Ich weiß, es ist Januar. Aber wie jedes Jahr, wenn der Weihnachtsbaum erstmal raus ist, will ich sofort den Frühling anknipsen. Das Haus ist also voller Frühblüher und wenn es eine Kategorie „Lieblingsblume der Woche“ für die Freitagslieblinge gäbe, es wäre diese Woche eine rosa Tulpe.

Ich weiß, ich muss mich noch gedulden. Aber meine Stimmung heben mit Schnittblumen, die mir den Frühling verkünden, das mach ich.

Mein Lieblingsbuch der Woche stand auf meinem Weihnachtswunschzettel und der Mann aka das Christkind hat es mir unter den Baum gelegt. Writers and Lovers (Amazon Partnerlink) von Lily King habe ich diese Woche angefangen und bin schon ganz hingerissen von der Geschichte und der Ich-Erzählerin.

Hier spricht einen junge Frau Anfang 30 in einer tiefen Lebenskrise. Ihre Mutter ist unerwartet verstorben, ihr Lover hat sie verlassen und sie sitzt mit einem gigantischen aus dem Studium übrig gebliebenen Schuldenberg, einem Kellnerjob und einem unfertigen Roman in einer Garagenwohnung und hat keinen Plan für ihr Leben. In Rückblenden erzählt sie von ihrer Kindheit, der Beziehung zu ihrer Mutter, der Liebesbeziehung zu Luke und ihrem Kampf um diesen Roman, mit dem sie sich seit Jahren quält. Ich bin noch nicht durch mit der Geschichte, aber ich tauche jeden Abend fasziniert in diese Welt ein, in der es um nichts weniger geht, als ums Überleben. In der Liebe, im Schreiben und im Leben.

Freitagslieblinge: Writers & Lovers | berlinmittemom.com

Mein Lieblingsessen der Woche ist… Kekse! Nachdem seit einiger Zeit die Weihnachtsplätzchen aufgegessen sind, wird es wieder Zeit für Lockdowncookies. Diese Woche gab es Schoko Orangencookies. Waren blitzschnell weg. Aber ich könnt schon wieder…

Schoko Orangencookies | berlinmittemom.com

Die Lieblingsserie der Woche für die Freitagslieblinge ist „Equinox“; ich habe sie immer beim Kochen weg „gebinget“. Diesmal habe ich allein geschaut, denn für düsteres Zeug kann sich hier außer mir keiner so recht begeistern. Equinox ist ein Netflix Original und eine dänische Produktion. In der Verfilmung des Romans „Equinox 1985“ geht es um das Verschwinden der Abiturientin Ida und ihrer ganzen Klasse. Beim Feiern ihres Abschlusses verschwindet der ganze Jahrgang, nur drei Schüler*innen tauchen später wieder auf. Aber auch sie können kein Licht ins Dunkel bringen. Von Anfang an hat dieses Verschwinden etwas Unerklärliches, Übernatürliches. Jahre später versucht Idas nunmehr erwachsene jüngere Schwester aufzuklären, was passiert ist und gerät immer tiefer in eine verstrickte Geschichte von Lügen und Geheimnissen aus der Vergangenheit.

Freitagslieblinge: Equinox | berilnmittemom.com

Die Serie wurde wohl schon öfter mit DARK verglichen, was ich nur im Bezug auf die tatsächlichen Düsternis und die Übernatürlichen Aspekte von Equinox bestätigen kann. Die Geschichte selbst ist eine ganz andere. Die Serie ist auf jeden Fall spannend erzählt, ich persönlich mag ja auch das Düstere von skandinavischen Serien. Man muss allerdings auch ein Herz für Mystery Thriller haben, um die Geschichte zu mögen. Das Ende war für mich persönlich nicht sehr überzeugend und hat viele Fragen offengelassen, auch wenn die Geschichte definitiv zu Ende erzählt wurde. Abgesehen davon mochte ich die Serie, das war ein schönes Kontrastprogramm zu Bridgerton.

Mein Lieblingsmoment der Woche waren die Sonnenstunden gestern. Wie sehr ich das Licht und die mildere Luft vermisse! Ich habe gestern gleich früh die Sportrunde im Park eingelegt und danach noch lange bei weit offenem Fenster die Sonne im Lieblingszimmer genossen. Von mir aus darf es immer so sein.

Sport im Park | berlinmittemom.comOffene Fenster | berlinmittemom.com

Clubhouse | berlinmittemom.comMeine Inspiration der Woche… Clubhouse ist der neue heiße Scheiß! Ich weiß, diese neue App in Sachen Social Media hat einige Schwächen und bietet Angriffsfläche für Kritik. Zu Recht: Sie ist nicht barrierefrei, man kann nur mit Einladung einsteigen und bekommt selbst bei Anmeldung zunächst nur zwei weitere Einladungen, mit denen man anderen wiederum Zugang verschaffen kann. Und der vielleicht wichtigste Kritikpunkt: zumindest in der aktuellen Betaversion wird nichts moderiert, d.h. es gibt auch keine Möglichkeit, irgend etwas zu melden, zB Fakenews, rassistische oder sexistische Inhalte etc. Schwierig, auf jeden Fall. Ich hoffe, da wird bei der Weiterentwicklung der App noch was kommen.

Ein bisschen wirkt das Ganze jedenfalls noch wie der Geheimclub der Influencer, die dort schon fleißig „talken“, denn genau darum geht es. Clubhouse funktioniert ohne Bilder oder Videos, stattdessen öffnet man Räume (oder tritt solchen bei), in denen wie bei einem Live-Podcast über bestimmte, vorher angesagte Themen gesprochen wird. Zum Teil höchste banal, zum Teil hochspannend.

Und während auf der einen Seite zu Recht die Frage aufkommt, ob man nun denn wirklich auch noch ständig anderen beim Quatschen zuhören muss, bieten sich hier auch tolle Gelegenheiten, ins Gespräch zu kommen. Frau Raufuß, meine bessere Podcasthälfte Imke und ich haben das gestern Abend mal ausprobiert und einen kleinen Lockdown Mamatalk gestartet. Das war sicherlich noch höchst unprofessionell, hat aber gerade deshalb sehr viel Spaß gemacht und war gewiss nicht unser letzter Streich in Sachen Clubhouse.

Mein Lerneffekt der Woche: manchmal sind die kleinsten Dinge die, die unerwartet einen großen positiven Effekt auf andere haben. Diese Woche habe ich zB ungeplant angefangen, über meine Mealpläne seit dem ersten Lockdown auf Insta zu schreiben bzw in meiner Story dort Rezeptideen für jeden Tag zu teilen. Die Resonanz war überwältigend, ich war total überrascht. Und ich habe mich gefreut, für wie viele andere diese Alltagsstory hilfreich, erleichternd und auch inspirierend war. Deshalb gibt es hier auch nächste Woche einen Artikel zum Thema.

Tee mit Abstand | berlinmittemom.com

FRAGESTUNDE…

Tanja möchte wissen, wie ich mich verhalte, wenn es hier Streitereien gibt. Ich würde gerne sagen, dass ich gelassen bin und mich zurückhalte oder maximal noch versuche, mit buddhistischer Gelassenheit zu schlichten. Aber das wäre glatt gelogen. Mich macht das wahnsinnig! Wenn die Kinder aufeinander rumhacken, geht mir ziemlich schnell der Hut hoch. Ich schaffe es auch nicht gut, da auf Durchzug zu schalten, stattdessen werde ich sauer und traurig und reagiere dementsprechend emotional. Da habe ich auch das Gefühl, dass ich mich diesbezüglich wenig weiterentwickele. Leider.

Anni fragt, ob ich noch Sport mit meiner Personal Trainerin Katarina mache. Die Antwort ist ja! Wir trainieren zweimal die Woche, allerdings seit Corona nur noch draußen und natürlich mit Abstand, drinnen gar nicht mehr.

Fitness im Park | berlinmittemom.com

Sie möchte außerdem wissen, wie ich dafür sorge, dass die Kinder sich während des Lockdowns regelmäßig an der frischen Luft bewegen. Es ist schwierig, auch wegen des schlechten Wetters der letzten Wochen. Eigentlich scheuche ich sie regelmäßig aufs Trampolin oder mit dem Basketball vor die Tür (wir haben zu Weihnachten einen Korb in der Einfahrt montiert), aber wenn es natürlich regnet oder schneit oder überhaupt einfach saukalt ist, ist die Motivation nicht besonders hoch – und ich kann es ihnen nicht verdenken. Der Bub hat ein Indoor-Sportprogramm, das er sich selbst zusammengestellt hat, er boxt, springt Seil, macht Klimmzüge, Push- und Pull-Ups etc. Das läuft ziemlich gut. Die Große macht was mit einer Fitness-App und der Kleinen mache ich regelmäßig Just Dance (Amazon Partnerlink) auf der XBox an. Das ist momentan der Ausgleich. Und ja, Bewegung in der Natur fehlt hier natürlich mitten in der Stadt sehr.

Das waren meine Freitagslieblinge für diese Woche. Jetzt wartet das Wochenende auf uns und ich hoffe auf ein bisschen Sonne, damit ich rausgehen kann. Mir fehlt das Licht so sehr!

Habt ein schönes Wochenende und passt auf euch auf.

 

1 Kommentar

  1. Liebe Anna,

    DANKE für Deine Offenheit und Großzügigkeit.

    Ich reagiere zur Zeit auch total emotional bei Streitereien der Kinder und immer, wenn ich denke, ich bin ein Stück weiter, passiert es mir wieder. Natürlich müssen die Kinder nicht mir zuliebe immer Eitel Sonnenschein verbreiten, aber manchmal gelingt das mit der Akzeptanz einfach nicht so gut.. Das tat mir jetzt richtig gut, von Deinen Gefühlen zu lesen -zusammen ist Frau doch weniger allein.

    Es grüßt Dich ganz lieb
    Edi

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