner und meiner damals 6-jährigen Tochter zusammengezogen war. Er hatte die Glaubenssätze seiner Elterin intus (Es wird aufgegessen, es muss alles gegesssen werden etc.) und ich hatte mich mittlerweile daran gewöhnt, dass meine Tochter Nudeln ohne Soße wollte, keine Tomaten oder die Soße auf keinen Fall die Nudeln berühren durfte, sonst gab es Tränen. Für ihn war das Verwöhnprogramm und er wollte, dass ich seine Sicht bei meiner Tochter durchsetze, was mir Stress machte.
    Aber im Grunde kam beim Essen nur raus, was wir als „neue“ Familie klären mussten: wer erzieht das Kind? wie ist unsere Sichtweise als Mutter, als Stiefvater? Was bedeutet Wertschätzung für mich? Wie drücke ich die aus? Wo ist mein Platz?
    Als wir anfingen, viel darüber zu reden (Jesper Juuls Bücher haben uns auch sehr geholfen) und zu klären, was uns WIRKLICH wichtig ist, lief es viel besser und wir hatten keine großen Probleme mehr und heute auch nicht mit unserem Sohn.
    Unsere Regeln sind allerdings: Man kann sagen, wenn man etwas nicht mag, aber die Arbeit des „Kochs“ erfährt Wertschätzung (irgendwie). Es gibt „Ekelgerichte“, die man komplett ablehnen darf wie Spargel, Chicoree oder dicke Bohnen. Ansonsten wird zumindest einmal versucht. Wenn Sohn sehr wenig ist, sage ich, was ich denke: „Willst du echt nicht essen? Hast du keinen Hunger? Boah, ich finde das ganz schön wenig, aber ich denke, du weißt, was du gerade möchtest.“ Es gibt dann allerdings keine Süßigkeiten.
    Bei den Süßigkeiten bin ich mir nicht so sicher: Sohn isst manchmal ganz schön viele, aber ich möchte irgendwie, dass er selbst ein Gefühl dafür entwickelt. Ich versuche dann, mit ihm über Menge zu sprechen und dass ich das zu viel finde und ob wir die für heute in eine Schüssel tun können.
    Insgesamt bin ich aber ziemlich zufrieden mit den Essen in meiner Familie, die sind immer eine schöne Zeit zusammen!

  29. Du sprichst mir aus der Seele u. zum Glueck gibts hier niemanden der uns hier reinredet.
    Wir haben 3 total unterschiedliche Esser, die Grosse war frueher sehr maeckelig , hat sich im Laufe der Zeit gegeben. Die Mittlere ist heute noch ein total schwieriger Esser, mag viele Sachen nicht , ja ein Kind das keine Nudeln mag hab ich hier, ein seltenes Exemplar 🙂 , aber das haben wir akzeptiert sie isst das was sie mag, mal koch ich etwas extra, mal gibts eben das Geuese nur roh fuer sie, sie mag kein gekochtes, ist ja kein Proble knabbert sie die Moehre halt so, seit sie sich selbst was zu essen machen kann, macht sie sich eben selbst was, die KLeinste wiederu ist der unkopliziertes Esser, kostet alles, liebt Sushi u. futtert staendig. Mein Mann usste frueher i Aufessen bzw. hat ier auch noch Nachschlag gekriegt obwohl er Nein sagte, er usste echt erst lernen wann sein Saettigungsgefuehl einsetzt frueher dachte er satt ist er erst wenn ihm schlecht ist, ein wunder das er kein Gewichtsproble hatte als Kind oder Jugendlicher , schon deshalb wird hier kein Kind zum Essen gezwungen.

    LG Ina

  30. Pingback: ellenbogen vom tisch? ::: tischmanieren bei kindern vs. familienrituale

  31. Pingback: Von Mutter zu Mutter - Darf ich Freunden etwas zu der Erziehung ihrer Kinder sagen? | Münstermama

  32. Etwas spät, aber eben erst entdeckt den Artikel, und was soll ich sagen? Danke. Für den Artikel und die Kommentare drunter. Ich bin nicht allein!
    Von den Punkten 1-5 habe ich sowieso noch nie was gehalten, aus den genannten Gründen, aber ehrlich? Mein Sohn hat mich nah an den „Du bleibstsitzenbisdasaufgegessenist!“ Rand gebracht. Er isst im Prinzip seit der Nach-Brei-Phase nur noch Brot. Eine Zeitlang gingen noch Nudeln, gekocht und mit Paniermehl angemacht, aber jetzt schon ewig: Brot. Salami. Gouda. Mal ein Bratwürstchen beim Grillen, ab und zu etwas Fleischwurst. Bei Einladungen Pommes oder Pizza. Pfannkuchen, Wrap, Brot in allen Varianten, manchmal Marmelade, aber eben: nur Brot. Niemals Gemüse. An Obst nur Bananen und früher Äpfel, inzwischen ist er gegen die auch noch allergisch. Hmpf. Im Sommer Himbeeren, Erdbeeren. Ende.
    Brav hat das Kind probiert, wenn es probieren sollte, um danach alles und noch mehr wieder rauszuwürgen. Puh. Herzlichen Dank an dieser Stelle an unseren Kinderarzt, der sagte: Na und? Ihr Sohn ist weder zu dick, noch zu dünn,er hat keine Mangelerscheinungen, worüber machen sie sich Sorgen? Es gibt Schlimmeres!
    Er ist jetzt übrigens acht und geht in die zweite Klasse und in seiner Brotbox ist seit dem ersten Tag des Kindergartens IMMER das Gleiche: Vollkornbrot mit Salami und Gouda, ein Stückchen Käse, eine Fleischwurstscheibe oder eine Salamistange und drei Sesamstangen oder Brezelchen oder so. Vor lauter Langeweile schnitze ich schon Sterne aus dem Käse.
    Daher also: für uns leider kein vegetarisches Experiment- das würde ja den Speiseplan um fünfzig Prozent reduzieren…:-))
    Ganz herzliche Grüße nach Berlin Mitte und Danke für den schönen Blog!
    Doro

  33. Liebe Anna,
    ich bin auf dein Blog und diesen Artikel gestoßen und wollte nur kurz loswerden, dass ich ihn großartig finde! Genauso ist es.

    Ich kann zwar mit meinem gerade 3-Jährigen noch nicht bei allen Themen mitreden, finde mich aber doch ganz gut in deinen Erfahrungswerten wieder.

    Ich muss sagen, ich habe ein wirklich von Anfang an völlig unproblematisches Kind beim Essen. Es aß immer alles, gern und reichlich. Wobei Schokolade auch gerne für Obst links liegen gelassen wird. Schwierige Phasen mit totaler Verweigerung, nur ein oder zwei zulässige Nahrungsmittel und was man da so alles von anderen hört… ich blieb bisher verschont davon. *aufholzklopf*

    Immer wieder wurde ich gefragt, wie ich DAS geschafft habe, da bei uns die Tischsituationen so harmonisch ablaufen. Kein Geschrei, kein Verweigern und nur den Nachtisch wollen…

    Ja: Essen soll etwas Schönes sein, ein gemeinsames Erlebnis und kein Wettbewerb um die Liebe oder Aufmerksamkeit der Eltern und fishing for compliments münden.

    Und nein: Mein Kind würde nicht nur den ganzen Tag Süßkram essen, selbst wenn er wählen und sich selbst bedienen kann, greift er oft zu Gesundem – auch das wird oft von anderen Eltern bestaunt…
    LG Anja

  34. Pingback: #Tischsitten! | TollaboxTollabox

  35. Malia sagt

    liebe anna 

    ich liebe deinen Blog und komme immer wieder:-)Ich habe eine Frage:

    unsere Tochter ist 4,sehr schmal,hat immer alles probiert und gegessen. Nun die Mäkelphase…nun gut…nur-beim Mittag dann eine Nudel mit langem Gesicht,dann Hunger auf Nachtisch-bei uns oft süß. Nun habe ich mich zweimal beobachtet bei-"wenn du so wenig Hunger hast gibt es auch nur kleinen Nachtisch",darauf aß das Kind die Speise,worüber ich mich nur kurz freute-will das so nicht…sie soll genug essen,aber nur wenn sie mag..wie machst du das mit dem Süsskram,Nachtisch etc.? Bin da leider Mega unentspannt….Liebst.Malia

    • Hi liebe Malia,

      danke dir für deinen Kommentar und auch für dein liebes Kompliment für meinen Blog. 🙂 Das freut mich sehr! Und nun zu deiner Frage: bei uns gibt es eigentlich so gut wie nie Nachtisch bzw. nur zu besonderen Anlässen oder „Festessen“, insofern kann ich zu dem Teil der Frage wenig antworten.

      Im Alltag mache ich das so: ich nehme Rücksicht auf die Abneigungen und Vorlieben der Kinder (der Sohn will vegetarisch, das kleine Kind hat Konsistenzthemen und mag nichts, was zu sehr pappt wie beispielsweise Risotto usw.) und niemand muss etwas essen, das er partout nicht mag. Wenn es das besagte Risotto gibt, das die Großen lieben und die Kleine verabscheut, bekommt sie ein Spiegelei oder so. Wenn es aber etwas gibt, das die Kinder eigentlich mögen und es hat nur gerade eins der Kinder keine Lust darauf, dann hat es Pech gehabt. Da gibt es dann nichts extra. Das ist einfach mit 5 Personen am Tisch nicht praktikabel. Was die Mengen angeht: man wundert sich, mit wie wenig die Kinder tatsächlich auskommen. Das ist manchmal schwer auszuhalten, aber solange z.B. der Kinderarzt sagt, dass alles ok ist, war ich immer entspannt. Die Mäkelphasen kommen leider immer wieder, ich sehe das bei meinen eigenen Kindern. Da hilft nur Großzügigkeit, wenig Aufmerksamkeit auf das Gemäkel, vielleicht mal nachhaken, was das Kind denn gerne essen würde. Süßigkeitenkonsum würde ich vom Essen am Tisch entkoppeln, also nicht dieses „wenn… dannn“ praktizieren, das dir ja auch spontan widerstrebt. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

      Vielleicht wäre es ja eine Maßnahme, in der akuten Mäkelphase Nachtisch erst mal weg zu lassen? Wenn es keinen gibt, kommt das Thema gar nicht erst auf? Bei uns ist das ein Thema beim Zwischendurch-essen: die Kids kommen aus der Schule und haben Hunger, am liebsten wollen sie süße Müsliriegel, Fruchtjoghurt, Cornflakes, Marmeladentoast… Das will ich aber nicht, also kaufe ich das zur Zeit gar nicht erst. Stattdessen dürfen sie immer Obst und Rohkost, so viel sie möchten. Da müssen sie auch nicht fragen. Für schwierigere Essphasen ist das immer meine Lieblingslösung: wenn etwas Gesundes da ist, auf das ein Kind ausweichen kann, das (aus welchen Gründen auch immer) gerade das Essen auf dem Tisch nicht mag, ist alles ok. Zum Abendbrot steht bei uns auch immer ein Teller aufgeschnittene Gurke, Möhre, Minitomätchen und Apfel da. Ist hinterher immer alles weggefuttert.

      Ich weiß nicht, ob dir das jetzt hilft. Aber ich würde an deiner Stelle einfach versuchen, die Umstände so unkompliziert wie möglich zu machen für euch. Je weniger „Stolperfallen“ es gibt (Süßigkeitenregeln, Ausnahmen, Diskussionen etc.), desto weniger Spannung hat die jeweilige Situation. Und meine persönliche Erfahrung zeigt: das Kind, das immer vorurteilsfrei alles probiert hat, findet auch nach einer Mäkelphase zu dieser oder einer ähnlichen Haltung zurück. Man muss das irgendwie aushalten und Vertrauen haben.

      Ganz liebe Grüße, Anna

  36. Pingback: dick oder dünn? ::: body positivity & das gesunde körpergefühl bei kindern

  37. Schöner artikel. Unsere kinder haben immer mal wieder phasen, wo sie am liebsten brötchen oder brot ohne was essen, auch ohne butter. Also futtern sie dann das schnöde trockene zeug und sind glücklich und zufrieden damit (das bezieht sich auf die mahlzeiten wo es brot/brötchen gibt, sie ernähren sich nicht nur so dröge ). Aber auch uns wurde schon zugetragen "wie können sie den kindern denn trockenes brot/brötchen geben, da muss doch was drauf, das schmeckt doch nicht", etc. So what, die beiden essen gern mal das trockene zeug, also lassen wir sie. Es ist noch kein kind am gedeckten tisch verhungert (und nun fünf euro für das phrasenschwein ).

  38. Pingback: Gute Körper, schlechte Körper - das Körpergefühl der Kinder

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