protokoll einer elternsprecherin ::: 10 eltern-typen aus dem echten leben
das wilde leben
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protokoll einer elternsprecherin ::: 10 eltern-typen aus dem echten leben

Schule, Elternsprecherin, Elterntypen, Elternabend, Satire

Es ist Saison! Das neue Schuljahr ist noch jung und das bedeutet: es ist Elternabend-Zeit. Ich habe jetzt drei davon absolviert, einen in der Vorschule, einen in der Grundschule und einen in der weiterführenden Schule. Und da habe ich sie wieder getroffen, fast alle: die Elterntypen, die ich in meinen Jahren als Elternsprecherin schon so oft in Action erlebt habe.

Ja, ich war Elternsprecherin. Jahrelang. Denn damals als mein Herzensmädchen in die Schule kam, habe ich mich gefreut. Gefreut, dass sie diesen wichtigen Schritt nun geht und auch gefreut, als ich sah, mit wem sie alles in einer Klasse war. Ich erinnere mich an den Satz, den ich zum Berlinmittedad sagte: „Was für nette Familien und nette  andere Eltern, da werden Elternarbeit und Klassenfeste bestimmt gut laufen!“ Wir waren ähnlich enthusiastisch und vorfreudig wie unsere Tochter und ich ließ mich frohen Mutes zur Elternsprecherin wählen. Auch im Jahr danach. Und im Jahr danach…

Das ist jetzt sechs Jahre her. Ich habe in den letzten sechs Jahren viele Abende auf viel zu kleinen Stühlen und in diversen Klassenzimmern und Gruppenräumen meiner Kinder verbracht. Sechs Jahre war ich Elternsprecherin, teilweise bei mehreren meiner Kinder gleichzeitig, und das ergibt genug Stoff für einen Roman aus der Elternabendhölle, glaubt es mir. Stattdessen stelle ich euch heute mal die gängisten Elterntypen vor, die mir in meiner jahrelangen Elternarbeit in Schule und Kita immer wieder begegnet sind – zuletzt auf den aktuellen Elternabenden in diesem noch taufrischen Schuljahr.

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Bitte nehmt Platz auf den Miniaturstühlen eurer Kinder, macht euch bereit für das (satirische) Protokoll einer Elternsprecherin und lernt sie kennen, die 10 Eltern-Typen aus dem echten Leben.

1. Die Oberstudienrätin

„Ich bin Oberstudienrat, glauben Sie mir: ICH weiß, wovon ich spreche!“ Was natürlich bedeutet, dass alle anderen es selbstredend nicht wissen. Sind ja auch alles keine Oberstudienräte. Die Oberstudienrätin stellt sich selbst gern zur Wahl als Elternsprecherin, versteht ihre Aufgabe aber nicht in erster Linie als Kommunikationsinstrument zwischen Eltern und Schule/Lehrer*innen, sondern steht vor allem dann parat, wenn es was besser zu wissen gibt. Besser als die anderen Eltern und besser als die Lehrer sowieso. Bei diesem Elterntypus ist der Besserwisser- Reflex nämlich extrem ausgeprägt. Sie reagieren wie ein Pavlov’scher Köter auf das Bimmeln der Glocke auf jeden Versprecher oder jede Ungenauigkeit mit Geifer -egal, worum es geht. Selbst wenn es um nicht-akademische Themen geht, sind die Oberstudienräte auf Zack und kennen sich aus. Denn wenn sie nicht alles, aber auch alles, schon selbst erfahren haben, haben sie natürlich Studien gelesen. „Studien haben belegt, dass…“ – und dann kommt’s: dass Kinder von Oberstudienräten besser, schlauer und sozialfähiger sind als andere. Dass Essen nach 12 Uhr mittags dicker macht, als das um 11:30 verabreichte. Dass man den Eindruck habe, hier würden lang erprobte Lehrmethoden einfach nicht genügend beachtet zugunsten von neumodischen Sachen, die man ja so noch gar nicht in ihrer Effektivität getestet habe…

2. Der Verschwörungstheoretiker

Das ist das Stichwort für den Verschwörungstheoretiker! Denn ihr müsst wissen, hinter all dem steckt ein Plan. Nicht irgend ein Plan, nein, ein böser Plan. Wahlweise ist es der Plan der amerikanischen Imperialisten, das deutsche Bildungssystem zu unterwandern und auszuhebeln, um es mit brainwash-Lehrmethoden aus den USA zu ersetzen. Heimlich natürlich, ohne dass wir es so richtig merken (außer dem Oberstudienrat natürlich, DER merkt alles!). Oder es ist der Plan der bösen, kommunistischen Gleichmacher, die die Individualität des Einzelnen nicht anerkennen und nur darauf aus sind, eine gleichgeschaltete Masse Schüler*innen zu produzieren, die leichter zu manipulieren sind. Vielleicht sind es aber auch unsere Politiker (egal, welcher Couleur), die mit einem unterwanderten Bildungssystem versuchen, die nächste Generation gefügig zu machen, damit sie niemals auf die Straße geht und für die sichere Rente demonstriert (für die sichere Rente! Kopf –> Tisch), sondern brav alles schluckt, was „die da oben“ entscheiden. So ist das nämlich.

3. Die Glucke

Der Glucke, wahlweise männlich oder weiblich, ist das ziemlich egal, Hauptsache, ihr Kind schläft genug. Diesen Elterntypus findet man häufiger in der Kita als in der Schule, aber auch dort ist er noch vertreten. Die Glucke möchte zum Beispiel in der ersten Klasse eine „Eingewöhnungsphase“, in der sie in einzelnen Unterrichtsstunden hospitiert, damit sie sich versichern kann, dass es ihrem Kind gut geht. Außerdem geht sie mit auf alle Klassenausflüge und weint öffentlich, wenn das Kind zur Schulübernachtung oder gar zur ersten Klassenfahrt geht. In der Kita ist die Glucke diejenige, die gerne wahlweise das Thema zu langer oder zu kurzer Mittagsschlaf aufbringt und erwartet, dass sich 18 andere Kinder plus zwei Erzieher*innen nach dem individuellen Schlafbedarf ihres Kindes richten. Das Kind der Glucke hat auch als Einziges ein Foto der Eltern außen auf dem Rucksack: laminiert und festgeklebt, damit es kein Heimweh bekommt. Dasselbe Kind ist es übrigens, das sein Glucken-Elternteil auf Kindergeburtstage mitbringt, wo die Glucke dann sitzen bleibt, Kaffee trinkt, den Kuchen für die Kinder aufisst und behauptet, das Kind könne nicht ohne sie/ihn woanders bleiben, es sei doch okay, dass jetzt da geblieben werde? Aus Sicht einer Elternsprecherin ist die Glucke extrem betreuungsintensiv, da sie niemals begreift, wieso es, um Himmels Willen, nicht 24/7 um ihr Kind geht – und um alle anderen nicht?!

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4. Der kleine Heimtherapeut

Nicht ganz so weit verbreitet wie die bisher aufgeführten Elterntypen, ist der kleine Heimtherapeut dafür umso unterhaltsamer. Er ist klug und sensibel, trägt oft eine halbe Brille und ist super im geduldigen Zuhören. Auf Elternabenden erweist sich das als trügerisch, denn was in der ersten Phase eines Elternabends (Lehrer stellen sich vor, der Lehrplan wird erläutert, die täglichen Routinen und Abläufe werden kurz angerissen) unkompliziert wirkt, weil der kleine Heimtherapeut selten unterbricht, wird  in der zweiten Phase fast absurd. Der kleine Heimtherapeut wittert nämlich bei allem ein Problem. Gibt es keins, fällt ihm bestimmt eins ein: alle freuen sich, dass die Kinder bei den wohlvertrauten Sportlehrern Schwimmunterricht haben werden, nur der kleine Heimtherapeut sorgt sich um Wassergewöhnung und Aquaphobie und gibt zu bedenken, welche Traumata die Kinder erleiden könnten. Das lässt sich beliebig auf alle Themen und Bereiche ausdehnen. Denn haste kein Problem, macht der kleine Heimtherapeut dir flugs eins. Kannste dich drauf verlassen, Frau Elternsprecherin!

5. Der Alt-68er

Der Alt-68er versteht sich gut mit dem kleinen Heimtherapeut, weil er ihn erst mal so richtig zusenden kann – der hört nämlich geduldig zu. Auch mit dem Verschwörungstheoretiker hat dieser Elterntypus Überschneidungen, aber das hat seine Grenzen. Denn der Alt-68er stellt zwar ebenfalls so gut wie alles in Frage, was von Schul- und Lehrerseite gesagt wird, aber er will keineswegs irgend etwas unternehmen. Nein, er ist vor allem: dagegen. Autoritäten hinterfragt er reflexartig, freilich ohne Konsequenz, denn Verantwortung übernimmt der Alt-68er mitnichten. Er ist also der Saboteur eines jeden Elternabends, gibt dem Verschwörungstheoretiker Stichwörter für dessen paranoide Fantasien und ergeht sich ansonsten in Agitations-Sprech, der vor allem die anderen Eltern aufwühlt. Wer den Alt-68er nämlich nicht als das erkennt, was er tatsächlich ist, nämlich ein salbadernder, ewig Gestriger, der alten Straßendemozeiten nachweint und sich nicht eingestehen kann, selbst durch und durch bürgerlich geworden zu sein, der sitzt schnell mal dem Irrtum auf, mit dessen Hilfe ließe sich vielleicht einiges auf links drehen.

6. Der Mitte-Kerl

Der Mitte-Kerl ist natürlich eine Berlintypische Erscheinung, ich bin aber sicher, es gibt ihn auch in anderen Städten. Er ist harmlos, nervt aber, vor allem mit seiner zur Schau gestellten Jugendlichkeit. Der Mitte-Kerl hat nämlich noch nicht verwunden, dass er tatsächlich V A T E R ist und möchte ständig demonstrieren, dass dass rein gar nichts an seiner Coolness und Hippness ändert. Er trägt sündhaft teure, zerlöcherte Designerjeans und Beanies zum Mitte-typischen Vollbart. Außerdem ist es ihm nicht zu blöd, mit einem Longboard unterm Arm bei Elternabenden aufzutauchen, lässig auf dem Stuhl zu flegeln und ständig flockige Sprüche zu machen, die höchstens einem pubertierenden Teenager gut zu Gesicht stünden. Der Mitte-Kerl liebt sein Kind, will aber lieber der beste Kumpel als der treusorgende Vater sein. Er ist der Richtige, wenn man Tipps braucht, welche Bars in Mitte gerade am angesagtesten sind und wo ein neuer cooler Laden mit Trend-Food aufgemacht hat, aber wenn es um Eltern-Schul-Kram geht, ist er nicht zu gebrauchen. Mit dem Mitte-Kerl kann man gut auf Schulpartys rumstehen und über „alte Spießer“ lästern, aber verlassen kann man sich nicht auf ihn. Wenn’s nämlich ans Waffeln verkaufen, Protokoll schreiben oder Klassenliste schreiben geht, isser ganz schnell weg. Auf seinem Longboard abgerauscht.

7. Der Sportfreak

Der Sportfreak kommt in Trainingsklamotten zum Elternabend. Oder zumindest in der Joggingbuxe. Er trägt grundsätzlich Pulsuhr und Trillerpfeife um den Hals und sein Themenkanon ist sehr beschränkt: es geht um Hallenzeit für die Kleinen in der Schule, um die Vielfalt des sportlichen Angebots und immer die Frage, ob die Kinder auch genug Bewegung an der frischen Luft haben. Der Sportfreak ist immer gut für aktionistische Wandertage und Klassenausflüge zu Kletterparks und Badeseen. Wenn es aber an akademische Inhalte geht, schaltet er ab. Wichtig ist dem Sportfreak vor allem, dass seine Kinder am liebsten jeden Nachmittag eine andere Sportart betreiben, ob sie nun wollen, oder nicht. Die Glucke kriegt Puls, weil die Rede von Eislaufen ist und vor ihrem inneren Auge Filme von abgefahrenen Fingern vorbeiziehen, die unter die Kufen gekommen sind, da kommt der Sportfreak erst so richtig in Fahrt. Und wo die Glucke Angst hat, dass sich das Kind nach dem Schwimmunterricht mit nassen Haaren auf dem Weg zurück zur Schule erkälten könnte, kriegt der Sportfreak das Begeisterungsfunkeln in die Augen. Gelobt sei, was hart macht! Sollen die Kinder ruhig dreimal die Woche schwimmen gehen! Nackt! (Den kleinen Heimtherapeut packt das Grausen….) Im See! Er hackt persönlich ein Loch ins Eis! Die Elternsprecherin atmet unauffällig vor sich hin…

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8. Die Blackberry-Mama

Die Blackberry-Mama heißt nicht etwa so, weil sie eine Vorliebe für selbst gemachte Beerentörtchen hätte, nein, sie hat ihre Bezeichnung vom gleichnamigen Smart-Gerätchen, das sie stets in der Hand hält. Sie trägt Designer-Anzug, nimmt sich selbst so wichtig, dass sie kaum durch die Tür passt und hat immer ein Auge auf dem Display. Natürlich ist sie ein besorgtes Elternteil und möchte immer nur das beste für ihr Kind – deshalb ist sie ja auch am Elternabend immer da. Aber eigentlich ist sie es nicht, denn sie spricht zwischendurch Memos in ihr Blackberry, liest Emails und behält sogar manchmal den Knopf ihres Kopfhörers im Ohr. Weil die Blackberry-Mama aber natürlich multitaskingfähig ist und die Belange ihres Kindes ihr außerdem wichtig sind, beteiligt sie sich dennoch an den Gesprächen beim Elternabend. Für sie geht es dabei vor allem um eins: sie möchte, dass ihre Erziehungsvorstellungen, Ernährungsvorlieben, spirituelle Ansichten und natürlich akademische Überzeugungen hier lückenlos in ihr Kind implementiert werden. Ihr Kind muss  z.B. drei Stunden schlafen, das ist eben so. Wenn alle anderen fünfzehn Kinder dann schon nach anderthalb Stunden wach und gelangweilt in der Gegend rum liegen – nicht ihr Problem. Ihr Kind trinkt nur Apfelsaft aus Trinktütchen – dass es eine No-Juice-Policy in der Kita gibt, auf die sich schon vor Jahren geeinigt wurde, interessiert sie nicht. Sie ist eben sehr besorgt um ihr Kind und will alles richtig machen – halt, nein: sie will, dass alle anderen in ihrem Namen alles richtig machen. Das bedeutet  zum Beispiel, dass sie die hypoallergene bio Sonnenmilch LSF 150 zwar angeschleppt, aber nicht selbst appliziert. Die Blackberry-Mama erwartet aber nicht nur, dass diese und nur diese Creme stündlich auf ihr Kind aufgetragen wird, sie überprüft das auch durch tägliches Abfragen und, wenn es sein muss, Kontrollanrufe. Das Kind der Blackberry-Mama ist nämlich ein Projekt – und zwar eins, das unter keinen Umständen scheitern darf.

9. Der Autoritätsfetischist

Der Autoritätsfetischist stammt gesinnungstechnisch aus einer anderen erzieherischen Ära. Eigentlich sollte er Seltenheitswert haben, aber ich kann als Elternsprecherin berichten, dass er fast in jeder Elternkohorte auftaucht und mit seinen Äußerungen immer wieder für mindestens Erstaunen,  gerne aber auch für handfeste Kontroversen sorgt. Äußerungen wie „Das hat uns früher auch nicht geschadet!“ oder „Die Kinder heutzutage sind alle viel zu weich!“ bringen ihm kurzzeitig Sympathien vom Sportfreak ein (während der kleine Heimtherapeut vor Empörung das Zittern anfängt und die Glucke sich theatralisch ans Herz greift). Der Autoritätsfetischist ist eigentlich ein Unterstützer der Lehrer*innen und Erzieher*innen, weil er grundsätzlich die Schule für eine Einrichtung hält, der man Respekt zollt – nur ist das eine Art von Unterstützung, auf die die meisten professionellen Pädagog*innen gerne verzichten. Ein bisschen tut mir der Autoritätsfetischist leid, wenn er zum Beispiel bei der zufälligen Begegnung mit dem Schulleiter reflexhaft einen angedeuteten Diener macht beim Händeschütteln. Aber wenn er dann in der Runde sitzt und bei einem Gespräch über Mobbing-Prävention sagt: „Ach, früher war das doch alles noch viel schlimmer und wir haben das auch überlebt, oder nicht?!“, dann wird mir’s ein ganz kleines bisschen übel. Aber an der Stelle übernimmt gern der Alt-68er, flankiert von der Glucke und dem kleinen Heimtherapeut. Und die Elternsprecherin verdreht heimlich kurz die Augen und überlässt sich der nun folgenden Diskussion über Kindererziehung, pädagogische Fehlgriffe und die eigenen Altlasten. Seufz.

10. Der Nostalgiker

Der Nostalgiker könnte einer der harmlosen Erscheinungsformen bei den Elterntypen sein, in Wirklichkeit ist er aber der, der die Elternsprecherin regelmäßig zum Wahnsinn treibt. Denn der Nostalgiker beschwört nicht nur ständig, dass früher alles besser war, sondern ist tatsächlich der Überzeugung, dass es viel richtiger wäre, alles so zu machen, wie vor dreißig oder vierzig Jahren. Der Idee, dass Kinder später bessere Berufschancen hätten, wenn sie mit lateinischer Ausgangsschrift beginnen und nicht mit Druckbuchtaben, hängt er beispielsweise mit dem Bombenargumtent an: „das wird seit über dreißig Jahren so gemacht, das ist doch erwiesen, dass das besser ist!“. Ahso. Ja, klar. Weil immer alles natürlich dann besonders gut und effektiv ist, weil wir es schon immer so machen. Wehret den Innovationen! Wenn dann ein*e Lehrer*in schlagfertig gegen hält, das Argument sachlich entkräftet und auch noch Beweise anführt, warum es genau nicht so ist, kontert der Nostalgiker: „Aber die Handschrift! Die Handschrift geht doch verloren, wenn wir zulassen, dass die Kinder heutzutage nur noch in diesem Internet unterwegs sind und nur noch so Tatsch-Skriens bedienen undsowasalles!“ (Die Blackberry-Mama zuckt zusammen und versteckt reflexhaft ihr Smart-Gerät in ihrer Aktentasche.) Ja, mei. Es war halt schon immer eine gute Idee, an alten Zöpfen festzuhalten, statt sich eine neue Entwicklung zu Nutzen zu machen, gell. Und dieses Internet, das geht bestimmt wieder weg, wenn wir nur lange genug lateinische Ausgangsschrift üben, nä.

Nach einem Elternabend dieser Güte, schleppt sich die Elternsprecherin in die nächste Kneipe, bestellt sich ein großes Bier und legt den Kopf auf den Tresen. Wenn der Zapfkerl dahinter dann mitfühlend fragt: „Elternabend?“, nickt sie stumm und fühlt sich verstanden. „Alle bekloppt“, murmelt sie noch, bevor sie in gnädige Sprachlosigkeit verfällt und sich mit Alkohol tröstet.

Kennt ihr solche Elterntypen auch? Habt ihr noch mehr auf Lager? Wen habe ich vergessen? Ich wünsche euch einen guten Wochenstart und hoffe, ihr habt die Elternabende für dieses Halbjahr schon heil hinter euch gebracht!

signatur

 

49 Kommentare

  1. Interessant ist, das man dem jeweiligen Elterntypus hervorragend auch den Kindertypus zuordnen kann. Wenn ich Eltern kennenlerne kann ich Ihnen, in der Regel, das Kind zuordnen und umgekehrt. Immer ein nettes Spiel wenn man eine neue Klasse bekommt;-)

  2. Ich bin seit 14Jahren dabei und weiss genau wovon Du sprichst
    *lach
    einfach danke, ich freue mich auf meine 5Abende in den nächsten Wochen und hoffe, das ich den Artikel bis dahin vergessen habe, ich glaube, sonst krieg ich mich nicht ein…
    Du triffst es wirklich auf den Punkt
    *knutscha
    Scharly

  3. Wenn ich das alles so lese, dann kriege ich Angst 🙂 Noch ist sie noch nichtmal im KiGa, aber ab nächstem Jahr ist es dann soweit.. Ohjee.. ich bin ja so der Typ „Innerer Vulkan“.. ich hör mir das „meist“ immer ohne ein Wort meinerseits an und explodiere dann zuhause.. Sage ich dann doch was, schimpft der Mann (er hat immer Angst, das er dann eine auf die Mütze bekommt).

    Ich wäre gerne ein Mitglied der Mütter Mafia (Constanze und Co) 🙂 So fühle ich mich manchmal, wenn ich so im Bekanntenkreis oder bei zufälligen Treffen mit anderen Eltern so manches höre..

    Wenn ich es mir recht überlege, sollte ich zum Seelenheil aller immer meinen Mann zu den Elternabenden schicken. 🙂

  4. Bei uns auch noch sehr beliebt: Der Verhuschte, der die Elternsprecherin mag ….. das sind dann die Eltern, die vor der großen Gruppe und vor der Lehrerin nichts sagen möchte, sich dann aber beim Rausgehen nach dem Elternabend an die Fersen der Elternsprecherin heftet und noch „ganz KURZ“ was besprechen möchte … beim rausgehen ….

  5. Sie haben aber einen wichtigen Typus vergessen: Den „Ich-muss-unbedingt-Elternsprecher-sein“-Typ.
    Das sind die Damen, die sich am ersten Elternabend schon nicht mehr auf den Stühlchen halten können, wenn das Wort „Elternsprecher“ das erste mal auftaucht. Die bereits dann erzählen, dass sie ja auch die letzten drei Jahre im Kindergarten schon Elternsprecher waren und in der Klasse der 15-Jährigen Gymnastiastin natürlich auch. Und daher wissen sie GENAU, was so ein Elternsprecher braucht und MÜSSEN deswegen UNBEDINGT gewählt werden.

    Danach rollen sie ständig mit den Augen, wenn mann nicht für jeden Basar mindestens zwei Kuchen spendet und drei Stände nacheinander für jeweils eine Stunde betreut.
    Sie kann GARNICHT nachvollziehen, warum du nicht die Zeit aufbringen magst, um am Gartensamstag den Schulgarten zu pflegen oder die Plastersteine zu scheuern. Als Strafe hast du sie dann jede Woche abends am Telefon hängen.

    Sie kennt natürlich jeden Lehrer an der Schule und ist mit nahezu allen per du. Sie weiß genau, welches pädagogische Konzept, welcher Lehrer und warum in welcher Stunde anwendet.
    Aber wehe dem Lehrer, der es sich mit ihr verscherzt. Der wird regelmäßige „Konfliktgespräche“ an der Backe haben.

    Aber warum solls den Lehrern besser gehen als den Eltern?

    Erkennen kannst du sie, wenn du eine Woche lang nach Schulschluß auf dem Schulhof stehen bleibst. Sie wird nämlich auch da sein. In anregende Gespräche vertieft. Und das jeden Tag, mindestens 1 1/2 Stunden lang…..

  6. Jawollllll! Die kenne ich auch alle!!! Das macht es amüsant, aber vor allen Dingen anstrengend. Bin froh, dass meine Kids groß sind und ich (zumindest als Elternteil) nicht mehr beim großen Schaulaufen mittun muss….. 🙂
    Lieben Gruß
    Gabi

  7. Susanne v. Watzdorf sagt

    Oh, da fallen mir spontan noch einige Typen ein. Z.B.:

    Die Mehrfachmama
    Natürlich gibts Überschneidungen zum Nostalgiker, aber nicht in allen Bereichen. Gut ist nämlich keineswegs das. was schon früher war, sondern eben immer das, was gerade bei den Geschwistern passiert. Wenn die Klasse also aufgeteilt wird in Schwimmer und Nichtschwimmer zum Schwimmunterricht, erklärt sie „Bei meiner Sophie sind alle zusammen schwimmen gegangen, da haben alle von profitiert“, zum Thema Rechtschreibung kann sie beitragen, dass ihr Jonas ja nach Silbenmethode gelernt hat und seine Rechtschreibung deshalb sehr gut ist. Und bei Klassenfesten, Kuchenständen etc kann sie leider nie helfen, weil sie da schon für Sophie und Jonas unterwegs ist.

    Die Politikerin
    Die Politikerin hat zu vielen Themen etwas zu sagen, nicht nur zu Klassenthemen. Trotzdem bringt sie all ihre Themen am Elternabend an, wenn sie auch nur entfernt mit Schule zu tun haben. Es wird Zeit, dass die Straße neben der Schule zur Spielstraße gemacht wird, im nahe gelegenen Park treten immer mal wieder Kinder in Hundehaufen, und die Bushaltestelle ist ein bisschen weit von der Schule weg? Das ist doch ein gutes Thema, um einen Elternabend eine Stunde zu beschäftigen, an dem es eigentlich um die kommende Klassenfahrt gehen sollte…

    Die Streberin
    Die Streberin hat Glück, denn ihr Kind hat in der Schule wenig Probleme. Zeit also, den anderen welche zu machen. „Irgendwie finde ich, dass die Kinder im Moment zu wenig Hausaufgaben bekommen“, „wäre es nicht besser, sie würden in der zweiten Klasse schon ein bisschen Englisch schreiben üben“, „ich finde es nicht gut, dass in der freien Lernzeit auch mal gebastelt werden darf“ – die Streberin stellt zielsicher all das in Frage, was die eigenen Kinder gerade rettet.

    • Das sind doch Archetypen, die so in der Reinform selten vorkommen. Ich hab bestimmt ein bisschen Glucke, ein bisschen Heimtherapeut, ein bisschen Oberstudienrätin… 😉

  8. made my day!
    Würde ein großartiges erstes Kapitel abgeben – wann kommt dein Buch raus…? 😉 Bitte mehr in diesem Stil, liebe Anna!

  9. Esther sagt

    Hallo

    Ich habe sehr gelacht. Ganz großartig. Ich war erst auf einer Elternversammlung, und es gab da eine Gruppe Frauen, ich habe sie spontan „die Barbies“ getauft. Sie waren alle gertenschlank bis dünn, sehr körperbetont gekleidet, blonde lange frisierte Haare, perfekt geschminkt (eine hätte sogar falsche Wimpern), saßen alle zusammen am hinteren Ende (die Coolen sitzen doch immer hinten, Ihr kennt das) und haben die ganze Zeit nebenher getuschelt. IMMER! (Da ich nicht so gut höre, ist das für mich ziemlich anstrengend.) Ziel ihrer Tuscheleien waren die weniger schlanken Mütter und die Mütter, deren Kinder nicht so wunderbare moderne Namen inspiriert durch Hollywood haben, wie ihre Kinder. Da hatten sie viel Auswahl, ich denke ein Grund, warum ihnen die Tuschelthemen nie ausgingen. Eine von ihnen wurde stellvertretende Elternsprecherin und obgleich sie im Gegensatz zur Elternsprecherin zur Zeit nicht Erwerbstätig ist, war es fast unmöglich mit ihr einen Termin für eine Elternpflegschaftssitzung auszumachen. Sie diktierte am Ende Tag und Uhrzeit und die drei anderen mussten sich komplett nach ihrem Wunsch richten. Weil: „Sonst geht es erst wieder Mitte November. Frühestens!“ Ich weiß nicht, ob das auch ein Typ ist, oder ob ich einer lokalen Spezialität aufsitze. Kennt Ihr auch solche?

    Viele Grüße und danke für den wunderbaren Artikel! You Made my Day!
    Esther

    P.S.: Habt Ihr mal überlegt, welcher Typ ggf. Eure Schwiegereltern oder Eltern gewesen sein könnten. Also meinen Papa finde ich zu 100% im Typ 7. Sportfreak wieder. Der hat z.B. mal dafür plädiert den Geschichtsunterricht zu streichen, um mehr Zeit und Mittel für den Sportunterricht zu schaffen! Und dann hat er auf Veranstaltungen ständig mit irgendwelchen Lehrern zusammen gehockt, die er von früher kannte und sie haben sich gemeinsam darüber beschwert, dass die Jugend von heute nicht mehr richtig saufen und feiern kann. Ach. Da kommen Anekdoten hoch…

  10. Überzeichnungen sind immer ungerecht, unterhaltsam, aber ungerecht. Ich bin Oberstudienrätin und sehr bemüht, bei Elternabenden nicht aufzufallen. Naturgemäß kenne ich auch noch einige andere Oberstudienrätinnenmütter, die ebenfalls niemals diesem bescheuerten Klischee entsprechen wollen. Meiner Erfahrung nach haben die Mütter die größte Klappe auf einem Eltenabend, die am wenigsten Ahnung haben und sich hier endlich profilieren können. Aber ich kenne aus Muttersicht auch nur eine Klasse, von Deinen Typen ist keine dabei.

    • Ich dachte, es sei klar, dass das hier Satire ist – das hoffe ich jedenfalls! So eindimensional wie meine Elterntypen in diesem Artikel sind ja zum Glück die wenigsten Menschen. Und sie sind auch nicht als Schubladen gedacht, in die echte lebendige Menschen einsortiert werden sollen. No, no. Nichts für ungut, Frau Oberstudienrätin! 😉

  11. Herrlich!
    Fehlt noch der Typ:
    „Ich erwarte vom Lehrer vollen Einsatz, damit ich keine Arbeit habe“-Typ
    So nach dem Motto: Ich habe bemerkt, dass mein Sohn noch keine Schleife binden kann. Wird den Kindern das heutzutage nicht mehr beigebracht?
    Noch besser war die Mutter letztens, die sich beschwerte: „Warum werden Arbeiten auf einem losen Blatt geschrieben und dann abgeheftet? Diese Zettelwirtschaft ist ja der Wahnsinn!“ Auf den Kommentar hin, dass abgeheftete Arbeiten ja keine Zettelwirtschaft mehr machen könnten, kam schließlich heraus, dass in dem Haushalt gerade kein funktionierender Locher vorhanden war.
    Aber sich aufplustern, weil die Lehrerin keine Lust hat 23 mal 100 Rechenaufgaben in Hefte zu schreiben, die sie dann auch noch mit nach Hause schleppen darf. Die Mama konnte sich nämlich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass sie früher ihre Arbeiten auf losen Blättern geschrieben hätten.

    LG Tina

  12. katrinchen sagt

    Juhu – morgen ist bei uns Elternabend -. der erst in der 1. Klasse :)) Bin jetzt seeeeeehrt gespannt (und frage mich, welcher Typ ich wohl bin :)))

  13. Haha, nicht schlecht! Das ist fein beobachtet. Ergänzen könnte man noch die Langweilerin, die den Elternabend mit einem gemütlichen Plausch verwechselt und uninteressante Anekdötchen über ihre Brut verbreitet: „Ja, also der Lukas, der hat ja heute total lange für die Hausaufgaben gebraucht, da waren ja die Seiten 12 und 13 auf und die 6 schreibt er immer noch ein bisschen komisch…“.

    Verwandt damit ist die Angeberin, die zwar auch erzählt, aber nur zu dem Zweck, mit dem Können des kleinen Superstars anzugeben: „Also, die Samantha liest ja schon ganz lange und seit der Einschulung viel flüssiger – ist das denn normal?“ oder „Wie ist denn das mit dem Lesetraining zu verstehen? Meine Tochter liest ja jeden Abend freiwillig eine halbe Stunde lang im Lexikon…“

  14. Wenn du’s so beschreibst, klingt es lustig, aber eigentlich ist es ja echt traurig. Bei mir gibt’s noch die TÜV-Väter, so genannt, weil sie beim Schulpflegschaftsabend einer Montessori-Grundschule ein Prüfverfahren für die Freiarbeit verlangten. O-Töne: „Wenn ich mein Auto zum Tüv fahre, kriege ich ja auch gesagt, was fehlt.“ und ein anderer: „Es gibt ja schließlich auch schlechte und gute Klempner, da müssen wir doch irgendwie überprüfen können, was unsere Kinder bei den Lehrern in der Freiarbeit so lernen.“ Horror!

  15. Wolfgang Berger sagt

    Liebe Anna , großartig! Wir haben sehr gelacht und uns gefragt, welcher Typ wir waren??? Wir sind auch froh, keine Verantwortung dafuer mehr zu haben!
    Mach weiter so! und Respekt fuer die guten Beobachtungen!! Wolfi und Maja

  16. Hahaha!!!
    Anna! Erst gestern hatte ich die Ehre!
    Mir ist nun dazu noch eine Spezies eingefallen: Frau Controlletti!
    Die, die immer alle Themen an sich reisst, keinen anderen zu Wort kommen lässt, sogar ins Wort fällt und jedes Problem pädagogisch erklären und die anderen belehren will, obwohl die Lehrerin die Pädagogin ist, die im übrigen mit hochrotem Kopf stumm vor den Eltern sitzt. Die Frau Controlletti ist übrigens aus der Medienbranche, aber weiß trotzdem IMMER Bescheid!
    Hach. Jaja.

  17. Grandios, liebe Anna :-)! Habe mir königlich amüsiert!
    Mir fällt noch die emsige Handarbeiterin ein. Sie hat meistens keinen Job und ältere Kinder in der Schule. Ihr Hauseingang besticht durch liebevoll mit Serviettentechnik gestaltete Blumentöpfe und ihre Kinder tragen nur mit mäßiger Begeisterung die selbst gehäkelten Stulpen. Geht es um Schulfest, Sommerfeier, Sporttag, Projekttage oder Theateraufführung ist sie dafür, das benötigte Equipment selbst herzustellen. Natürlich nicht nur sie persönlich. Am liebsten alle zusammen. Und so sitzt die Mutter, die nie mehr als einen Knopf angenäht hat Tage später verzweifelt vor einem Haufen Stoff, aus dem sie ein originalgetreues Tabalugakostüm fertigen soll (hätte sie nur die Bäume fürs Bühnenbild ausgesägt). :-p

  18. Hahaha Anna – und natürlich frage ich mich gerade, in welche Kategorie ich wohl einsortiert werden würde???

    Die Oberstudienrätin kenn ich auch sehr gut – teilt sich ihr Fach gerne mit den Juristen (ich darf das sagen, denn ich bin ja selbst eine – eigentlich). Besserwisser von berufswegen eben. 😉

    Ich finde es fehlt auch noch „Giftzwerg“, der kleine Mann der seine Intelligenz und Kompetenz gerne unter Beweis stellt, indem er ständig bissige Kommentare abgibt – mit vielen Fremdwörtern und Fachbegriffen gespickt – über die er selbst am lautesten lacht. Er lässt sich sehr geren zum Elternvertreter wählen, überlässt die Arbeit aber seinen Stellvertretern.

    Er ist artverwandt mit der Blackberry Mom, weil er auch immer ein Auge auf seinem Smartphone hat und gerne zu spät kommt oder eher geht. Er ist sehr engagiert, beim Meckern und muss dann los, wenn’s um die Lösung des Problems geht und echtes Anpacken gefordert ist.

    Oh und dann gibt es noch die „hippen Mitte Mädels“ – das Pendant zum „Mitte Kerl“. Sie kommen aus der Mode-, Film- oder Musikbranche sind immer total cool angezogen, eher lässig, enge Hosen, weite Mäntel oder Strickjacken, dazu stylische Sneakers oder Biker Boots. Haben meistens grosse beutelartige Taschen von coolen Labels und sind sehr dünn und ein bisschen gebräunt, weil sie gerade von ’nem Dreh oder Shooting aus Ibiza, Kapstadt oder weiß der Geier kommen. Sie haben meistens Söhne (die auch so cool lässig gestylt sind) und ein bisschen rauhe Stimmen – vom Rauchen. Sie sind meist ganz nett, aber halten sich aus allem raus. Für sie ist die Kita/Schule eigentlich nur der Babysitter. Sie kommen selten zu Schulveranstaltungen und wenn sitzen sie mit ’nem Sekt und den anderen Mitte Mädels in der Ecke und reden über ihre „Jobs“.

    Liebste Grüsse und bis bald,
    Imke

    • Noch'neElternsprecherin sagt

      Eine sehr treffende Beschreibung und eine tolle Ergänzung. Ich selbst würde mich als gruselige Mischung zwischen Mitte-Mädel und 68er mit kleinem Hang zur Oberstudienrätin einordnen. Das einzige, was mir in dieser Hinsicht vielleicht ein wenig Gnade verspricht ist, dass ich tatsächlich noch keine 30 bin und als Juristin auch nicht allen Unsinn unkommentiert stehen lassen kann.
      Allerdings bin ich nicht auf dem Longboard abgerauscht sondern wurde Elternvertreterin. Die Idee, dass man damit das Rowdytum des eigenen Kindes ausgleichen will, lässt mich nachdenklich werden… 😉

  19. JulesCologne sagt

    … Nach Deinem Blog über die „guten Mütter“ und den Auftakt der Interviewserie,habe ich Dir abgenommen,dass Du daran glaubst,dass keine guten oder schlechten Mütter gibt. Dass zumindest wir Mütter untereinander aufhören sollten, uns in diese Schubladen zu stecken. Und nun lese ich hier Dein abgekanzeltes Urteil über die Blackberry-Mama,die Oberstudienrätin, die Nostalgikerin, etc. … Und rums sind die Schubladen zu!

    • Liebe Jules,

      es tut mir leid, wenn du das so liest, denn es handelt sich hier nicht um Urteile, schon gar nicht über andere Mütter, sondern um Satire. Ich hätte auch alle diese Typen, die ich hier beschreibe, mit männlichen Protagonisten besetzen können und es hätte 1:1 immer nochdieselbe Aussage, das war mir aber schlicht zu langweilig, deshalb habe ich gemischt.
      Außerdem fälle ich an keiner Stelle ein Urteil über die mütterlichen Qualitäten einer der beschriebenen Typen – und genau darum geht es bei „die gute Mutter“. Dass wir alle für unsere Kinder genau die Richtigen sind, so wie wir sind, egal, ob jemand anders dieselben Situationen komplett anders löst, als wir. Und dass es uns nicht zusteht, anderen Müttern das Label „gute Mutter“ an- oder abzuerkennen. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns nicht unterscheiden, denn das tun wir selbstverständlich. Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich in meiner satirischen Überzeichnung von Eltern-Typen alle möglichen Varianten durch den Kakao ziehe, dabei sehr übertreibe und nirgends behaupte, es gebe die eine, die richtige Variante: die eine gute Mutter, die den anderen alles voraus hat. Die gibt es nicht und daran glaube ich.
      Die 10 Eltern-Typen sind eine Überzeichnung und natürlich denke ich nicht, dass z.B. alle Oberstudienrät*innen doof und besserwisserisch sind. So undifferenziert bin ich nicht strukturiert in meinem Denken.
      Ich würde mich freuen, wenn du DEIN Urteil über mich zumindest so lange zurück stellst, bis meine Interviewreihe ein bisschen weiter gediehen ist. Wenn du dann immer noch denkst, dass mein Anliegen nicht echt ist – dann urteile.

      Liebe Grüße, Anna

  20. Sandra Müller sagt

    Liebe Anna,
    vielen Dank für den amüsanten und (leider) auch allzu wahren Post, den ich als Kita-Erzieherin nur allzu gut unterschreiben kann. Auch mir sind bereits alle von dir beschriebenen Eltern-Typen schon begegnet… diese Elterncharaktere tragen in hohem Maß dazu bei, dass mir und meinem Erzieher-Team nicht langweilig wird (wo kämen wir denn da hin, dann könnten wir ja unsere Arbeitszeit ganz den Kindern widmen ;-)). Glücklicherweise gibt es auch eine ganze Menge „normale“ Eltern, die sich engagiert für die Belange der Kinder und der Kita einsetzen, ohne missionarisch oder übereifrig ihre ganz speziellen Überzeugungen verbreiten zu wollen. 🙂
    Liebe Grüße, Sandra

  21. Ulrike sagt

    11. der Elternsprecher
    Irgendwo im Getümmel der 10 Elternkategorien steht er/sie ein bisschen verzweifelt aber mutig da und versucht es den Eltern recht zu machen und Vor- und Nachteile def geplanten Aktivitäten und anstehenden Entscheidungen zu erklären ohne damit den 3. Weltkrieg herauf zu beschwören. Zwischendrin fragt sich der Elternsprecher zwischen 3 und 7 mal (abhängig von den bisher geleisteten Jahren als Mittelsmann zwischen Schule und Eltern) warum er sich das eigentlich antut und beschließt früher oder später das Beste daraus zu machen und wenigstens andere über einen Blog- Eintrag teilhaben zu lassen. Oder zu warnen. Wie man es nimmt.

  22. Katharina sagt

    Überspitzt, satirisch angepackt – na klar! Aber immerhin kommen alle 10 Typen zum Elternabend. Wir haben gestern mal wieder mit unter 20% da gesessen…

    Unterhaltsam liest sich dein „Elternabende-Fazit“ auf jeden Fall und ein paar Körnchen Wahrheit sind sicher auch dabei, ich denke jedoch, dass die Auflistung ein bisschen kurz greift.

    Viele Grüße und auch weiterhin viele schöne Elternabende 😉
    Katharina

  23. Der Elternsprecher Typ 11 ist wohl hinreichend dargestellt. Und eigentlich wollte er doch „nie Elternsprecher werden“.

    Typ 12 ist wahrscheinlich deshalb nicht erwähnt, weil er nicht auftaucht. Das sind die NICHTANWESENDEN. Hauptsächlich erscheinen sie nicht, weil sie Typ 1-11 nicht über den Weg laufen wollen. Denn bei den Elternabenden geht es meist leider wirklich nur um die Eltern und deren Eigenheiten und Befindlichkeiten. Ach ja, eigentlich sollten doch die Kinder Gegenstand des Abends sein. Spaßig könnte es jedoch werden, wenn Typ 12 dann spontan doch mal erscheint. Dann erhält die Veranstaltung Eskalationspotenzial mit Unterhaltungsfaktor, weil Typ 12 nämlich völlig genervt von der Elterndarstellung ist und das auch zum Ausdruck bringt. Zum Glück oder leider passiert das nur ein Mal. Danach sind die betulichen Akademiker dann wieder unter sich.

  24. Pingback: Linktip: Protokoll einer Elternsprecherin » Blog von Matthias Penke

  25. Pingback: Das Bloggen der Anderen (16) | Familienbetrieb

  26. Ich hau mir auf die Schenkel!
    Wunderbar! Das fanden vor mir zurecht auch schon hundertzwölf Leser, nur wenige outeten sich als zugehörig, dabei ist die Gruppe wirklich nahezu vollständig (Du hast offensichtlich nur vollkommen normale LeserInnen, Glückwunsch!). Nun, eine Bekloppte hat sich wiedergefunden: Ich bin eine BlackberryMom mit Aszendent Glucke. Auch lange Elternsprecherin gewesen, aber mein Kommandoton wurde immer von Heimtherapeut und Alt68er angemosert. Deshalb machen das jetzt andere und ich sage nur, was ich will, das die durchsetzen 🙂 Funktioniert nie! Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass bei uns Elternsprecher gern die Eltern der Kinder werden wollen, die die größten Halunken und die meisten Scherereien haben an der Schule. Irgendein „Ich-mach-wieder-gut-wie-mein-Blag-sich-hier-aufführt“-Syndrom. Und mir graust es schon, wenn das Kleinste in die Kita kommt…
    Danke Dir sehr für die köstliche Unterhaltung, Rike

  27. Die Attachment-Parents fehlen. ^^ Wie die Blackberry-Mama gemischt mit der Glucke. Warum kenne ich fast exklusiv nur solche Eltern? Ich brauche einen neuen Freundeskreis. Und mehr Alkohol.

  28. die Genervte sagt

    da fehlt noch die Genervte. Ich bin genervt, wenn Themen, die in 30 Min abgehandelt sein könnten, in 90 Min oder länger besprochen werden.

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