So. Alle Kuchen sind gebacken und verziert, das kleine Kind schläft und ich nutze ein paar ruhige Augenblicke, bevor die begeisterten Geburtstagshorden aus Schule und Kita zurückkommen.

Der kleine Kerl war glücklich heute früh. Ein bisschen aufgeregt und übersteuert, aber glücklich. Und ich habe mich gestern noch bis spät in die Nacht mit den Vorbereitungen beschäftigt und dabei allerhand Erinnerungen kommen lassen. Ich habe Darth Vader gebacken und daran gedacht, wie lange ich gewartet habe, bis ich ihn in den Armen hielt. Dann habe ich Brownies gebacken und mich daran erinnert, wie ich beim Ultraschall erfahren habe, dass es ein Junge wird. Was für ein Moment! Der Kitakuchen musste verziert werden und mir fiel wieder ein, wie schön ich seine Geburt fand, trotz abruptem Ende mit Vollnarkose. Die schönste aller drei Geburten für mich. Und so habe ich meinen Abend verbracht, Geschenke verpackt, Kerzen aufgesteckt, ein Glas Wein getrunken. Irgendwann kam der Vater der Kinder mit Blumen für den Bub nach Hause, und als wir ins Bett gingen und wie immer auf dem Weg alle schlafenden Kinder besuchten, standen wir einen Moment länger am Bett vom Geburtstagskind und waren beide ganz still. Da lag er und schlief, ganz weit weg und völlig entspannt. Und wir waren vollkommen gefangen genommen von diesem Anblick.

Natürlich ist man immer noch genauso verliebt ins groß gewordene Kind wie im ersten Moment, in dem man ihm begegnet ist, neugeboren und mit fest geballten Fäustchen. Aber was wir da gestern nacht im Bett gesehen haben (natürlich auch verursacht durch Tag und Stunde: Mitternacht! Geburtstag! Und ein bisschen vielleicht auch durch den Wein….) und spürten, war diese große Gefühl, ein kleines Wesen in die Welt gesetzt zu haben und es schon bis hierher, zu seinem 5. Geburtstag, begleitet zu haben. Da liegt ein perfekter kleiner, ganz eigener Mensch und hat alles in sich, was er braucht. Wir haben ihn einfach so bekommen, ein kostbares Geschenk, und wir dürfen bei ihm sein, für ihn sorgen, an seiner Seite mit ihm eine Weile gehen und sehen, was aus ihm wird. Ich weiß gar nicht, ob man dieses Gefühl wirklich in Worte fassen kann. Wir waren jedenfalls beide genau dabei angekommen und schlichen ziemlich geflasht in unser Bett.

Das ist doch auch so eine faszinierende Seite am Eltern-Sein: dass man eigentlich kaum fassen kann, dass man selbst, SELBST, so etwas Wunderbares gemacht hat. Einfach so. In die Welt gesetzt. Es gibt doch keine Zweifel mehr an irgend etwas, wenn man das mal erfahren hat, oder? Man weiß nicht, wieso man das verdient hat und man ahnt nicht einmal, wie es sich anfühlt, bevor es soweit ist und man das eigene Kind in den Armen hält.

Jetzt ist dieses Kerlchen, mein mittleres Kind, 5 geworden. Und er ist, wie seine Schwestern, das pure Glück für uns. Jeden Abend an die Betten der schlafenden Kinder zu gehen, sie zuzudecken und kurz zu küssen, rückt für mich jeden Tag wieder ins rechte Licht, egal wie schauderhaft er war. Oder die Protagonisten meiner Tage: die Kinder. Zum Glück gleichen ein Lichtschwert und der inzwischen mit gelben Kerzen und Zuckerschrift verzierte Kopf von Darth Vader meine Sentimentalität heute ein bisschen aus. Sonst würde ich gerührt in die Erdbeertorte weinen. Was soll das nur geben mit mir, wenn eins der Kinder mal heiratet?!

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