sehnsucht nach dem rhein ::: ein zwiebelkuchen-rezept mit ganz viel heimweh
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sehnsucht nach dem rhein ::: ein zwiebelkuchen-rezept mit ganz viel heimweh

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Kennt ihr das? Diesen Anflug von Heimweh nach einer alten Heimat, die ihr vielleicht vor langer Zeit verlassen habt? Kennt ihr die plötzlichen Flashbacks bei einem bestimmten Duft, Geräusch, Geschmack?

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Mir geht es oft so, aber jetzt im Herbst lösen besonders viele Dinge dieses bittersüße Heimwehgefühl aus: der brandige Geruch von Feuer in der Luft, den die frisch angezündeten Öfen und Kamine verursachen, der Duft von feuchtem Laub und frisch aus der Schale gelösten Kastanien, das diffuse und späte Morgenlicht, meine Herbst-Playlist… Herbst, Heimweh, Zwiebelkuchen, Rezept, Familienrezept, Rheinland, Herbstküche, Eismann, TK Kost, gefrostetes Gemüse, GemüsekücheHerbst, Heimweh, Zwiebelkuchen, Rezept, Familienrezept, Rheinland, Herbstküche, Eismann, TK Kost, gefrostetes Gemüse, Gemüseküche

Und auch ganz bestimmte Geschmäcker auf der Zunge, wie frisch geknackte, noch ganz junge Walnüsse. Oder warme, süße Hefe-Teilchen aus dem Ofen. Oder eben – Zwiebelkuchen. Aus lauter Heimweh habe ich letzte Woche dieses Gericht aus meiner rheinischen Heimat gebacken und teile heute dieses Zwiebelkuchen-Rezept hier auf dem Blog.

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Zwiebelkuchen ist etwas, das ich mit genau dieser Jahreszeit und mit bestimmten, immer wiederkehrenden Events aus meiner Kindheit verbinde, und ich bedaure, ähnlich wie bei den Traditionen zu Sankt Martin, dass meine Kinder das hier in Berlin nicht so erleben, wie ich es aus meiner Kindheit erinnere. Ich habe diese Jahreszeit geliebt! Es gab Laternenfeste, Treffen im Keller meiner Eltern, wo aus Zuckerrüben gruselige Laternen geschnitzt wurden, Nussfeste, bei denen wir uns im Garten von Freunden zur Walnussernte trafen und bei denen nicht nur Nüsse, sondern nach getaner Arbeit eben auch Zwiebelkuchen gegessen wurde.

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Ein bisschen wehmütig kredenzte ich meiner Familie also letzte Woche dieses Zwiebelkuchen-Rezept und eine Auswahl meiner herbstlichen Kindheitsgeschichten. Und daraus wurde ein langer Abend mit Geschichten aus Mamas Leben und einem Blech voll duftendem, aromatischem Zwiebelkuchen. Die Kinder waren unterschiedlich begeiestert: die Mädchen sehr, der Bub gar nicht. Aber die Geschichten fanden sie alle gut.

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Es gibt 1001 Varianten, aber dieses Zwiebelkuchen-Rezept ist dem aus meiner Kindheit am Ähnlichsten. Und weil ich gerade den Service vom Eismann ausprobieren durfte, fiel sogar die lästige Heulerei beim Zwiebelschneiden weg – die macht sich bei akutem Heimweh besonders schlecht.

Das braucht man für das Zwiebelkuchen-Rezept (Mengenangaben für 1 Backblech)

Für den Teig:

  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 500g Mehl
  • 1 Ei
  • 40g weiche Butter
  • 1/4l lauwarme Milch
  • 1 TL Salz

Für den Belag:

  • 750g fein gehackte Zwiebeln (ich habe die schon fertig gehackten tiefgekühlten Zwiebeln von Eismann verwendet)
  • 200g gewürfelter Speck
  • Öl zum Andünsten
  • 350g saure Sahne
  • 2 EL Instantmehl oder Stärkemehl
  • 3 Eier
  • ca. 80g geriebener Grana Padano oder ein verglelichbarer Hartkäse
  • Salz, Pfeffer, Kümmel, Muskatnuss
  • frische Thymianzweige

Und so geht's:

1. Das Mehl, die Butter, 1 Ei und ca. 1 Teelöffel Salz in eine Rührschüssel geben. 1/4 Liter Milch vorsichtig erwärmen, Hefe darin auflösen und zum Mehl gießen. Alles mit den Knethaken der Küchenmaschine oder natürlich von Hand verkneten und zugedeckt an einem warmen Ort ca. 45 Minuten gehen lassen. Beim mir kommt der Hefeteig zum Gehen immer bei 40° Umluft in den Backofen. Da braucht er zwischen 45 und 60 Minuten, um schön aufzugehen.

2. Während der Teig geht, den Speck mit 2 EL Öl in der heißen Pfanne anbraten und nach ungefähr 3-4 Minuten die Zwiebeln dazu geben. Die tiefgekühlten Zwiebelwürfel lassen sich behandeln wie frische Zwiebeln, man kann sie also prima in gefrorenem Zustand zum Speck geben. Jetzt die Hitze reduzieren, alles mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen und die Speck-Zwiebelmischung ca. 10 Minuten bei mittlerer Hitze und unter Rühren braten. Danach die Mischung in eine Schüssel geben und abkühlen lassen. Psst, das geht um die Jahreszeit prima auf dem Balkon!

3. Der Hefeteig wird jetzt auf einem leicht gefetteten Backblech bzw. der Fettpfanne ausgerollt. Dabei sollte der Teig an den Rändern jeweils 1-2 cm hochgezogen werden, damit die Zwiebelmischung nicht "wegläuft".

4. Nach diesem Zwiebelkuchen-Rezept jetzt saure Sahne, Eier, geriebenen Käse und Stärke- bzw. Instantmehl miteinander verrühren und zu der abgekühlten Zwiebel-Speck-Mischung geben. Alles kräftig mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss würzen und die fertige Mischung auf den vorbereiteten Hefeboden geben.

5. Im vorgeheizten Backofen bei 175° Umluft ca. 40 Minuten backen. Dabei unbedingt auf die Ränder achten, die leicht braun werden. Der Zwiebelkuchen ist perfekt, wenn die Zwiebelmasse gut durchgestockt und leicht gebräunt ist, ohne zu dunkel ( = trocken) geworden zu sein. Zum Servieren bestreue ich den fertigen Zwiebelkuchen gerne mit frischen Thymianblättchen.

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Passend zum frischen Zwiebelkuchen trinkt man in meiner Heimat, einer Weinregion, übrigens Federweißen. Kennt ihr das? Federweißer ist quasi der erste Wein vom Berg, ist aber strenggenommen noch kein fertiger Wein, sondern aus weißen Rebsorten epresster Traubenmost, bei dem die Gärung gerade erst begonnen hat und der noch nicht gefiltert wurde. Federroter gibt's auch, aber zu diesem Zwiebelkuchen-Rezept muss Federweißer. Den kriege ich sogar hier in Berlin beim Weinhändler meines Vertrauens und so konnte ich mir beim Erzählen schön Einen auf mein Heimweh kippen, während die Kinder brav ihre Apfelschorle getrunken haben. Aber zum Glück war ich ja nicht alleine mit dem Federweißen (mit dem Heimweh schon), sondern mir wurde von Schwester und Schwager geholfen. Puh.

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Der Test des Eismann-Service war übrigens nicht nur wegen dieses Heimweh-Zwiebelkuchens ein voller Erfolg: ich machte auch noch Quiche mit der Feinen Pilzmischung, eine Schalottentorte mit dem Porree und dem TK-Blätterteig und ein Dessert mit der Süßen Beerenmischung. Hättet ihr gern noch mehr herbstliche Rezepte? Dann würde ich die Gerichte gerne noch verbloggen. Diesmal auch ohne Heimweh und Ausflug in die ferne Kindheit im Rheinland. Versprochen.

Habt ihr auch so kulinarische Kindheitserinnerungen, die euch auf der Zungenspitze Heimweh machen?

signatur

3 Kommentare

  1. Pfarrfrau sagt

    Von meinen Eltern her vermisse ich den Geschmack von Currywurst, Hering in Sahnesoße und Gemüsesuppe. Und natürlich den Geruch von Äpfeln (die wir selbst geerntet haben) und Wein! Nicht umsonst ist Rheinhessen vor der Tür. Von Opa/Großtante aus dem Ruhrgebiet vermisse ich die Wurstspezialitäten, Grünkohl und Birne mit Schokopudding und Sahne. Das gab es immer, wenn wir zu Besuch kamen.

    • Das hört sich ähnlich an wie beim mir (abgesehen vom Grünkohl). Mein Großvater war Förster und die Familie stammt von der Ahr. Da war immer viel Rotwein und natürlich Wild. Sonntagsbraten mit brauner Soße, Apfelriemchenkuchen mit Hagelzucker und Schlagsahne, Windbeutel und eingemachte Birnen – das sind meine Kindheitserinnerungen an meine Großeltern. Und zu Hause mischte sich das dann mit den Gerichten aus El Salvador, wenn meine andere Großmutter zu Besuch kam. Ich glaube, diese Rezepte muss ich auch mal verbloggen… LIebe Grüße!

  2. Wir haben das Rezept heute ausprobiert und ich bin schon ganz gespannt, wie's schmeckt! Mein Mann ist am Niederrhein aufgewachsen und beschwert sich gerade schon wieder wie jedes Jahr um diese Zeit, dass dieses "Laternenfest" hier einfach nicht so schön ist wie St. Martin früher – da passte das sehr gut. 🙂

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