das wilde leben
Kommentare 50

adventskalender-showdown unter müttern ::: bastelst du noch oder kokst du schon?

Adventskalender, Adventskranz, basteln, Bastelmuddi, Mommywars, bastelgate, Twitter, bashing, selbstgebastelt, Adventstradition, Adventspäckchen

Wer hätte gedacht, dass ich noch ein zweites Mal in dieser Saison über Adventskalender schreiben würde? Wie ein Adventskalender für Teenies aussehen könnte, dazu habe ich ja bereits gebloggt und auch in den letzten Jahren habe ich immer mal wieder Kalenderinspiration verbloggt, die sowohl selbstgebastelte, als auch vorbefüllte oder wieder auffüllbare Adventskalender Ideen zeigten.

Jetzt zeigt sich, dass es scheinbar Redebedarf gibt, wenn es um die Adventskalender für Kinder, ihre Ausführungen, Erscheinungsformen und, für mich ganz neu, ihre Außenwirkung geht. Bleibt ihr an der Stelle auch hängen und denkt: "Whattt? Außenwirkung? Wasdalos?" Keine Bange, das ist keine überraschende Reaktion, das geht vielen so. Mir auch.

Aber tatsächlich wird gerade auf Twitter und auf diversen Facebookseiten diskutiert, wer die bessere Mutter ist: die, die alles selber macht, bastelt und befüllt oder die, die sich den Stress nicht gibt und ihrem Kind den Schokoladenkalender im Supermarkt kauft. Und man kann es glauben oder nicht: darüber wird sogar richtig gestritten. Es wird über Konsumterror diskutiert, über Plastikmüll, der in der Adventszeit aus den selbstgemachten Säckchen quillt und die Kinder überfüttert mit nutzlosem Zeug. Und es wird vor allem darüber geredet, wie doch die Bastel-Selbermach-Bullerbü-Mütter es den anderen so schwer machen, die "nur" einen gekauften Kalender für ihre Kinder organisieren. Wie schlimm das ist, dass es diese widerlichen druckmachenden Bastelmütter gibt, die ihre Freizeit und ihre seelische Gesundheit dem Adventskalender-Gebastel opfern und dann, kurz vorm Burnout und in durch zu viel Bastelei ausgelöste Ehekrisen nicht mehr anders können, als sich eine Nase Koks herbei zu sehnen. Ja, ich weiß, der Text, den ich hier zitiere, soll Satire sein. Er soll lustig sein. Und er soll die Last von den Schultern derer nehmen, die Basteln hassen. Aber ich sehe da vor allem eins: einen neuen Graben zwischen den sogenannten Mütterfronten, der parallel zu den schon exisitierenden Streitthemen gezogen wird. Der Adventskalendergraben, der jetzt in schöner Gesellschaft mit dem Graben zwischen Langzeitstillmüttern und Flaschenmüttern da liegt, links neben dem zwischen Familienbettverfechterinnen und denen, die ihre Kinder lieber in ihre eigenen Bettchen legen, kurz hinter dem zwischen den Trage- und den Kinderwagenmüttern und einen Steinwurf entfernt vom Graben zwischen Pampersuserinnen und Windelfreiüberzeugten. Ich hasse es.

Und obwohl ich mir geschworen habe, mich nie NIE wieder zu solchen Themen zu äußern, kann ich gerade nicht anders und wiederhole gerne, was ich auf Twitter gestern schon so ähnlich schrieb: warum, zur Hölle, können wir uns nicht einfach mal gegenseitig in Ruhe die Dinge so machen lassen, wie sie zu uns passen? Wieso muss ich mich ständig und immer wieder vergleichen und vergleichen lassen? Wieso gerate ich als Mutter immer wieder in diese Falle, mit dem was ich tue, in irgend einer Form Position zu beziehen, obwohl ich doch vor allem daran denke, was ich für meine Kinder, für meine Familie richtig finde? Muss jetzt das Thema Adventskalender dafür herhalten, dass sich wieder alle argwöhnisch gegenseitig begutachten, zu welchem Lager die anderen wohl gehören?

"Bastelt die etwa selbst? Na, die hat ja Zeit. Und dass sie das mit dem Konsumwahnsinn auch noch unterstützt! Also das finde ich wirklich schwierig. Das hat sie wohl noch nicht verstanden…"

vs.

"Oh Gott, die kauft so einen scheußlichen Schokokalender im Supermarkt! Der pure Zucker! Und so lieblos! Die armen Kinder…!"

Ich will das nicht! Ich will diese bekloppten Diskussionen nicht, ich will diese konstruierten Maßstäbe nicht an meinem und andererleuts Leben. Und vor allem will ich die gegenseitigen Verurteilungen nicht. Wie immer will mir nicht in den Kopf, dass wir ernsthaft über so etwas reden und ich frage mich, ob wir nicht alle was Besseres zu tun haben, als uns ständig gegenseitig kritisch zu beäugen und uns beim geringsten Anlass gegenseitig vorsorglich gleich mal zu kreuzigen.

Adventskalender, Adventskranz, basteln, Bastelmuddi, Mommywars, bastelgate, Twitter, bashing, selbstgebastelt, Adventstradition, Adventspäckchen

Unser traditioneller Adventskalender

Nein, ich bastele keinen, aber ich packe Päckchen aus Seidenpapier und binde sie an unseren großen Adventskranz, der jedes Jahr von der Decke hängt. Jedes Kind hat seine eigene Farbe, eins Rot, eins Grün und eins Gold, und jedes Jahr hänge ich für jedes Kind 24 Päckchen an den immerselben Kranz, so wie es meine Mama schon für meine Geschwister und mich gemacht hat. Und ihre Mutter vor ihr. Das ist eine weihnachtliche Familientradition, die bei uns ganz viel mit Liebe, Erinnerungen und auch Schmerz zu tun hat, denn meine Mutter, die wir jedes Jahr um diese Zeit besonders vermissen, war eine Weihnachtsmaus, die keine Zeit im Jahr mehr liebte, als die Vorweihnachtszeit. Sie war eine voll berufstätige Mutter von drei Kindern und ihr Größtes war es, in dieser Zeit des Jahres, der Adventszeit, so viel gemeinsame Zeit wie möglich für uns zu schaffen. Wir hatten gemeinsame "Adventsstündchen" bei Kerzenschein und mit Mandarinensnack, bei denen wir Weihnachtsgeschichten lasen oder Lieder sangen. Wir buken zig Sorten Plätzchen zusammen und sammelten bei Waldspaziergängen Naturdeko für unser Haus, die wir zusammen anbrachten: Mistelzweige, Hagebutten, Tannenzweige und Wurzeln. Wir machten Musik am Klavier und mit unseren Flöten und übten Weihnachtslieder ein. Wir waren einfach… adventlich beieinander. Das Befüllen der Päckchen hat meine Mama in Weihnachtstimmung gebracht, so wie es heute für mich ist, und sie hat sich viele liebevolle Kleinigkeiten für uns Kinder ausgedacht: da waren goldene Walnüsse, kleine selbstgemachte Wachspüppchen und weihnachtliche Stoff- und Holzfigürchen, die dann an den Weihnachtsbaum gehängt wurden. Oft packte sie die gleichen Sachen im nächsten Jahr wieder ein und wir freuten uns, weil wir unsere "Lieblinge" wiedersahen, auf die wir uns ein Jahr lang gefreut hatten.

Genauso mache ich es mit meinen Kindern und ich weigere mich, jedes Mal eine Triggerwarnung auf meinem Blog einzubauen, damit sich jemand, der keine Lust auf diese Art Adventsbräuche hat, nicht auf den Schlips getreten oder unter Druck gesetzt fühlt. Ja, meine Kindheit war (diesbezüglich) idyllisch und ich bin unendlich dankbar dafür. Und ja, das hat für mich Maßstäbe gesetzt, aber nicht, weil ich " so gut" sein will, wie meine Mutter oder andere Mütter im echten Leben oder in diesem Internet, sondern weil ich hoffe, dass ich meinen Kindern den Weihnachtszauber ebenso vermitteln kann, wie meine Mutter damals meinen Geschwistern und mir. Meine Adventstraditionen haben nichts mit Konsumterror zu tun, auch wenn ich pro Kind 24 Päckchen befülle. Das, was ich ihnen da verpacke, ist kein minderwertiger Plastikmüll, sondern es sind viele oft nützliche Kleinigkeiten, auf Zettel geschriebene Gedichte und Botschaften oder Schokolade. Und es ist mir egal, was jemand anderes davon denkt. Denn es hat nichts mit euch zu tun. Es hat nur etwas mit meiner Familie und mir zu tun, daher, wo wir herkommen und was wir weitergeben möchten. Es ist kein Statement über richtiges oder falsches Adventsverhalten, es ist kein Maßstab, den ich an andere anlege und kein Schuh, den eine andere Mutter sich anziehen muss. Ist. Es. Nicht. Und es ist mir schleierhaft, wieso jemand sich dadurch angegriffen, verletzt oder unter Druck gesetzt fühlt. Aber bitte, go ahead. Wer sich wegen etwas schlecht fühlen will, das ich mit meinen Kindern mache – gern geschehen.

Es ist nur ein Adventskalender

Es geht niemanden etwas an, was andere im Advent mit ihren Kindern machen und ob sie ihnen die Adventskalender von Hand zusammenklöppeln und in einer Nacht- und Nebelaktion in die Zimmer hängen oder ob sie ihren Kindern mit Schokokalendern eine Freude machen. Es sagt nichts darüber aus, ob jemand eine gute oder eine schlechte Mutter ist. Es sagt nichts darüber aus, ob jemand, der das eine tut und das andere lässt, ein besserer oder ein schlechterer Mensch ist. Und mal ganz im Ernst: der einzige Maßstab, den ich hier als Kriterium gelten lasse, ist die Freude der beschenkten Kinder. Und zwar der eigenen, nicht der fremden. Denen ist es in der Regel wurscht, ob der Kalender gebastelt oder gekauft ist, die freuen sich einfach. Und wenn nicht, dann kann man an das Thema ja getrost einen Haken machen.

Und übrigens: es soll auch Menschen geben, die sich beim Basteln entspannen. Die machen das ganz freiwillig und sind glücklich dabei. Ich gehöre nicht dazu, aber es bedroht mich auch nicht, wenn andere gerne alles selbermachen. Ist doch schön für sie! Und wer sich mit dem gekauften Kalender entspannter fühlt: ich gratuliere euch! Ihr habt einen guten Weg für euch und eure Kinder gefunden und seid glücklich damit. Besser geht's nicht!

In diesem Sinne plädiere ich für mehr Entspannung, mehr leben-und-leben-lassen, weniger argwöhnische Blicke nach rechts und links, ausreichend Glühwein und (gekaufte oder selbstgebackene, I don't care!) Plätzchen und hoffentlich ganz viel schöne vorweihnachtliche Stimmung. Überall! Auch im Adventskalender.

Und wie ist das bei euch? Basteln oder kaufen?

signatur

Was zuvor geschah:

50 Kommentare

  1. Pfarrfrau sagt

    Meine Mutter macht meinen zwei Kindern eine Adventskalender, so wie für mich früher. Dieses Jahr hat sie nicht für alle Tage etwas, so dass ich an den anderen Tagen "freie Hand" habe. 

    Letztes Jahr hatten sie noch dazu den klassischen Schokokalender. 

    Für meine Kinder ist es pure Liebe ihrer Oma, Tradition, Freude an meist Dunkeln Tagen (wir haben nun mal Mistwetter hör am Ozean). 

    Wenn meine Mutter mal nicht mehr kann oder mag, werde ich die Tradition weiter führen. 

    • Das hört sich total schön an. Und das ist meiner Meinung nach genau das, was in den Säckchen/Päckchen/wasauchimmer stecken sollte: Liebe. Ich habe der Kleinen wegen ihres Federticks mal einen Kalender nur mit 24 verschiedenen Federn befüllt, große, kleine, bunte, flauschige, zottelige usw. Sie war selig!

      • Simone sagt

        Ich habe für meinen damals 5- jährigen das ganze Jahr die schönsten Steine gesammelt, weil er die geliebt hat. Nächstes Jahr wird er 20, die Sammlung hat er immer noch:)

  2. Was ich so albern an den Diskussionen finde (egal ob Adventskalender, Ordnung, Freizeitprigramm, Kindergeburtstage, Bentoboxen): Fraktion A wirft Fraktion B vor, sie durch ihr Handeln unter Druck zu setzen. Deswegen müsste Fraktion B im Sinne der Fairness und des sozialen Miteinander alles so wie Fraktion A machen. Da beisst sich die Katze doch in den Schwanz. Auf der anderen Seite wird Toleranz gefordert für unterschiedliche Sichtweisen und Tralala und die Katze beisst nochmal fest zu.

  3. Vielen Dank für diesen schönen Artikel.Besser kann man es einfach nicht sagen:Macht doch alle was ihr möchtet.Hauptsache jeder ist mit seiner Wahl zufrieden.Und nicht immer nur nach links und rechts schaun.Ich muss da so an teure vs.günstige Kinderwagen denken,Pampers vs.Stoffwindeln.Hört das denn nie auf?

    • Ich bin immer wieder erstaunt, wie das die Gemüter erhitzt, die Lagerbildung anheizt und zum Politikum erklärt wird. Ich meine: Adventskalender! Give me a break! Aber man lernt ja nie aus. In diesem Fall – leider.

  4. Ein schöner Text der betont was wichtig sein sollte, die eigenen Familienrituale zu haben und zu pflegen, wie auch immer die aussehen. 

    Bei uns gibt es für die Lütte 24 kleine Säckchen die letztes Jahr besorgt wurden und die hoffentlich noch lange Jahre befüllt werden. Sie haben einen Platz im Flur und werden mit Kleinigkeiten und Süßem befüllt, in einem Rahmen der für uns ok ist. Ich liebe das Auswählen mit bedacht, die weihnachtlichen Anhänger die zwischen den Säckchen hängen, den Hingucker im Flur und ihre Freude an jedem Morgen. So ähnlich war mein Kalender in der Kindheit auch, vielleicht wird es irgendwann auch bei Enkelkindern mal so sein.

  5. Leia ist meiner Meinung noch zu klein (16 Monate), daher gibt es dieses Jahr noch keinen. Aber wenn es soweit ist, werde ich situationsbedingt für mich entscheiden, was der richtige Weg ist. Ist es zu viel Stress gibt es den gekauften, habe ich Zeit in Hülle & Fülle gibt es einen selbstgemachten. Easy as that. 

    Was unter Mamas manchmal abgeht ist wie Mobbing in der Schule. Alle reden von "Leben & leben lassen", aber kaum einer setzt das wirklich um. Mehr als schade. Ich finde das toll, wie du das machst! 

  6. Stefanie sagt

    Liebe Anna,

    das hast du sehr schön geschrieben. Ich habe schon Kalender gebastelt, in diesem Jahr gibt es nun einen gekauften Schokokalender und ein Buch dazu mit 24 kleinen Geschichten. Leben und leben lassen – ich mache das, was für meine Familie richtig ist und das sollten doch alle tun, oder?. Ob nun beim Adventskalender, Laterne basteln, Plätzchen backen usw.

    Alles Liebe und eine tolle Adventszeit, Stefanie

  7. Du bringst meine Gefühle sehr schön auf den Punkt. Und wen es interessiert: bei uns (2 Jungs: 15 und 18 + Eltern) besorgt jeder für jedern 2 kleine Geschenke, das sind dann 24 individuelle Kleinigkeiten, die verpackt auf der Fensterbank stehen und nach einander ausgepackt werden. Jeder bekommt was, alle beteiligten sich und der Stress hält sich in Grenzen. Wir genießen dieses Ritual, es gehört zu unserer Familie und wie andere es machen ist ihnen überlassen. In diesem Sinne eine wunderbare Vorweihnachtszeit……

     

     

    ,

    ,

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    n es

  8. Märtha sagt

    Mein Sohn ist dieses Jahr noch zu klein für einen Adventskalender. Meine Idee für nächstes Jahr ist, eine Krippenszene Tag für Tag aufzubauen – also jeden Tag ein Element dazu. Und im Jahr drauf gibt es dann vielleicht einen "richtigen" Adventskalender, der wird im Idealfall einmal genäht oder gebastelt und dann jedes Jahr wiederverwendet. Ansonsten gibt es die Päckchen-Variante.

    Liebe Grüße 

    Märtha 

  9. RonjaMama sagt

    Das wichtigste an Weihnachten ist sicher nicht die Qualität des Selbstgeklöppeltem Kalenders aus mundgesponnenem Satin,sondern das Glitzern der Kinderaugen!

    Jeden Morgen eine Kleinigkeit auszupacken,ob Süß oder Plastik,Holz oder ne Senfgurke!

    Glaube insgesamt nicht nur der "Straßenkampf" der Supermamas nimmt zu,sondern das Netz fördert es sogar durch seine Anonymität….

    Eigentlich traurig über sowas diskutieren zu müssen!!!Wir haben doch alle was anderes zu tun!

    Und jede faule Gurke,die sich für Besserwisserei,Machtgefühl und Egopush die Zeit nimmt,sollte lieber Mal raus gehen, nen Buch lesen,mit den Kindern spielen oder notfalls das Klo scheuern!

     

    Zu deiner Frage:

    Selbstgekauft,mit Flohmarktfund,Zwischendurch Schoki und für uns Eltern gibt es die günstigsten mit Schokofüllung.Schließlich sind wir auch Kinder nur große und genug Verhalten sich auch nicht so.

     

    In diesem Sinne

    Frohe Adventszeit

    Kerstin,RonjaMama 

  10. Claudia sagt

    Wie immer: leben und leben lassen. Aus den diversen  Wettbewerben hab ich mich schon lange rausgenommen. Ich mach mein Ding, wie es für mich und meinen Kleinen grad am besten passt. Letztes Jahr hab ich einen superduper megatollen Kalender selbst gemacht, dieses Jahr gibt's einen gekauften, nächstes Jahr mach ich vielleicht wieder selbst einen. Oder ich kauf einen. So what? 😉 Jeder wie er mag. 

  11. Es gab Jahre, da habe ich für Mann und Kind einen gebastelt. Es gab Jahre, da habe ich für die beiden einen gekauft.

    Heuer habe ich für mich zuerst einen gekauft. Ja, zuerst! Und einen Schokokalender für die Tochter. Weil sie hat genug Spielsachen. Sie hat gerade auch genug Bastelsachen, wir haben was wir brauchen. Der Mann bekommt einen Kalender mit einem Fotodruck drauf. Den kann ich dann – wenn ich möchte – nächstes Jahr wieder selbst befüllen. Wie du schreibst – wenn ich für jemanden etwas bastle, dann, weil ich es gerne mache. Und nicht weil ich das Gefühl habe, es zu müssen.

  12. Ich bastle. Ich mache generell viel selbst. Weil mir das Spaß macht. Nicht um irgendjemanden damit unter Druck zu setzen. Und bis gestern war mir auch gar nicht klar, dass sich manch eine Mutter davon unter Druck gesetzt fühlt. 

    Ich finde diesen Leistungsdruck unter Müttern ganz furchtbar. Wir müssen nicht besser als die anderen Mütter sein, wir sollten uns stattdessen gegenseitig unterstützen. Auch wenn wir vieles unterschiedlich machen. 

    Dein Text ist super! Danke!!

  13. Amara sagt

    Ich habe den Eindruck, dass das grundsätzlich auf den Schlips getreten und generell zu kurz gekommen fühlen in allen Lebensbereichen zunimmt. Die einen prügeln dann ihre Meinungen bei Adventskalendern durch, die anderen wählen rechts, um es den anderen mal zu zeigen. Ich versteh es nicht.

    • Genau so empfinde ich das auch! Woher kommt das bloss, dieses Empfindlich-Sein in allen Bereichen?

  14. Katrin sagt

    Lach doch einfach darüber. Bitte! Das tut ja fast schon weh, wie Du Dich aufregst. Geniesst Euer schöners Adventsritual.

    Bei uns: abendliches Kerzensanzünden und Plätzchen essen.

  15. Hahaaaaa…. Wie so oft bekomme ich Twitter mal wieder nicht mit. Danke für die Zusammenfassung. Finde ich ja fast amüsant! Jeder wie er will, würde ich sagen. Ich bin immer für leben und leben lassen…. 

  16. Liebe Anna, als erstes einmal: Herrliche Überschrift! Da konnte ich gar nicht anders als lesen!

    Manchmal spinnen die Leute im Netz und die im wirklichen Leben auch!

    Hier gibt es schon immer einen selbstgemachten Adventskalender. Also, selbstgepackt. Das eine Kind bekommt die Päckchen an einen Kranz gehängt und bei dem anderen liegen sie in einer alten Holzbierkiste. Beides hat bei uns Tradition und schon meine Schwester und ich hatten so einen Päckchenkalender. Für mich gehört es zu den liebevollen Traditionen im Advent (genauso wie die Tatsache, dass ich noch in der Nacht vorher Päckchen packe und dabei herzerwärmt an meine Ma denke -die leider schon 28 Jahre nicht mehr da ist – die das auch immer so tat. Leicht fluchend und doch voller Liebe )

    Ich bin mir aber sicher, dass die Welt nicht untergeht, wenn es einen Türchenkalender gibt.

    Jede Familie hat ihre Traditionen unddas ist gut so!

    Ganz liebe Grüße vom Deich

    Claudia

    Ps. Erwähnte ich schon, dass ich für die 7. und 13. Klasse meiner Töchter auch Schoki in Tüten stecke, damit alle Kinder ein bisschen Adventstradition haben ? Und natürlich auch für die Lehrer 🙂 Sonst sind die nämlich traurig, weil es schon Tradition ist, lach. Genauso wie ich mich jedes Jahr wieder Frage, ob ich sonst nix zu tun habe….

  17. Ein sehr schöner Artikel. Vielen Dank dafür. Ich spüre das selber, besonders wenn es um Ernähurng geht, weil ich darüber schreibe, aber auch in vielen anderen Dingen. Es scheint als gäbe es heute nur noch alles Schwarz oder Weiß. Ich bastle wirklich nicht gerne. Aber einmal im Jahr zum Advent mache ich das sehr gerne, sozusagen zur Einstimmung und weil es meinen Kindern eine Freude bereitet. Über diese ganzen Diskussionen staune ich immer wieder. Ich persönlich bin hier im Internet genau deswegen unterwegs, weil so viele Menschen da draußen so viele Dinge anders machen als ich. Genau das finde ich klasse. Ich schaue, ich lese, gucke mir hin und wieder etwas ab, hole mir Inspirationen. Und wie du schon sagtest: Adventskalender, geh's noch??? Was ist als nächstes dran: Diskussion darüber ob Plastik-Tannenbaum oder ein echter Tannenbaum???

  18. Hinrichs sagt

    Team: Lego/Playmobil  Kalender kaufen. Schon immer! Im Kindergarten würde ich gezwungen ein Kalender mit Klopapierrollen zu basteln. Hab dann den Inhalt des Playmobilkalenders reingesteckt. Der müffelt jetzt aufm Dachboden rum. Steh voll dazu Adventskekse werden auch jedes Jahr gebacken mit Fertigteigmischungen Aber ich steche aus, backe und dekoriere mir den Kids☝️️Jeder wie er mag und ich verurteile niemanden

  19. Sabrina sagt

    Ich bastle gerne, besonders wenn das gebastelte dann noch eine Funktion erfüllt. Mein Mann hat vor Jahren, als wir noch nicht verheiratet waren, von mir selbstbefüllte Kalender bekommen. Mal gebastelt, mal gekaufte zum selbstbefüllen, manchmal neue, meist wieder verwendete. Und ich hab auch welche von ihm bekommen. Ich liebe Adventskalender und freue mich total über jegliche Art davon. Ob Bildchen, Sprüche, Gewinnspiele, Schokolade – alles ist toll. Meine Tochter ist jetzt drei. In den letzten Jahren haben wir uns zu dritt einen Milka-Kalender geteilt. Jeder war 12x dran, die Kleine durfte immer mit abbeißen. In diesem Jahr wollte ich gerne wieder mal einen eigenen. Deswegen gibt es jetzt zwei Schokokalender. Einen teilen sich Tochter und Mann, den zweiten teile ich mit dem Baby in meinem Bauch 🙂

    Zusätzlich gibt es noch einen wiederverwendbaren Kalender mit Mini-Büchern von der Sendung mit der Maus. Und Bücher mit Weihnachtsgeschichten. Im letzten Jahr hatten wir noch eine Geschichte von einem Schaf was die Weihnachtsgeschichte aus seiner Sicht erzählt – mit passendem Fensterbild woraus eine Krippenszene entsteht.

    Und irgendwann hab ich vielleicht auch wieder die Zeit, wieder selber einen Kalender befüllen. Da freue ich mich auch darauf. Aber die Zeit und die Energie sind nunmal begrenzt und dann kuschel ich lieber mit der Tochter auf dem Sofa, als noch den Adventskalender zu basteln. Dafür mache ich das Adventsgesteck selbst und Backe wohl ein bisschen. Hauptsache es macht Spaß und man genießt die Adventszeit. In diesem Sinne macht das alle. Es ist die schönste Kuschelzeit des Jahres!

  20. Pingback: Adventskalender basteln oder das Private ist politisch

  21. Jedes Mal wenn mir in meiner Timeline liebevoll selbstgebackenes/selbstgebasteltes/selbstgenähtes/…. begegnet, hüpft das schlechte Gewissen unter seinem Stein hervor und schreit ganz laut in meinen Ohren: "Schlechte Mutter", "Versagerin", "Egoistin", "Prioritätenfalschsetzerin", "dein Kind wird niemals schöne Erinnerungen an Weihnachten haben" und was noch alles.
    Natürlich hat das nichts mit Dir oder den anderen Damen zu tun, die solche Bilder und Geschichten veröffentlichen und natürlich würden die solches niemals denken.

    Trotzdem machen diese Postings etwas mit mir! Und ich nehme mir das Recht heraus, in meinem Blog "laut" darüber nachzudenken, was das ist, wo es herkommt und wie ich damit umgehe.

    Wieso fühlen sich Mütter, die gerne basteln, von mir angegriffen nur weil ich laut ausspreche, dass ich das nicht gerne mache?
     

  22. Janina sagt

    Meine Kinder und ich basteln alle sehr gerne. Deshalb darf ich auch keinen Adventskalender mehr basteln, das haben die beiden für dieses Jahr bereits selbst erledigt 🙂 Da werden dann in ein Papier 24 Türchen geschnitten, ein Blatt dahinter geklebt und dann Bildchen gemalt. Meine Tochter hat sich zusätzlich noch 24 Päckchen gepackt. Was drinnen ist, hab ich nicht mitbekommen. Vor Jahren hatte ich auch Päckchen gemacht und aufgehängt. Als ich dann fragte, ob ich das wieder machen soll, hieße es: ach nö, danke – machen wir selbst. Dafür gibts von mir noch einen Schokokalender für jeden, aber nur den kleinen. Die 2 Gramm Schokolade täglich werden die Kinder schon nicht umhauen…Mein großer Sohn, mittlerweile 19 Jahre jung, bekam mal einen Kalender von seiner Bonusmama mit Ü-Eiern. Seitdem kann er die nicht mehr essen, die haben sich bei uns gestapelt. Aber ich muss schon sagen, euer Kranz ist echt toll, der würde mir auch gefallen!!!

  23. Verschwörungstheoretikerin sagt

    Und überhaupt: diese ganze Diskussion wurde eigentlich vom Patriarchat initiert… um uns Frauen davon abzuhalten, über Wichtigeres miteinander zu diskutieren.

    • Verschwörungstheoretikerin sagt

      Oh, ich habe gerade gesehen, dass AufZehenspitzen denselben Verdacht hegt.

  24. Lottissima sagt

    Hallo Anna,

    ein sehr netter Text von dir! Meine Kinder (6, 4 und 1) bekommen einen gekauften Adventskalender mit Schokolade darin (das kleinste kriegt noch nichts). Und sie freuen sich sehr darüber. Und ich kann das verstehen, denn eine meiner frühesten und schönsten Kindheitserinnerungen ist: ich und mein Schokoladenadventskalender. Das hört sich vielleicht komisch an und im Nachhinein denke ich mir auch: Watt? Aber es war so! Erstmal fand ich die Motive immer traumhaft schön (haha, war aber so!) und konnte mir stundenlang den Weihnachtsmann auf dem Schlitten und die Engel mit den Geschenken angucken, oder ähnliche Motive halt. Dann das Zahlensuchen: Wo ist jetzt die 9? Und jeden Morgen das gleiche Spiel: "Mamaaaaa, da ist keine 9!", "Doch, da muss eine sein, guck doch mal nach!" "Nein, Mama, echt nicht, da ist keine 9!" "Schau nochmal…" "Nein, nein, Mama, ganz sicher, ich hab… oh, da ist sie ja." Nervenkitzel pur! Und dann das komplizierte Aufpulen der Tür und die Frage, was ist wohl heute drin und damit meine ich die Form der Schokolade… ein Schlitten, ein Tannenbaum… ich fand das echt spannend. Und dann der Genuß, daran erinnere ich mich noch genau, draußen noch dunkel und ich schmecke schon Schokolade auf der Zunge – schön!

    Ich kann verstehen, dass das manchen lieblos vorkommt, einen einfachen Schokokalender zu kaufen, aber ich glaube nicht, dass das jedes Kind so empfindet, bei mir wars jedenfalls ganz und gar nicht so. Und wenn ich mir ein Kategorisieren in Sachen Adventskalender erlauben würde, dann würde ich die Trennung eher bei Geschmack gegen Spielzeug einsetzen. Denn dieses Schokolade schmecken, dieses Besondere 24 Tage lang was süßes gleich morgens nach dem Aufstehen zu genießen finde ich persönlich sehr schön. Und reicht. Aber klar, meine Kinder sind auch noch klein, vielleicht sieht das später anders aus… da kann ich noch nicht mitreden.

    Viele Grüße von einer Ex-Berlinerin

    • Kathleen sagt

      @Lottissima, dein Text hätte von mir sein können! Mein Mann und ich hatten beide als Kind auch immer "nur" so einen einfachen gekauften. Und ich fand den sooo toll. Genau wie du es beschreibst: früh nach dem aufwachen, wenn es noch dunkel war, sind meine 2 Geschwister und ich ins Wohnzimmer geflitzt. Jeder hatte seinen Kalender. Wer findet das Türchen als erstes? Wo ist es denn nur? Ich finds nicht! Ach da ist es! Das war so spannend.

      Gebastelte Kalender finde ich auch schön, aber die verbinde ich eben nicht so mit meiner Kindheit. Sowas hab ich erst bekommen als ich schon erwachsen war.

      Mein Sohn hat jetzt auch nen einfachen gekauften bekommen 🙂 Er ist zwar erst 3 und kann die Zahlen noch nicht selber finden, aber das Türchen öffnen findet er auch jetzt schon total aufregend. Er ist glücklich mit seinem Kalender. Und ich auch, weil ich mich an meine eigene Kindheit zurück erinnere, wenn ich ihn damit sehe.

  25. maria sagt

    Ja, das mit dem Schokokalender kenne ich auch noch.

    Bei uns gibt es jedes Jahr eine beleuchtete Girlande, an der kleine Geschenke hängen.

    Dieses Jahr rosa für die 11 jährige, rot für die 17 jährige und die kleine, 20 Monate bekommt einen Kalender mit Krippenfiguren für Kinder.

    So war es jedes Jahr und wir freuen uns schon auf das einpacken und rumbasteln.

    Das ist für uns auch immer ein Erlebnis.

    Meist sind wir danach furchtbar betrunken, aber stolz wie Oscar auf unser Werk.

    Das hat auch schon Tradition:-).

     

    @Anna Welchen Durchmesser hat Dein Kranz auf dem Bild?

  26. Verena sagt

    Ja und anschließend diskutieren wir noch eben darüber, womit und wie wir unseren Kindern den Hintern abwischen, weil wegen Müll und so. *Ironieaus* 

    Ach nee, das muss es ja auch schon selber können. Vergessen.

  27. Sarah sagt

    Liebe Anna,

    da ich keinen Blog und kein Twitter habe ist die Diskussion an mir vorbei gegangen und ich habe mir dann gestern die ganzen Artikel nachträglich durchgelesen. Ich kann mich in jeder einzelnen Autorin in großen Teilen wiederfinden. 

    Dein Text ist mir jedoch an einer Stelle aufgestoßen, da er eine psychische Dimension des Themas anspricht, die weit über die "Das Private ist politisch"-Deutung der Anderen hinausgeht:

    "(…)und ich weigere mich, jedes Mal eine Triggerwarnung auf meinem Blog einzubauen, damit sich jemand, der keine Lust auf diese Art Adventsbräuche hat, nicht auf den Schlips getreten oder unter Druck gesetzt fühlt"

    Ich lese viele (Mama-)Blogs, kommentiere aber eigentlich nie. Oft werde ich von deinen Inhalten jedoch tatsächlich getriggert, und zwar weil meine Kindheit kein bisschen so war. Ich merke dann jedes Mal, dass bei mir an der Stelle, wo Geborgenheit, Liebe und irgendwelche (ob gebastelte oder gekaufte) Adventskalender sein sollten ein dickes Loch gefüllt mit Wut und Verzweiflung klafft. Und die Sorge, dass ich meinen Kindern vielleicht all diese Dinge auch nicht ausreichend vermitteln kann schwingt immer mit. Ich würde mich niemals bei den Blogerinnen "beschweren", wie sie mir solche Artikel über ihre liebevollen Familien zumuten können, denn ich weiß, das Problem liegt bei mir und nicht bei den Autorinnen. Du teilst dich mit und machst dein Ding, nicht für oder gegen mich sondern für dich. Wenn ich es nicht aushalte muss ich aufhören, es zu lesen.

    ABER der Satz mit der Triggerwarnung mit all seiner Wut verletzt mich dann doch, denn es ist halt einfach so, dass mich dein Blog tatsächlich permanent triggert, vor allem, wenn du von deiner eigenen Kindheit und Familie erzählst. Deswegen habe ich mich sehr angesprochen gefühlt. Ich verlange keine Triggerwarnung von dir, hoffe aber, dass du dir bewusst bist, dass Beschreibungen von 'heilem' Familienleben tatsächlich etwas mit den Lesenden machen, vor allem wenn sie selber das nicht erfahren durften. Dein Hinweis zieht das etwas ins Lächerliche, auch wenn das bestimmt nicht so intendiert war. 

    Alles Gute!

     

  28. Wie bei dir 🙂 entspannt einpacken, aufhängen, fertig. 

    Ja, es kann etwas aufwendig sein, 24 nicht-ramschige kleine Geschenke zu finden, oder auch 48 oder mehr, vielleicht sogar noch 24 nicht-Süßigkeiten. 

    Das kann aber auch ganz einfach sein. Neues Obst und Gemüse zum Spielen, Badezeugs, hier noch ein Puppenlätzchen, zwei Tattoos und 3 Stempel, fertig. 

    Und zu zweit ist das in unter einer Stunde verpackt und jedes Jahr am gleichen, vom Papa (!!!) gebastelten Kalender aufgehängt. 

    Meinetwegen soll auch jeder machen, wofür sie/er Zeit und Lust hat, aber die meisten Kaufkalender sind auch einfach potthässlich. Wir haben schon den Großeltern gesagt, dass ein eventueller Ü-Ei-Kalender nur bei uns oder im Müll länden würde, weil wir uns sowas auch nicht in die Wohnung hängen würden. 

  29. Uiuiui. Jetzt ist der Rabenmutter-Gute Mutter-Konflikt schon auf Adventskalender übertragen worden? Na herzlichen Glückwunsch, ein neues Niveau ist erreicht.

    Ich habe mich schon bei den üblichen Streitfragen Stillen, Tragen, Schlafen etc immer gefragt, wo das Problem daran liegt, andere Mütter einfach für sich selbst entscheiden zu lassen. Ich kann mit diesem Missionierungsgedanken einfach nicht viel anfangen.

    Ich persönlich bin der absolute DIY-Freak. Ich habe einfach meine Freude daran, selbst zu basteln und möglichst viel selbst zu machen. Dennoch habe ich meiner Kleinen dieses Jahr noch keinen gebastelt – dafür ist sie noch zu klein. Sie darf sich stattdessen an dem mit Plastik verseuchten und verschwenderischen Tut Tut Baby Flitzer-Adventskalender erfreuen. Wird sie auf jeden Fall. Und ich freue mich darüber, dass es sie glücklich macht. So soll's sein.

  30. Dieser Zwist wäre beinahe an mir vorbeigegangen, leider nur beinahe. Und jetzt, wo ich doch darüber gelesen habe, habe ich einen Kloß im Magen. Das ist ungeheuerlich – wieso gönnt man nicht jedem sein Leben und seine Vorlieben? Wer basteln mag, der bastelt, wer das nicht mag oder keine Zeit dazu hat, tut es halt nicht. Und da sollte die Diskussion enden. Das macht niemanden zu einer schlechten Mutter. Warum müssen wir uns als Mütter ständig gegenseitig niedermachen und unsere Entscheidungen und Erziehungsweisen über andere stellen? Von Verwandschaft im Ausland (Frankreich, Schweden) kenne ich so ein Verhalten nicht…

  31. Ach, und noch einen Nachtrag: Haben wir denn alle eigentlich nichts besseres zu tun als zu vergleichen und schlimmstenfalls auch noch streiten?

  32. Seana sagt

    Danke für den Blog. Da ich ja gerne auf beiden Seiten des Grabens unterwegs bin, halte ich oft den Ball flach.

    Für mich gab es dies Jahr einen gekauften Kalender mit Kreativkram. Für meinen Mann befülle ich noch und mini bekommt frühestens nächstes Jahr einen. Dann hab ich aktuell schon wieder mimimimi wir wollen ihm was schenken von den Grosseltern, gut das der nächste Kindersitz für das Auto ansteht, da hat er länger was von und er überfüllt die Wohnung eher selten. Prinzipiell freue ich mich auch darüber, praktisch muss es nicht das fünfte Buch zum kauen, die siebte Rassel sein. Klamotten hole ich lieber Second Hand statt neu. Und gelegentlich würde ich gerne trotz grosser Familie und Freundeskreis auch mal selbst etwas für mein Kind aussuchen ohne das ich damit jemand auf den Schlips trete. Das wertvollste ist für mich immer noch die Zeit miteinander. Es muss nicht jedes mal in eine Geschenkeschlacht ausarten.

    ich habe deutlich mehr von der gemeinsam verbrachten Zeit, als von den Geschenken, die mir in naher Zukunft unter den Füßen stehen

     

  33. Meine Fresse, da hat man ja als kinderloses Seelchen schon gar keinen Bock mehr, welche zu bekommen, wenn die Welt als Mutter scheinbar wegen dem banalsten Scheiß zum Haisfischbecken wird. Ich bastele gern und finde das entspannend. Möglich also, dass ich mal eine ganz "schlimme" Bastelmutti werde. Andererseits jedoch macht mir das Basteln auch nur dann Freude, wenn ich Zeit dafür habe und es nicht in Stress ausartet. Vielleicht lasse ich es daher auch, einfach weil das Leben schon hektisch genug ist. So what? Was wollen die eigentlich? Eine Welt in der alle das gleiche tun, das gleiche anziehen, das gleiche denken und das gleiche essen? Na das wird ja eine tolle Zukunft…

  34. Daggi Widmaier sagt

    Ich bin 58 Jahre , Mama und Oma. Meine Kinder und Enkelkinder wurden und werden mit Bilderkalendern groß! Mit Glitzer drauf, der an den süßen kleinen Patschfingern beim Öffnen der Fenster kleben bleibt.Wunderschön, ohne Stress und mit meiner erwachsenen Tochter schaue ich gemeinsam auf wunderschöne Bildkalender aus ihrer Kindheit zurück. So einfach, so schön.

     

  35. Hallo,

    genau wie du habe ich die Tradition meiner Kindheit übernommen. 🙂

    Ich hatte als Kind immer denselben Kalender aus Stoff zum Selberbefüllen und meine Mutter hat ihn gefüllt, mit Süßigkeiten oder süßen Sachen.

    Eine liebe Freundin hat mir einen wunderschönen Kalender genäht, der dieses Jahr zum zweiten Mal in Einsatz kommt und gefüllt wird mit kleinen Büchern, Knete und Scheichtieren. Alles im Angebot gekauft.

    Wenn sie allerdings irgendwann einmal einen gekauften Kalender möchte, dann werde ich einen kaufen. Ganz einfach. 🙂

    Aber schön, wenn den Menschen so langweilig ist, dass sie über ganz freie Entscheidungen und Ansichten diskutieren müssen. Liegt bestimmt am schlechten Wetter.

    LG Conny

  36. Ein wunderbarer Text. Bitte blogge, blogge , blogge! Gerade zu solchen Themen höre ich deine Stimme gerne. was für eine absurde Diskussion .  jede Familie hat eigene Traditionen und die haben ihre Hintergründe , darüber kann man doch gar nicht streiten .  Alles private wird zur öffentlichen Diskussion freigegeben und "die Mutter " wird gerichtet .  Ich mache nicht mit. Unser Kranz sah ziemlich so aus wie deiner, ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen und gebe das auch an meine Kinder weiter und einiges andere ist neu dazu gekommen. Das Christkind füllt den Kalender mit Kleinigkeiten , die häufig zum großen WeihnachtsGeschenk passen oder in die Adventszeit passen und Schokolade gehört dazu .  Ich liebe unsere traditionellen Kalender , wenn meine Töchter sich einen Barbie oder whatever Kalender von Herzen wünschen würden , dann würde ich denn auch kaufen .  Ist mir wirklich Schnuppe , ob das irgend eine selbsternannte Bessermutti stört 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.