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in bed with berlinmittemom ::: bericht aus unserem familienbett

Familienbett, Co-Sleeping, in bed with Berlinmittemom

Mein Tag fing heute morgen damit an, dass ich mich beim Wachwerden kaum rühren konnte, weil sowohl rechts von mir, als auch links und obendrauf jeweils ein Kind sich breitgemacht hatte. Und damit wären wir mittendrin in dem, was ich unser Familienbett-Konzept nennen möchte.

Am 20. Januar habe ich auf meiner Facebookseite mal eine Mini-Umfrage gestartet darüber, was euch hier am meisten interessiert. Repräsentativ ist das Ergebnis sicherlich nicht, da hätten ja ALLE mitmachen müssen. Aber einen ersten Eindruck konnte ich schon mal bekommen und habe mir gleich eins der Themen rausgefischt, die viele von euch offenbar brennend interessiert: es geht ums Familienbett. Wird das im Hause Berlinmittemom praktiziert und wenn ja, warum? Falls nicht, was spricht in meinen Augen dagegen und überhaupt: wie geht das?

Vorneweg sei gesagt: das, was wir schlaftechnisch hier durchführen ist kein klassisches Co-Sleeping, wie es per definitionem sein könnte. War es auch nie. Es ist unsere ganz individuelle Interpretation von Familienbett bzw. es ist das, was über die Jahre bei dem Versuch rausgekommen ist, die Bedürfnisse von zwei großen und erst einem, dann zwei, dann drei kleinen Menschen zusammen zu bringen. Ich glaube, am besten trifft es meine Umschreibung Co-Sleeping on demand, also das Familienbett nach Bedarf.

Dies wird kein Artikel über die Vor- und Nachteile vom Familienbett oder über die vielen Missverständnisse und Mythen, die sich um das Co-Sleeping als Schlafkonzept in Familien ranken. Damit haben sich viele andere schon viel kompetenter befasst, zum Beispiel die von mir so geschätzte Susanne Mierau auf ihrem Blog „Geborgen Wachsen“, aber auch auf der Seite Nestling oder bei den Rabeneltern findet man einiges zum Thema, das meiner Meinung nach sehr hilfreich ist. Ich gebe hier nur wieder, wie es bei Berlinmittemoms im (Familien-)Bett so zugeht, wieso und wann es sich so entwickelt hat und wie wir damit umgehen. Wir sind nämlich vor 11 Jahren (jaa, mein Pre-Teen wird tatsächlich am Montag schon 11!) diesbezüglich vollkommen unwissend ins Elterndasein gestartet. Aber wir machen das hier mal pro Kind – immer schön eins nach dem anderen…

1. Das Herzensmädchen: Wie das Familienbett den Weg in unser Schlafzimmer fand.

Als mein großes Kind ein Minimädchen war, waren wir, der Berlinmittedad und ich, junge, leicht zu verunsichernde und in einigen Dingen auch wirklich ungebildete Erstlingseltern wie aus dem Bilderbuch. Vor allem ich war (auch durch eine traumatische Geburt) sehr darauf ausgerichtet, bloß alles richtig zu machen und geriet bei so manchem Thema in die Hände von schlechten Berater*innen, wie ich heute weiß. Statt auf mein Bauchgefühl zu hören, habe ich oftmals Entscheidungen getroffen, die mir von anderen nahe gelegt wurden und Dinge getan, die ich im Nachgang vor allem deshalb schwierig finde, weil ich sie getan habe, obwohl mir mein Instinkt etwas anderes sagte. Das gilt zum Beispiel beim Thema Babywearing, beim Thema Beikost, aber auch bei der Schnullerentwöhnung und eben beim leidigen Schlafthema.

Ich hatte ein neugeborenes kleines Mädchen, wenige Tage alt, das in einer Wiege gleich neben unserem Bett schlief. Sie trank nicht gut und ich hatte ständig ein schlechtes Gefühl dabei, sie nach dem Stillen „weg zu legen“, aber aus irgend einem Grund war in mir diese Überzeugung, dass sie nicht zwischen uns schlafen dürfe. Wenn sie beim Stillen einschlief, weckte ich sie, um sie zu wickeln und legte sie in ihre Wiege. Dort lag sie, unruhig, während ich, ebenfalls wach und auf jeden ihrer Atemzüge lauschend, ebenfalls wach lag. Es war schrecklich, um ehrlich zu sein. Wenn sie nachts schrie, trug ich sie herum, sang ihr vor und wiegte sie, bis sie sich beruhigte – und legte sie wieder ab. Das ergab eine kaum unterbrochene Schleife von meinen falschen Entscheidungen und ihren Protesten, die unsere Nächte leidvoll machte für uns beide. Und obwohl ich spürte, dass das nicht richtig war, wusste ich nicht, was ich anders machen sollte. Ich dachte immer noch, das müsse so sein. Sie war knapp drei Wochen alt, als der Mann eines nachts beherzter eingriff als zuvor und sie mir nach dem Stillen aus den Armen nahm. Er platzierte sie auf seiner Brust, legte seine Hände auf ihren Bauch und schlief weiter. Und das Kind schlief auch.

Seitdem war es so: viele Nächte verbrachte sie zwischen uns, unruhige wie erholsame, viele Nächte schlief sie in ihrem Bett, unruhige und entspannte. Als sie sprechen konnte, rief sie nach uns und wir holten sie zu uns, als sie aus ihrem Bett aussteigen konnte, kam sie einfach nach Bedarf in unser Schlafzimmer, kroch zwischen uns und schlief zufrieden weiter. Bei uns zu sein, auch und gerade nachts, gab ihr Sicherheit. Bis heute schläft sie manchmal gerne bei uns. Inzwischen passt sie natürlich kaum noch zwischen uns und holt sich dann eine Matratze, die sie neben unserem Bett auf die Erde legt. Dann lesen wir noch ein bisschen ode reden, bis wir einschlafen. Wir genießen das alle drei sehr.

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2. Der Lieblingsbub: Co-Sleeping? Rabäääh!

Als der Bub geboren wurde, war ich ja nun „erfahrene Mama“ einer bereits Vierjährigen. Ich hatte innerlich zu einer unabhängigen (Erziehungs-)Haltung gefunden und löste alle Kindsbelange in engem Kontakt mit meiner Tochter (und natürlich dem Mann) so, wie es sich für uns als kleine Familie gut und richtig anfühlte. Schwanger mit Nummer zwei war ich vor allem gegen Ende der Schwangerschaft sehr ruhig und sicher. Ich hatte keine Angst, dass ich als Zweikind-Mama überfordert sein würde und sah für mich ehemals heiklen Themen wie Stillen, Tragen, Co-Sleeping gelassen entgegen. Ich hatte aus meinen Anfängen mit dem Herzensmädchen meine Lehren gezogen.

Dann war er da, der rundbackige, struppige kleine Kerl, unser Sohn. Und er stillte wie ein Weltmeister ohne Probleme, liebte das Tragetuch und verbrachte täglich Stunden darin und – er wollte sehr früh nicht zwischen uns schlafen. Was ich erst als Phase einordnete, kristallisierte sich bald zu einer festen Schlafgewohnheit vom Bub heraus, und dieses Kind, dem ich das Familienbett ab der Stunde seiner Geburt angeboten hatte, zog es von jeher vor, einen ganz eigenen Schlafplatz zu nutzen. In unserer Nähe, ja. Aber für sich. Sobald er sprechen konnte, drückte er das auch aus, wenn ich ihn beispielsweise nach einem unruhigen Traum oder bei einer Erkältung nachts zu uns holte, weil er kuscheln wollte, sagte er stets nach höchstens 15 Minuten Schmusezeit: „Kleines Bett, Mama!“ Dann wollte er zurück in sein Bettchen. Nicht, dass er alleine sein wollte, das nicht. Ich sollte dann daneben sitzen oder auf einer Matratze bei ihm schlafen, was vor allem der Mann tatsächlich viele Male gemacht hat. Aber in der Mitte zwischen uns liegen? Nein, das war nichts für den Bub. Lange Zeit war es also auch nach seiner Geburt das Herzensmädchen, das viele Nächte bei uns schlief, während das Männlein am liebsten in seinem eigenen Bett und bald auch gerne in seinem eigenen Zimmer seine Erholung fand.

Heutzutage kommt er gezielt zum Kuscheln in den frühen Morgenstunden, legt sich zwischen uns, singt Lieder und schwätzt uns wach. Aber die Nächte, die er tatsächlich bei uns geschlafen hat, kann ich an zwei Händen abzählen in fast sieben Jahren Lieblingsbub.

3. Das Goldkind: Vom Stillen zum Schmusen zum Geschwister-Co-Sleeping

Das dritte Kind ist mein Goldkind, das kleinste von allen und bis heute in vielen Dingen das unkomplizierteste. Als sie in unser Leben kam, quartierte ich sie, wie ihren Bruder zuvor, sofort in unser Bett ein. Nach meinen Erfahrungen mit dem Herzensmädchen, das ich gegen mein richtiges Gefühl anfangs aus unserem Bett verbannt hatte und dem Bub, der trotz herzlicher Einladung lieber nicht bei uns schlafen wollte, war ich gespannt, wie das Goldkind sich verhalten würde.

Es gab viele Parallelen zu der großen Schwester, was das Nähebedürfnis und die Schlafvorlieben anging: sie war gerne bei uns. Nein, auf uns. Sie schlief überhaupt nur entspannt und ausführlicher, wenn sie unsere Nähe hatte. Dabei hasste sie allerdings das Tragetuch von Stunde Null an, wehrte sich mit Geschrei und später auch mit Händen und Füßen und war nicht für die bequeme Lösung zu begeistern, darin die Kuscheleinheiten und die Nähe abzurufen, die wir alle gerne wollten. Also trug ich sie. Sie lag mit dem Köpfchen auf meiner Schulter und schlief – legte ich sie ab, brüllte sie. Nachts lag sie auf der Brust ihres Vaters oder an meiner Brust, teilweise im Dauernuckelmodus, was mich innerhalb weniger Wochen an den Rand meines Wohlwollens brachte. Im Kinderwagen an der frischen Luft schlief sie gerne und drinnen, oh Wunder, von Anfang an am unkompliziertesten, wenn ihre Geschwister um sie herum waren, egal wie viel Remmidemmi das verursachte. Sie lag zum Beispiel auf einer Decke und sah mit großen Augen dem Toben und Spielen zu und mittendrin schlief sie tief und fest ein. Da konnten die Großen so viel Getanze, Gesinge und Aramsamsam veranstalten, wie sie wollten – das Kleinchen schlief.

Die Nächte wurden routinierter, sie schlief einigermaßen versöhnt beim Papa weiter, wenn ich sie nachts nicht mehr wie einen Dauersauger an der Brust haben mochte, und nachdem sie mit ca. viereinhalb Monaten ihren Daumen entdeckt hatte, war das Thema Dauernuckeln an der Brust auch erledigt. Wir hätten eine schöne Co-Sleeping-Zeit mit diesem Kind haben können und es schlief auch viele Nächte bei uns und tut es noch. Viel lieber aber schläft es mit seinen großen Geschwistern zusammen. Sobald das Goldkind einigermaßen sprechen konnte, äußerte es den Wunsch mit entweder Bruder oder Schwester in einem Zimmer zu schlafen und leidet bis heute Höllenqualen, wenn es bei keinem von beiden landen kann. Tatsächlich fing sie im Alter zwischen zweieinhalb und drei irgendwann an, nachts umher zu wandern und nicht ausschließlich bei uns sondern auch bei den großen Geschwistern andocken zu wollen. Auf der Suche nach einer guten Lösung für alle, sprach ich mit dem Bub, der, in Besitz eines Doppelstockbettes, die organisatorisch einfachste Adresse für einen Geschwister-Co-Sleeping Versuch gewesen wäre und außerdem der Lieblingszufluchtsort für die schlaflose kleine Schwester auf nächtlicher Wanderschaft.

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Ich: „Bub, schau mal. Wäre das nicht eine schöne Idee, wenn Rosanna bei dir schlafen würde? Wir könnten das mal ein paar Nächte ausprobieren und dann schauen wir, wie es geht. Sie schläft nicht so gern alleine und ist am liebsten bei dir…“
Bub: „Aber ICH hab doch gar keine Angst, alleine zu schlafen, Mama. ICH schlaf ganz gern allein! Und weißt du, ich mag Rosanna schon gern, aber ich mag sie jetzt auch nicht soooo gern…! Aber gut. Ausnahmsweise mach ich’s. Aber nur einmal!“

Uff. So leicht war er nicht zu überzeugen, er, der seine (Schlaf-)Freiheit so liebt. Dennoch ließ er sich auf einen Versuch ein, allerdings auf einer Matratze in ihrem Zimmer. Das ist jetzt fast zwei Jahre her, und inzwischen ist das Bruder-Schwester-Co-Sleeping bei Goldkind und Bub die Regel und nicht mehr die Ausnahme. Zu zweit schlafen sie besser und auch leichter ein, sie trösten sich gegenseitig, sie verbünden sich gegen imaginäre Wölfe und Hexen und streiten jeden Abend über eine CD zum Einschlafen. Sie stehen morgens gemeinsam auf, machen wett-waschen und wett-anziehen und rollen gemeinsam das Bettzeug vom Bub zu einer dicken Wurst, die tagsüber als Rückenlehne unter einer Tagesdecke das Bett vom Goldkind schmückt. Und abends wird die Maratze wieder rausgezerrt, die Wurst ausgerollt und es geht ins… Geschwister-Familienbett.

4. Fünf Menschen in einem Bett = Familienglück

Das Familienbett kann vieles sein, bei uns ist es vor allem die Bereitschaft aller Familienmitglieder, auch nachts zu teilen, was zu teilen ist: Nähe, Liebe, Wärme aber auch Ängste, Schlaflosigkeit und Unruhe. Im Grunde ist das für uns die Manifestation dessen, was wir unter Familie verstehen, die Übertragung unserer Mini-Familien-Philosophie auf die Schlafsituation im Haus.

Es kommt vor, dass der Mann und ich zu zweit ins Bett gehen und beim Aufwachen zu viert sind. Es kann sein, dass das Goldkind wandert und aus seinem Bett in unseres wechselt oder, sehr selten, zur großen Schwester nach unten geht. Es kommt auch vor, dass alle Kinder explizit eingeladen sind, die Nacht bei uns zu verbringen oder dass wir alle die Matratzen ins Wohnzimmer schleifen und dort ein Familien-Sleepover veranstalten. Mit Geschichten erzählen bei Kerzenschein. Und wenn der Mann oder ich übers Wochenende mal verreisen und der andere mit den Kindern zu Hause bleibt, ist sowieso alles möglich was die Schlafkonstellation angeht.

Aber es kommt genau so häufig vor, dass ich beim ins Bett gehen den Kindern eine Ansage mache und mir von ihnen wünsche, dass sie die Nacht in ihren Betten bleiben mögen. Weil es mir nicht gut geht oder weil der Mann krank ist oder weil wir einfach mal nur zu zweit in unserem Bett aufwachen möchten. Oder weil ich es einfach manchmal brauche, allein zu schlafen. Der Bub versteht das gut, wahrscheinlich am besten von allen Familienmitgliedern.

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Ich glaube, Familienbett kann alles sein. In einer Familie, wie auch immer sie aussieht, sollte meiner Meinung nach aber vor allem immer gelten, dass nur das geschieht, was für diese individuelle Familie funktioniert. Das kann ein Familienbett sein, muss es aber nicht. Oder es ist so ein hochindividuelles Mischmasch, wie meine Kinder es in unsere Familie gebracht haben, Stück für Stück. Uns macht es glücklich, das mit der Schlaferei immer so anzupassen, wie wir es gerade brauchen oder wollen. Das ist variabel, es gibt dazu kein Gesetz und keine Regel. Für niemanden.

Aber wenn wir sonntags morgens alle fünf in einem großen Bett liegen, dort den ersten Kakao und Kaffee des Tages genießen, gemütlich wach werden, reden und kuscheln – dann sind wir einfach glücklich.

Und wie macht ihr das? Schlaft ihr im Familienbett oder braucht bei euch eher jeder seinen eigenen Schlafplatz?

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15 Kommentare

  1. Danke für Deinen schönen Bericht ❤

    Mir gefällt, dass daraus ganz wunderbar ersichtlich wird, dass es die EINE Lösung nicht gibt. Jedes Kind und auch jedes Elternteil ist anders und deshalb ist das Familienleben ja so spannend 🙂

  2. Mupfine sagt

    Wunderschön, anrührend und ermutigend ist dein Bericht, danke dafür!
    Ich habe ein Kind, 2 Jahre. Aus reiner Bequemlichkeit schläft es immer noch seit einem guten Jahr im Schlafzimmer im eigenen Kinderbett in einer Ecke, nachdem sie erst entweder im Beistellbett oder zwischen uns lag, je nachdem, welche Brust dran war 🙂 Dass das eine Art des Familienbettes ist wusste ich anfangs gar nicht, nicht verstanden habe ich allerdings die übernächtigt aussehenden Krabbelgruppenmütter, die die Vorteile des sofortigen getrennt Schlafens priesen. Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen, mein Kind auszuquartieren, und das allein aus reiner Bequemlichkeit: Nächtliches Aufstehen ist für mich und meinen Mann die Hölle!!! (Momentan durch Magendarmgrippe wieder erlebt…)

    In unserem Bett wird jetzt nur noch zu dritt geschlafen, wenn das Mädchen krank ist – ich bin da wie dein Bub und habe nachts lieber Platz und meine Ruhe im Bett. Morgens genießen wir 3 intensives Kuscheln gemeinsam. Krümel, Tee- und Kakaoflecke sind nichts im Vergleich zu Lese- und Kuschelstunden im Bett am Morgen. Wird es dem Kind zu langweilig, geht es auf Entdeckungstour, an der wir hörend teil haben. Manchmal werden wir mit „Mama / Papa, kuck mal!“ aus leichtem Dösen geweckt.

    Seitdem mein Mädchen 1 Jahr alt ist, schläft sie problemlos bei den ihr vertrauten Großeltern, Paten, Tanten und Onkeln, allein in einem Zimmer oder gemeinsam mit anderen. Ich denke, dass ihr geborgener Schlafanfang das gefördert hat – aber höchstwahrscheinlich wird mich das zweite Kind eines Beseren belehren 🙂

  3. Neresi sagt

    Bei uns ist es leider überhaupt nicht so toll und entspannt wie bei Euch, sondern ein ständiger Clash von Bedürfnissen, die nicht alle gleichzeitig erfüllt werden können. Im Moment muss das große Kind Abstriche machen und alleine schlafen, obwohl sie das hasst. Aber sie ist recht unruhig im Schlaf, und ihre Kleine außerdem auch noch die schlechteste Schläferin auf diesem Planeten, und wir sind dauernd mit ihr beschäftigt, abends, nachts, morgens…. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass auch wir irgendwann eine für alle schöne Lösung finden. Der Gedanke, dass es nicht so ist, macht mich sehr traurig.

  4. Tanja sagt

    Unser Erster (jetzt 3 Jahre) schlief anfangs zwischen uns, dann in seinem Bett im Kinderzimmer, rief uns, wenn er wach wurde, wir holten ihn, weiterschlafen; später kam er selbst – eigentlich jede Nacht. Wir waren eher besorgt, wenn er mal nicht kam:-)
    Dann kam unser Kleiner (jetzt 3 Monate alt), schläft zwischen uns. Der Erste kam trotzdem und dann konnte ich nicht mehr schlafen, aus Angst der Erste läge auf dem Kleinen. Eng war es außerdem. Was tun? Wir Erwachsenen teilen uns auf? Fand ich sehr unbefriedigend. Nach einigem Hin und Her hab ich meinen Mann dann überzeugt bekommen, dass wir ein Jugendbett kaufen und es einfach neben unser Doppelbett stellen. 2,70 m Breite – das reicht bis heute für uns vier.
    Nachdem wir nun die Zimmerverteilung neu vorgenommen haben und nur noch ein klitzekleines Schlafzimmer zugunsten eines riesigen Spielzimmers haben, steht das Jugendbett quer vor unserem Fußende und das ist eine Lösung, die unser Erster gut akzeptieren kann.

  5. Gabi sagt

    Wie schön! Dazu kann ich erzählen, wie es bei uns vor rund 20 Jahren gewesen ist. Als unsichere und unerfahrene Erstlingsmama wollte ich natürlich alles richtig machen. Damals hieß es: Das Kind muss möglichst früh im eigenen Bettchen, besser noch im eigenen Zimmer schlafen. Nacht für Nacht, nach jedem Stillen legte ich meinen Sohn weg und versuchte, sein Weinen zu überhören, was mir fast nie gelang. So wurde er aufgehoben, rumgetragen, weggelegt. Wenn er nicht im Arm einschlief, ging das manchmal Stunden so.
    Nach etwas über einem Jahr wurde das Brüderchen geboren. Alles wurde anstrengender, und ich ging manches Mal auf dem Zahnfleisch, wenn die nächtlichen Intermezzi nicht enden wollten.

    Der „Große“ sollte ein eigenes Zimmer bekommen. Der „Kleene“ schlief noch bei uns im Elternschlafzimmer. Eines Tages beim Wickeln sagte mein wunderbarer, 15 Monate alter Sohn
    :“ Mami Lafzimmer lafen, Papa Lafzimmer lafen, Benni Lafzimmer lafen! Luti auch Lafzimmer lafen!“

    Ganz ehrlich, ich muss jetzt noch heulen, wenn ich daran denke. Sofort, auf der Stelle holte ich sein Kinderbettchen wieder ins Schlafzimmer, pfeifend auf alle gängigen Ratgeber und Ratschläge.
    Ich erzählte diese Sache einem lieben Freund. Er schaute mich an und sagte: „Naja, Menscheneltern sind ja auch so ziemlich die Einzigen, die ihren hilfsbedürftigen Nachwuchs aus dem Nest schmeißen!“ Das saß.

    Fortan erklärten wir unser Ehebett zum Familienbett, und wenn die Jungs wollten, durften sie bei uns übernachten. Beim Töchterchen machten wir es gleich so. Sie durfte nach dem Stillen bei mir schlafen, nie hatte ich Angst, mich auf sie zu legen oder so, es war einfach ganz natürlich und gut.

    Ich bin immer noch traurig darüber, dass ich es bei meinem ersten Sohn zunächst nicht richtig gemacht habe….

    Ja, so war das…
    Lieben Gruß

  6. Hier wird auch im Familienbett bei Bedarf geschlafen. Meistens schläft der Zwerg in seinem Bett ein und in 99% der Nächte liegt er morgens zwischen uns. Ich bin gespannt wie das jetzt mit dem Pünktchen wird… 🙂

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  9. frausiebensachen sagt

    wir halten es im grunde auch so, nur sind die kinder schon größer (13, 9, 7). wer bedarf hat, darf kommen. und wie oft bin ich schon ausgewandert, weil es zu eng wurde, und habe zusammengerollt im kinderbett geschlafen…
    ärgerlich finde ich nur, wenn die beiden jüngeren wochenendmorgens zu uns kommen und dann mit streiten loslegen, weil es einfach saumäßig ENG ist mit so großen kindern auf 1,40. und grad jetzt in den ferien war es wieder so, daß die älteste trotz ihrer 13 jahre zum schlafen ins zimmer der jüngeren schwestern zog, weil sie sonst so allein wär. so schön!

  10. Pingback: Wochenrückblick 02/2015 | wundertolles

  11. Ich habe (noch) keine Kinder und bin daher eigentlich auch selten in Kinder- und Familienblogs zu finden. Allerdings bin ich gestern auf dieser zauberhaften Text-Oase gelandet und genieße die Lektüre über alle Maßen – ich kann gar nicht aufhören, mich weiter durch Deine Beiträge zu klicken. Dein Schreibstil ist ein Traum, die Geschichten wundervoll und die Philosophie, die ihr da auf eurem kleinen Fleckchen Glück lebt wirklich erstrebenswert.

    Ich wollte daher einfach mal ganz lieb Danke sagen für ein bißchen Seligkeit, die Du mir mit diesem Blog schenkst!

    • Liebe Denise,
      das ist ganz zauberhaft von dir und freut mich sehr. Willkommen in meinem kleinen Abschnitt im großen wilden Netz – ich hoffe, ich lese dich jetzt öfter hier.
      Lieben Gruß!

  12. Mami1213 sagt

    Wir Familienbetten seit April2012, im Dezember2013 waren wir schwupp-di-wupp zu viert und wir liebes es. Aus reiner Faulheit wollte ich nachts nicht aufstehen zum stillen und ein nach nähe weinendes Baby mag doch niemand

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