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wie war euer mutter-tochter-wochenende? ::: ein starkes duo im interview

Mutter Tochter Wochenende, Mehr Mut zum Ich, Workshop, Fotoshoot

Vielleicht erinnert ihr euch noch: vor dem herrlich langen Sommer gab es bei mir etwas zu gewinnen. Ich habe nämlich ein Mutter-Tochter-Wochenende mit Workshops im Rahmen der „Mehr Mut zum Ich„-Initiative von Dove und Rossmann hier verlost und durfte ein glückliches Mutter-Tochter-Duo auf ein Sommerwochenende in der Lüneburger Heide schicken. Marion und Margarita heißen die beiden, und sie haben mir jetzt Rede und Antwort gestanden, einiges über ein wunderschönes Wochenende erzählt und mir tolle Bilder zur Verfügung gestellt, die ich euch hier zeigen darf. Ich glaube, ich habe echt was verpasst an diesem Augustwochenende…

Mutter-Tocher-Wochenende – Das Interview

Schön, das wir miteinander sprechen können und ich aus erster Hand etwas über das Mehr-Mut-zum-Ich-Wochenende erfahren kann, liebe Marion. Aber wie kam es eigentlich dazu, dass du dich mit deiner Tochter beworben hast für das Wochenende?

Ich habe eine gute Freundin, Susanne, die ein Foodblog schreibt (La petite cuisine) und bei einem Besuch bei ihr habe ich ihr mein Herz ausgeschüttet, wie schwierig das mit einer Teenietochter sein kann, weil wir gerade mal wieder richtig Zoff gehabt hatten, Margarita und ich. Susanne hat mir dann von deiner Verlosung erzählt und mir den Link geschickt. Das kam mir so passend vor, genau richtig für meine Tochter und mich und ich dachte außerdem, es kann ja nichts schaden: ich gewinne sowieso nie etwas… Aber dann hat es geklappt! Darüber haben wir uns sehr gefreut.

Und wie fand Margarita das, als du ihr erzählt hast, dass ihr beide ein Mutter-Tochter-Wochenende gewonnen habt?

Sie hat sich schon gefreut, aber sie hat auch kurz gezuckt und gesagt: „Du glaubst doch nicht, dass ich mit DIR da hin fahre?!“ Aber das hat sich dann schnell wieder gelegt und wir waren beide sehr neugierig, was uns erwarten würde. Sie ist halt dreizehn. Und dann fuhren wir.

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© by Isabel Hernandez

Wie würdest du denn grundsätzlich eure Mutter-Tochter-Beziehung beschreiben?

Prinzipiell haben wir ein gutes Verhältnis, aber Margarita ist eben in der Pubertät und wir haben als Familie  eine ziemlich unruhiges Zeit hinter uns: wir sind nach ein paar Jahren in Shanghai zurück nach Deutschland gekommen, aber nicht in unsre alte Heimat, nach Berlin, sondern nach Düsseldorf, wo wir noch mal ganz von vorne angefangen haben. Es war also für uns alle alles neu: die Schule, die Umgebung, der neue Job von meinem Mann, die Menschen… Es hat uns alle tüchtig durcheinander gewirbelt und wir haben eine ganze Weile gebraucht, bis wir uns eingelebt hatten. Für Margarita war das auch nicht leicht und es gab viel Tränen und viel Streit – sie hatte wirklich zu kämpfen. Langsam wird es besser, wir sind ein bisschen besser angekommen und wir sind auch miteinander auf einem guten Weg. Ich merke zunehmend, dass es leichter wird: ich bin wieder ruhiger, ich habe das Gefühl, sie ist wieder ruhiger, wir sind beide wieder auf einem besseren Weg. Und wenn wir beide keinen Stress von außen haben oder keine schwierigen Themen zu besprechen sind, geht es uns gut zusammen.

Das Mutter-Tochter-Wochenende kam dann also genau richtig für euch beide…

Ja, wir hatten mal so richtig „frei“ von allem!

Was hattest du dir denn erwartet von dem Mutter Tochter Wochenende? Hattest du eine bestimmte Hoffnung für dieses Wochenende oder einen Wunsch, was dort für euch beide passieren soll?

Ich hatte mir vor allem gewünscht, dass wir Zeit miteinander haben. Im Alltag ist das oft so schwierig, weil immer irgend etwas da ist, das Raum einnimmt. Man wird bei Gesprächen unterbrochen, da ist die Hausarbeit, die Jobsuche, die Schule, die Freundinnen – alles Dinge, die ein ungestörtes Gespräch oder auch einfach nur mal entspannte Zeit zusammen schwierig machen können. Der Hauptwunsch von meiner Seite war also, dass ich mich mal um nichts kümmern muss, sondern mich ganz auf meine Tochter konzentrieren kann, dass wir Zeit zu zweit haben und wirklich viel zusammen machen, in einem Zimmer schlafen usw.

Und natürlich hatte ich mich sehr darauf gefreut, andere Mütter mit Töchtern im selben Alter zu treffen. Unter meinen Freundinnen bin ich so ziemlich die Einzige, die schon einen Teenager zu Hause hat, während die anderen Kinder im Freundeskreis alle eher noch kleiner sind. Da fühle ich mich oft alleine, kann mich nicht so gut austauschen über die Alltagsthemen und Probleme, die wir so miteinander haben und kann mir auch nicht wirklich mal einen Rat holen. Natürlich hören meine Freundinnen mir zu, wen ich mal Dampf ablassen will, aber sie kennen die Situation eben nicht aus eigener Anschauung. Ich hatte mir also von dem Austausch mit den anderen Müttern auch viel erhofft.

Und hat sich das erfüllt? Hast du Gleichgesinnte getroffen und konntest dich verstanden fühlen im Gespräch mit den anderen Müttern?

Ja, das war wirklich toll. Es war so erleichternd, zu sehen: es geht uns allen so! Ich bin nicht die Einzige, die manchmal Schwierigkeiten mit ihrer pubertierenden Tochter hat und es geht auch vorbei. Viele der Mädchen waren ja schon ein, zwei Jahre älter als Margarita, so dass ich einen Eindruck davon bekommen konnte, wie sich das möglicherweise zwischen uns weiter entwickeln wird. Und ich war erleichtert zu sehen: es wird wirklich besser!

Wie lief das Wochenende denn grob ab? Was waren die Schwerpunkte in den beiden Tagen?

Die Tage waren wirklich gut durchorganisiert. Ich hatte am Anfang Sorge, dass es vielleicht zu viel Programm sein würde, aber das war überhaupt nicht so. Alles, was wir unternommen haben, hat Spaß gemacht und es war viel eher so, dass ich mich schon immer auf die nächste Aktivität gefreut habe. Nach einer Vorstellungsrunde am Freitagabend haben wir uns erst mal alle kennen gelernt.

Nach dem Essen gab es dann einen Workshop über gängige Schönheitsideale, dabei haben wir uns gängige Aussagen über Schönheit angeschaut und dazu Stellung genommen, so à la „Frauen mit langen Haaren sind weiblicher“ oder „Wer schön sein will muss leiden“ undsoweiter. Es war sehr interessant zu sehen, wie sich das dann entwickelt hat: stimme ich dem zu oder nicht und wenn ja, warum tue ich das eigentlich? Finde ich das wirklich oder ändere ich meine Meinung vielleicht doch, wenn ich noch mal darüber nachdenke und in mich reinhöre? Da kamen sehr interessante Gespräche über Schönheitsempfinden und die Sicht auf sich selbst zustande. Die Workshopleitung war aber auch sehr kompetent, da fühlte man sich gut angeleitet und aufgehoben. Und es war toll, dass es wirklich überhaupt nicht um Dove oder Rossmann ging: ich hatte vorher ein bisschen die Befürchtung, dass da mein Konsumverhalten abgefragt und ausgewertet wird, aber das war überhaupt kein Thema, das ganze Wochenende über nicht.

Samstags gab es dann erst mal getrennte Workshops: die Mütter wurden in den einen Raum geschickt, die Töchter in den anderen. Das Hauptthema war Fotografie: wie sehe ich mich selber, was gefällt mir an mir, was mag ich für Fotos von mir und warum etc. Dann sollten wir uns in Zweier-Teams gegenseitig fotografieren und gegebenenfalls in Szene setzen. Dazu gab es auch eine große Kiste mit Requisiten und Verkleidungskram – die hatten die Töchter allerdings schon gut geplündert, als wir Mütter endlich dran waren. Bei dem Fotoworkshop sind aber ganz schöne Bilder entstanden, aus denen man dann die Favoriten aussuchen konnte.

Am selben Tag waren auch noch die zwei Profifotografinnen dabei, die dann zwischendurch die Mutter-Tochter-Portraits gemacht haben. Auch da hätte man theoretisch zur Requisitenkiste greifen können, das haben Margarita und ich aber nicht gemacht. Toll fand ich übrigens, dass wir gar nicht großartig geschminkt oder aufgehübscht wurden, sondern wirklich als wir selbst fotografiert wurden: so sind wir halt. Ich mag die Bilder!

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© by Isabel Hernandez

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© by Isabel Hernandez

Die sind wirklich toll geworden, ihr seht ganz entspannt darauf aus zusammen. Und was gab’s danach zu tun?

Nachmittags ging es zum Ausflug in den Kletterwald. Das hat mich einiges an Überwindung gekostet, denn Höhe ist so überhaupt nicht meins! Dafür habe ich dann einen wirklich besonderen Moment mit meiner Tochter erlebt, der das Klettern sehr leicht fiel und die vor mir auf der Kletterstrecke war. Gerade als ich abbrechen wollte, weil ich zuviel Angst hatte, weiter zu klettern, gab es zwischen uns so eine Art Rollentausch: Margarita war diejenige, die mir über die schwierige Stelle geholfen hat, die mich angefeuert hat und mir gesagt hat „Komm, Mama! Das schaffst du! Ich helfe dir!“ Ich glaube, das war auch für sie ein toller Moment: sie konnte nicht nur etwas besser als ich, die Mama, sondern sie war auch noch die, die mir helfen konnte, mich zu überwinden. Das war wirklich ganz schön und ein kleiner Höhepunkt für uns beide.

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© by Verena Günther

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© by Verena Günther

Tja, und dann ging es zurück zum letzten Workshop für den Tag: die Selfie-Olympiade in Mutter-Tochter-Teams. Da gab es sogar was zu gewinnen, aber den Programmpunkt wollte Margarita möglichst schnell abhaken, um wieder zu ihren Mädels zurück zu können, mit denen sie sich blitzschnell angefreundet hatte. Es war übrigens lustig zu sehen, wie die Mädchen sich von Anfang an aufeinander gestürzt haben und sich freuten, Gleichaltrige zum Austausch zu haben – sonst hätten sie ja die Zeit wirklich komplett mit ihren „peinlichen“ Müttern verbringen müssen! Es war schon gut, dass wir alle auf die Gruppe von Gleichgesinnten zurück greifen konnten, die Mütter und die Töchter.

Also habt ihr euch untereinander alle gut verstanden?

Ja, es war wirklich eine tolle Atmosphäre. Und es war gut, dass die Mädchen sich untereinander hatten, schließlich waren sie alle mit ihrer „peinlichen“ Mutter da und somit alle in derselben Situation. Wir hätten einen Wettbewerb veranstalten können: „Wer hat die peinlichste Mutter?“ oder „Welche Tochter sagt am häufigsten den berühmten Satz: „Oh, Mama, bist du peinlich!“ Aber auch wir Mütter hatten uns ja gegenseitig. Gemeinsam ist es nicht mehr ganz so schlimm, dass man in dieser Phase steckt – die Pubertät der eigenen Tochter! Und die Gruppe war sehr schön. Wir waren fünfzehn Mutter-Töchter-Paare und ich kann wirklich sagen, dass niemand dabei war, der außen vor blieb.

Was wäre dann also dein persönliches Fazit zum Mutter-Tochter-Wochenende?

Dass ich so viele tolle Frauen kennen gelernt habe, die alle ganz wunderbare Töchter haben. Wir haben die Zeit zusammen sehr genossen und außerdem durch die Workshops gemerkt, dass wir alle ganz okay sind, so wie wir sind. Das Gefühl, mit dem wir auseinander gingen, war ein entspanntes, erfülltes und durchweg gutes. Ich würde sofort wieder so ein Wochenende mitmachen und es auch weiterempfehlen.

Positiv überrascht war ich übrigens davon, wie wenig der Workshop mit „Selbstoptimierung“ durch Produkte etc. zu tun hatte. Wir dachten am Anfang nämlich alle, dass wir jetzt mit Produkten zugeschüttet werden und Styling- und Schminktipps bekommen würden etc. Aber das passierte genau nicht. Stattdessen hat man uns da durch die Workshops klar gemacht, dass wir alle toll und schön sind, so wie wir sind. Da konnten wir wirklich mit einem breiten Lächeln im Gesicht wieder losziehen, Mütter wie Töchter, mit dem guten Gefühl: wir sind okay, wie wir sind. Wir brauchen das alles gar nicht, um uns schön zu fühlen. Das hat für alle zu einer ganz schönen, entspannten Atmosphäre beigetragen. Und den Mädchen ging das genau so: ich habe meine Tochter lange nicht mehr so entspannt gesehen, wie an diesem Wochenende.

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© by Isabel Hernandez

Und was hat Margarita am besten gefallen?

Margarita fand ganz klar die anderen Mädchen am besten. Mich findet sie nach wie vor nicht durchgängig gut. Erst neulich hat sie mir wütend gesagt: „Das Wochenende hat gar nichts gebracht, du bist immer noch genauso doof wie vorher!“ Aber ich bin da entspannt. Sie ist halt ein Teenager und ich habe ja an diesem Wochenende gesehen, es ist eine Phase, es geht vorbei und ich bin nicht alleine. Außerdem kann ich mich gut erinnern, wie ich selbst in dem Alter war. Ich habe mich irgendwann sogar mal bei meiner Mutter entschuldigt dafür, wie ich mich damals aufgeführt habe. Das war mir ein Bedürfnis!

Es hat uns auf jeden Fall beiden gut getan zu sehen, dass wir eigentlich ganz normal sind: bei allen anderen wird auch gezankt und sich auseinander gesetzt. Und das Wochenende hat definitiv dazu beigetragen, dass wir ruhiger geworden sind, vor allem im Umgang miteinander. Stress gibt es immer noch, aber insgesamt sind wir beide entspannter in letzter Zeit.

Liebe Marion, liebe Margarita, ich danke euch für das schöne Interview und freue mich sehr, dass euer Mutter-Tochter-Wochenende so schön war.

Tja, mein Herzensmädchen springt ja auch gerade beidfüßig und mit Schwung in die Pubertät und ich empfinde das als große Herausforderung für mich als Mutter. Vielleicht schreibe ich ja hier auch mal selbst was über Teenagertöchter, aber wahrscheinlich wird das dann zu peinlich für meine Tochter. Dann bin ich nicht nur eine peinliche Mama, sondern auch noch ne peinliche Mama-Bloggerin und das will doch wirklich niemand, oder?

Ist unter meinen geneigten Leser*innen jemand mit einem eigenen Puber-Tier zu Hause? Würdet ihr euch auch mal ein Mutter-Tocher-Wochenende wünschen?

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