Puh, heute ist es schwer. Es regnet den ganzen Tag. Der November gibt echt alles und es wird gefühlt täglich dunkler. Und das wirkt sich auch auf meine Stimmung aus. So als hätte dieser November sich vorgenommen, mein #ichundderherbst-Schreibprojekt zu torpedieren. Denn dieses Wetter, der Regen, die Dunkelheit, wirken wie ein Energiefresser auf mich. Und statt voller Tatkraft in dieses tägliche Schreiben zu starten, auf das ich mich gefreut hatte (wie viel Spaß haben mir die Morgenseiten gemacht!), hält mir der November zwei ausgestreckte Mittelfinger hin. Uff.

Percy im Herbst | berlinmittemom.com

Heute habe ich mich selbst noch mal genau befragt, was es genau ist, das mich so müde macht. Matt. Gedämpft. Mir dieses Gefühl von Kraft- und Energielosigkeit beschert. Was den Unterschied macht zwischen “melancholisch” oder sogar “traurig” und “energielos”. Es ist nämlich nicht so, dass ich nicht mehr fröhlich bin. Dass meine Lebensfreude gelöscht würde, nur weil Herbst ist. November. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass ich einfach nichts schaffe. Selbst die kleinsten Vorhaben sind zu viel für mich und türmen sich unbezwingbar vor mir auf wie ein Mount Everest. An einem anderen Tag zu einer anderen Jahreszeit wären dieselben Vorhaben ein Klacks für mich. Aber am Anfang der dunklen Jahreszeit zu stehen… raubt mir scheinbar alle Kraft.

Schreibe ich jetzt also darüber? Wie ich schon seit Tagen hier rumsitze, eine Erkältung in den Knochen (Covid negativ seit Tagen), schlapp wie ein Partyballon drei Wochen, nachdem der letzte Partygast gegangen ist? Das wird ja unterhaltsam hier. Auf der anderen Seite ging es ja genau darum: darüber zu schreiben, wie es ist. Wie es sein kann. Wie es sich anfühlen kann. Und nicht darum, hier vermeintlich todsichere Rezepte gegen das Novemberdunkel zu verteilen. SEO-wirksame Texte über saisonale Depressionen zu veröffentlichen und damit entsprechenden Traffic auf den Blog zu ziehen. Genau darum ging es nicht.

Ich und der Herbst | berlinmittemom.com

Also muss ich da jetzt durch. Und ihr mit mir, wenn ihr wollt. Ihr habt ja die Wahl (ich nicht so). Ich bin nicht in der Verfassung oder der Stimmung für Adventskalenderposts (ja, das ist jetzt allerhöchste Eisenbahn, eigentlich schon zu spät aus Sicht der kleinen Relevanzcheck-Maschinen von Google) oder Buchtipps und Rezepte. Auch wenn das alles natürlich wieder kommen wird – im Dezember.

Aber im Moment ist das Schreiben hier an sich schon ein Sieg. Den ich, ehrlich gesagt, täglich mühsam erringe. Fühlt sich ein bisschen erbärmlich an, aber genau darüber schreibe ich heute. Dass es sich schwer anfühlt, das Schreibprojekt durchzuziehen. Dass es gerade schwer ist, optimistisch in den vor mir liegenden Winter zu blicken. Dass es im Moment schwer ist, hier über Strategien und Lösungen zu schreiben oder über positive Ausblicke an einem grau-grauen Tag wie heute. Und dass ich einfach nur hoffe, dass die Sonne wiederkommt und ich ein bisschen Leichtigkeit zurückgewinne. Bald.

So ein Tag ist heute.

5 Kommentare

  1. Ich folge Deinem Blog schon länger und fühle mich, gerade in Deinen Beschreibungen im Leben mit Teenagern, sehr verstanden.
    Auch hier: mir raubt der Herbst dieses Jahr auch die Energie. Der Artikel hätte komplett von mir sein können. Aber auch bei Dir schwingt so ein leichtes „über sich selbst ärgern“ mit, dass ich von mir ebenso kenne. Vielleicht ist das ja die Herausforderung an diesem Herbst: mit uns selbst gut zu sein.
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag!
    Liebe Grüße, Claudia

  2. Du Arme! Das klingt nicht gut. Ich bin eher immer dankbar für den Herbst. Ich liebe auch den Sommer, aber ganz besonders liebe ich den Herbst. Er nimmt mir den Stress, den Druck Mitzuhalten. Mit all den bombastischen Sommerreisen, den ewigen Trouble, den unendlichen Möglichkeiten (aber eben nicht für Jeden). Der Herbst gibt mir Ruhe, Verlässlichkeit, wie eine warme Decke. Ich mag das gedämpfte Licht. Das langsamere Leben, das Beieinandersein.

  3. …..danke, dass du genau solch einen tag auch beschreibst und auch schreibst….mir hilft dein blick, dass es zurzeit so ist….nicht immer, allerdings heute….das lässt die luft, dass es auch wieder anders wird…
    herzlichst
    annette

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